Chef, gib mir Herthafrei!

Ich hatte ja schon länger das Gefühl, dass sich in der Pressearbeit von Hertha seit dem Weggang von Dieter Hoeneß (und Kollegen) einiges geändert hat. Hertha ist bei Facebook und im StudiVZ aktiv – und wenn ich sage aktiv, dann meine ich damit, dass dort auch interagiert wird und nicht bloß Pressemeldungen rausgejagt werden.

Schon die Aufholjäger-Aktion, sowie der Countdown, der auf der Vereinswebsite runterläuft, zeugen davon, dass da oben mittlerweile Leute zu sitzen scheinen, die nicht jede PR-Aktion schon im Ansatz unterbinden, weil sie schlecht für das Saubermann-Image des Klubs sein könnte.

Zum Union-Spiel hatten sich die Hertha-Jungs dann ebenfalls eine kleine Aktion ausgedacht, die zwar nur für zwei Glückliche einen Gewinn versprach, aber doch Nervenkitzel brachte: Fans sollten die vierstellige Seriennummern der letzten beiden verfügbaren Tickets für das Spiel bei Union erraten. Wer am nächsten dran war, bekam die begehrten Karten. Der Unterschied zu früher, als die Karten einfach im Stile von ARD-Sportschaun-Frage wie „Welcher Spieler im Hertha-Kader spielte schonmal für beide Teams? Marco Sejna oder Alex Alves?“ rausgegeben wurden? Die Seriennummern-Aktion hatte Stil.

Und jetzt kommen sie mit dieser Aktion daher, die erneut kaum Mehrwert hat, die aber zeigt, dass sich die Außendarstellung um mindestens 150 Grad gedreht hat: Chef, gib mir Herthafrei!

Auf der Homepage kann man sich einen Vordruck herunterladen, mit dem man seinen Chef bitten kann, doch bitte ein Auge zuzudrücken, weil Hertha am Dienstag gegen den KSC schon um 17.30 Uhr spielt. Ich hoffe, dass es 40-50.000 Leuten gelingt ihren Chef zu überzeugen. Als Gegenleistung gibt es die namentliche Nennung im Stadionprogramm vor dem Spiel.

So sieht gute PR- und Marketing-Arbeit aus. Man bindet nicht nur Fans, sondern gewinnt vielleicht auch neue (Arbeitgeber = Sponsoren) dazu.

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  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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17 Kommentare

  1. Am 16. September 2010 um 09:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das ist ja mal geil! Herthafrei :-D Ich brauche das zum Glück nicht, aber viele andere bestimmt.

    • Florian
      Am 22. September 2010 um 16:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

      ja eine tolle Aktion, aber wo wurden die Unternehmen, die diese Aktion unterstützt haben, genannt? Wir konnten unserern Namen nicht finden…habe schon bei Hertha heute angefragt….mal schauen..

  2. Am 16. September 2010 um 09:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Tolle Aktion. Was mir auch positiv aufgefallen ist, sind die messerschaften Spielanalysen von Zecke nach jedem Spiel in der S-Bahn .:D

    Hier zu finden: http://www.youtube.com/user/ausberlinfuerberlin

    Das kommt einfach authentisch und zeitgemäß rüber. Einen besseren Charakter als Zecke hätte man nicht nehmen können.

  3. Enno Enno
    Am 16. September 2010 um 09:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

    In der Tat, es tut sich etwas bei Hertha. Die Öffentlichkeitsarbeit schein aufgeschlossener und experimentierfreudiger zu werden. Dazu kommt noch der „Makel“ der Zweitklassigkeit und schon hat die alte Dame wieder etwas mehr Charme. Mit etwas Geschick ließe sich hier einiges an nachhaltiger „Kundenbindung“ erzeugt werden.

  4. Am 16. September 2010 um 10:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

    wie schön ich diese überschrift mißverstanden hab, könnt ihr euch nicht vorstellen :) gestern auf der spieltagspressekonferenz in Köpenick saßen viele, viele pressemenschen (mit viele meine ich: ungefähr 5x soviele wie normal), die gerne wieder über was anderes schreiben wollen würden. die wollen nicht nur herthafrei, die wollen auch unionfrei – selbst wenn sie dafür die eisbären sehen müssen.

  5. Am 16. September 2010 um 10:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Eigentlich ja eine nette Aktion. Nur sollte der Wisch nicht an den eigenen Chef gehen, sondern an den DFB, der für solche unschaffbaren Anstoßzeiten verantwortlich ist.

    • Enno Enno
      Am 16. September 2010 um 10:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Stimmt, berechtigter Einwand!

      • Bernie Blaubär
        Am 18. September 2010 um 14:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Enno gestatte mir 2 Fragen zu den Anstoßzeiten.
        A. Wer legt die Anstoßzeiten für die Spiele der 3 teutschen Profiligen fest?
        1. Der Heimverein?
        2. Der DFB?
        3. Die DFL?
        4. Sky?

        B. Welche sind die Planzahlen in der laufenden Saison bei Hertha für
        1. Eintrittskarten,
        2. Fernsehgelder?

        • Am 18. September 2010 um 15:55 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Frage A: Für die erste und zweite Liga die DFL. Rechteverwerter und Vereine können für Spieltagsansetzungen Wünsche abgeben. ob die berücksichtigt werden, bestimmt die DFL. Für die dritte Liga der DFB.

          Frage B: Die Fernsehgelder werden meines Wissens nach einer Vierjahreswertung mit Punktesystem verteilt. Da ist Hertha noch ganz gut dabei. Nagel mich nicht fest: ca. 8 Mio. Am besten fragst Du solche Sachen ebenso wie die offizielle Zuschauerkalkulation beim Verein nach.

          • Am 18. September 2010 um 15:57 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Hertha hat mir durchschnittlich 25.000 Zuschauern in der 2. Liga kalkuliert.

          • Bernie Blaubär
            Am 18. September 2010 um 16:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Vielen Dank Sebastian und Felix!
            Da frag ich mich schlußendlich, wer bei der Festlegung der Anstoßzeiten wohl eher Gehör bei der DFL findet: die Rechteverwerter oder die Zuschauer im Stadion?

  6. Am 16. September 2010 um 11:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es tut sich was endlich bei unserer alten Dame!
    Ich freue mich, dass in den Bereichen mal was passiert.

    Und die ersten Früchte konnte man ja schon einsammeln. Wer hätte Anfang August gedacht, dass gegen Bielefeld knapp 48000 Zuschauer ins Stadion kommen^^

  7. xyz
    Am 16. September 2010 um 19:43 Uhr veröffentlicht | Permalink
  8. Am 16. September 2010 um 23:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Irgendwie bekommt man den Eindruck, als ob die Zweite Liga tatsächlich so eine Art Jungbrunnen für die Hertha sein könnte. Weniger Großkotzigkeit, mehr Wir-Gefühl. Täuscht der Eindruck aus Karlsruhe?

    P.S.: Bin zwar Mitglied in beiden Vereinen, aber wenn es Hertha gegen KSC heißt, dann kennt mein Herz nur Berliner.

    • Bernie Blaubär
      Am 18. September 2010 um 11:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Rayson, die Großkotzigkeit der vergangenen Jahre war der bestimmende Charakterzug des oben erwähnten Managers, des kleinen Bruders vom Wurst-Uli aus Bayern. Mittlerweile bemüht er sich westwärts der Elbe nach Kräften, das Geld des Sponsors in den Mittellandkanal zu werfen.

      Ich denke im Jahre 2011 wird die Hertha wieder gegen VW Wolfsburg spielen. Ich weiß noch nicht, ob im DFB-Pokal, in der 1. oder der 2. Liga.

  9. ubremer
    Am 19. September 2010 um 12:56 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Bernie Blaubär,

    auf der Mitgliederversammlung im Mai hat Finanzchef Ingo Schiller die Zahlen vorgelegt, mit denen Hertha für die Zweitliga-Saison plant. Demnach sind an TV-Geldern 7,9 Millionen eingeplant, an Zuschauer-Einnahmen 5,2 Millionen. Das entspricht einem Schnitt von 22.000 Zahlenden.

    Die Frage, wer mehr Gehör findet bei der DFL, beantwortet sich so:
    Die DFL legt die Anstoßzeiten fest nach den Vorgaben, die mit Sky im TV-Vertrag ausgehandelt worden sind.
    Die DFL hat Sky zugesichert, in der ersten Liga fünf verschiedene Anstoßzeiten verteilt über drei Tage zuzusichern. Dazu vier verschiedene Kickoff-Zeiten in der Zweiten Liga, die sich nicht mit denen der ersten überschneiden dürfen. Dem entsprechend sind die Spieltage gesplittet.

    So klar wird das kein Verein formulieren: Aber das Interesse der Zuschauer ist dem Interesse des TV-Geldes nachgeordnet.

  10. Am 21. September 2010 um 14:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das ist schön für Hertha. Bzw. andersherum ist es natürlich für einen jungen Verein wie RasenBallsport Leipzig völlig angemessen zunächst auf eher klassische, auch personell herthaerprobte PR-Maßnahmen zu setzen. Web 2.0 kommt dann später. Von Hertha lernen, heißt siegen lernen. Oder so ähnlich. ;-)

Ein Trackback

  • Von Alte Tante, neues Image at ***textilvergehen*** am 29. September 2010 um 23:53 Uhr veröffentlicht

    […] einiges geändert. Der Abstieg in die zweite Liga wurde zum Anlass genommen, stärker als Berliner Verein mit Ecken und Kanten wahrgenommen zu werden. Als Beispiel können die Videos “Zeckes Außenbahn” von Andreas Neuendorf […]