Die Physis entscheidet – Hertha gegen Wolfsburg

Spiele gegen Wolfsburg waren mit Ausnahme der Zeit, kurz nach dem Aufstieg 1997 eigentlich immer Duelle, in denen Hertha eher Underdog als Favorit war. Das lag vor allem an der Finanzkraft des Volkswagen-Vereins. Wolfsburg schien der neue heiße Scheiß in der Bundesliga zu werden, schon vor der Meisterschaft unter Felix Magath setzten sich die Herthaner Alexander Madlung, Ashkan Dejagah, Marcelinho und Arne Friedrich in den ICE Richtung Köln (Liste bestimmt unvollständig).

Madlung und Dejagah wurden mit Wolfsburg Meister

In Wolfsburg gab es halt mehr Geld zu verdienen. Die Nähe zu Berlin war unschlagbar, Pablo Thiam zum Beispiel blieb in Berlin wohnen und pendelte per ICE jeden Morgen nach Wolfsburg – Bahncard 100 sei Dank. Und der Erfolg kam auch mit der Zeit. Die besagten Madlung und Dejagah haben eine Deutsche Meisterschaft in ihrer Vita stehen.

Nur in Berlin, da lief es für die Wolfsburger meist schlecht. Von 16 Bundesligaspielen in Berlin gewann Hertha neun und verlor nur drei. Sogar in der Meisterschaftssaison reichte es für den VfL nur zu einem 2:2-Unentschieden in der Hauptstadt (Tore: Kacar, Cicero). Der letzte Auswärtssieg liegt allerdings gar nicht so lange zurück: Im Februar 2014 drehten Robin Knoche und Daniel Caligiuri die Führung von Per Skjelbred in einen 1:2-Auswärtssieg. In der vergangenen Saison gewann Hertha das Heimspiel dann allerdings wieder mit dem knappsten aller Ergebnisse: Salomon Kalou traf beim 1:0.

Unbedingter Wille scheint Wolfsburg oft abzugehen

Und heute? Wird es darauf ankommen, den Wolfsburgern dort weh zu tun, wo sie die größten Probleme haben. Und das stimmt sogar mich recht optimistisch. Denn bei aller Qualität, die das  Wolfsburger Spielermaterial in sich trägt: Was den unbedingten Willen angeht, ist Hertha dem VfL haushoch überlegen. Ich will das Bild des ob des üppigen Gehalts zufriedenen Profis nicht überstrapazieren, aber es wirkt in Wolfsburg aktuell schon ein wenig so. Außerdem haben die Hellgrünen ein Champions-League-Achtelfinale in den Beinen (3:2-Erfolg in Gent). Wenn Hertha also das Tempo hochhält und nicht früh in Rückstand gerät, kann die Mannschaft von Pal Dardai das Spiel über die Physis entscheiden.

Dass sie mittlerweile auch spielerisch mithalten kann, ist zwar keine Frage. Aber erstens wird der Rasen nicht besser sein, als gegen Dortmund und zweitens können die Wolfsburger das mit dem Ball am Fuß auch ganz gut. Also: Niederrennen ist angesagt. Zumal die Bank der Wolfsburger nicht nur aufgrund des VW-Skandals nicht mehr ganz so gut besetzt ist. Benaglio, Jung,Caligiuri, Guilavogui, Schürrle und vor allem der Entscheider des Hinspiels, Bas Dost, fehlen verletzt.

Weiser und Kalou sind zurück

Pal Dardai kann sich dagegen nicht so wirklich beklagen. Mitchell Weiser und Salomon Kalou sind zurück im Kader, lediglich Julian Schieber muss passen. Das führt dazu, dass der sonst gerne mal als zweite Wechsel-Option nach Alexander Baumjohann vorgesehene Johannes van den Bergh nur auf der Tribüne sitzt.

Unser Kader für Wolfsburg! #hahohe

Ein von #Hertha BSC Offiziell (@herthabsc) gepostetes Foto am

Somit sind alle Stammspieler wieder an Bord und Pal Dardai wird ziemlich sicher zu seiner Erfolgsformation zurückkehren. Eine Überraschung ist allerdings möglich: Wenn Dardai Tolga Cigerci wieder an die erste Elf heranführen möchte, könnte einer der „Etablierten“ weichen müssen. Ich hätte da Haraguchi oder Lustenberger im Auge.

 Was tippt ihr?

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  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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