Die Suche nach der Spielidee – und andere Probleme

Ich werde nicht schlau aus Markus Babbel. Erst gibt er der Bild ein meiner Meinung nach erneut völlig indiskutables Interview, in dem er der Phrasen-Maschine Funkel in absolut nichts nachsteht. Ein Beispiel:

Wir müssen den Bundesliga-Heimfluch brechen, Heimstärke entwickeln. Als Garant zum Klassenerhalt. Das sind Festtage, die Kulisse ist doch ein Genuss. Hätte ich zu meiner Zeit so eine Unterstützung gehabt, wäre ich von ganz alleine gelaufen. Das muss die Jungs beflügeln und nicht blockieren. Sie müssen wie in den Zweitliga-Heimspielen mit breiter Brust gegen Stuttgart den Bock umstoßen.

Mitgezählt? „Heimfluch brechen, Garant zum Klassenerhalt, von alleine laufen, die Jungs beflügeln, breite Brust, den Bock umstoßen.“ Meine Fresse.

Und dann setzt er sich mit den Stuttgarter Nachrichten zusammen, seiner Heimat-Zeitung wenn man so will, und legt dem Berliner Boulevard so ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk ins Nest:

Der Berliner an sich neigt ja tendenziell gerne mal zum Größenwahn. Er ist laut, redet viel, will viel – aber getan wird oft erstmal wenig.

„Überhaupt gibt es einen großen Unterschied zwischen den Baden-Württembergern und den Berlinern. Im Ländle ist alles seriöser – es wird erst einmal gearbeitet, bevor man viel redet.“

Dass er dadurch, völlig unnötigerweise, ein neues Fass aufgemacht hat, scheint ihm überhaupt nicht bewusst zu sein. Mal angenommen Hertha verliert die nächsten beiden Spiele. Dann fliegen ihm diese Sätze um die Ohren. Mit Sicherheit. Drüben bei immerhertha fragen sie nicht zu Unrecht: „Herr Babbel, provozieren Sie eigentlich Ihren Rauswurf?

Ich hoffe natürlich, dass es anders kommt, bin allerdings genauso skeptisch, wie der Kollege dogfood, der heute über Hertha schreibt:

„Das Team strahlt eine gewisse Pomadigkeit aus, die IMHO zu Unrecht mit “Ruhe” verwechselt wird. Aber die Vorstellung am letzten Wochenende gegen Hannover war bzgl. Rythmuswechsel die bislang beste der Berliner. Vielleicht sind sie jetzt in der Bundesliga angekommen?“

Eine Frage, die wir uns nach Stuttgart-Spiel hoffentlich nicht mehr stellen müssen. Schließlich hat Hertha dann „von der Kulisse beflügelt den Bock umgestoßen und den Heimfluch gebrochen.“ Entschuldigung.

Aber spätestens seit den Vorabdrucken aus dem neuen Buch von Philipp Lahm fühle ich mich bestätigt lieber ein bisschen misstrauischer zu sein, als einfach alles abzunicken, was ein Trainer tut. Man muss sich das mal vorstellen: Da wurde in der Nationalmannschaft noch vor 6-7 Jahren völlig ohne Konzept trainiert! Und niemand hat sich getraut, etwas dagegen zu sagen. Schließlich werden Interna nicht nach draußen getragen. Wenn Interna allerdings heißen, dass der Trainer kein Konzept hat und nur larifari trainieren lässt, dann gehört das sehr wohl nach draußen getragen. Und wenn es 6-7 Jahre später ist.

Ich hoffe nicht, dass Christian Lell in 6-7 Jahren ein Buch rausbringt, in dem er erzählt, wie planlos er Markus Babbel im Abstiegsjahr 2012 erlebt hat. Michael Rosentritt vom Tagesspiegel jedenfalls (der auch schon Bücher geschrieben hat), hat in seinem jüngsten Artikel eine gewisse Zynik mitschwingen lassen. Da hieß es im Teaser:

„Für Peter Niemeyer ist Hertha dabei, aus Defensive und Offensive eins zu machen – und nennt das Spielidee.“

Fies oder? Aber so sind die Berliner Medien halt, wird sich Markus Babbel denken. Allerdings: Wenn man den Medien nicht erklärt, wie die eigene Spielidee aussieht, müssen die halt nehmen, was sie bekommen. Und Babbel kann nicht behaupten, dass er nicht nach seiner Spielidee gefragt wurde. Ich glaube es war die Morgenpost (wer den Link findet, bitte in die Kommentare nein, war es nicht, es war der Tagesspiegel, danke an den Trainer), die ihn zu Saisonbeginn nach einer Spielidee fragte und ihm die Antwort, dass seine Mannschaft nie aufgebe, in den Mund legen musste. Eine zufriedenstellende Antwort hat er damals wie heute nicht gegeben.

Vielleicht sehen wir ja was davon gegen Stuttgart.

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    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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30 Kommentare

  1. Naseweiß
    Am 26. August 2011 um 11:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

    1. Völlig indiskutables BILD-Interview
    Verstehe zwar nicht, warum das Interview in die Kategorie „völlig indiskutabel“ fällt, aber gut, ist halt eine Meinung.

    2. Interview in der Stuttgarter Zeitung
    Auch hier frage ich mich als Berliner und nach Lesen des Interviews dort, was daran so falsch ist. Babbel spricht da einfach mal richtige Sachen an. Einzig die Pauschalisierung kann man dabei etwas kritisieren. Wenn man das Ganze aber etwas entspannt betrachtet, weiß man auch, welche Richtung das Interview hat. Meiner Meinung nach jaulen jetzt genau die in der Stadt auf, die es halt betrifft.

    3. Immerhertha-Diskussion
    Die Springer-Freunde (=“Betroffene“) fühlen sich halt auch angepinkelt. Komisch. Womit sie halt nicht gerechnet haben ist, dass ihnen der Hertha-Mainstream an der Stelle mal als Gegenwind ins Gesicht bläst. Die meisten Leute sehen es anscheinend genauso, dass die springerdominierte Presse schnell mal Kampagnen startet, so wie es ihr in den Kram passt. Und: Die Leute sind halt genervt davon. Da sind BILD und BZ natürlich die Vorreiter, aber auch de MoPo hat leider leichte Tendenzen in die Richtung.
    Ich hoffe, der Verein Hertha BSC bleibt da seiner Linie treu und vor allem standhaft. Sie sind in erster Linie sich selbst und dem Verein verantwortlich und nicht die Medien bestimmen, was bzw. wie im Verein zu laufen hat.
    Medien sollen sich kritisch mit dem Verein, insbesondere seinen Leistungen auf dem Platz, auseinandersetzen – Medien sind aber keine Götter. Sprich, die dürfen sich vielleicht auch mal selbst hinterfragen. Einen Anstoß dazu haben sie von Markus Babbel bekommen. Nur, wir alle wissen – und die aktuellen Reaktionen von BZ, BILD, Kurier und in Teilen auch MoPo zeigen es ganz deutlich – der Wille zur Selbstreflexion an der Stelle ist nicht sehr ausgeprägt.

    4. Spielidee
    OK, das Thema kann man immer diskutieren, vorrangig dann, wenn aktuell wenig Erfolg da ist. Da gebe ich jetzt aber auch zu, da fehlen mir passende Gegenargumente. Ich persönlich glaube zwar nicht, dass Babbel/Widmeyer KEINE Spielidee haben. Möchte aber vielleicht zu bedenken geben, dass immer auch ein Gegner auf dem Platz steht, der Einfluss darauf nimmt, ob sich eine Spielidee durchsetzt oder nicht. Finde, in den letzten beiden Auswärtsspielen hat man die Spielidee erkennen können. Interessant wird doch die Frage sein, wie sie im aktuellen Heimpspiel aussehen wird. Und ob sie sich durchsetzen lässt. Insofern, die Ansage „keine Spielidee“ finde ich zu wenig differenziert. Z.B., wie schon gesagt, die Spielidee der letzten beiden Spiele war zu erkennen, aber nicht wirklich erfolgreich (im Sinne von „3 Punkten“). Ist das dann deshalb nun gar keine oder eine schlechte Spielidee gewesen, die dem Herthaspiel zu Grunde lag? Oder muss man da nicht eher individuelles Unvermögen z.B. im Torabschluss anprangern? Ist das dann aber wirklich eine Frage der Spielidee oder nicht eher eine Frage individueller Schwächen (also allenfalls eine Frage der mangelhaften Umsetzung der Spielidee)?

    • Daniel
      Am 26. August 2011 um 11:40 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ich kopiere mal meinen Facebook-Kommentar hier rein:

      Viel wichtiger ist für mich die Frage, ob hinter seinen Aussagen ein Plan steckt bzw. ob ihm bewusst ist, was er da macht oder ob es sich gar keine Gedanken darüber macht, was er da erzählt. Die Frage kann man eins zu eins auf die Leistungen der Mannschaft übertragen: Ist „kompakt stehen“ schon eine Spielidee? Oder fehlt da nicht noch was? Sieht Babbel das? Weiß er, wo die Probleme liegen? Ich lese nichts davon, weil er dazu nie etwas sagt. Stattdessen macht er andere Brandherde auf.

      • Daniel
        Am 26. August 2011 um 11:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Was ich also sagen will: Warum beantwortet Babbel nicht die wirklich wichtigen Fragen?

    • Achim
      Am 26. August 2011 um 12:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

      hey naseweiß(…?) zu info die berliner morgenpost ist ein ebenso ein käseblatt des axel springer verlags, wie die bz und natürlich die bild.
      ich sag immer nur das die morgenpost die bz mit fremdwörtern ist.

      zu babbels interview(s):
      etwas unglücklicher zeitpunkt, bedenkt man die zwei punkte die wir bisher erst haben. allerdings wer die interviews in der stuttgarter zeitung und den stuttgarter nachrichten komplett gelesen hat, sieht ein das es gute interviews sind, in denen babbel nur seine eigene meinung ausspricht. und alles was er über uns berliner gesagt hat, ist sschlichtweg wahr.
      und die berliner medien sind einfach nur grauenhaft. eine bande von hetzerische schmierfinken, ohne stil anstand und moral.
      nichtmal der kollege michael rosentritt vom tagesspiegel(eine zeitung die versucht seriös zu bleiben), schafft es nicht eine sachliche objektivität zu erlangen.
      hertha hat sich durch seine desaströse vergangenheit vieles selbst eingebrockt, aber die berliner medienwelt hat es sich auch bequem gemacht in sachen hertha.
      ich sage: erstmal lesen, dann hinterfragen, dann ne meinung bilden, und eventuell mal schimpfen.

      oder einfach ausrasten! randale! platzsturm! wenn ihr absteigt schlagen wir euch tot!

  2. boRp
    Am 26. August 2011 um 11:32 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich hoffe ja wirklich, dass der Babbel nicht so vertrottelt ist, wie er sich präsentiert. Und ich hoffe, dass er den Berliner Boulevardmedien nur deshalb Weihnachtsgeschenke macht, damit sie beim Auspacken und genüsslich zerlegen ganz vergessen, auf Party-Patrick und das lethargischste Mittelfeld in der Bundesliga einzudreschen.

    Und wenn er das nicht bezweckt hat, so hoffe ich, dass es trotzdem wahr wird…

  3. josh9
    Am 26. August 2011 um 11:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hi Daniel,

    sorry also ich kann dem Blog hier gar nichts abgewinnen, lediglich dass die SpringerPresse es anscheinend tatsächlich schafft Unruhe im Fanlager zu verbreiten. An dem Bild-Interview kann ich nichts aussetzen.
    Das ist Fussball-Medien-Gedöns.
    Obwohl ich dir recht gebe, dass Babbel da wohl etwas weniger nachgedacht hatte auch wenn es der Wahrheit entspricht.
    Größenwahn aber weniger dafür tun, das hatten wir mal. Ironischerweise stand ein Schwabe dafür wie kein anderer. ;)

    und die Spielidee kann sich doch jeder selber anschauen und analysieren indem er ins Stadion geht. Soviel kann man doch jedem Fussballfan zumuten. Fakt ist, das war für einen Aufsteiger schon sehr gut wie man Auswärts auftrat. Heute folgt Teil 4

    Die Hetzkampagne der Springerpresse beruht doch nur auf der ständigen Kritik die von Babbel an die Medien zu Recht gerichtet wird.

    • Daniel
      Am 26. August 2011 um 12:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Naja, wir haben in der Vergangenheit Friedhelm Funkel dafür kritisiert, dass er zuerst hinten dicht machen wollte und vorne auf das Glück oder die Qualität der Spieler setzte. Zudem haben wir auf ihn geschimpft, weil er Phrasen gedroschen hat, wie kaum jemand zuvor.

      So, schauen wir uns also mal Markus Babbel an:

      Er spielt zunächst auf Sicherheit. Vorne mal gucken. Und in dem genannten Bild-Interview hat er nichts als Phrasen rausgehauen.

      Hmmm….

      Ich halte also nichts davon, ihn nicht zu kritisieren, weil er nicht Friedhelm Funkel ist. Sondern kritisiere ihn dafür, was er (nicht) tut. Die Aussagen nach den zugegebenermaßen wenigen Spielen bisher haben mich nicht überzeugt („Waren nicht mutig genug“), die in den Interviews sogar abgeschreckt.

      Ich will ja gar nicht in den Boulevard mit einstimmen, der ihn wegen der Aussagen in den Stuttgarter Zeitungen kritisiert. Ich habe Babbel ja auch nur dafür kritisiert, dass er dem Boulevard diese (großen) Häppchen hingeworfen hat.

      Aber solange ich das Gefühl habe, dass bei Hertha nicht bestmöglich gearbeitet wird (und ich höre nichts Gegenteiliges, sondern lese von unzufriedenen, sich anmaulenden Spielern und einem Trainer der seine sensibelsten Spieler in der Öffentlichkeit kritisiert und anschließend unüberlegte Aussagen macht. Zudem sehe ich einen blutleeren ersten Bundesliga-Auftritt, den ich mir bis heute nicht erklären kann, auch wenn das im Anschluss besser, aber noch längst nicht gut wurde), solange ich also nicht das Gefühl habe, dass bei Hertha perfekt gearbeitet wird, kann ich mich nicht ruhig zurücklehnen und sagen: Macht ihr mal, das wird schon. Dafür habe ich zu große Angst, dass wir am Ende wieder runter müssen und der Verein finanziell auseinanderbricht. Ich schreibe diese Kritiken ja nicht, weil ich Spaß daran habe. Am liebsten würde ich die Laufwege von Raffa und Co. dichterisch begleiten. Aber das geht im Moment nicht. Und ich habe halt auch nicht das Gefühl, dass sich das so schnell ändert. Obwohl ich wie gesagt der letzte wäre, der sich hier nicht gerne widerlegen ließe.

    • xyz
      Am 28. August 2011 um 12:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

      ich kann dem blog auch nichts mehr abgewinnen,
      angetreten als hertha linke ist davon nichts übrig
      nur weil man nicht rechts ist ist man nicht links..
      (ehrlicherweise hat man das auch aus dem titel genommen…)
      und tschüß…

  4. alnus.glutinosa
    Am 26. August 2011 um 12:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hey Daniel,

    sorry, aber Lahms Buch hier nur zu erwähnen, ist echt des Blogs hier unwürdig. Lahm macht Werbung für die Bild, lässt sein Buch dort vorab erscheinen und disst einen Ex-Trainer, der Interviews mit der Bild zeitlebens abgelehnt hat bzw. nicht mit den Fuzzis zusammen arbeiten wollte.
    Wer den Unsinn in diesem Geschreibsel ernst nimmt, der kann auch nicht fehlerfrei ausm Bus winken… ;-)
    Ansonsten kann ich meinen Vorrednern nur beipflichten. Bisschen weniger Springer tät ganz gut.

    • Daniel
      Am 26. August 2011 um 12:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Seh ich anders. Ja, die Bild druckt das ab und ja, dadurch wird das auch ohne Ende verkauft werden. Aber mir wird in der ganzen Diskussion um das Buch viel zu wenig darüber diskutiert, was da eigentlich drin steht. Nämlich unter vielen anderen belanglosen Dingen das oben Beschriebene: Dass in der Nationalmannschaft, also dem Vorzeige-Team des Landes, trainiert wurde wie in der Kreisliga. Ohne, dass sich irgendjemand darüber gewundert hat. Weil einfach niemand nachgefragt hat und alle nach dem Motto gefahren sind: Die werden schon wissen was sie tun. Wussten sie aber offenbar nicht. Und ich habe halt manchmal das Gefühl, dass das bei Hertha auch so ist.

      Dass ich das natürlich überhaupt nicht überprüfen kann, weil ich nie beim Training, nie in der Kabine, ja nicht mal live im Stadion dabei bin, das weiß hier jeder. Und auf dieser Gefühlsebene sind meine Blogeinträge auch zu verstehen.

  5. josh9
    Am 26. August 2011 um 12:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    also das kann ich ja nachvollziehen, aber das was gerade auf Babbel hereinbricht ist doch eine einzige Schmierenkampagne bei der man versucht mit niedersten Emotionen Leute gegen Babbel aufzubringen, und dort jetzt mit Spielidee und ähnlich einzufädeln halte ich für völlig deplatziert.

    Das hat doch sogesehen erst mal gar nichts miteinander zu tun, und auch wenn mir auch einige Sachen nicht gefallen, so stehe ich bei so einem widerwärtigem Gegenwind der Hetzpresse erst mal zu 100% hinter unserem Trainer, bis es wieder sachlich wird.
    Dann kann man gerne das eine oder andere diskutieren.

    Bis jetzt haben wir erst lediglich 3 Spiele absolviert und wenn ich mir solche desolate Teams wie den HSV anschau, dann sind wir schon um einiges weiter als so manch andere Truppe, obwohl wir Aufstieger sind, und da muss man sich eben mal davon verabschieden den tollen one-touch-Kombifussball zu sehen oder eine gänzliche Spieldominanz.
    Und zu den Aussagen vom Trainer über seinen Style. Was hat denn Favre, so für ein wirres Zeug immer in die Presse gegeben?
    Das hatte hohen Unterhaltungsfaktor aber inhaltlich war das null. wozu auch? muss man denn alles erklären? kann sich doch jeder selbst ein Bild machen oder soll man den Gegnern seine Spielidee zufaxen?

    • Daniel
      Am 26. August 2011 um 12:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Tja, wenn ich jetzt fies bin, sage ich: Babbel versucht mit diesen Aussagen über Berlin von der Diskussion über die Spielidee abzulenken.

      Das wäre natürlich völlig unsachlich, weil vermutlich weit an den Haaren herbeigezogen.

      Aber da ich schon seit Anfang der Saison und zum Teil auch schon in Liga 2 die Spielidee vermisst habe – wir haben hier ja damals oft genug darüber debattiert, dass es so aussah, als würde Babbel sich rein auf die Qualität der Offensiv-Leute verlassen – ist das keine Vermischung, sondern eine Fortführung der Debatte.

      • josh9
        Am 26. August 2011 um 13:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

        naja, Leute.
        immer schön locker durch die Hose atmen. ;)
        heute ist es ja ziemlich brütend heiss und heute abend wird tacheles geredet. Und zwar auf dem Platz.
        Dann sehen wir weiter.

        Obwohl natürlich eine Niederlage bedeutet= Babbel,wars das
        Ein Unentschieden = Der Fluch besiegt Babbel
        Ein Sieg = Babbel kann zwar Berliner nicht leiden, aber er bringt ihnen Freude

        Ja, der Fussball ist so schön naiv einfach für den Boulevard.
        Und die Leute kaufen diesen Schrott auch noch

  6. Am 26. August 2011 um 12:46 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich kann Daniel nur zustimmen. Es mag zwar tatsächlich so sein, dass man – wenn man denn schon zu so einem Rundumschlag ansetzen will – den „typischen Berliner“ zu Recht so charakterisieren könnte, aber das ist nicht der Punkt.

    Babbel ist nicht Privatmann, und er hat es auch nicht in seiner Eckkneipe gesagt. Was der Trainer des einzigen Bundesligaklubs von Berlin ausgerechnet auch noch in einer Stuttgarter Zeitung über Berlin und die Berliner sagt, hat nahezu politische Bedeutung. Wenn Babbel nicht völlig naiv vor sich hin geplappert hat, was nach all seinen Äußerungen in der letzten Zeit auch keine so unwahrscheinliche Möglichkeit ist, dann drängt sich die Frage auf, was er damit erreichen will. Oder, dritte Möglichkeit: Der Mann ist mit seinem Latein (oder Bayerisch) am Ende. Seine „Stareinkäufe“ sind, vielleicht bis auf Kraft, so wenig überzeugend, dass nicht wenige sich statt eines Torun oder Ottl wieder einen Lasogga, Ruka oder Lustenberger im Team wünschen. Eine Idee vom Spiel scheint er auch nicht zu haben. Jetzt weiß er nicht mehr weiter und beginnt schon mal, einzelnen Spielern oder der bösen Umwelt die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben.

    Und, das muss ich als Wahl-Badener wirklich noch sagen: Schwaben loben geht schon mal gar nicht :-)

  7. kielerblauweiß
    Am 26. August 2011 um 14:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mir ist es einfach ein Rätsel, wieso hier und überall so viele Fans sich so sehr auf das stürzen, was in den Print-Medien über unsere Hertha geschrieben wird. Egal ob eigene Artikel oder eigenartige Interview-Interpretationen.

    Die Medien sind es nämlich ausschließlich, die hier „neue Fässer auf machen“. Sehr gut daran zu erkennen, dass du den Halbsatz direkt als Link zu einem Bild-Artikel benutzt hast. In diesem stehen so schöne Sätze wie dieser: „Vielleicht sollte er mal seine Hotel-Suite verlassen und sich ein bisschen besser in Berlin umgucken, wie kräftig hier die Menschen anpacken können.“ Was für eine schleimige Anbiederung von einem Blatt, dass schon zigfach Arbeitslose als Schmarotzer und Faulenzer angeklagt hat.

    Du schreibst es ja selbst: „Allerdings: Wenn man den Medien nicht erklärt, wie die eigene Spielidee aussieht, müssen die halt nehmen, was sie bekommen.“ Und das machen sie ja nur allzu gerne und ich gebe nullkommanix darauf.

    Auch die Zynik von Herrn Rosentritt mit seinem Satz „“Für Peter Niemeyer ist Hertha dabei, aus Defensive und Offensive eins zu machen – und nennt das Spielidee“ ist mir schnuppe.
    Im ganzen Artikel finde ich auch keine Aussage in dem Niemeyer das Wort Spielidee benutzt – das sagt schon genug.

    Mich stört es auch nicht, dass ich nirgendwo Babbels Spielphilosophie nachlesen kann. Ich schau mir die Spiele an und bilde mir dann meine Meinung.

    Und wer ist eigentlich Philipp Lahm??

  8. Halblinks
    Am 26. August 2011 um 15:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    ich kann Daniels Irritation auch nachvollziehen. Mich verwundert zudem, dass eine Mehrzahl der Kommentierer (hier und anderswo) darauf abzielen, dass Babbel „doch irgendwie Recht hätte“ und die Auseinandersetzung mit seinen Aussagen dann gleich noch zu einer Presseschelte genutzt werden.

    Erstens mal kann ich als gebürtiger Berliner nur sagen, was ein Berliner eben sagt, wenn er von einem Nicht-Berliner kritisiert oder herabgewürdigt werden soll: „Wenns dir nicht passt hier, dann hau doch ab!“. Wir Berliner sind viel zu arrogant, um uns von solchen Aussagen ernsthaft angreifen zu lassen. Und das meine ich ernst.

    Mich verwundert doch vielmehr, dass Babbel in einen Tenor stößt, den Michael Preetz auch schon öfters angestimmt hat. Und der hat immer etwas mit gelernter Demut und Zurückschrauben des Größenwahns zu tun. Ich denke, grundsätzlich geht die breite Mehrheit in Berlin da sogar mit. Für Berliner Verhältnisse hat man unglaublich viel Demut gelernt im letzten Jahr.
    Nur, diesen Größenwahn jetzt in Stuttgart pauschal den Berlinern und der dortigen Medienwelt „in die Schuhe“ zu schieben ist hanebüchen hoch 10.
    Wer hat sich denn ohne Not bereits im Juli zu Aussagen hinreissen lassen, dass man nach den ersten drei Spielen 9 Punkte haben will und das Pokalfinale zu erreichen wäre???? Wer war das denn? IST DAS DEMUT, Herr Babbel?
    Lustigerweise habe ich nirgendwo in der ach so reisserischen Berliner Presse gelesen, dass man ihm jetzt nach den ersten drei Spielen die im Bezug zu seiner eigenen Zielvorgabe desaströse Bilanz vorgehalten hätte.

    Irgendwie passt beim Trainer Anspruch und eigenes Handeln nicht richtig übereinander. Und das bereitet mir Sorgen. Wenn Eigen- und Fremdwahrnehmung nicht passen, wissen Psychologen das sehr weitreichend zu interpretieren.

    Und nochmal ein Satz zum Thema Konzept/Spielidee: Ich finde es mehr als bedenklich, wenn ein Trainer jedesmal Paltitüden raushaut oder sich windet, wie ein Aal, wenn er nach seiner Spielkonzetion gefragt wird. Beantwortet hat er eine solche Frage noch nie!!!! Warum nicht?
    Da man auf dem Platz eben eine solche auch nicht wirklich zu erkennen glaubt, bleibt hier mehr als ein flaues Gefühl. Und das, da hat Daniel Recht, schon seit Längerem, nicht erst seit ein paar Wochen.

  9. Vinnie
    Am 26. August 2011 um 16:46 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wahrscheinlich hat Babbel Recht! Wir Berliner haben eine überzogene Erwartungshaltung! Da erwarten wir doch ernsthaft, dass Hertha die Klasse hält! Mit Babbel als Trainer klingt das tatsächlich nach Größenwahn!

  10. Am 27. August 2011 um 07:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    wer den Link findet, bitte in die Kommentare

    Hilft das hier vielleicht?

    • Daniel
      Am 27. August 2011 um 08:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Exakt das meinte ich.

  11. HerthaFansince1989
    Am 27. August 2011 um 11:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @halblinks: Was hätten Sie denn gesagt, wenn der Trainer vor Saisonbeginn gesagt hätte „2 Punkte aus den ersten drei Spielen reichen, mehr muss es nicht sein! Ach ja und spätestens in der zweiten Runde des DFB-Pokals rausfliegen ist auch OK, wir waren ja wenigstens dabei!“
    Sorry, als Trainer muss man seinen Spielern IMMER vermitteln das man ein Spiel gewinnen will und genau das hat er getan! Das es natürlich nicht immer reicht, da der Gegner ja auch gewinnen will ist doch wohl logisch!

    Ich, als geborener Berliner, finde keine von Babbels Aussagen „diskriminierend“ (vor allem wenn man sich mal die kompletten Texte zu Gemüte führt und nicht nur die „Schlagzeilen“ in der hiesigen Presse) und die die jetzt aufjaulen (hallo Springer-Presse!) fühlen sich wohl angesprochen!

    Um Hr. Pispers mal ein bisschen abzuwandeln: „Es gibt in der Berliner Medienlandschaft viele Idioten! Da diskutier ich auch nicht drüber! Und wenn ein ach so toller Zeitungsfuzzi der Meinung ist er kennt keine Idioten unter seinen Kollegen, dann kennt er aus einem ganz bestimmten Grund keine!“
    Die Berliner Presselandschaft ist völlig runtergekommen, hier geht es nur um Quote und nicht um Journalismus! Von daher hat Babbel Recht!

    • Halblinks
      Am 27. August 2011 um 18:46 Uhr veröffentlicht | Permalink

      von einem auf Demut und realistische Einschätzung der Machbarkeiten abzielenden Trainer erwarte ich überhaupt keine Ansage zu den Punkten aus den ersten Spielen. Warum auch?
      Das ist es doch, was ich ihm vorwerfe.
      Was er intern sagt, um die Mannschaft zu motivieren, kann uns doch ganz egal sein.
      Er kann sich aber nicht über das Anspruchsdenken der Berliner und ihrer Medien beschweren, wenn er selber „ohne Not“ die Vorlagen liefert.

      Und im Übrigen ist es mir zu banal und kurzgesprungen jetzt einfach die gesamte Berliner Medienlandschaft als Idioten abzutun und das auch noch als Argument zu bringen, dass Babbel recht haben würde.
      Idioten gibt es überall, das ist keine Argumentation.

      • Halblinks
        Am 27. August 2011 um 18:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

        ach und nochwas:
        Wenn die Berliner Medienvertreter aus seiner Sicht alles eher unsachliche Idioten sind, warum beantwortet er sachliche Fragen, wie die zur Spielkonzeption seinerseites mit idiotischen Ausflüchten?

  12. alfonsb
    Am 27. August 2011 um 20:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

    heul doch o.O

    so fail, wenn man aufn oberflächlichen bauernkommentar so abgeht…

  13. Am 28. August 2011 um 00:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Na dann alles Gute an die Hertha. Babbel gehört übrigens nicht nach Berlin.

    Was zu schmunzeln gibt es hier:
    http://northend1889.blogspot.com/2011/08/polizei-rainer-berichtet-von-hertha.html

    • Morix
      Am 30. August 2011 um 09:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

      habe nichts zum schmunzeln im verlinkten Beitrag gefunden.

  14. Vinnie
    Am 28. August 2011 um 15:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Was mich ‚mal interessieren würde: Worauf gründet eigentlich die Legende vom Berliner Größenwahn? Seit ich zurück denken kann, wird uns Hertha-Fans das vorgeworfen. Nur: Ich hatte immer das Gefühl, dass sich in unserer Anhängerschaft blauäugige Träumer, Schwarzmaler und Realisten in einem ähnlichen Mischungsverhältnis befinden, wie bei jedem anderen Club.

  15. Am 29. August 2011 um 09:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Vinnie: Das begründet sich meines Erachtens aus der Zeit, als die Hertha international spielte. Ist ein paar Jährchen her – aber damals wollte man (unter der Hand natürlich nur) als Hauptstadtverein die zweite Kraft im deutschen Fußball werden. Da war oft vom schlafenden Riesen die Rede … auch Beckenbauer blies in dieses Horn. Nicht zuletzt hing das aber wohl auch mit den damaligen Investitionen (sind heute Schulden?) zusammen …

  16. Am 29. August 2011 um 16:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schade Daniel,
    leider hast du zwei wichtige Fragen hier unnötig miteinander vermengt – die Stimmungsmache der Presse und das Spielsystem der Hertha.

    Enno hat rasch und richtig geantwortet auf die Provokationen des Springer-Journalisten Kleinemas bei immerhertha.
    http://www.immerhertha.de/2011/08/25/herr-babbel-provozieren-sie-eigentlich-ihren-rauswurf/#comment-33986

    Die Frage der fehlenden (oder zumindest nicht erkennbaren) Spielidee ist eine andere. Ich habe als Zuschauer bestenfalls mal die Zeit, um ein Spiel live zu schauen, oder das öffentliche Training zu besuchen. In Echtzeit erscheinen diese bei dem hohen Tempo oft nicht plausibel. Ich habe weder das Equiment noch ein Zeitbudget für detaillierter Videoanalysen. Als Zuschauer kann ich nur aufgrund meiner flüchtigen Eindrücke sagen: „Sah gut aus“ oder „Ging daneben“ oder … Der Trainer könnte die Spielidee(n) ggf. den Medien auch mit Hilfe pseudofachlicher Vokabeln darstellen. Stattdessen versucht er sich in humorvollen Allgemeinplätzen. Hierbei erinnert er mich jedoch nicht an Friedhelm F. , sondern eher an Hans Meyer. Sofern bei Babbel die Erfolge stimmen, werden sich voraussichtlich die Medien am ehrlichen Charakter und derben Humor von Markus Babbel die Zähne ausbeißen.

  17. Vinnie
    Am 30. August 2011 um 19:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Northend: Ja, ich erinnere mich, nur ging es da ja um ein Paar Fußball-Funktionäre (unter ihnen Schwaben und Bayern) und nicht um den Hertha-Fan oder den Berliner an sich.

  18. Am 1. September 2011 um 07:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Vinnie: … sicherlich richtig – aber die Ansprüche steigen ja parallel immer etwas mit. Auch beim Fan. Der „Berliner an sich“ ist sowieso cool. Und das sage ich als Sachse.