1995

Die Jagdszenen, die sich im Olympiastadion nach dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg abspielten, hat jeder gesehen. Sie bedürfen eigentlich keiner gesonderten Kommentierung, denn was primitiv ist, ist primitiv ist primitiv. Aber die Auswirkungen sind verheerend.

Denn als die etwa 100 Vermummten aus der Hertha-Fankurve den Innenraum stürmten, war es endgültig soweit. Die sportlichen Leistungen hatten es bereits angedeutet, der Gewaltausbruch der Verrückten zog einen Strich unter die Rückwärtsentwicklung. Hertha ist wieder da, wo der Verein vor 15 Jahren war.  In der sportlichen und gesellschaftlichen Isolation.

Sportlich ist mit der Niederlage gegen Nürnberg der Zug in Richtung Zweitklassigkeit gebucht, mit Platzreservierung, am Fenster. Das jetzt noch abzuwenden, ist so unrealistisch, wie ein Besuch von Raphael Schäfer in der Hertha-Kurve. Und das nach einer Leistung und einem Spielverlauf, wie er wohl nur im Abstiegskampf vorkommt. Nach einer halben Stunde hätte Hertha mit 4:1 führen müssen. Dass es trotzdem 0:0 stand war neben viel Unvermögen und Pech eben auch Raphael Schäfer zu verdanken, der einfach nicht zu überwinden schien. Es hätte zu dieser Saison gepasst, wenn Nürnberg noch in Hälfte Eins in Führung gegangen wäre.

Dann traf Gekas und als der Hertha bekanntlich sehr gewogene Knut Kircher zur Halbzeitpause pfiff, da kam es wieder auf, dieses Gefühl der verpassten Chancen. Dieses Gefühl, dass Hertha eben keine zwei guten Halbzeiten spielen kann. Nürnbergs Tor nach einer Ecke war dann auch wieder so eine Situation, die es in dieser Saison schon so oft gegeben hatte. Bunjaku schubst Arne Friedrich regelwidrig weg, kommt dadurch zum Kopfball und der Ball ist drin. Das muss man nicht pfeifen, genauso wenig wie die zahlreichen nicht gepfiffenen Abseitsstellungen für Herthas Gegner und die abgepfiffenen Abseitsstellungen gegen Hertha in dieser Saison. Naja, so war die erste Halbzeit halt völlig wertlos.

Was danach passierte, hätte man sich in dieser Saison so oft von Hertha gewünscht. Bedingungslose Offensive, Alles oder Nichts, Harakiri! Hertha drückte und hatte Glück, dass Nürnberg zu schwach war, den Sack schon früher zuzumachen. Aber man sah, dass da eine Mannschaft ums Überleben kämpfte, während die andere immer wieder am Kabel wackelte, das die lebenserhaltenen Maschinen mit Strom versorgte. Dass der Kampf nicht belohnt, sondern im Gegenteil, sogar bestraft wurde, ist die bittere Ironie dieses Spiels. Es soll eben einfach nicht sein. Ich habe mich damit abgefunden und deshalb war das einzige, was mich gestern emotional berührte, die Tränen von Michael Preetz.

Zweite Liga, es ist Zeit dafür zu planen, Denn irgendjemand, der am längsten aller Hebel sitzt, will nicht, dass dieser Klub in der ersten spielt. Und als dieser jemand, zusammen mit Millionen vor dem Bildschirm, sah, wie einige aus der Fankurve damit umgingen, musste er sich bestätigt fühlen.

Wie soll die Mannschaft nun damit umgehen? Immer, wenn sie nun nach Spielen in die Fankurve geht, egal ob in dieser, der nächsten oder der übernächsten Saison, stehen sie potenziell Verrückten gegenüber, die sich unter echte Fans gemischt haben. Gehen sie nicht mehr in die Kurve bestrafen sie all die, die diesen Verein wirklich lieben. Und die Verrückten fühlen sich bestätigt. Soll die Mannschaft also die zweite Wange auch noch hinhalten? Sicher nicht.

Die ganze Liga fordert jedenfalls, dass man gegen diese Leute rigoros vorgehen müsse. Es sollte kein Problem sein, einen Großteil per Videoanalyse, die es im Olympiastadion ja gibt, zu identifizieren. Damit bekommt man sie dann aus dem Stadion. Aber das Problem nicht aus der Welt. Diese Leute haben im Olympiastadion randaliert, weil sie keinen anderen Kanal fanden, um ihre Aggressionen abzulassen, die sich im Laufe dieser Saison und natürlich auch im Laufe dieses Spiels angestaut hatten und die mit dem Gegentreffer in der 90. Minute noch mal Futter bekamen. Intelligente Menschen schimpfen dann, hauen vielleicht in ein Kissen oder bloggen. Andere hauen Sachen kaputt oder verletzen Menschen – da muss man ansetzen.

Dass Raphael Schäfer neben seiner guten sportlichen Leistung auch durch seine Gestik dazu beitrug, das Fass zum Überlaufen zu bringen, finde ich zumindest erwähnenswert. In den Medien wurde bisher jedenfalls nicht darüber gesprochen. Als Manuel Neuer im Derby gegen Schalke etwas Ähnliches tat, war das Gegenstand vieler Diskussionen. ABER nochmal: Schäfers Aktionen rechtfertigen nicht das, was danach geschah.

Wo die Ordner mit ihren Gedanken waren, die tatenlos zusahen, wie sich einer nach dem anderen erst unten in den Graben fallen ließ und dann an der Plastikbande hochkletterte, wäre dann auch noch zu klären. Michael Preetz nannte das gestern „deeskalierendes Verhalten.“ Man könnte es aber auch „Nicht-Eingreifen“ nennen und ich will nicht wissen, was passiert wäre, wenn ein Nürnberger noch mit den eigenen Fans gefeiert und nicht mitbekommen hätte, was da auf der anderen Seite passierte.

Hertha-Fans werden sich jedenfalls in den kommenden Wochen (ich hoffe nicht Monaten) damit auseinander setzen müssen, generalverdächtigt zu werden. Wegen 100 Verrückter.

Wahrscheinlich wird Hertha ein paar der letzten Saisonspiele vor leeren Rängen im Olympiastadion austragen müssen.

Es wäre ein Vorgeschmack auf die nächste Saison.

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26 Kommentare

  1. Mirko
    Am 14. März 2010 um 12:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

    hallihallo, ich wollte mich mal kutz zu wort melden.
    zu aller erst: die mannschaftsleistung fand ich schon gut. nur das halt kein weiteres tor gefallen ist.
    jetzt mal zum schiri. das ist der mann, der hertha die punkte geklaut hat. hab mir den zusammenschnitt heute nacht auf sky angeschaut. und ich muß sagen, ich war mehrfach geschockt.
    1: wie kann man so viele chancen vergeben?
    2: die eine situation, in deren folge arne friedrich gelb gesehen hat, war ein klarer 11-meter. nürnbergtorwart schubst herthaspieler.
    3: das erste tor darf nicht, wie schon erwähnt, nicht gegeben werden.
    4: diese sogenannten hertha-fans. die schaden hertha, die schaden den anderen fans und die schaden im endeffekt sich selbst.
    jetzt meine frage. wie soll man denn solche leute bestrafen? stadionverbot?
    das problem ist doch, das man den leuten nicht im gesicht ansieht, was in deren kopf vorgeht.
    ok, 24 punkte sind noch zu holen. und ich glaube, wir werden noch einige liegenlassen. aber so lange hertha nicht theoretisch abgestiegen ist, glaube ich an den verbleib in liga 1.
    in diesem sinne, ha, ho, he,

  2. Am 14. März 2010 um 12:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    „Die Jagdszenen […] bedürfen eigentlich keiner gesonderten Kommentierung.“

    Doch. Als Fan muss man sich von solchem Gesocks abgrenzen, ganz ohne jegliches Aber.

    „Denn irgendjemand, der am längsten aller Hebel sitzt, will nicht, dass dieser Klub in der ersten spielt.“

    Wen hast Du Dir beim Schreiben des Satzes vorgestellt?

    • Daniel
      Am 14. März 2010 um 12:32 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Den Fußballgott. Soweit ist es schon gekommen.

  3. Am 14. März 2010 um 12:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich war erstaunt über die Szenen nach dem Spiel. Persönlich kann ich nicht nachvollziehen, wie man dazu kommt, den Innenraum zu stürmen, denn so ein spätes 2:1 hätte mich einfach zusammensacken lassen. Aber es gibt auch andere Menschen, die ihrem Frust freien Lauf lassen wollen. Und die (noch) vier hauptamtlichen Fanbeauftragten und die Beamten mit Kontakt zu den Fangruppen wissen um manches Potential in jedem Klub. Deshalb kann ich nur sagen: Fahrlässiges Sicherheitsverhalten.

    @Felix, Enno, Daniel: Ich überlege die ganze Zeit, wie Hertha in die zweite Liga geht. Entlassungen in der Geschäftsstelle (momentan 70 Angestellte), Verringerung der Mietlast des Stadions, Zusammenstellung einer Mannschaft, Sponsoren… Alles Themen, die die nächsten Wochen ausmachen werden. Habt Ihr eine Ahnung, wie das aussehen wird?

    • Enno Enno
      Am 14. März 2010 um 12:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Nein, ehrlich gesagt nicht. Es ist ja so, dass Preetz & Co bisher jegliche Planungen für die zweite Liga dementiert haben. Gestern allerdings sagte Preetz, dass sie die bereits angelaufenen Planungen nun intensivieren werden. Ich gehe davon aus, dass dann auch einiges an die Öffentlichkeit geraten wird.

    • Daniel
      Am 14. März 2010 um 12:38 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Wenn man sich an die Hans-Meyer-Saison erinnert, dann kann man ungefähr erahnen, was auf die Geschäftsstelle zukommt.
      Andererseits hat Finanz-Chef Ingo Schiller im Februar der BZ Folgendes gesagt:

      Frage: Nach unseren Informationen würde die Geschäftsführung von Hertha im Fall des Abstiegs auf 40 Prozent Gehalt verzichten. Könnten so alle 55 Angestellten der Geschäftsstelle weiter beschäftigt werden?

      Antwort: Ja, das wäre in diesem Fall eine Maßnahme. Wir sitzen alle in einem Boot und würden natürlich noch enger zusammenrücken, damit auch alle drinnen bleiben.

      Quelle: http://www.bz-berlin.de/sport/hertha-bsc/bei-abstieg-gehalts-einbu-szlig-en-fuer-chefs-article722710.html

      Hertha hat ja schon seit Jahren Lizensierungsverfahrens-Anträge für beide Ligen eingereicht. Möglicherweise fällt der Klub weicher, als wir das bisher dachten.

      • Felix Felix
        Am 14. März 2010 um 13:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ein schöner Artikel, Daniel! Ich bin gespannt was in den nächsten Tagen und Wochen passieren wird. Wichtig is ab jetzt nich mehr auf’m Platz, sondern neben dem Platz.

        Wenn Funkel die Mannschaft in der 2. Liga trainieren sollte, wäre das ein Skandal. Positiv ist zu sehen, dass der Verein jetzt viel Zeit hat sich auf die neue Situation vorzubereiten. Man kann sich schon jetzt um Sponsorengelder und Personalfragen (Spieler, Trainerstab, Management) kümmern. Ich hoffe auf eine gut aufgestellte Hertha in Liga 2!

    • Major Paine
      Am 15. März 2010 um 00:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Also ganz ehrlich: Gewisse Leute (man nennt sie auch Hools) haben in gewissen Spielen (man nennt sie auch Entscheidungsspiele) nichts anderes im Sinn als dem „anderen“ (man nennt sie auch Führungsspitze, Unparteiische, Journalisten, Welt) mal so richtig eins auf die Fresse zu geben.

      Ich weiß nicht, ob diese Leute überhaupt wissen, wie man „Hertha“ schreibt, aber einer Sache bin ich mir gewiss: Die Leute haben so viel mit Fußball zu tun wie Guido Westerwelle mit Taktgefühl.

    • Am 15. März 2010 um 12:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

      eine Hauptstadt ohne 1. Liga Club – gibts echt nur in Deutschland – super Werbetraeger weg – und weiterhin Pfeiffen an der Spitze – Berlin wird seinen provinziellen Mief nicht los. Preetz und Funkel raus – da muss jetzt ein Schleifer her – tausende von Fussballjungs in Berlin sehen ihre Idole wegkrachen – dass bereitet mir mehr Sorgen als die paar Spinner aus der Suedkurve die ja letztendlich das Produkt von Preetz, Funkel und Chefversager Gegenbauer sind. Hoffentlich fuehrt der Mann sein Unternehmen nicht so wie diesen Verein.

  4. Am 14. März 2010 um 12:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

    „Wahrscheinlich wird Hertha ein paar der letzten Saisonspiele vor leeren Rängen im Olympiastadion austragen müssen.“

    Oh Gott, bitte nicht. Ich frage mich zwar, was die restlichen Spiele jetzt noch sollen, hingehen will ich aber trotzdem.

  5. Tanja*
    Am 14. März 2010 um 13:51 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Vielleicht sollte man auch bei allem Unverständnis einmal nach dem WARUM fragen? Über die ganze Saison hat sich vorallem Frust aufgebaut!!!
    Und den haben wir wohl alle verspürt.
    Manche drücken ihn in Worten aus und diskutieren andere…
    Meine Wut und Enttäuschung bezieht sich dabei allerdings vorallem auf die Unfähigkeiten der Leute in den oberen Etagen, dass war bei mir auch nach dem Spiel gestern so. Selbstkritik das Wort kennen die doch nicht.
    Gegenbauer sagt, dass die Randalierer das positive Bilde des Vereins zerstört haben das haben sie sicherlich auch, aber damit haben Preetz und er schon viel früher begonnen und ihren Teil dazu beigetragen sie sind Schuld wenn Hertha absteigt!
    Sie sollten dann die Konsequenzen ziehen und zurücktreten, aber da sie an ihren Stühlen kleben wird das nicht passieren, leider.

  6. Am 14. März 2010 um 14:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wenn ich von der Einzigartigkeit der gestrigen Vorfälle lese, muss ich kotzen mich übergeben. Das passiert in jedem Verein in einer solchen Situation. Ich erinnere mich da bei Union an ein Spiel in Aue („Ein Klub sieht Rot“) oder an die Situation in Stuttgart oder Bochum in dieser Saison. Das entschuldigt nichts. Aber wo ständig von Emotionen geredet wird, muss man sich nicht wundern, wenn diese auch mal überkochen. Ganz im Gegenteil. Es muss versucht werden, gemeinsam dafür zu sorgen, diese Emotionen zu artikulieren ohne in Gewalt auszubrechen. Das Anziehen von Daumenschrauben ist da sicherlich nicht die richtige Wahl der Mittel.

  7. gesa
    Am 14. März 2010 um 14:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Unser Verein ist gestern abgestiegen. Aber anstatt auf diese Situation endlich mal eine Antwort zu geben, scheren sich Vorstand und Management lieber als erstes um ein paar zerbrochene Werbebanden und kündigen „härteste Konsequenzen“ an und sorgen sich um ihr sorgsam aufgebautes „Image“. An der verwunderten und überraschten Reaktion der Führungsriege auf die Geschehnisse sieht man, wie wenig sie sich damit beschäftigt haben, wie es eigentlich in den Leuten aussieht, die JEDES GOTTVERDAMMTE WOCHENENDE und darüber hinaus alles für Hertha tun. Vor diesem Hintergrund müssten sie eigentlich überrascht sein, dass sich unsere Wut nicht schon viel früher ihr Ventil gesucht hat.

  8. Mirko
    Am 14. März 2010 um 15:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

    warum wird eigentlich immer die führungsetage angegriffen? sind es nicht die spieler, die ein spiel verlieren?
    klar ist jeder fan enttäuscht, wenn sein verein verliert. aber diese enttäuschung grund genug, das spielfeld zu stürmen?

    • Tanja*
      Am 14. März 2010 um 18:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Sie sind es aber, die nachdem die drei wichtigsten Spieler verkauft wurden oder gegangen sind es nicht geschafft haben für adäquaten Ersatz zu sorgen. Sie haben Favre gehen lassen und Funkel geholt, hätte ja auch ein anderer Trainer sein können, falls überhaupt usw. usw. usw……Sie tragen für all das Desaster die Verantwortung und sollen diese auch tragen. Wenn diese Leute bleiben sehe ich absolut rabenschwarz für Herthas Zukunft sie haben anscheinend keine Ahnung vom Fußballgeschäft und sollten ihre Plätze lieber für Leute räumen, die Ahnung haben. Wenigstens das könnten sie mal für den Verein tun.

      Natürlich hätten sich auch die Spieler in jedem Spiel den Allerwertesten aufreissen müssen stimmt schon, ich hab auch jedesmal geflucht. Aber sie sind halt Söldner (zumindest die meisten Pal Dardai nehme ich da z.B. absolut raus) die sich einfach nen anderen Verein suchen, nur wir Fans bleiben unserer Hertha treu.

  9. Am 14. März 2010 um 15:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

    -kann gelöscht werden-

  10. Mirko030
    Am 14. März 2010 um 17:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nun ist es endlich geschehen. Hertha ist abgestiegen und das wohl verdient und zu guterletzt zeigen ein paar Idioten, warum Hertha jetzt auch nicht nur sportlich zurecht absteigt.

    Hat eigentlich jemand Hoffnung, dass Hertha eine Truppe zusammen bekommt, die gleich wieder aufsteigen kann? Wie soll denn jetzt der Neuanfang aussehen? Wieder mittelmäßige Spieler kaufen oder einfach doch mal die Früchte der Jugendarbeit einfahren?

    Ich bin für die zweite Variante und dazu einen jungen und hungrigen Trainer. Dazu sollte Hertha versuchen von den Transfererlösen ein paar Schulden abzubauen. Wenn wir denn überhaupt welche bekommen.

    Noch ein Wort muss ich doch mal wieder zu unserem Kapitän sagen. Wieder hat er in einer entscheidenden Situation gepatzt. Auch wenn er geschubst wurde, denke ich dass er so oder so zu weit weggestanden hätte. Ich habe schon in der Winterpause gesagt, dass wir Herrn Friedrich hätten verkaufen sollen, da er seine Leistung für Hertha schon lange nicht mehr abgerufen hatte. Da hätten wir zumindest noch Ablöse bekommen und die Abwehr hätte bestimmt auch nicht schlechter gestanden.

  11. unionkommt
    Am 14. März 2010 um 20:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Und ich dachte immer Gott is mit die Dummen.

  12. S.
    Am 14. März 2010 um 20:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die sogenannten „Verrückten“ haben über 26 Spieltage ihre Mannschaft nach vorne getrieben. Es wurde in der gesamten Hin- und Rückrunde alles nur mögliche unternommen, um von Fanseite die Situation zu ändern. Im Gegensatz zu anderen Vereinen wurde auf humane Mittel gesetzt und sich immer zurück gehalten.
    Und was war der Dank? Spruchbandverbote, Bullenfickerei, keine Punkte etc.

    Es ist richtig, dass Gewalt gegen Sachgegenstände des Vereins kein adäquates Mittel sein kein aber was hat uns denn in diese Situation geführt?

    1. Eine unfähige Führungsetage, die mit Ihren Konzepten kläglich gescheitert ist!
    2. Eine Mannschaft, die anscheind immer noch nicht begriffen hat, wie man sich im Abstiegskampf zu verhalten hat!
    3. Ein Herr Preetz, der nach dem heutigen Tag lieber die Verantwortung bei anderen sucht („Chaoten“, Schiri) anstatt die Fehler bei der eigenen Mannschaft und sich selbst (Verantwortungsträger im Bereich Sport) zu suchen!

    Es ist unfassbar was (vorallem im vergangenen 3/4 Jahr) bei Hertha gemacht wurde und wenn ich mir die Aussagen eines Gegenbauers im TV anhöre frage ich mich in welcher Welt dieser Herr eigentlich lebt. Er sagt dass durch solche Aktionen dass Image des Vereins kaputtgemacht wird? Haha!
    Es wurde duch die handelnden Personen in den Gremien und in der Geschäftsstelle in dieser Saison alles kaputt gemacht! War ja quasi abzusehen, dass sie den „schwarzen Peter“ wieder bei jemand anderen sehen.

    Ich frage mich ebenso (und das gilt auch für die sogenannten Herthafans hier die man aber wohl maximal als Sympathisanten bezeichnen kann), wie man nur mit so einer Arroganz gegenüber den Personen auftreten kann, die IMMER und wirklich IMMER zu dem Verein und der Mannschaft gestanden haben?! Es zeigt mir nur mal wieder, dass ein Neuanfang im Verein mehr als notwendig ist.
    ZUHÖREN, VERSTEHEN und ANNEHMEN, sind die Aufgaben für die Gremien und Verantwortungstärger des Vereins.

    Neuanfang jetzt!
    Vorstand raus!

    • Am 14. März 2010 um 21:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Also mal ehrlich. Wenn man das so liest könnte man meinen du wärst einer von den Vollidioten in Berlin gewesen.

      Es ist absolut egal wer die Schuld am Versagen der Hertha hat. Und es ist vollkommen egal wie sehr enttäuscht die Fans sind. Es gibt einfach Grenzen die man nicht überschreiten kann und darf.

      Wäre ich Arne Friedrich oder Adrian Ramos oder Friedhelm Funkel oder sonstwer hätte ich, und das ist wirklich keine Übertreibung, Angst um mein Leben. In Fankreisen ist es oft kein Geheimnis wo manche Spieler wohnen, und solchen bekloppten traue ich alles, wirklich alles, zu.

      Leider wird es wohl zu viel Zeit in Anspruch nehmen sämtliche Deppen zu identifizieren und mit – hoffentlich lebenslangem – Stadionverbot zu belegen. Deshalb fürchte ich auch, dass uns in Berlin demnächst Geisterspiele erwarten. Sehr schade, weil so erstens der Hertha die kleinste Chance auf ein Wunder genommen wird und weil zweitens auch Undschuldige bestraft werden. Aber manchmal heiligt der Zweck nunmal die Mittel.

      Ich erinnere mich an den letzten Abstieg der Eintracht. Zwar war die Saison nicht ganz so desolat wie die der Hertha diese Saison, doch auch wir waren allesamt sauer und enttäuscht. Die Eintracht war in den Jahren davor ähnlich unprofessionell geführt worden und finanziell gebeutelt worden. Und was haben wir gemacht? Nichts. Wir waren im Block gestanden und haben einfach nur geflucht, geweint, geschrien. Montags sind wir zum Training gefahren und haben der Mannschaft gezeigt, dass wir sie auch in der zweiten Liga unterstützen.

      Schade um die Hertha. Das einzige was sie jetzt noch retten kann ist Jörg Berger. Und nichtmal da bin ich mir sicher.

  13. Analog Berliner
    Am 14. März 2010 um 22:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich hätte auf 1997 verwiesen. Erinnere mich an eines der letzen Heimspiele in Liga 2 gegen die Stuttgarter Kickers. Damals gab es – aus der Distanz aber ohne erkennbaren Grund – einen massiven Polizeieinsatz im Bereich der Gegentribüne(?).

    Zum Spiel gegen den Club: Schicksal (gestern) + Dummheit (diverse Spiele vorher) = Abstieg. Halbzeit 1 werde ich als das in Erinnerung behalten, was ich von der Mannschaft seit Wochen eigentlich regelmäßig erwartet hätte: Kampf, Einsatz und … oh Wunder … dadurch tatsächlich auch ein Tor. Zum Beginn der zweiten Halbzeit hatte ich aber gleich ein komisches Gefühl. Es wurde wieder häufiger nebenher gelaufen, es wurde wieder mehr gespielt als erstmal gekämpft … das verstehe ich nicht und am Ende kam es dann so, wie auch das Schicksal es dieses Jahr wohl will …

    … (:´´-(((()

  14. Sascha
    Am 14. März 2010 um 23:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich hab derzeit keine Kraft mir die ganzen Kommentare und Hertha-Artikel durchzulesen. Über diesen hier sollte jedoch mal einige nachdenken:

    http://www.magdeburger-nachrichten.de/archives/6242/nachwort-zu-den-ausschreitungen-in-berlin/

    • Tanja*
      Am 15. März 2010 um 09:57 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Guter Artikel, danke für den Hinweis!

  15. dns
    Am 15. März 2010 um 15:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ein Zeichen gegen Gegenbauer kann man eigentlich nur setzen, indem man der Vereinsführung das entzieht, was sie braucht, um dort oben zu sitzen.

    Was passiert wohl, wenn beim nächsten Heimspiel mal nur ein einziger Fan in die Ostkurve geht und ein einfaches A4-Blatt aus der Tasche zieht und vor sich hält, auf dem dann steht, dass man einen Neuanfang mit neuer Chef-Etage fordert, mit klarem Konzept. Eines, dass die z.B. Nachwuchsspieler als mehr ansieht als nur Nationalitätenqoutenauffüller.

    So könnte man deutlich zeigen, dass die Eintrittsgeldzahler das Produkt so nicht gut finden.

    Das einzige was Managements in aller Welt interessiert ist Umsatz. Solange der Umsatz stimmt, sind unzufriedene aber zahlende Umsatzverursacher nicht schlechter als zufriedene zahlende Umsatzverursacher.

  16. Thomas
    Am 15. März 2010 um 18:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Natürlich kann man nicht einfach mal beide Augen zudrücken, wenn es im Olympiastadion zu solchen Jagdszenen kommt. Natürlich muss man denen, die sich falsch verhielten, eindeutig klarmachen, dass ihr Verhalten nicht geduldet werden kann, und daher sanktioniert werden muss.

    Aber das war’s dann auch.

    Natürlich hat auch die große moralische Empörung im Leben ihren Platz.

    Aber doch nicht hier!

    Tun wir doch bitte nicht so, als ob wir es im Olympiastadion mit ähnlich skandalösem Verhalten wie bei den vielen sexuellen Missbrauchsfällen zu tun hätten, die zur Zeit (und aus gutem Grund) in den Medien für die wirklich großen Schlagzeilen sorgen.

    Jagdszenen wie die vom Samstag – das darf nicht sein.

    Schlimm genug, was geschah.

    Aber bitte jetzt nicht auch noch im Übermaß darauf reagieren!

  17. Mirko030
    Am 15. März 2010 um 19:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Na toll. Jetzt drohen Hertha auch noch Spiele vor einer Geisterkulisse. Hat dieser Verein und seine Fans diese Saison nicht schon genug gelitten? Ich hoffe, dass der DFB oder die DFL in diesem Fall ein Auge zudrückt und es bei einer Geldstrafe bleibt. Denn ausgerechnet bei der Abschiedtournee (und das für lange Zeit) aus der Bundesliga eine Geisterkulisse zu haben, kann auch nicht wirklich im Interesse der Verantwortlichen sein. Auch geht es hier noch um eine Menge Geld, welches Hertha wohl nur zu gut gebrauchen kann. Schliesslich sind das Spiele, wo man egal ob bereits abgestiegen oder nicht, mit einem relativ vollem Haus rechnen kann. Aber bei Herthas Glück in dieser Saison, werden wir auch noch diese Strafer erhalten (und können uns eigentlich nicht beschweren). Man ist ja als Hertha-Fan viel gewohnt, diese Saison jedoch sprengt alles.

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