Als wäre nichts gewesen

War was? Als wäre nie Winterpause gewesen traten die Herthaner in Regensburg an. Unverändert. Alles beim Alten. Fast jedenfalls. Neben Maik Franz saß auf Pierre-Michel Lasogga auf der Gästebank. Eine übergeordnete Rolle sollte sie an diesem Sonntag aber nicht spielen.

Stattdessen: Wieder Ronny. Wieder Ramos. Und wieder ein merkwürdiger Sieg, der sich in der ersten Halbzeit ungefähr so sehr andeutete, wie Herthas Abstieg 2010: Überhaupt nicht. „Ideenlos“ nannte die erste weibliche Kommentatorin eines Bundesligaspiels im deutschen Fernsehen die Leistung der Hertha in den ersten 45 Minuten. In der Pause hatte ich mir schon Rechtfertigungen für ein mögliches Unentschieden zurecht gelegt.

Dann die Ecke, bei der Adrian Ramos den Ball im langen Eck versenkte – und mit ihm die Blockaden, die seine Mannschaft bis dahin mit sich herumtrug. Plötzlich lief der Ball nur noch zwischen den Blau-Weißen, die Tore fielen so einfach, wie im Training. Am Ende hatte Hertha den zweithöchsten Sieg dieser Zweitliga-Saison eingefahren – und ihn Minuten danach schon wieder vergessen.

Denn natürlich waren die drei Punkte in Regensburg fest eingeplant, auch wenn man nach einer langen Pause nie so ganz weiß, wo man leistungsmäßig steht. Doch die Konzentration, das merkte man den Gesichtern der Mannschaft nach der ersten Erleichterung über den guten Start schnell an, ist bereits beim kommenden Montag.

Berliner Derby im ausverkauften, mit Flutlicht beleuchteten Olympiastadion – und noch dazu ein Spitzenspiel. Union gewann sein Heimspiel gegen Sandhausen mit 3:1, schob sich vor dem Montagsspiel auf Platz 4 und ist nun heiß auf die Revanche für die 1:2-Pleite in der Alten Försterei.

Ich hab mir noch schnell Karten besorgt. Und habe keinen Bock schon wieder mit schlechter Laune nach Hause zu gehen. Wie beim 0:1 gegen Dortmund im Februar 2012. Oder dem 1:2 gegen 1860 nach feststehendem Aufstieg im April 2011. Meinen letzten beiden Spielen im Olympiastadion.

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  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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