Der nächste Schritt

Bei aller Euphorie um den aktuellen Erfolg (fünf Siege in sechs Spielen, ungeschlagen) und die – endlich! – kämpferische Leistung unserer Hertha gegen Cottbus, muss man doch auch sehen, dass die Chancenverwertung lausig war, die Verteidigung einige Male ordentlich gewackelt hat (Mijaotovic!) und der Ausgleichstreffer nur mit einer riesigen Portion Glück verhindert werden konnte (Ramos!). Ein glücklicher Sieg, der aber auf Grund der kämpferischen Einstellung verdient ist. In diesem Sinne gilt Raffael als der vorbildliche Spieler, als er um die 70 Minute zu einer wahren Blutgrätsche ansetzte, den Ball gewann und sofort einen Gegenangriff einleitete. Da war ich echt baff, weil ich Raffael noch nie derart tief auf dem Boden gesehen habe. Und auch die Mannschaft schien das Signal verstanden zu haben und kämpfte bis zum Umfallen (Schulz!), wenngleich ich Marxelinho zustimme, dass nicht die Grätsche, sondern das geschickte Tackling das Stilmittel der Hertha werden sollte.

Man muss solche Spiele zum Zähneausbeißen gewinnen, um ein solides Selbstbewusstsein entwickeln zu können. Und da die Mannschaft nun gesehen hat, dass sie einige Spiele nur durch leidenschaftliches Kämpfen gewinnen kann, dürfen wir davon ausgehen, dass gestern in der Lausitz der nächste Schritt getan wurde. Wir dürfen also mit einige Berechtigung hoffen, dass die kommenden Auswärtsspiele souveräner geführt werden. Denn bisher waren die Auswärtsfahrten zwar sehr erfolgreich, aber wenig überzeugend. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass mich ein Fußballspiel schon lange nicht mehr so aufgeregt hat wie es der gestrige Kampf in den letzten 20 Minuten tat. Unglaublich. Aber wahr!

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  • Wer hat das geschrieben?

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14 Kommentare

  1. Oliver
    Am 26. September 2010 um 11:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich finde nach wie vor, daß man sich einfach mal über den bisherigen Saisonverlauf freuen kann. Besonders wenn ich daran denke, was auch hier so orakelt oder erwartet wurde. Es hätte auch tatsächlich ganz anders aussehen können und das Hertha Tabellenführer ist, beschert mir ein allgemeines Wohlgefühl.
    Gerade eine Innenverteidigung braucht länger, um sich zu finden, das haben wir letzte Saison gesehen.

  2. Oliver
    Am 26. September 2010 um 17:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die alte Freundschaft ist wieder erwacht, Union leistet uns Schützenhilfe gegen Duisburg.

    • herthawolf
      Am 26. September 2010 um 23:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Meine Rede! ;-))

      • Am 27. September 2010 um 00:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Wir sammeln doch alle nur Karmapunkte dafür, dass Berlin endlich wieder Fußballhauptstadt wird ;)

  3. doc
    Am 27. September 2010 um 12:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich denke auch, das bei allem Jubel (was nach der letzten Saison auch mal sein muß) gesehen werden sollte, das zumindest 4 der 6 Spiele nicht wirklich souverän bestritten wurden. Besonders in Düsseldorf und bei Union wurde regelrecht um Gegentore gebettelt, Bielefeld war einfach zu schwach, gegen Oberhausen mußte sehr gekämpft werden. Aber wenn diese Spiele gewonnen werden, obwohl noch viel Luft nach oben besteht, dann ist klar, wie groß die Chance ist, sich jetzt oben fest zu setzen.
    Im Moment sieht es zumindest extrem gut aus für die Hertha, ein weiterer Sieg gegen Aachen (woran ich auch glaube) würde die glorreiche Ausgangsposition zementieren.

  4. Joel
    Am 1. Oktober 2010 um 13:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

    So jetzt mal ein Tipp in die Runde geworfen in den nächsten vier Spielen holen wir 12 Punkte. Was das heißt? ;-)

    Das wird ein hartes Stück Arbeit, bleiben sie erfolgreich muss Babble weiterhin an der Mannschaft arbeiten und die Abstimmung verbessern, wenngleich der Erfolg da ist. Das scheint mir schwieriger als wenn man Spiele verliert und so aufzeigen kann wie es nicht laufen darf oder kann. Momentan müssen die Spieler im ersten Kader doch denken es läuft wie am Schnürchen, selbst wenn wir mal nicht größtenteils in einem Spiel überzeugen, haben wir das notwendige Glück (das uns übrigens letzte Saison fehlte) um die Partie für uns zu entscheiden.
    Die Innenverteidigung würde ich nicht als größte Baustelle sehen, sie haben es immer schwer, selbst wenn sie sich gefunden haben, wie es immer so schön heißt. Schließlich beginnt das Spiel meist in der Abwehr des Gegners, ausser das Mittelfeld wird überbrückt mit langen Bällen, dennoch gibt es da die defensiven Mittelfeld Spieler und hin und wieder die davor, die genügend Entlastung für die eigene Abwehr schaffen können und müssen.

    Aber brechen wir mal eine Lanze für unseren offensiven Spieler die auch im Mittelfeld oder wie Ramos nahezu auf der Torlinie die Gegner zur Verzweifelung bringen. Da scheint mir in vielen Fällen die Einstellung zu stimmen und wenn dann weniger „Glück“ in Zukunft benötigt wird (weil wir auch unsere eigenen Chancen gnadenlos ausnutzen) um zu gewinnen, ja dann bin ich zuversichtlich das der Aufstieg mehr als eine Notwendigkeit und starker Wunsch sein wird. Aber nach sechs Spieltagen mit 16 Punkten ist das meckern auf hohen Niveau….

    • Blaue Einheit
      Am 3. Oktober 2010 um 16:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Meckern auf hohme Niveau hilft hoffentlich die Bodenhaftung zu behalten Joel. Nix gegen deinen Tipp“In den nächsten vier Spielen holen wir 12 Punkte“. Gegen Alemannia Aachen, FSV Frankfurt und FC Ingolstadt sollte dies zweifelsfrei möglich sein.
      Greuther Fürth dagegen ist der direkte Mitkonkurrent um die Aufstiegsplätze. Da muss die Mannschaft (ähnlich wie in Cottbus) an ihre Leistungsgrenze gehen, um auch in diesem Spiel nen Dreier im Olympiastadion zu erzielen.

      • Joel
        Am 4. Oktober 2010 um 12:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Greuther Fürth muss doch auch erstmal die nächsten drei Spiele absolvieren, ob sie dann immer noch so unmittelbar dran sind an der Spitze? Und selbst wenn, ganz ehrlich wer das nötige Glück hat wie momentan die Hertha der kann mit dem richtigen Engagement auch (oder vor allem) im Oly die drei Punkte sich sichern.

  5. Tillet
    Am 4. Oktober 2010 um 00:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gruß aus Bernem. Uns liegen Mannschaften, die sich für etwas Besseres halten. Siegt mal schön gegen Aachen, und stellt Euch dann auf einen ganz kleinen Rückschlag im Frankfurter Osten ein.

    Und nein, gegen den FSV müsst Ihr sicher nicht an die Leistungsgrenze gehen. Das ist völlig überflüssig… Mr. Wollitz hat heute auch einen Klassenunterschied ausgemacht. Natürlich völlig zu recht. Zu Euch beträgt der Unterschied daher mindestens zwei Klassen:D

    • Joel
      Am 4. Oktober 2010 um 13:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Es wird sicher kein Team unterschätzt auch nicht FSV. Als man gegen Oberhausen gewonnen hatte wurde vor dem Spiel gesagt, das dies eine Mannschaft ist die in der zweiten Liga erfahren und stark ist. Nach dem Spiel wurde dann relativiert, es war ein Heimspiel, die Mannschaft würde diese Saison wohl nicht im oberen Drittel mitmischen, und was ist nun? Sie sind auf dem besten Wege die Saison erfolgreich abzuschließen (jedenfalls tendenziell, schließlich sind erst 7 Spiele absolviert).
      Klar wird Hertha auch (und da hoffe ich das es ganz selten ist) Rückschläge hinnehmen müssen. Was kann nicht alles passieren, Schirie Fehlentscheidungen, oder das andere Team hat ein Mega-Tag denen einfach alles gelingt, selbst die Tabellenunteren können dann drei Punkte holen, alles schon dagewesen und wird auch wieder kommen das ist im Fußball wie in der Mode ;-)

  6. Anonymous
    Am 4. Oktober 2010 um 21:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    45 min gespielt gegen Aachen ohne verklärten Blick hatten die Aachener mehr Chancen. Ehrlich gesagt, eine 1:0 Führung wäre nicht unverdient, jedoch wenn die paar Möglichkeiten eiskalt von Hertha genutzt worden wären, wäre es auch nicht unverdient im eigenen Stadion zu führen.

    Die gelbe Karte gegen Mijatovic (hoffe er schreibt sich so) war ja wohl der Lacher. Hoffe nicht das sich das noch in dem Spiel rächt.

    MB muss jetzt in der Pause die richtigen Worte finden, es gab gute Ansätze im Sturm. Allerdings macht mir die Abwehr (ja bisher nur 5 Gegentreffer) immer noch etwas Sorgen, wir brauchen wohl noch etwas mehr Glück der letzten Saison was uns dort versagt geblieben ist ;-)

    Hoffe Beichler (von dem so vieles Gutes zu hören war) kann sich bald in die erste Mannschaft spielen und auf die Rückkehr von Lustenberger sowie noch etwas später von Ebert. Nur unsere Abwehr da muss noch was kommen, vielleicht Neumann?

    Im Sturm würde ich auch gerne Lasogga mal sehen -als „Nachfolger“- zunächst als Verfolger von Friend ;-)
    Nur wenn der einschlägt wie eine Bombe, ist LEV in ein paar Jahren wieder da und darf für eine feste Ablöse im unteren hundertausender Bereich wieder zurückkaufen… :-)

    Aber gut jetzt auf zweite HZ konzentrieren, ich bin optimistisch das Babble die Jungs wachrüttelt…

    • herthawolf
      Am 4. Oktober 2010 um 22:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Also, die Chance von Ramos in der 2. HZ war spitze, ansonsten wurde ich beim Bügeln nicht eben gerade sonderlich abgelenkt – leider.
      Tja, Joel – nun musste leider eine neue Rechnung aufmachen.
      Vielleicht ganz gut, dass jetzt erstmal die Länderspielpause kommt.
      Djuricin wurde viel zu spät eingewechselt meiner Meinung nach – der konnte ab Minute 83 auch nichts mehr reißen.

      • Joel
        Am 5. Oktober 2010 um 10:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ja das war echt nicht die erhoffte Wende in der zweite Halbzeit.
        Die neue Kalkulation sind dann wohl so aus:
        FSV Frankfurt, FC Ingolstadt und Greuther Fürth geben jetzt mal 9 Punkte ab an uns, damit das nicht nach ’ner zu üblen Fehlkalkulation ausschaut. 10 Punkte statt 12 Punkte auch gut! ;-)
        Naja was braucht man im Schnitt für den Aufstieg? Letztes Jahr waren es für K’lautern 1,97 Punkte pro Spiel, da konnten die sich 10 Unentschieden und 5 Niederlagen leisten.
        Es war wohl klar das es auch Spiele geben wird, wo einem der Gegner nicht so sehr liegt, die Laufbereitschaft nicht stimmt und und und schade das wie Babble meinte weder ein Geniestreich oder Standardsituation zum Führungstor gereicht hat.
        Wobei ich denke ein unangenehmer Wachrüttler in Form einer Aachener Führung hätte vielleicht auch geholfen?
        Wie heißt es so schön, wenn du nicht gewinnen kannst darfst du wenigstens nicht verlieren und das Kunststück ist der Hertha ja gelungen.
        Kleine Hochrechnung zum Schluß, derzeit hat die Hertha 2,43 Punkte pro Spiel geholt… das wären dann gute 82 Punkte am Ende der Saison, wenn es so weiter läuft ;-)
        Aber ist ja erst 1/5 rum….

        • Joel
          Am 5. Oktober 2010 um 15:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Hoppla einmal SIND austauschen für SIEHT