Den Bubis sei Dank…

Den folgenden Artikel hat uns Tanja* im Rahmen des Schreibwettbewerbs “Mein erstes Mal mit der alten Dame” zugeschickt. Vielen Dank dafür! Alle bisherigen und auch die kommenden Berichte findet ihr hier.

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Hertha und ich – das passte erst einmal überhaupt nicht…

Als Kind begriff ich nicht was Hertha war, aber ich befand es müsste etwas sehr schlimmes sein, da ich grölende, betrunkene Männer mit blau – weißer Kleidung ziemlich unangenehm fand (und finde). Mit 12 Jahren begann ich mich schließlich für Fußball zu interessieren, verabscheute Hertha aber immer noch, da sich das Kindheitsgefühl doch sehr eingeprägt hatte.

Später konnte ich Hertha BSC schon aus Prinzip nicht leiden und sympathisierte stattdessen mit dem FC St. Pauli. Ich zähle mich übrigens auch heute noch zu den wenigen Herthanerinnen, die den FC St. Pauli sehr gut leiden kann (Mir ist schnuppe, was andere dazu sagen, denn ich entscheide ganz alleine welche Vereine ich mag und welche nicht!!!).

1992 imponierte dann selbst MIR das Gespenst, welches durchs Land zog und die Großen der Bundesliga im DFB – Pokal erschreckte. Das Gespenst waren die Hertha Amateure, auch Hertha – Bubis genannt. Das was die erste Mannschaft von Hertha nicht schaffte, schafften die jungen Wilden und ich beschloss mir das Ganze einmal aus der Nähe anzusehen und zwar gegen den FC Chemnitz im Halbfinale des DFB –Pokals. Das Olympiastadion war in meiner Erinnerung gut gefüllt. Das war eine Stimmung, wie ich sie seither nicht wieder erlebt habe, vielleicht auch, weil ich dieses Gefühl zum ersten Mal erleben durfte: Während 90 Minuten eine dicke Gänsehaut. Jeder Ball, den die Hertha Bubis am Fuß hatten wurde bejubelt jeder Ballgewinn des Gegners mit Pfiffen begleitet, das Olympiastadion stand wie eine einzige dicke Wand hinter den Bubis, die das Spiel mit 2:1 gewannen. Die Spieler haben gekämpft bis zum Umfallen und sie wurden zu Recht mit dem Einzug ins DFB – Pokalfinale belohnt.

Man kann das leider nicht gut mit Worten beschreiben, aber der Funke war bei mir an diesem Tag übergesprungen, jedoch zunächst nur für die Amateure von Hertha. Ich ging von da an zu jedem Oberligaspiel von ihnen, fuhr sogar zu ihren Auswärtsspielen und war natürlich beim DFB – Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen dabei, was die Bubis leider verloren. Einige von ihnen schafften den Sprung in die erste Mannschaft, man erinnere sich z.B. an Andreas und Olli Schmidt, Christian Fiedler und Carsten Ramelow, um nur einige zu nennen.

Aus diesem Grund besuchte ich auch bald mein erstes 2. Liga Spiel der Profimannschaft von Hertha BSC. Daran kann ich mich nicht mehr erinnern, es war allerdings erschreckend, wie leer die Ränge im Olympiastadion waren, 20 000 (wenns hochkam) verloren sich im weiten Rund. Von da ab ging ich so oft es ging zu den Spielen der Profis und erlebte so den Aufstieg mit Jürgen Röber in die 1. Bundesliga.

Die Liebe zu Hertha wuchs langsam aber sie wuchs Zuerst wurde ich Dauerkarteninhaberin und schließlich Vereinsmitglied. Die „alte Dame“ hat sich in mein Herz gekämpft und da lass ich sie nicht mehr raus. Mein Herz schlägt blau-weiß komme was da wolle.

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  • Wer hat das geschrieben?

    Hallo, ich bin Felix und gehöre wie die meisten Herthafans in meinem Alter, zur 98er Generation, die 2010 den ersten Abstieg miterlebt hat. (→mehr)

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6 Kommentare

  1. Am 16. Januar 2010 um 17:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Jaja, die Hertha-Bubis, das waren noch Zeiten! :o)

    Und – ich gehöre auch zu den FC St. Pauli-Sympathisantinnen, btw.

    • Tanja*
      Am 16. Januar 2010 um 17:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Oh das gefällt mir das Du Pauli auch magst :) gibt wohl doch einige wenige unter den Hertha Fans.

      • Am 16. Januar 2010 um 22:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ist einfach irgendwie n cooler Verein (wobei ich dazu auch sagen muss, dass ich den HSV aus Prinzip nicht mag). Ich hab die irgendwann Mitte der 90er Jahre für mich entdeckt und seither drück ich ihnen die Daumen. Hab auch n WELTPOKALSIEGERBESIEGER-T-Shirt, nen Schal und nen FC St. Pauli Fans gegen Rechts!-Aufnäher. ;) Mal schauen, wann ich mal im Rahmen einer kleinen Groundhopping-Tour am Millerntor vorbei guck.

        • Tanja*
          Am 17. Januar 2010 um 00:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Ich war einmal bisher dort bei einem Freundschaftsspiel gegen Trinidat / Tobago, das war eine tolle Stimmung und den HSV mag ich ebenfalls aus Überzeugung nicht. Als ich einmal mit Hertha auswärts dort war fand ich die Stimmung in der damaligen AOL Arena total agressiv und unangenehm. St. Pauli ist Kult und ich liebe Hamburg einfach als Stadt. Passt halt.

  2. Am 17. Januar 2010 um 21:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Chemnitzer FC bitte!!!

    PS. St. Pauli mag ich übrigens auch.

  3. Tanja*
    Am 18. Januar 2010 um 19:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

    O.k. sorry, Chemnitzer FC. Freut mich das es doch ein paar Herthaner/innen gibt die den FC St. Pauli sympathisch finden, ehrlich :)