Ausschreitungen nach dem Nürnbergspiel

In den Kommentaren der letzten Beiträge wurde ja schon viel über die Ausschreitungen diskutiert. Dank der modernen Technik und Plattformen wie Youtube und Twitter kann sich heutzutage ja jeder selbst ein Bild von den Geschehnissen machen ohne dabei gewesen zu sein und seine Meinung kundtun.

Heute waren die Printmedien ebenfalls voll von diesem Vorfall. Die FAZ hat sogar eine Titelstory draus gemacht und die Tageszeitung (taz), die sich normalerweise nicht mit Sport befasst, brachte sogar zwei Artikel zum Thema heraus. Hier ein kleiner Medienrundblick, der über 0815 Agenturmeldungen hinaus geht und für euch vielleicht noch die eine oder andere interessante Neuigkeit bereit hält:

– Hertha haut es von den Sitzen (taz Berlin)

[…] Nach Medienberichten sei ein Teil der Polizeikräfte nach dem 1:0-Zwischenstand für Hertha zum Ostkreuz abkommandiert worden, weil dort frustrierte BFC-Dynamo-Anhänger nach der Auswärtsniederlage bei Energie Cottbus II erwartet worden seien. Nach dem Ausgleich der Nürnberger im Olympiastadion seien Kräfte wieder dorthin zurückgeschickt worden. Die Polizei konnte dies im Detail am Sonntag jedoch nicht bestätigen.

– Hertha liegt in Trümmern (Berliner Morgenpost)

[…]
Die große Frage: Wieso waren angesichts der angespannten Lage, die schon vor dem Spiel bekannt war und in Fanforen ausgiebig diskutiert wurde, kaum Polizisten im Stadion? Warum standen vor der Fankurve nur Ordner? Bereits am Freitag hatten die Fans am Trainingsgelände ein Plakat an einen Zaun gehängt, auf dem stand: “ Das Spiel eures Lebens.“ Sie hatten sogar die Adressen der Spieler herausbekommen und wollten vor der Tür jedes Profis ein solches Transparent anbringen. Weil das Team sich aber im Trainingslager in Potsdam auf die Partie vorbereitete, legten sie die Plakate auch am Trainingsgelände ab.

– Ich bin ein „Chaot“ (Trainer Baade)

[…]
Ich bin also, um es klar zu sagen: ein „Chaot“.
Aber wer waren die 99 anderen?

– Brandstifer in der Bannmeile (taz.de)

[…] Das Gros der deutschen Ultras ist friedlich, doch wie der Ausbruch der Gewalt in Berlin zeigt, findet an den Rändern der Szene eine zunehmende Radikalisierung statt.

– „Polizei fordert Geisterspiele“ (sueddeutsche.de)

[…] „Wir brauchen endlich den namentlichen Ticketverkauf. Dieser muss in allen Stadien Standard werden“, sagte Wendt. „Kombiniert mit einer vernünftigen Videoüberwachung“ könne das Fortschritte bringen, unterstrich der Polizeigewerkschaftschef, der Verband und Liga erneut die „übliche Betroffenheits-Rhetorik“ vorwarf: „Danach passiert eigentlich nichts. Ich erwarte aber, dass der DFB und die DFL ihre sozialpädagogischen Programme auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen. Da gibt es viel Aktionismus ohne Sinn, wenn Geld für die Bastelstuben der Ultras ausgegeben wird.“ Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) stecken pro Jahr rund 1,3 Millionen Euro in 47 sozialpolitische Fanprojekte.

– 1995 (Hier im Blog)

[…] Diese Leute haben im Olympiastadion randaliert, weil sie keinen anderen Kanal fanden, um ihre Aggressionen abzulassen, die sich im Laufe dieser Saison und natürlich auch im Laufe dieses Spiels angestaut hatten und die mit dem Gegentreffer in der 90. Minute noch mal Futter bekamen. Intelligente Menschen schimpfen dann, hauen vielleicht in ein Kissen oder bloggen. Andere hauen Sachen kaputt oder verletzen Menschen – da muss man ansetzen.

– „Die Arbeit von Jahren zerstört“ (Spox Interview mit mir)

[…] Ich kann nicht nachvollziehen wie Menschen ticken, die einen Platz stürmen und Werbebanden zertrümmern, aber im Herthaforum zum Beispiel sind unterschiedliche Motive zu lesen. Einige wollten an Schäfer ran, andere waren enttäuscht darüber, dass die Mannschaft nicht in die Kurve kam und dann gab es wohl sicherlich einen großen Teil, der einfach nur auf sinnlose Randale aus war.

Zum Schluß möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass kein Platzstürmer mit einer Holzlatte oder einer Eisenstange bewaffnet war. Dieses Gerücht stammt offenbar von einer Nachrichtenagenturmeldung. Die Tagesschau hat gestern davon berichtet und heute findet Googlenews schon 751 Treffer auf die Begriffe „Eisenstange“ und „Hertha“.

YouTube Preview Image YouTube Preview Image
This entry was posted in Hertha BSC and tagged , , , , . Bookmark the permalink. Both comments and trackbacks are currently closed.
  • Wer hat das geschrieben?

    Hallo, ich bin Felix und gehöre wie die meisten Herthafans in meinem Alter, zur 98er Generation, die 2010 den ersten Abstieg miterlebt hat. (→mehr)

    Ich würde mich freuen, deine Meinung zum Artikel zu erfahren. Schreib doch einen Kommentar und diskutiere mit!

    Und bleib auf dem Laufenden: Abonniere neue Beiträge des Hertha BSC Blogs (RSS-Feed / E-Mail)

32 Kommentare

  1. Am 15. März 2010 um 22:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich war auch im Stadion und es war klar zu sehen, dass das lediglich die Fahnenstangen aus Plastik waren. Aber es war klar, dass das ausgeschlachtet wird.

    Schreibe jetzt auch mal was zu dem Ganzen…

    LG

  2. Konstantin
    Am 16. März 2010 um 09:40 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hier übrigens noch die in ein Video gepresste Meinung vom Kicker:
    http://www.spiegel.de/video/video-1055623.html
    Wenn selbst da schon Geisterspiele gefordert werden…

  3. Am 16. März 2010 um 10:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Der Text von Ralf Schmahld, der sich hinter dem Link zu turus.net befindet, ist ein so undifferenzierter Scheiß, dass ich nicht erwartet hätte, von hier aus dort rein gestoßen zu werden. Ekelhaft.

    • Felix Felix
      Am 16. März 2010 um 10:55 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Hallo Herr Wieland.
      Die verlinkten Artikel stellen nicht zwingend meine Meinung dar. Ich dachte das sei klar.

  4. Am 16. März 2010 um 10:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo!

    Finde die Rolle von Raphael Schäfer muss zwingend in den Medien zum Thema gemacht werden. Es darf keine Entschuldigung für die Vorfälle vom Samstag sein und trotzdem rücken sie diese in ein etwas anderes Licht:

    http://www.vier-zehn.ch/?p=296

    • whutever
      Am 17. März 2010 um 21:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Nein, absolut FALSCH, das hat absolut nichts damit zu tun. Selbst wenn unsre Hertha erster wäre und Schäfer noch mehr provoziert hätte, das darf in absolut keinem Fall passieren, das was diskutiert werden muss ist wie diese Leute die Bereitschaft zu solchen Dingen verlieren und wie in der Fanszene selbst dagegen vorgegangen werden kann. Selbst wenn der Schäfer den blanken Arsch und den Mittelfinger zeigt, das darf in so einem Umfeld kein Grund sein dass Leute auf den Platz stürmen und ihm auf die Fresse schlagen wollen. Eine Beleidigung und Provokation ist sicher unprofessionelles Verhalten, das darf aber nicht Kindergartenmäßig ala „der hat aber angefangen“ gegeneinander aufgewogen werden. Eine Beleidigung, egal wie aufdringlich, ist immer weniger schwerwiegend als die Absicht Gewalt auszuüben. Klar muss auch unprofessionelles Verhalten von Profis irgendwie irgendwo thematisiert werden, aber nicht in diesem Zusammenhang, weil von dem viel wichtigeren Ziel die Gewalt aus den Stadien zu bringen abgelenkt wird. Da darf nichts was irgendjemand auch nur irgendwie als rechtfertigung benutzen könnte mit thematisiert werden, sonst kommt am Ende nichts dabei raus. Denn das Ziel muss sein das keine Akzeptanz für Gewalt unter den Fans herrscht, da ist mir egal ob sich der Schäfer mit dem Megaphon vor die Kurve stellt und schreit dass Herthaner alle Hurensöhne sind oder sonst was. Die Bereitschaft zu Gewalt muss abnehmen, der Rest ist sehr viel unwichtiger einzuordnen.

      Ich möchte alle Hertha-Fans dazu aufrufen KEINE SCHADENSBEGRENZUNG zu betreiben. Es geht hier nur um uns und niemand anderes hat schuld.

  5. Am 16. März 2010 um 11:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Felix Das war klar. Aber das macht es nicht besser. Auf Scheiß zu verlinken benötigt den Kommentar, dass es sich am anderen Ende um Scheiß handelt. Was hier passiert ist, dass eine Plattform geschaffen wird, auf der sich die „Ja, aber ..“-Sager vereinigen können. vier-zehn ist das nächste gute Beispiel. Schaue Dir das YouTube-Video hinter dem Link an und Du weißt Bescheid. Am Anfang und am Ende ein „Das soll keine Entschudigung sein“ und dazwischen 5 Minuten „das war garnicht so schlimm“ und „Schäfer ist schuld“.
    Wo ist ein Blogbeitrag ohne Aber?

    • Felix Felix
      Am 16. März 2010 um 11:52 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Herr Wieland,

      Blogbeiträge und Zeitungsartikel ohne „aber“ gibt es zu hunderten(!!!) zu genüge auf jeder X-beliebigen Seite. Das wird jeder bevor er diesen Blogeintrag gelesen hat schon in ausreichender Form konsumiert haben. Ich wollte daher auf Artikel verlinken, die sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzen und eben auch andere Stimmen zu Wort kommen lassen.
      Ich bin kein Hooligan und finde es trotzdem interessant wie Hooligans die Sache bewerten und verlinke somit auf Artikel, die meiner Meinung überhaupt nicht entsprechen und aus meiner Sicht völlig daneben sind. Wenn sich die Situation in deutschen Stadien ändern soll, dann sollte man sich auch die „andere“ Seite anhören anstatt sofort mit harten Sanktionen aufzuwarten. Blinder Aktionismus und Geisterspiele verändern kaum etwas am eigentlichen Problem.

      Eine Plattform biete ich den „ja, aber garnich so schlimm“-Sager dadurch noch lange nicht. Jeder, der ein Hirn hat wird gelesenes richtig einordnen können. Ich habe die Textausschnitte und Links bewusst unkommentiert für sich stehen lassen.

  6. Zoni
    Am 16. März 2010 um 11:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich bin gespannt, ob Hertha ne empfindlichere Strafe bekommt als Nürnberg, deren Fans eine Woche zuvor in Bochum 6 andere Fans mit Feuerwerk verbrannt haben!
    Auffällig auch: Diese Krawall macher, die nur auf Gewalt aus waren, haben den ORdnern ordentlich zugesetzt. Wir können froh sein, dass nicht jeder Konflikt dieser Welt so gewaltätig gelöst wird wie am Samstag im Oly.
    Auch find ich die (angeblich) 4 verletzten Polizisten amüsant: Wie kann es sein, dass voll geschützte Polizisten, bewaffnet mit Schlagstöcken und Pfefferspray sich verletzten, von den Herthafans, geschützt durch handelsübliche Klamotten, bewaffnet mit PVC leichtplastik Stöcken (die übrigens in JEDEM Stadion der BuLi erlaubt sind), aber nichts von Verletzte zu hören ist?

    Ich finde, hier übertreiben die Medien wieder Maßlos. Sicherlich gehört das Übersteigen der Absperrung bestraft, auch die Sachbeschädigung muss geahndet werden, aber gleich eine Kollektivstrafe halte ich für übertrieben. Nichteinmal 1% der anwesenden Zuschauer sind über die Absperrung gesprungen, und trotzdem sollen ALLE Fans bestraft werden? Hier findet eine Kriminalisierung von Unbeteiligten statt, die schnell in Ablehnung und Antipathie umschlagen kann! Die Geschichte hat uns doch gezeigt, dass solche Kollektivstrafen nur negativ sind!

    • whutever
      Am 17. März 2010 um 21:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Das mit den Nürnberger Fans ist aber eine andere Situation. Das war Leichtsinn und ein Unfall, die wollten feiern, zwar mit verbotenen Mitteln, aber die wollten niemandem was böses. Am Samstag ist jedoch eine bewusste Entscheidung getroffen worden… wir können froh sein dass die Spieler rechtzeitig in die kabine gekommen sind, wer weiss was sonst jetzt los wäre.

  7. Oliver
    Am 16. März 2010 um 11:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das eigentlich Traurige an dem ganzen Vorgang ist ja, daß irgendwo vorher das Verhältnis zwischen Ostkurve und Mannschaft kaputtgegangen ist. Von so tollen Aktionen wie dem Spießrutenlaufen nach dem Training bis zu den beschriebenen Drohplakaten: Da würde ich als Spieler auch nicht mehr in die Kurve gehen. Die ausgehobenen elf Gräber auf dem Dynamo-Dresden-Trainingsplatz lassen grüßen. So ein Wahnsinn.

    Wäre das nicht so gekippt, und da kann man die Schuld nur den „Fans“ geben, hätten die Spieler da unten gestanden und das alles wäre wohl nie passiert.

    • Zoni
      Am 16. März 2010 um 12:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Welcher Spießrutenlauf nach dem Training? Ich kann mich nur an eine Aktion erinnern, dass Fans nach dem Training ein Spalier gemacht hatten, durch das die Spieler gehen musste, aber dabei waren die Fans ganz still. Solltest du diese Aktion meinen, dann hast du aber eine falsche Sicht von einem Spießrutenlauf. Wie gesagt, es wurde bei dieser Aktion nur geschwiegen, kein Wort wurde an die Mannschaft gerichtet.
      Und die „Drohplakate“: Wenn du die Aktion „Das Spiel unseres Lebens“ vor dem Nürnbergspiel meinst: Wenn diese Plakate als Drohung gemeint gewesen wären, hätte der Verein Hertha BSC diese Aktion sicherlich nicht mit der Überschrift „Tolle Ünterstützung der Herthaner“ auf der Vereinshomepage erwähnt (Tolle Unterstützung ).

      Ich finde, man sollte Aktionen schon differenzierter betrachten, und nicht irgendwelche Unwahrheiten in die Welt setzen.

      • Oliver
        Am 16. März 2010 um 17:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Gut, ich habe mir das mit der „tollen Unterstützung“ jetzt mal angesehen. Im Morgenpost-Artikel steht falsch „eures Lebens“, da haben wir vielleicht wieder eine bewußte Fehldarstellung der Medien, auch möchte man wissen, ob es stimmt, daß die Plakate vor den Haustüren der Spieler aufgehängt werden sollten. Die Plakate auf den Photos auf der Hertha-Homepage gefallen mir trotzdem nicht, ich weiß nicht, ob das eine „tolle Unterstützung“ war.
        Ich mag weder im Internet noch auf an Spielern gerichteten Plakaten fett, groß oder rot geschriebene Worte, ich mag kein Fragezeichen mit Ausrufezeichen dahinter und ich mag keine zweideutigen Aktionen, die als Drohung verstanden werden können.
        Und sag mir mal bitte, warum die Spieler nicht mehr in die Kurve gekommen sind, schon nach dem Hoffenheim-Spiel nicht mehr. Daß einige in der Fanszene glauben, die Spieler mit Drohgebärden motivieren zu können, ist wohl unstrittig und das „Spalier“ nach dem Training ordne ich ganz klar in diesen Zusammenhang, da kannst du noch lange behaupten, im Verhältnis zum Spießrutenlaufen sei das nicht so schlimm. Wenn da beim Spalierstehen nur ein paar von denen dabei waren, die man am Samstag mit den schwarzen Jacken im Innenraum gesehen hat, dann vielen Dank. Und das sie nur „still“ waren. Ich bitte dich. „Wir kommen jetzt öfter vorbei“ oder so etwas in der Art war dann noch der Abschiedsgruß. Und die paar Figuren mit ihrem „Verpisst euch!“-Plakat am Montag an der Zufahrt zum Trainingsgelände ? Auch sehr gelungen.
        Ich habe es anderer Stelle schon gefragt: Warum war die Kurve ca. die letzten fünf Minuten vor dem 2:1 still ? Da kam nichts mehr von denen, die angeblich immer alles geben, und es gab noch Chancen, die Mannschaft hätte die Unterstützung auch dann noch gebrauchen können. Der Nürnberger Block hat es vorgemacht.

        • Felix Felix
          Am 16. März 2010 um 17:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

          „Und sag mir mal bitte, warum die Spieler nicht mehr in die Kurve gekommen sind ?“

          Nach so einem Spiel ist es meiner Meinung nach zu viel verlangt als Spieler in die Kurve zu gehen. Ob nun Drohungen, kippende Stimmung oder was auch immer. Ganz unabhängig davon hätte als Herthaspieler jedenfalls keine Lust nach so einer bitteren Niederlage noch zu den Fans zu gehen.

          „Ich habe es anderer Stelle schon gefragt: Warum war die Kurve ca. die letzten fünf Minuten still ? Da kam nichts mehr von denen, die angeblich immer alles geben, und es gab noch Chancen.“

          Ein Punkt bringt nichts. Ich habe schon nach dem Ausgleich resigniert und innerlich aufgegeben. Ich habe einfach schon zu viele Rückstände in der Saison gesehen.

  8. leon
    Am 16. März 2010 um 11:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Aaaaaalso: hier einmal meine ausführliche Meinung zu dem Thema:

    Ich war am Samstag im Stadion und ja, auch in der Ostkurve. Durch den Schwung, den die Kurve nach dem Führungstreffer mitgenommen hatte, herrschte eine Bombenstimmung und alle Lagen sich in den Armen.

    In der 92. Minute dann die Gegenseite: Die Ultras ziehen sich nach der Schäfer-Provokation und dem 1:2 Gegentreffer ihre Kaputzen über und ziehen ihre Schals bis zu den Augen hoch und „stürmen“ den Platz. Was deutlich GEGEN eine geplante Aktion spricht, ist dass die Ultras sich nicht einer Meinung war, was zu tun ist und somit nur vereinzelt den Platz stürmten. Zwar benutzen sie Plastikfahnenstangen als „Waffen“, Holz- oder gar Eisenstangen waren allerdings nie im Spiel.

    Viele Blogger suchen nun die Schuld bei Raphael Schäfer: der Nürnberger Keeper provozierte die Kurve mit erhobenen Zeigenfinger und Kussmündern. Klar war Schäfer sicherlich entscheidender Mitfaktor der Kurzschlussreaktionen allerdings rechtfertigt seine Aktion nicht den Sachschaden.

    Trotzdem sollte sich mal jeder Herthaner fragen: Wo ist die Leidenschaft für Hertha BSC geblieben?! Wo ist der Kampfgeist geblieben? Wo ist der Vereinsstolz?!?! 11 Spieler nennen sich Herthaner – doch die Alte Dame scheint ihnen scheiß egal zu sein. Sie werden sich nächste Saison eh verpissen; nach Schalke, nach Wolfsburg, nach Stuttgart…

    Es kann echt nicht wahr sein wie die Mannschaft uns wahre Herthaner so in den Dreck ziehen konnte! Es kann nicht sein, dass nach jedem Spieltag von Mannschaft, Trainer und Vorstand alles gut geredet wird und auf das „entscheidende NÄCHSE“ Spiel aufmerksam gemacht wird!
    Wie wir Fans Hertha unterstützt haben war unfassbar – doch irgendwann platzt auch der härteste Faden! Jetzt ist genug!! Jetzt haben wir alle die Schnauze voll!

    WIR SIND HERTHANER UND IHR NICHT!!!!!!!!

    • Felix Felix
      Am 16. März 2010 um 12:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

      „Trotzdem sollte sich mal jeder Herthaner fragen: Wo ist die Leidenschaft für Hertha BSC geblieben?! Wo ist der Kampfgeist geblieben? Wo ist der Vereinsstolz?!?! 11 Spieler nennen sich Herthaner – doch die Alte Dame scheint ihnen scheiß egal zu sein.“

      Und genau das willst du ausgerechnet beim Spiel am Samstag gesehen haben? Du tust mir echt leid!

      „Es kann echt nicht wahr sein wie die Mannschaft uns wahre Herthaner so in den Dreck ziehen konnte!“

      Es kann echt nicht wahr sein wie man seine Emotionen nicht im Griff haben kann und sich als vermeintlich wahrer Herthaner erdreistet Negativschlagzeilen zu schreiben und dem Verein erheblichen Schaden zuzufügen. Ein wahrer Herthaner zerstrümmert nichts im eigenen Stadion!

      • leon
        Am 16. März 2010 um 12:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Felix, ich rede doch hier nicht nur von Samstag. Wenn du dir mal die ganze Saison über anschaust: KEINER der gesamten Mannschaft war bereit das letzte Hemd für die Alte Dame zu geben; keiner! Willst du mir da wiedersprechen?! Willst du mir sagen, dass jeder der 11 Herthaner immer bis zum Umfallen gekämpft hat?

        Beim zweiten Punkt gebe ich dir ja recht: ich befürworte die Aktion ja auch überhaupt nicht…noch nicht mal im Ansatz. Es geht mir hier ums Prinzip: die Mannschaft hat die Situation nie erkannt…und wir müssen das jetzt ausbaden…

        Oder etwa nicht?!

      • Enno Enno
        Am 16. März 2010 um 12:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Felix, so ist es. Volle Zustimmung, vor allem zum letzten Absatz!

        • leon
          Am 16. März 2010 um 12:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Wem stimmst du jetzt zu Enno?! ;)

          • leon
            Am 16. März 2010 um 12:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

            bzw. eigentlich stimme ich ja in diesem Punkt Felix auch zu…:D

  9. Am 16. März 2010 um 12:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Vielleicht kannst Du mir zustimmen, dass wir es nicht sind, die an den Hebeln sitzen etwas zu verändern oder Sanktionen zu erlassen. Wir können mit den Blogs Öffentlichkeit schaffen. Und wenn Du unkommentiert Beiträge „weiterveröffentlichst“ machst Du Dich zum Sprachrohr. Dann ist es völlig egal ob und untendrunter, in einem Kommentar schreibst, dass Du nicht dieser Meinung bist. Ich würde mir hier mal irgendwo ’ne klare Kante wünschen. Ennos Ex-Blog hieß Welt-Hertha-Linke, da stand die Kante schon im Namen. Jetzt beschädigen 100 aggressive Typen nicht nur die eigene Stadioneinrichtung sondern auch viel Nichtgreifbares und man kann nur froh sein, dass weder Schäfer noch ein Herthaner, der sich den Arsch nicht weit genug aufgerissen hat, von den Typen erwischt wurden. Und hier gibt’s Links, die mir erklären, dass Schäfer schuld ist, dass die Medien übertreiben und dass hoffentlich die anderen Clubs auch bestraft werden. Unfassbar.

    • Felix Felix
      Am 16. März 2010 um 13:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Es gibt genau einen von zwölf Artikeln, der Schäfer Schuld gibt ohne das was danach passiert ist zu verurteilen.
      Wenn ich von Eisenstangen und Holzlatten lese, dann ist das ohne jeden Zweifel eine Übertreibung der Medien, oder wie siehst du das? Das ist Fakt und einfach nicht abzustreiten!

      Wo ich dir Recht gebe ist die „Kante“! Es war wohl nicht so schlau von mir die Texte unkommentiert so stehen zu lassen. Das werde ich noch nachholen. Da ich momentan auf der Arbeit bin und keine Zeit habe werde ich einige Verlinkungen nun entfernen.

      • Felix Felix
        Am 18. März 2010 um 00:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Habe momentan leider herzlich wenig Zeit. Gestern und heute war ich auf Achse. Vielleicht pack ichs in den nächsten Tagen.

  10. Enno Enno
    Am 16. März 2010 um 13:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich sehe das so, wie ich es hier in den Kommentaren schon geschrieben habe: http://www.hertha-blog.de/stille.html#comment-2809

    Es gibt einfach keinen sinnvollen Zusammenhang zwischen dem Platzsturm und irgendetwas anderem. Die einzig sinnvolle Verbindung ist Hirnlosigkeit.

    Nichts, wirklich gar nichts rechtfertigt, erklärt oder verbindet den Platzsturm mit irgendetwas anderem. Nicht mit der Leistung der Mannschaft, nicht mit Schäfers Jubelgesten oder allem anderen Unsinn, den ich bisher gelesen habe. Will man (auch noch als Unbeteiligter!) Erklärungen hierfür finden, die irgendetwas anderes aussagen als eigene Hirnlosigkeit, sollte man tunlichst dafür Sorge tragen, diese Sachen nicht zu verbinden oder gar erklären zu wollen. Warum auch?

    Wogegen man allerdings sehr wohl argumentieren kann, ist erstens die überzogene Berichterstattung. Es ist unsäglich, wenn von Holzlatten und Eisenstangen die Rede ist, weil das in der Wahrnehmung einen Unterschied macht (nicht in der tatsächlichen Qualität). Und man darf schon mal die Frage stellen, wer davon profitiert, wenn die Berichterstattung in einer bestimmte Richtung verzerrt wird.
    Und man darf zweitens sehr wohl nach der Sinnhaftigkeit der Maßnahmen und Strafen fragen, die jetzt diskutiert werden. Das sollte man meines Erachtens auch tun.

    Dieses Thema ist verdammt schwierig zu diskutieren, weil es eben eine Gratwanderung zwischen emotionaler Betroffenheit und angebrachter Sachlichkeit erfordert. Viele der verlinkten Beiträge (und auch einige der Kommentare die es hier und anderswo zu lesen gibt) fehlt es an der nötigen Sachlichkeit. Leider. Dennoch finde ich es sinnvoll, diese Beiträge mal zu sammeln und zur weiteren Diskussion zu stellen. Nachdem ich sie nun alle gelesen habe, würde ich Torsten insofern zustimmen, dass ich sie an Felix‘ Stelle auch kommentiert hätte. Aber das jedem Autor hier selbst überlassen. Und das ist auch gut so, wie sich an der Diskussion hier zeigt.

  11. Felix Felix
    Am 16. März 2010 um 16:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gravatar? Bist du da(r)? ;)

    • Enno Enno
      Am 16. März 2010 um 16:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Yeah!

  12. Am 16. März 2010 um 18:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo Leute,

    ich habe mich mit der Hertha befasst und ich denke einen sehr objektiven Artikel dazu geschrieben.

    Meiner Meinung nach liegt es vor allem an der Einstellung und an dem kaum noch vorhandenen Glauben den Klassenerhalt zu schaffen.

    Wenn niemand mehr an die Mannschaft glaubt, dann kann man keine Spiele gewinnen bzw. die Klasse halten:

    http://planetofsports.wordpress.com/2010/03/16/der-abstieg-der-hertha-gibt-es-noch-hoffnung/

    • Enno Enno
      Am 16. März 2010 um 20:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Leider nichts als Phrasen, die den Verdacht nähren, dass du kaum ein Spiel in dieser Saison gesehen hast. Einen Friedhelm Funkel haben wir schon als Trainer…

    • kielerblauweiß
      Am 16. März 2010 um 20:52 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Absolut nicht der Realität entsprechend.
      Ich habe noch nie erlebt das Fans sich so lange und ausdauernd auf das Anfeuern und Mut machen beschränkt haben, wenn ihr Verein so miserabel da stand! In anderen Vereinen wäre denke ich schon viel früher die Stimmung gekippt. Also an den Fans hat`s nun wirklich nicht gelegen.
      (Dieses Durchhaltevermögen hätte ich allerding auch noch den drei Leutchen gewünscht, die am Sonntag das Training mit unschönen Spruchbändern besucht haben – und dem DSF ein unintelligentes Interview abgeliefert haben)

  13. Am 18. März 2010 um 16:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich, ein in Berlin lebender HSV-Fan, hatte mehrere Begegnungen mit Hertha-Fans. Egal, ob in der Post, im Supermarkt an der Kasse oder beim Bäcker: Es wurde viel über Fußball geredet und die Stadt schwankte stets zwischen Hoffen und Bangen für den Hauptstadtverein.
    Zwei eindrückliche Begegnungen sind hier zu finden.

    http://kunthstuecke.wordpress.com/2010/03/17/goodbye-hertha/

    Weiß nicht, ob die auch was über den Zustand des Vereins aussagen.

    • Herthana
      Am 18. März 2010 um 18:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

      … ganz schön geschrieben … in der Presse wird es ja immer so dargestellt als wenn es bei Hertha kaum Fans gäbe, dem ist aber nicht so !!!
      Es gibt wahnsinnig viele sehr unterschiedliche Gruppierungen von Hertha-Fans in dieser Stadt (deine Auswahl ist da etwas dürftig). Du musst nur die Ohren aufmachen und wirst überrascht sein wenn Leute (mit oder ohne Bier) von denen du es überhaupt nie erwartet hättest dir über ihre seit Jahrzehnten ungebrochene Liebe zum Verein berichten – inklusive aller Eckdaten (Spieler,Tore etc.) und mit einem bunten Potpourrie aus der 1. 2. und 3. Liga.
      Über den Zustand des Vereins muss man im Moment wohl nicht viel sagen – es steht schlecht um uns und wir leiden spätestens seit Samstag unter grauenhaftem“Liebeskummer“

  14. Alando
    Am 27. Dezember 2010 um 01:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Also, ich liebe ja Fussball, aber Ausschreitungen welcher Form auch immer muss wirklich nicht sein. Der Film „Hooligan“ zeigt ja in Hollywood Manier was in manchen Ländern neben dem eigentlichen Sport noch so betrieben wird. Stichwort: „Firma“…

    Ob solche Anhänger im alten Rom auch gängig waren *schmunzel*, stellt euch mal vor, Hooligans im alten Coluseum :))

4 Trackbacks

  • […] gut. Am Samstag handelte es sich jedenfalls nicht, wie in der Presse berichtet, um gefährliche Metallstangen, sondern um Fahnenstangen, die die aufgebrachten Fans in der erst in Richtung Schäfer warfen und […]

  • Von ZuPo2010 | Hertha BSC Blog am 17. März 2010 um 12:35 Uhr veröffentlicht

    […] stellt sich doch die Frage, wer von den medienwirksam ausgeschlachteten Ausschreitungen in deutschen Stadion profitiert. Eine von vielen möglichen Antworten auf diese Frage lässt sich […]

  • Von Klick | Hertha BSC Blog am 22. März 2010 um 08:05 Uhr veröffentlicht

    […] dem emotional katastrophalen Spiel gegen Nürnberg und dem anschließenden Platzsturm, den wir viel diskutiert haben, war der Abstieg der Hertha ja im Prinzip besiegelt. Endlich sprachen auch die […]

  • Von 11Freunde Sommer-Interview | Hertha BSC Blog am 29. Juli 2010 um 11:01 Uhr veröffentlicht

    […] der alten Saison wird in Erinnerung bleiben… das Spiel gegen Nürnberg und alles, was danach geschah. So bitter es ist, das bleibt […]