Babbel demontiert Aerts

Es lief die 83. Minute im Duell zwischen Hertha und dem FSV Frankfurt, als Maikel Aerts seinen Coach verärgerte. Wieder einmal hatte er die falsche Entscheidung getroffen und war in seinem Tor geblieben, statt seinem Abwehrchef entgegen zu gehen und den Ball aufzunehmen. Andre Mijatovic ließ den Ball ins Aus laufen, beide sprachen noch kurz über die Aktion und dann war sie vorbei. Zumindest für Maikel Aerts und Andre Mijatovic.

Doch auf der Hertha-Bank saß Markus Babbel und ärgerte sich fürchterlich. Die Sky-Zuschauer konnten den Hertha-Trainer ganz genau beobachten, wie er mit seinem Assistenten sprach, mehrfach das Wort „niemals“ in den Mund nahm und ihm sogar zweimal erklärte, was ihm an der entsprechenden Situation nicht gefallen hatte.

Wenn unter unseren Lesern auch ein Lippenleser ist, so möge er sich doch bitte die Szenen zwischen der 82.59ten Minute und den darauffolgenden etwa 8 Sekunden anschauen. Es interessiert mich brennend, was Babbel da gesagt hat.

Nach dem Spiel machte er dann seinem Ärger Luft, sagte in die Mikrofone, er sei kein Freund von Torwart-Wechseln, aber er werde die Situation analysieren und dann zusammen mit seinem Torwart-Trainer (Christian Fiedler) entscheiden. Er sagte wohl noch einiges mehr, leider war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Hause und habe mich bei Freunden darüber informiert (über den Wortlaut würde ich mich in den Kommentaren ebenfalls freuen Die Kollegen drüben bei Immer-Hertha haben mitgeschrieben – und der gesamte Inhalt verstärkt meinen Eindruck).

Wie auch immer steht Hertha trotz des beruhigenden 3:1-Erfolgs eine spannende Woche bevor. Denn mit diesen öffentlichen Aussagen hat Markus Babbel seine Nummer Eins demontiert. Und ist damit auch irgendwie seiner eigenen Mannschaft in den Rücken gefallen oder? Schließlich hatte die ihren Medien-Boykott mit den vernichtenden Kritiken für ihren Torwart begründet.

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  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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18 Kommentare

  1. Am 4. März 2011 um 21:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @daniel
    Genau diese Situation habe ich mit meinem Banknachbarn im Stadion auch diskutiert. Mein Nachbar sah die Situation genauso wie Du sie hier schilderst. Ich war dagegen anderer Meinung. Ich sah das so: Mijatovic schiebt sich zwischen Ball und Gegner um den Ball dann,da ja ein gegnerischer Spieler zu letzt am Ball war, ins Aus gehen zu lassen. Ansonnsten hab ich eh den Eindruck, das die Komunikation in der Defensivabteilung sehr zu wünschen übrig lässt.
    „What ever“ – 3 Punkte für den Aufstieg !

  2. kielerblauweiß
    Am 4. März 2011 um 21:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    demontiert? wenn das mal nicht ein bisschen übertrieben ist – ich bin fan von aerts aber ein wenig kritik von babbel wird er schon noch vertragen – und das was babbel gesagt hat, sollte mal nicht überbewertet werden

    • Daniel
      Am 4. März 2011 um 21:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ich bin kein Fan von Aerts, finde aber auch nicht, dass man den Torhüter wechseln sollte. Wenn man das aber nicht vorhat, darf man sich nicht vor die Presse stellen und ihn öffentlich bloßstellen. Torhüter sind Sensibelchen, die muss man stark reden, weil sie sonst vor jedem Torschuss den Fehler bereits vor dem eigenen Auge erleben. Wenn Torhüter keinen Rückhalt vom Trainer haben, werden sie noch unsicherer als sie ohnehin schon sind. Deshalb glaube ich auch, dass wir nächste Woche eine neue Nummer Eins sehen werden.

      • Enno Enno
        Am 5. März 2011 um 10:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Naja, Babbel hat vermutlich auch einfach nicht die Souveränität, auf Fragen einfach mal nichts zu antworten. Immerhin hat der Sky-Reporter das Thema so direkt angesprochen. Taktisch klug wäre es von Babbel gewesen, ausweichend oder gar nicht darauf zu reagieren, weil er sich mit seiner Aussage unter Zugzwang setzt. Aber taktisches Geschick scheint mir eh nicht die überragende Stärke von Babbel zu sein…

        • Daniel
          Am 5. März 2011 um 10:52 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Ich bin gespannt, ob Babbel dazu nochmal was sagt in dieser Woche oder ob er wirklich einfach handelt.

          Es gibt ja diese Trainer, denen das Innenleben ihres Torwarts völlig egal ist, die nur erwarten, dass ihr Torwart funktioniert (Magath, van Gaal). Ich wusste bisher nur nicht, dass Babbel offenbar auch so einer ist.

        • Blauer Montag
          Am 5. März 2011 um 13:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Enno, ich weiß ja nicht, in welchem Fach du deine Diss schreibst, aber ich vermute, es wird nicht Journalismus oder Sportwissenschaft sein. Ich persönlich schalte bei den Interviews oft den Ton ab oder gleich auf einen anderen Kanal. Es ist halt nicht einfach, gute Fragen zu stellen – oder auf schlechte Fragen gute Antworten zu geben. Von daher ist es mir schnurz, was Babbel gestern Abend ins Mikro irgendeines Journalisten plapperte. Ich bin mir aber sicher, dass er den richtigen Kader nach Fürth mitnimmt, und den besten seiner 3 Keeper ins Tor stellt.

  3. kraij
    Am 5. März 2011 um 10:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Kirche im Dorf lassen!!! Als Trainer kann Babbel nicht mit der Leistung seines Schlussmannes glücklich sein.
    Man hat es mit Ruhe und Presseboykott versucht – es ist misslungen dem Maikel Selbstvertrauen einzuimpfen und wir haben nicht einmal eine bedrohliche Situation in der die Mannschaft steckt. Da ist die Frage berechtigt, wie es um Aerts Nerven bestellt ist, wenn es hart auf hart kommt.
    Ich finde es richtig das sich der Trainer zu seiner Leistung geäussert hat.
    Vielleicht bringt dies Maikel weiter, motiviert ihn diese Fehler abzustellen. Also Profi muss er zumindest damit umgehen können.

    • Daniel
      Am 5. März 2011 um 10:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Siehe Ennos Kommentar. Wenn ich nicht vorhabe, meinen Torwart aus dem Tor zu nehmen, dann bestärke ich ihn und rede ihn stark.

      Profi hin oder her, Fußballer sind sensibel und einen großen Teil ihrer Leistungsstärke ziehen sie aus ihrem Vertrauen in die eigene Leistung. Nachweislich denkt Maikel Aerts viel nach, macht sich viele Gedanken. Er denkt vor dem gegnerischen Angriff offenbar nicht: „Den lass ich auf keinen Fall rein“, sondern „Hoffentlich schießt der daneben“.

  4. Blauer Montag
    Am 5. März 2011 um 11:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich bin ähnlicher Meinung wie Herthaner4ever und kielerblauweiß und habe den Eindruck, dass es seit der Winterpause des öfteren hapert bei der Kommunikation in der Defensive, ohne das an einzelnen Spielern festmachen zu wollen. Am Lippenlesen zur Szene in Min. 82 kann ich mich leider nicht beteiligen. Die berühmteste Szene hierzu fand 2006 statt im Berliner Olypiastadion. Mrd TV-Zuschauer wollten enträtseln, was der Italiener Materazzi zu Zidane gesagt hatte. Ist zu dieser Szene inzwischen der Wortlaut von Materazzi überliefert?

    Ich muss die Frage des Torwarts nicht entscheiden.
    Ich bin nicht der Preetz Michael.
    Ich bin nicht der Fiedler Christian.
    Ich bin nicht der Babbel Markus.
    Ich bin ………….Blauer Montag.

  5. herthawolf
    Am 5. März 2011 um 11:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wenn er Aerts rausnimmt, kommt Burchert. Und dessen Pannen-Format hat Aerts bislang nicht erreicht, trotz mancher Aussetzer gegen Cottbus und auch gestern. Aber wenn ihr euch die Szene vor dem 0:1 anseht: Aerts kann nicht ausbügeln, was seine Vorderleute verbocken.
    Ach, was soll’s. Sollen die Konkurrenten Hertha jetzt ruhig unterschätzen und ein Torwartproblem herbeireden – wenn es so weiter geht, ist mir das echt wurscht.

    • Daniel
      Am 5. März 2011 um 12:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Es geht mir gar nicht ums erste Tor. Da machen ungefähr alle Fehler, die auf dem Platz standen und ne Fahne auf der Brust hatten.

      Es geht um das Gefühl der Sicherheit, dass ein Torwart seiner Mannschaft geben muss. Gegen Cottbus hat Aerts jeden zu ihm gespielten Ball entweder ins Aus gehauen oder zum Gegenspieler. Da haben ihn die eigenen Mitspieler aber auch nicht gerade geschützt, sondern gefühlt jedes zweite Mal angespielt.

      Gegen Frankfurt hat er das Tor eingeleitet, als er das Spiel schnell gemacht hat. Das war gut.

      Aber dann sind da halt noch diese Szenen, in denen er unbedrängt eine Ecke fallen lässt und danach das Gleichgewicht verliert. Oder eben die Szene in der 83. Minute, in der Mijatovic ihn anfordert und Aerts nicht kommt.

      Der Gesamteindruck ist negativ – so bitter das für Aerts ist.

      • Daniel
        Am 5. März 2011 um 12:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Und Burchert sehe ich nicht so schlecht. Seine „Pannen“ waren keine echten Fehler. Da hat er gut mitgespielt und hatte Pech. Ich würde ihm zutrauen, dass er seine dritte (?) Chance nutzt.

    • xyz
      Am 5. März 2011 um 19:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Mehrere Tohüter haben ihm ber bescheinigt, dass er nicht flsch reagiert hat. Schlechter als Aerts kann er wirklich nicht sein.
      Ein Torwartwechsel ist dringend erforderlich und ds sehen sehr viele so.

  6. spreemaradona
    Am 5. März 2011 um 19:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gesammelte schlechte Wortspiele aus Block p.3 zur Torhüterproblematik während des Frankfurtspiels:
    – Der geht nie zum Ball. Da kannste warten bis der Aerts kommt.
    – Wenn der so weiter spielt ist er bald Aerts IV-Empfänger.
    – Der Ball ist sein Aertsfeind.

    • Blauer Montag
      Am 6. März 2011 um 17:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Wer solche Fans hat, braucht keine Gegner.
      Egal, auch Aerts wird dabei sein, wenn HERTHA im Freistaat die nächsten Punkte holt. Und Dankeschön an UNION für das 0:0 in Aue.

  7. Daniel
    Am 6. März 2011 um 20:40 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Babbel hat sich laut immerhertha klar auf Aerts als Nummer 1 festgelegt. Vielleicht hätte er dann noch zugeben sollen, dass er sich nach dem Spiel ein bisschen seinen Emotionen hingegeben hat. Hat er aber nicht. Dann darf er sich allerdings auch nicht beschweren. Hat er aber.

    Ich werd nicht schlau aus ihm.

  8. Blauer Montag
    Am 7. März 2011 um 17:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Daniel, ich als blauer Montag kann deine Bemerkung vom 6.März verstehen.
    Für meine persönliche Zufriedenheit ist jedoch bei weitem ausreichend, wenn ich aus meiner Frau, Kindern und Arbeitskollegen schlau werde.

    Aus dem Trainer müssen seine Spieler schlau werden. Im großen und ganzen scheint er zur Zeit im Plan zu liegen. Und ich bin vorsichtig optimistisch, dass er aus Fürth und Ingolstadt weitere Punkte mitbringen wird.

    • Joels
      Am 7. März 2011 um 20:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

      bitte 6 an der Zahl -dann ist der Weg ins Oberhaus weitestgehend geebnet-