13 gegen 11

Mar. 06, 2010 - Hamburg, Hamburg, Germany - epa02067456 Hamburg's Marcell Jansen celebrates his 1-0 during German Bundesliga match SV Hamburg vs Hertha BSC Berlin at HSH Nordbank Arena stadium in Hamburg, Germany, 06 March 2010. (ATTENTION: EMBARGO CONDITIONS! The DFL permits the further utilisation of the pictures in IPTV, mobile services and other new technologies only no earlier than two hours after the end of the match. The publication and further utilisation in the internet during the match is restricted to six pictures per match only.

Nach einem Blick auf den Abstiegskampfquotienten und das schwere Restprogramm ist schnell klar, dass Hertha sich nur retten kann, wenn unerwartet gegen große Mannschaften gepunktet wird. Niederlagen gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel dürfen zwar passieren nur nicht zu häufig. Denn die eine oder andere Mannschaft da oben muss für den Klassenerhalt auf jeden fall noch geschlagen werden. Um so bitterer ist daher die heutige Niederlage, denn es war mal wieder ein Spiel, bei dem das Glück (bzw. Herr Fleischer mit seinen Kollegen) – das hätte heute den Unterschied machen können – nicht auf der richtigen Seite stand.

Nach den ersten heiklen 10 Minuten fand Hertha ins Spiel und sorgte dafür, dass der HSV es schwer hatte gefährlich vor Drobny aufzutauchen. Und nach vorne ging auch noch was: Kringe hätte in der 16. Minute alleine auf das Tor laufend den Führungstreffer machen können. Doch er wurde zurück gepfiffen. Das war nichtmals gleiche Höhe! Es war zwar knapp, aber heisst es nicht im Zweifel für den Angreifer? Ein ums andere mal werden solche knappen Entscheidungen in dieser Saison gegen uns gepfiffen. Raffael wird gegen Leverkusen zurückgepfiffen während Kuranyi sein schmutziges Jubiläumstor feiern durfte (um nur mal zwei Beispiele anzubringen). Es scheint als hätte Hertha all das Glück der letzten Saison für diese bereits aufgebraucht. In dieser Spielzeit gleicht es sich einfach nicht aus. Die Effizienz der letzten Saison wurde heute zu allem Überfluss noch an den HSV verliehen. In der ersten Halbzeit gab es für Drobny eine gefährliche Aktion, die gleich zum Gegentor führte und es sollte für lange Zeit die letzte bleiben. Hertha kam stark aus der Kabine und Ramos traf die Latte (kein Glück!). Die Mannschaft spielte aus meiner Sicht bestmöglich und hat wirklich alles für einen Auswärtssieg gegeben. Es gab zahlreiche Fehlentscheidungen wegen vermeintlichen Abseits (Kringe per Kopf aufs Tor – Rost hält Zentimeter vor der Linie) und auch in der Bewertung einiger Zweikämpfe lag Herr Fleischer ab und an falsch. Wie beispielsweise in der Situation als Ramos einen völlig normalen Offensivzweikampf führt, den Ball bekommt und dann wieder zurück gepfiffen wurde.

Zum Ende der Partie wurde es dann nochmal spannend. Hertha setzte alles auf eine Karte und so kam der HSV erstmals nach dem Führungstreffer wieder zu einigen Möglichkeiten. Nach einem haarsträubenden Fehler von Kobiashvili klammerte er im Strafraum kurz vor Schlusss gegen Van Nistelrooy und verhinderte so gemeinsam mit Drobny das 2:0. Das hätte zwar einen Elfmeter geben müssen (HSV-Fan Nedfuller meinte mindestens zwei), aber wen hätte das zweite Gegentor schon gekümmert? Hertha setzte ohnehin alles auf eine Karte und das Spiel war schon so gut wie gegessen. Doch wie es er Zufall so will hätte diese Fehlentscheidung wenn die Fehlentscheidung in der letzten Spielminute nicht gewesen wäre den Unterschied aus machen können. Wichniarek wurde klar im Strafraum umgestoßen. Der Schiedsrichter pfiff nicht. Als Fan sieht man vielleicht nicht jede Szene völlig unvoreingenommen, aber wenn selbst Kommentator Michael Born auf Sky die folgenden Worte findet

Also Fleischer entscheidet nicht allzuviel für die Hertha um es mal vorsichtig auszudrücken.

und die Übertragung mit

Der HSV kommt mit einem dunkelblauen Auge davon und holt drei Punkte.

beendet, dann bedarf es wohl keines weiteren Zweifels an meiner getrübten Objektivität.

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  • Wer hat das geschrieben?

    Hallo, ich bin Felix und gehöre wie die meisten Herthafans in meinem Alter, zur 98er Generation, die 2010 den ersten Abstieg miterlebt hat. (→mehr)

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12 Kommentare

  1. Am 6. März 2010 um 22:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Habe das Spiel nur im Stadion gesehen, und ich meine wir hatten zwei Elfmetersituationen. Werde das im TV mal nachschauen, mal sehen.
    Die Aktionen gegen euch konnte ich nicht sehen, stand in der Nordtribüne, die Südtribüne ist so weit weg.
    Ich fand den Schiri auch nicht gut, obwohl er ja demnach für uns gepfiffen hat.

  2. Major Paine
    Am 7. März 2010 um 08:57 Uhr veröffentlicht | Permalink

    „Um so bitterer ist daher die heutige Niederlage, denn es war mal wieder ein Spiel, bei dem das Glück (bzw. Herr Fleischer mit seinen Kollegen) – das hätte heute den Unterschied machen können – nicht auf der richtigen Seite stand. “

    Eine Mannschaft, die den unbedingten Drang zum Sieg hat, muss in jedem Fall auch Fehlentscheidungen des Schiris wegstecken können, ganz cool. Wenn der Schiri dich zurückpfeift, muss auch noch die Kraft für viele weitere Versuche da sein. Ansonsten stimmt was mit der Arbeitshaltung nicht. Das scheint eher das zentrale Problem der Hertha-Mannen zu sein!!

    • flinki
      Am 7. März 2010 um 09:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

      .. und der Trainer macht es vor. Die Nichtakzeptanz der Schiedsrichterentscheidung. Diese ständige Diskutiererei geht mir auf´n Keks und bewirkt letztendlich nichts.

    • Felix Felix
      Am 7. März 2010 um 10:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Gegen eine Mannschaft, die in etwa genauso stark ist wie die eigene mag das vielleicht sein.
      Aber Hertha ist nicht in der Lage Leverkusen, Schalke, Bremen, Bayern, Hamburg etc. verdient ohne das nötige Glück zu besiegen. Ohne Pech hätte es ein Punkt geben können, mit Glück drei.

      Glück zu haben ist nicht umbedingt glücklich, weil es sich die die Saison hinweg ausgleicht. Mal verliert man unglücklich und mal gewinnt man glücklich. Dieser Ausgleich fehlt mir in dieser Saison und von daher kann man bei anhaltendem fehlenden Glück schon mal von unglück sprechen. Unglücklich!

  3. Enno Enno
    Am 7. März 2010 um 11:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich habe mich gestern über das Spiel gewundert. Zwar habe ich es ohne Kommentar gesehen und musste mir bei den Zeitlupen der kritischen Situationen ein eigenes Bild machen, aber die Schiedsrichterleistung war offensichtlich unterirdisch. Gerade die vielen falschen Abseitspfiffe (viel gegen Hertha, aber auch gegen den HSV), waren abenteuerlich.

    Man kann Funkel und den Mannschaft nicht vorwerfen, es gestern nicht wirklich versucht zu haben. Zeitweise standen sogar drei Stürmer plus Raffael auf dem Platz. Das klingt gut. Trotzdem ist es nicht einzusehen, dass Funkel das Spiel mit nur einem Stürmer und zwei defensiven Mittelfeldspielern beginnt. Das ist aber nur eine Randnotiz.

    Viel wichtiger scheint mir der Gesamteindruck zu sein. Es kommt mir dabei vor wie auf dem Schulhof oder zwischen dem großen und kleinen Bruder. Hertha ist der Kleene, der sich redlich bemüht, mit den großen Jungs mitzuhalten. Die machen am Anfang einmal ernst, um zu zeigen wo es langgeht und wer das Sagen hat. Danach darf der Kleene sich abstrampeln, kämpfen, beißen, Gras fressen. Es wird ihm nichts bringen, weil er einfach nicht dazu in der Lage ist, mit den Großen mitzuhalten. Aussichtslos, keine Chance. Egal, wie sehr man sich bemüht. Purer Frust.

  4. unionkommt
    Am 7. März 2010 um 11:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es wird erst aufgegeben, wenn nix mehr geht. Weder Funkel, noch die Manschaft kann mehr ausgetauscht werden. Wenn man unter geht, dann bitte nicht mit solchem Katzengejammer. Als Fan will ich sagen, dass ich alles getan hab bis zum Schluss und nicht die Mannschaft durch meine negative Stimmung noch weiter runter gezogen habe.

  5. Daniel
    Am 7. März 2010 um 14:52 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Was will man machen. So steigt man ab. Egal ob das unglücklich war oder nicht.

    Das Spiel hat zumindest gezeigt, dass die Mannschaft die Qualität für zumindest einen Mittelfeld-Platz in Liga Eins hat, die Hypothek aus der Vorrunde aber einfach zu groß ist.

  6. dns
    Am 7. März 2010 um 17:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Und es kam, was kommen musste…Hannover gewinnt, Nürnberg gewinnt. Wäre diese Episode vorher erdachte und als Film produziert, man würde nur den Kopf schütteln über die übertriebene Dramaturgie von Herankommenlassen bis auf Armlänge und anschließendem Abstandwiederherstellen. Es wirkt so sehr wie ein Groschenroman. In solchen schafft es die Hauptfigur immer, aber ob Hertha die Hauptfigur ist…

  7. flinki
    Am 7. März 2010 um 18:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

    ..Nürnberg hat gezeigt, dass auch die „Kleinen“ gegen die „Großen“ auf dem Pausenhof siegen können. Alles nur Kopf- und Einstellungssache.

    • Felix Felix
      Am 7. März 2010 um 18:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Sicher. Nürnberg war nur eine Fehlentscheidung von der Punkteteilung entfernt.

  8. Sascha
    Am 8. März 2010 um 09:51 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die Leistung war für unsere Verhältnisse top, aber haste Sch**** am Schuh, haste halt Sch**** am Schuh! 5 Euro ins Phrasenschwein zahle ich gerne. Klar war Kringes Ding kein Abseits, natürlich hab ich mich auch über den Schiri aufgeregt, aber das Ding gegen Wichinarek war eindeutig KEIN Elfmeter. Wir hatten halt einfach Pech. Aber Pech können wir uns leider nicht leisten…dafür ist es leider zu spät. :-(

  9. Am 10. März 2010 um 13:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    „Die Mannschaft spielte aus meiner Sicht bestmöglich und hat wirklich alles für einen Auswärtssieg gegeben.“

    Ich habe das Spiel im Stadion gesehen und muss sagen: Wenn das „bestmöglich“ war, ist Hertha wohl echt nicht mehr zu helfen. Da erinnere ich mich etwa an eine Szene, als Hertha in der HSV-Hälfte einen Querpass durch das Mittelfeld spielte und ein Herthaner mit zwei, drei Schritten den Ball hätte erreichen können. Der HSV-Verteidiger machte nur einen kurzen Schritt nach vorne (wohlgemerkt aus 10-15 m Entfernung) ohne aber konsequent eingreifen zu wollen. Allein durch diese minimale Körperbewegung war der Berliner dann so zusammengezuckt, dass der Pass an ihm vorbei ins Seitenaus trudelte. Und solche Szenen gab es zuhauf. Ich habe in dieser Spielzeit nun das Hin- und Rückspiel gegen den HSV gesehen, verändert hat sich nichts. Das ist wirklich bitter, was aus dieser Mannschaft geworden ist.

    Ohne mir im Nachhinein die Schiedsrichterentscheidungen nochmal angeschaut zu haben: Auch der Eindruck im Stadion war sehr eigenartig – der Mann hatte nicht seinen besten Tag.

    Für Hertha sehe ich nur noch Hoffnung, wenn die weiteren Gegner ähnlich spielen wie der HSV am Samstag: Aufreizend lässig und ohne Engagement. Dann könnte vielleicht noch was gehen.

Ein Trackback

  • Von eingeNETzt 08/03/2010 | Spielfeldrand - Das Magazin am 8. März 2010 um 15:04 Uhr veröffentlicht

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