Blick über den Kurvenrand #1

Dienstag soll beim Hertha-Blog ab sofort der Tag des Blicks über den Kurvenrand sein. Alles, was uns so vom Ende des Hertha-Spieltags bis zum darauffolgenden Dienstag (Ausnahme: Montagsspieltag, dann kommt er am Mittwoch) über den Weg läuft, bekommt ihr hier in kompakter Form präsentiert. Natürlich mit Links zu den entsprechenden Quellen. Und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, denn natürlich können wir nicht alles lesen. Wenn ihr was interessant findet, ab damit in die Kommentare. Aber bitte keine Boulevard-Spekulationen. Es geht hier um Meinungen. Und los.

Stefan Hermanns vom Tagesspiegel sieht es ähnlich wie ich in meiner Spielanalyse und lobt Herthas Auswechselvielfalt:

„Letztlich waren es die Möglichkeiten von der Bank, die Hertha vor einem Fehlstart bewahrten. Die Berliner taten sich lange schwer, obwohl die Anfangsviertelstunde sehr ansehnlich aussah. Die Mannschaft zeigte zumindest in Ansätzen, was Luhukay sehen will: aggressives Pressing, permanenten Druck auf den Gegner und viel Tempo. Danach aber folgte eine Phase, in der spielerisch wenig zusammenlief (…)“

Michael Jahn von der Berliner Zeitung sieht Hertha und Coach Jos Luhukay auf der Suche nach Dominanz noch in der Findungsphase.

„Nach dem 0:1 durch einen Fehler des 19-Jährigen Nico Schulz – Paderborns Alba Mehan hatte ihn flugs überlaufen – korrigierte Luhukay seine Taktik. Er brachte mit Adrián Ramos und Ronny neue offensive Qualität ins Spiel. Vor allem Ronny rettete Hertha einen Punkt.“

Peter Klute vom Westfalenblatt sah freche Paderborner und einen klaren Elfmeter:

Paderborn aber wurde nach einer unsicheren Anfangsphase immer mutiger, und vier Minuten vor dem Ende war die Überraschung zum Greifen nahe. Dass der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Deniz Aytekin nach einer Attacke von Roman Hubnik an Thomas Bertels berechtigt war, daran ließ Bertels nach dem Abpfiff keine Zweifel: „Er trifft mich voll am Fuß.“

Nicht ganz so deutlich sah es Ilja vom Paderborn-Blog „Dreh- und Angelpunkt“:

Die Hertha wird ihren Weg noch finden. Dazu ist Jos Luhukay ein zu guter Typ. Dafür ist der Kader zu gut besetzt. Aber sie waren am ersten Spieltag noch nicht auf ihrem Holzweg. Das merkte man und das war nun mal unsere Chance. Dank des Konjunktives lässt es sich weiter spekulieren. “Bohne” Brückner hätte, hätte, Fahrradkette, auch nach seinem Nachtreten vorzeitig duschen gehen können und der Elfer war natürlich ein nettes Präsent. Merci! Aber insgesamt geht die Teilung in Ordnung.

Auch Jochem Schulze von der Neuen Westfälischen sah keinen Unterschied zwischen Favorit und Underdog:

Tatsächlich lieferten die neu formierten Paderborner im Olympiastadion schon am ersten Spieltag den Beweis ihrer Tauglichkeit ab. Nach nervösem Beginn bot die Elf von Stephan Schmidt dem erklärten Aufstiegsfavoriten später eine Begegnung auf Augenhöhe.

Andre Anchuelo von bundesliga.de (ich wusste nicht, dass sie dort so meinungsstark sind) zieht ein deutliches Fazit:

So kann man nach dem 1. Spieltag festhalten: Hertha muss sich noch erheblich steigern, um seiner Favoritenrolle im Aufstiegskampf gerecht zu werden. Das Zusammenspiel sowohl vorne wie hinten hakte noch viel zu oft. Immer wieder zeigte der routinierte Innenverteidiger Roman Hubnik, wie schon letzte Saison, gefährliche Wackler. Zudem darf Luhukays Experiment mit drei gelernten „Sechsern“ im Mittelfeld schon jetzt als gescheitert betrachtet werden.

Der Linienrichter beim Schiedsrichtergespann glaubt offenbar ernsthaft, dass man sich bei Hertha freuen würde, als Fahrstuhlmannschaft des Jahrzehnts in die Annalen einzugehen.:

Aber die 2. Bundesliga ist ein Raubtierkäfig in dem es hart und oftmals auch recht unfair zur Sache geht. Gleich im ersten Saisonspiel hatte die Träumerei von der erfolgreichen Fahrstuhlmannschaft dann auch ihr jähes Ende.

Dabei war die Stimmung in Berlin doch zwiespältig, wie Uwe Bremer von der Morgenpost zu berichten wusste:

Das Leben geht also weiter. Doch die Stimmung bei Hertha BSC entsprach dem Resultat vom Freitag: Das 2:2 (0:1) zum Saisonstart in die Zweite Liga gegen den SC Paderborn war nichts Halbes und nichts Ganzes.

Und sonst so?

Adrian Ramos ist laut der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung offenbar einer von vielen Kandidaten beim VfL Wolfsburg. Die Wege sind ja kurz zwischen der VW-Stadt und Berlin (vorausgesetzt der Zug hält):

An der Gerüchtebörse werden weitere Namen gehandelt, bei denen allerdings nicht abzusehen ist, wie groß das VfL-Interesse im Bedarfsfall wirklich wäre: Adrian Ramos von Zweitligist Hertha BSC, Adam Szalai (hat gerade in Mainz verlängert) und Didier Ya Konan (Hannover).

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  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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6 Kommentare

  1. chris
    Am 7. August 2012 um 15:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gute Idee mit dem Kurvenrand!

  2. Am 7. August 2012 um 20:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    jefällt mir auch jut mit dem Kurvenrand, danke für den Service

  3. Mr. Jaycobz
    Am 7. August 2012 um 20:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

    klasse Rubrik!

  4. Am 8. August 2012 um 14:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Im Berliner Kurier war man übrigens der Meinung: „Roman Hubnik spielt klar den Ball, dann rennen er und sein Gegenspieler Bertels ineinander – und der Paderborner hebt ab wie eine Marssonde.“ Siehe: http://www.berliner-kurier.de/hertha-bsc/nachschuss-hertha-bsc-berlin-paderborn,7168990,16799288.html
    Ansonsten: Schöne Presseschau, hat mir gefallen – weiter so! Das Attribut „meinungsstark“ nehme ich mal als Kompliment :-)

    • Daniel
      Am 8. August 2012 um 15:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Natürlich :-) Ich mag es, wenn Autoren Stellung beziehen und sich vom dpa-Nachrichten-Verbreitungston abheben – ich hatte halt nur nicht ausgerechnet auf bundesliga.de (die ja das Organ der neutralen DFL ist) damit gerechnet. Hab ich direkt mal in die Bookmarks gepackt ;-)

      • Am 8. August 2012 um 16:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

        :-)
        Wobei Du zugeben musst, dass die beiden folgenden Absätze es wieder ein wenig relativieren.

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