Antworten aus der Schweiz

Sports News - February 08, 2009Hertha ist abgestiegen. Ein unumstößlicher Fakt. Im Verein beginnt die Aufarbeitung,  bei uns auch und natürlich muss man bei einer Aufarbeitung da anfangen, wo der Niedergang begann. Oft wurde die 1:2-Niederlage gegen Mainz genannt, bei der Hertha nach 80 Minuten mit 1:0 führte und doch noch 1:2 verlor. Es war ein Spiel, wie so viele in dieser Saison. Hertha belohnte sich für den Aufwand nicht und stand nach 90 Minuten mit leeren Händen da.

Aber kann es ein Spiel sein, das alles zerstört? Natürlich nicht. Enno hat damals schon spekuliert, dass da mehr vorgefallen sein muss, dass da Kredite verspielt worden seien zwischen Lucien Favre und der Mannschaft, die ihm in der Vorsaison teilweise noch blind gefolgt war. Es gab so viele Fragen, die man Favre damals gerne gestellt hätte und bis auf die, was denn nun wirklich zwischen ihm und der Mannschaft vorgefallen sei, beantwortet Favre dem Tagesspiegel am Sonntag sehr viele.

Ich weiß nicht, ob Jens Weinreich darauf ein Copyright hat, aber ich spreche hiermit einen absoluten Lesebefehl für diesen Artikel aus.

Denn darin kommt zum Ausdruck, dass das alles mit ein bisschen mehr Kommunikation durchaus hätte klappen können. Dass die Sprachbarriere bei Favre eben doch größer war, als man vermuten konnte. Und dass genau das eine Menge zerstört hat.

Früher hat Favre jeden zweiten Satz begonnen mit „Es ist klar“ und jeden dritten so beendet. Einmal wollte er bei einer Ansprache im Mannschaftsbus ein deutsches Sprichwort zitieren: „Wir sitzen doch alle im selben Fisch …“ Er hat sich sofort korrigiert, aber ein paar Tage später stand die Geschichte in der „Bild“-Zeitung.

„Die Sprache war ein Problem“, sagt Favre.

Die Sprache! Unglaublich, dass es in Zeiten von Dolmetschern, Sprachprogrammen und extra Fußballer-Sprachkursen noch daran haken kann. Favre sagt aber auch einen Satz, der im Nachhinein vielleicht als Schlüssel zur Destabilisierung des Gebildes gesehen werden muss. Er handelt vom Stellenwert Joe Simunics:

Joe war mein wichtigster Spieler. (…) Er war mein verlängerter Arm auf dem Platz.

 

Sports News - January 16, 2009
Sieben Millionen Euro hat Hertha für den kroatischen Abwehrchef bekommen. Eine für jeden Spieltag, den Lucien Favre danach noch auf der Bank saß. Danach war sein Kredit aufgebraucht. Hertha atmete noch 26 Spieltage lang weiter. Dann war auch sie am Ende.

This entry was posted in Hertha BSC and tagged , , , , , . Bookmark the permalink. Both comments and trackbacks are currently closed.
  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

    Ich würde mich freuen, deine Meinung zum Artikel zu erfahren. Schreib doch einen Kommentar und diskutiere mit!

    Und bleib auf dem Laufenden: Abonniere neue Beiträge des Hertha BSC Blogs (RSS-Feed / E-Mail)

24 Kommentare

  1. Konstantin
    Am 10. Mai 2010 um 15:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Der Link zum Tagesspiegel-Interview führt im Moment noch auf den Artikel von Enno, ich werde das Interview jetzt mal so suchen, weil ich ja weiß, dass Du das bestimmt noch ändern wirst! :)

    • Konstantin
      Am 10. Mai 2010 um 16:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ok, wenn man dem Link folgt, der bei dem Zitat hinterlegt ist, kommt man auch dahin. Überraschender Effekt beim Lesen des Interviews: ich wünsche mir direkt Herrn Favre als Trainer zurück, so wie die meisten Kommentatoren. Da frage ich mich doch, wie scheiße leicht ich doch eigentlich manipulierbar bin.
      DENN: Wenn es wirklich ein Kommunikationsproblem zwischen Mannschaft und Trainer gab, nur aufgrund der Sprachbarriere… Das würde mich echt die Socken ausziehen. Könnte es sein, dass der nette Herr Favre dann vielleicht etwas zu perfektionistisch eingestellt ist, vielleicht nicht einmal einem Dolmetscher vertraut oder einfach gedacht hat, er würde die Sprache schneller lernen?
      Rein aus dem Bauch heraus finde ich trotzdem, dass Favre zurück an die Spree sollte. Und zwar aus doppeltem Grund: Entweder er ist der Fussballgott, für den ihn alle halten und er formt zunächst eine Mannschaft die den Wiederaufstieg und den anschließenden Klassenerhalt in Liga 1 schafft, oder er scheitert mit verbessertem Deutsch an der Mannschaft und am Verein und entpuppt sich eben nicht als Fussballgott. Dann würde aber endlich diese „Warum haben sie damals Favre bloß gehen lassen?“ Diskussion aufhören und man könnte sich auf die Gegenwart konzentrieren und nicht auf die Vergangenheit und hätte einen großen „was hätte bloß passieren können, wenn damals…“ Punkt weniger. Ein abdriften in Liga 3 würde ich Herrn Favre jedenfalls nicht zutrauen. Aber in dieser Saison hat man auch schon mehrere Pferde vor die Hertha-Apotheke kotzen sehen…

  2. Daniel
    Am 10. Mai 2010 um 16:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Danke ist geändert. Kannst aber auch einfach auf die Zitate klicken :)

  3. Jan
    Am 10. Mai 2010 um 17:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Also ich könnte mich damit anfreunden, dass Favre wieder in Berlin ist. Aber das Problem von Hertha liegt aus meiner Sicht ganz woanders. Seit Höneß gegangen ist/wurde und ihm ein primitiver Fußballer im Amt folgte, kam eine Fehlentscheidung nach der anderen und als Belohnung nun der Abstieg. Der Verkauf von DEM Abwehrspieler überhaupt, kein Halten einer der beiden Sütrmer Voronin oder Pante hat der Mannschaft das Leben genommen. Die Verpflichtung von König Artur, Stein, Kaka, Jancker,… und später Gekas, Kobiaschwili,… haben vor Sinnlosigkeit geschrien! Mit dem Rauswurf von Favre als Offenbarung der eigenen Ideenlosigkeit und dem Eingeständnis der Misere hat Preetz den Abstieg eingeleitet.
    Funkel ist ein Bauernopfer, das als solches eingestellt wurde und seinen Job damit super gemacht hat und auch bald seinen Hut nehmen muss. Aber auch dieser unnütze Schachzug kam von dem Fußballer, der niemals Bundesligavereinmanager werden wird!

    • Tanja*
      Am 10. Mai 2010 um 18:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Danke Du sprichst mir aus der Seele, ich kann das was Du geschrieben hast nur unterstreichen (oder wie sagt man das?) Es sind genau meine Gedanken und ich hoffe, dass es Leute gibt, denen der Verein so wichtig ist, dass Sie Verantwortung übernehmen und die derzeitige „Vereinsführung“ ausgetauscht wird!

      • Am 10. Mai 2010 um 18:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ist es nicht ein wenig… wie soll ich sagen… primitiv zu behaupten Preetz sei dumm und hätte nichts im Kopf? Sicher gibt es eine ganze Reihe von Ex-Fussballern, die nicht für den Job des Managers geschaffen sind, aber gerade Preetz ist jetzt nicht umbedingt vom Typus Podolski/Effenberg.

        Schon in seiner aktiven Zeit hat er sich 1994 abseits des Platzes entsprechend weiterghebildet. Er war neun Jahre Vizepräsident der Spielergewerkschaft und hat über ein Fernstudium Sportmanagement „studiert“. nach seinem Karriereende folgten viele Jahre, die er unter Hoeneß angelernt werden konnte. Es kann sein, dass Preetz trotz allem nicht der Sache gewachsen ist, aber das liegt mit Sicherheit nicht daran, dass er primitiv ist.

        Am Ende kann man immer schlau daher reden. Wer keine Verantwortung zu tragen hat ist im Fehler aufzählen und Köpfe fordern ganz groß, aber als Manager ist die Welt auf ein mal dann doch nicht so einfach wie ihr zwei euch das vorstellt.

        • Tanja*
          Am 10. Mai 2010 um 19:40 Uhr veröffentlicht | Permalink

          In meinen Augen ist Preetz nur eine Marionette von Gegenbauer. Wer die drei wichtigsten Spieler gehen lässt aber nicht für adäquaten Ersatz sorgt nimmt den Abstieg in Kauf. Die Führung muss Selbstkritik üben sie tragen die Schuld am Abstieg.

        • Daniel
          Am 10. Mai 2010 um 21:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Primitiv ist Preetz ganz sicher nicht. Er hat alle Kenntnisse die man braucht, aber ist halt noch nicht mit allen Wassern gewaschen – lapidar gesagt.

          Welcher Manager kann schon mit einer Krise umgehen, die es in dieser Form seit sehr langer Zeit nicht mehr gegeben hat? Das war und ist verdammt schwer. Er hat aber ja nun die Chance, über den Umweg Zweite Liga, viel zu lernen.

      • Am 10. Mai 2010 um 20:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Woher kommt eigentlich immer die Gewissheit, Simunic sei (wahlweise) von Preetz oder von Favre verkauft worden? Meines Wissens nach hatte er eine Ausstiegsklausel zu einer festgelegten Ablösesumme im Vertrag und sich also auch selbst zum Wechsel entschlossen.

    • Am 10. Mai 2010 um 20:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Also zumindest Stein ist noch von Hoeneß verpflichtet worden (und wenn ich mich nicht irre, Kaka auch), während Kobiaschwili kein sinnloser, sondern ein sehr wichtiger Transfer war.

      Es ist eben nicht alles so schwarz und weiß, wie man es sich für eine richtig heftige Stellungnahme wünschen würde.

  4. Enno Enno
    Am 10. Mai 2010 um 18:46 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ein ganz normales Interview hat übrigens Michael Jahn von der Frankfurter Rundschau geführt, das hier zu finden ist: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/2628302_Interview-mit-Lucien-Favre-Simunic-war-eine-Art-Lebensversicherung.html

    Ob Sven Goldmann vom Tagesspiegel nun gleichzeitig dabei war oder das FR-Interview mit einigen Illustrationen aufgehübscht hat, weiß ich nicht zu beurteilen.

    • Daniel
      Am 10. Mai 2010 um 21:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Hmmm…kann natürlich wirklich sein, dass Favre da ein paar Berliner Journalisten zu sich eingeladen hat, um Image-Pflege zu betreiben. Hat bei mir funktioniert…

      Michael Jahn schreibt übrigens normalerweise für die Berliner Zeitung, die seit April letzten Jahres zu DuMont gehört (der auch die FR besitzt), deshalb geh ich mal davon aus, dass das auch in der Berliner Zeitung abgedruckt wurde.

  5. Enno Enno
    Am 10. Mai 2010 um 18:56 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wenn man beide Interviews betrachtet, dann geht es Favre nur um eines: Rehabilitation. Er will zurück in die Bundesliga. Deshalb muss er erklären, was schief gelaufen ist (Sprache), weil das mittlerweile verbessert und unproblematisch ist (liest Spiegel). Außerdem bewertet er den Simunic-Transfer neu. Und er muss klar stellen, dass er weder mit Hertha noch mit ehemaligen Spielern auf Kriegsfuß steht. Damit will er alle Sorgen aus dem Weg räumen, die man gegen eine Verpflichtung in der Bundesliga einwenden könnte. Dazu passt auch, dass er seine katastrophale Pressekonferenz nun umzudeuten versucht.

    Da betreibt jemand Image-Pflege auf ganz hohem Niveau. Aber als Herthaner braucht man sich keine Hoffnungen machen (oder Befürchtungen haben), dass Favre wieder nach Berlin kommt. Er will in die erste Liga (HSV, Wolfsburg, Hoffenheim, Hannover, etc.). „Das ist klar.“…

  6. Mirko030
    Am 10. Mai 2010 um 19:46 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Also jetzt alles auf Preetz zu schieben ist mir aber auch zu billig. Ihr seit doch nicht wirklich der Meinung, dass Ihn jede Schuld trifft und Favre keine. Ich denke an den Transfers hat Favre doch fleisig mitgewirkt. Auch glaube ich nicht, dass er keine Probleme mit Joe oder Pante hatte. Dafür gab es in der letzten Saison einfach zuviel Streitigkeiten zwischen Favre und seinen Spielern. Ich wünsche mir Herrn Favre nicht zurück, da ich denke das er nicht der richtige für einen Neuanfang ist und doch nur wieder über die Qualität der Spieler herziehen würde.

    @Jan: Kaka und Stein hat Preetz nicht geholt und die Wintereinkäufe waren meines erachten auch die richtige Verstärkung gewesen. Schau dir doch mal an wie Kobi und Hubnik die Abwehr dicht gemacht haben und Gekas hat auch immerhin 6 Tore geschossen. So schlecht ist die Bilanz von Preetz als nicht. Und im Sommer hat ja wie gesagt auch Herr Favre ein gewichtiges Wort mitzureden gehabt.

    • Jan
      Am 10. Mai 2010 um 22:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

      hubnik ja – Kobiaschwili…. Dann schau dir die SPiele bitte mal an. Man braucht nicht zwischen Außenlinie und gegenspieler Räume decken. Gerade in den letzten 3 Spielen aber auch oft davor war das arbeitsverweigerung oder Altersträgheit!

      Ihr könnt hier alles hier schönreden und genügend Weichspüler ins Rennen werfen, aber Verantwortung, die man hat, und die auch gut bezahlt wird, muss auch getragen werden!

      Wer wettet mit mir um den Wiederaufstieg. Ich sage, dass sie unter Preetz nicht wieder aufsteigen! Gegenstimmen? ;-) Beträge bis zu 50.000€ verhandelbar ;-)

  7. Am 10. Mai 2010 um 20:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Eine Rückkehr von Favre könnte eine billige Lösung sein, je nachdem, wie der Arbeitsgerichtsprozess ausgegangen ist…

    Aber letztlich ist das wohl ebenso unwahrscheinlich wie sinnlos. Einen *wie* Favre zu suchen, wäre aber nicht verkehrt. So falsch war der Ansatz ja nicht, dass ein Verein mit knappen Kassen darauf setzen muss, wiederholt junge Spieler in ein bestimmtes Spielsystem zu integrieren.

    • Am 10. Mai 2010 um 20:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Du hast absolut recht, Rayson. Die von den Boulevardmedien in die Welt gesetzten Märchen Favre hätte Simunic und Pantelic verjagt ist einfach falsch. Pantelics Gehaltsforderungen + Managerposten sind ein Fakt, der nur zu gerne immer wieder unter den Tisch gekehrt wird. Simunic hatte eine Ausstiegsklausel und ich glaube Favre wenn er sagt Simunic gehörte zu seinen wichtigsten Spielern. Ob Favre sich nun rehabilitieren möchte oder nicht ist mir ziemlich egal. Ich bin und bleibe sein Fan und halte seine viel zu frühe Entlassung nach wie vor für einen Fehler. Eine Rückkehr wäre wünschenswert, ist aber nicht realistisch.

      Preetz‘ Winterverpflichtungen halte ich im übrigen auch für sinnvoll.

      • Jan
        Am 10. Mai 2010 um 22:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ja, ihr habt alle so absolut recht! Wir waren alle bei den Verhandlungen dabei und das war alles total anders. Nur die Spieler sind Schuld. Wie immer in der Bundesliga – deswegen werden ja auch so oft die Spieler und nicht die Trainer oder Manager…

        Sorry, aber ich arbeite in einem Business, wo man als Führungskraft gefragt ist, dass die Mitarbeiter motiviert agieren. Wenn das nicht so ist, liegt es an mir, adequate Lösungen zu finden. Wenn ich hier versage, muss ICH gehen…

        • Oliver
          Am 11. Mai 2010 um 00:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Jan, genauso ist es wohl im Fußball: Es ist einzig und allein die Aufgabe des Trainers, die Spieler stark und die Mannschaft erfolgreich zu machen. Sehr gute Trainer, von denen es nur sehr wenige gibt, können das. Das heißt aber noch lange nicht, daß das gut so ist, es ist eher ein Armutszeugnis für die Spieler. Und jetzt sag mir nicht, daß du nicht manchmal verzweifelst, wenn es dir eben nicht gelingt, deine Mitarbeiter zu motivieren, weil du Hohlbirnen, Durchgeknallte oder
          anderes dergleichen unter ihnen hast, und sie nicht verfluchst, wenn DU wegen ihnen gehen mußt. Lucien Favre ist letzte Saison fast ein sehr guter Trainer gewesen , denn er hat aus einer Mannschaft, die nicht so gut besetzt war wie die anderen direkten Kontrahenten, eine optimale Leistung herausgeholt. Zum sehr guten Trainer hat ihm ein Sieg über Schalke gefehlt, und daß er das Ding nach Hause gebracht hätte. Die Leistung eines Fußball-Profis ist leider eine sehr fragiles Gebilde, das zeigen all die Zusammenbrüche von Mannschaften, die in einer Krise sind. Das zeigt also die Schwäche dieser natürlich absurd überbezahlten Fußballer, alle menschlichen Fehler zeigen sich im Fall des Mißerfolgs, sie sind nicht in der Lage, sich selber da raus zu ziehen.
          Laut Michael Preetz in der RBB-Sondersendung eben, hat es in der Winterpause Kontakt zu Pantelic gegeben, es scheiterte wieder an seinen zu hohen Gehaltsforderungen. Pantelic ist als Spieler ein cooler Typ, aber ganz klar im Kopf ist der garantiert nicht.

          • Jan
            Am 12. Mai 2010 um 18:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

            kann ich auch unterschreiben, was du sagst!

        • Am 11. Mai 2010 um 10:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Ja, das ist klarrrrr. ;) Ein erfolgloser Trainer wird früher oder später gefeuert. Darum geht es doch auch überhaupt nicht. Die Frage ist eine andere: Hätte Favre mit der Hertha noch die Kurve gekriegt, wenn man ihm mehr Zeit gegeben hätte? Ich denke ja. Aber das spielt nun wirklich keine Rolle mehr.

  8. Oliver
    Am 11. Mai 2010 um 02:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schön, wieder etwas von Lucien Favre zu hören und daß es noch viele andere gibt, die ihm nachtrauern. Ich habe mir seit letzter Woche immer wieder die DVD der letzten Saison angesehen, das waren noch Zeiten. Ich habe von einer Entwicklung Herthas a la Arsenal mit Arsene Wenger unter ihm geträumt, Hertha dauerhaft in der Championsleague, Weltstars in der Mannschaft.
    Das ehemalige Fürstentum Neuenburg, nicht weit entfernt von Favres Heimatort, war aus einer Laune der Geschichte heraus vom 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts über 150 Jahre unter preußischer Herrschaft. Favre hat auch bei Neuenburg gespielt, deshalb habe ich in dieser Beziehung Favre/Hertha eine auf den ersten Blick verrückte, aber doch logische, späte Anknüpfung an diese Verbindung gesehen. Als Friedrich Wilhelm III. das Fürstentum Neuenburg im Krieg gegen Napoleon zeitweilig abtreten mußte, sprach er in einem Brief an seine Neuenburger Untertanen von einer „separation douloureuse“, einer „schmerzhaften Trennung“. Genau das war dann auch die Trennung von Favre, ich glaube, sie hat mich mehr getroffen als der Abstieg jetzt. Wenn sogar der Tagesspiegel nach dem Spiel in Leverkusen als ein Detail für Liebhaber die edle Schönheit des Hertha-Spiels preist, sehe ich darin auch immer noch ein Weiterleben Favres in der Mannschaft und nicht die Handschrift Friedhelm Funkels: „Mit feinem Gespür für die Schönheit des Rationalen zogen die Brasilianer Raffael und Cicero das Spiel auf.“
    Es tröstet mich ein wenig, daß ein Sieg in Leverkusen auch nichts genützt hätte.
    Bezüglich der Sprachproblematik kann man sagen, daß Favre keinen Dolmetscher brauchte. Er hat vier Jahre in Zürich, in der Deutsch-Schweiz gelebt, er kann Deutsch. Nur hat sich dort keiner über ihn lustig gemacht, daß würde einem Schweizer nicht in den Sinn kommen, dazu sind sie zu höflich und die Deutschschweizer haben selber einen viel zu großen Minderwertigkeitskomplex bezüglich ihrer Fähigkeit, Hochdeutsch sprechen zu können, gegenüber den Deutschen. Wenn sich dann dumme Fußball-Profis und die Bildzeitung über solche lächerlich unwichtigen Sachen lustig machen, zeigt es genau den Hochmut, der die „Schieß-Dütsche“, die Scheiß-Deutschen, in der Schweiz so unbeliebt macht.
    Auch deswegen wäre es zu schön gewesen, wenn es eine fünfzehnjährige Ära Favre (fast solange ist Wenger jetzt bei Arsenal) mit Deutschen Meisterschaften und Championsleague-Teilnahmen gegeben hätte. (Träum schön weiter !)

  9. Gonzo
    Am 11. Mai 2010 um 11:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mir geht es genauso. Absteigen kann man schon mal (wenn man z.T. gut spielt, aber keine Tore schießt), aber einen Trainer wie Favre werden wir nie wieder bekommen (und mit Favre wären wir nicht abgestiegen !). Aber man muß ja nicht mal nach London schauen, wenn Bremen Hertha wäre, wäre Bremen jetzt nicht in der CL sondern Trainer Schaaf arbeitslos. Die Bremer haben jedes Jahr einen Hänger aber würden nie auf die Idee kommen, deshalb den Trainer zu feuern und haben Erfolg damit. Ich habe nicht an das Wunder Klassenerhalt geglaubt, aber wenn Preetz über seinen Schatten springen könnte und Favre zurück holen würde, hat Hertha vielleicht doch noch eine Zukunft.

    • Oliver
      Am 11. Mai 2010 um 12:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ja, wenn du das jetzt so schreibst, glaube ich auch wieder daran. Dann würde auch Raffael garantiert bleiben. Manchmal geschehen Dinge…
      Auch sonsten haben wir mit ein wenig Glück nächstes Jahr eine Mannschaft mit Drobny, Hubnik, Bengtsson, Radjabali Fardi, Kobiashwili, Lustenberger, Bigalke, Kacar, Raffael, Ramos plus ein neuer Superstürmer. (oder Kargbo, warum nicht?) Wäre doch eine gute Mischung, oder ? Dazu, wenn schon nicht Favre, Babbel als Trainer. Und schon hab ich wieder gute Laune.

2 Trackbacks

  • Von Kaderplanung | Hertha BSC Blog am 10. Mai 2010 um 16:19 Uhr veröffentlicht

    […] Hertha BSC Blog auch in der zweiten Liga erstklassig Zu Inhalt springen StartAutorenHertha NewsBlogrollNewsletter↓ ImpressumKontaktDatenschutzerklärungKommentar-Regeln « Antworten aus der Schweiz […]

  • Von Absteiger « A Better Tomorrow am 12. Mai 2010 um 22:36 Uhr veröffentlicht

    […] Es bleibt die Ursachenforschung. Wieso ist Hertha BSC, in der Saison 08/09 zeitweise zum Favoritenkreis für die Meisterschaft zählend, in der folgenden Spielzeit so jäh abgestürzt? Es dürfte schwer fallen, dafür einen einzelnen Schuldigen auszumachen. Es wurden eine Menge Fehlentscheidungen getroffen, auch von Favre und Preetz, der in der rbb-Sendung im Übrigen einige der derzeit öffentlich diskutierten Knackpunkte – Pantelic, Voronin, Transfergeld – wie ich finde einleuchtend erklärt hat. Der Kardinalfehler von Preetz aus meiner Sicht: Er hat Favre zu früh gefeuert. […]