Ein ganz normaler Absteiger

Als der Ball über den Arm von Jaroslav Drobny ins Tor flog, war auf dem Gesicht von Levan Kobiashvili Resignation abzulesen. Der Blick war stellvertretend für alle Herthaner. Da war kein Oliver Kahn, der den Ball aus dem Tor holte und schrie: „Wir sind hier besser! Also haut den Ball da drüben rein!“ Da war kein Stefan Effenberg, der Lukasz Piszczek zur Seite nahm und ihm Druck machte, er müsse seinen Fehler schleunigst wieder gut machen, sonst könne er sich nach dem Spiel etwas anhören. Es war niemand da, der Verantwortung übernahm und sich gegen das Schicksal stemmte.

Sports News - April 11, 2010

Man kann es ihnen fast gar nicht vorwerfen, wohl jeder Hertha-Fan zuckte im Moment des Gegentores zusammen und dachte, dass es einfach nicht sein wahr sein könne. Hertha hatte wieder gut mitgespielt. Chancen gehabt. Und – natürlich – auch Fehlentscheidungen kassiert. Wie das halt so ist im Abstiegskampf. Und dann kam diese Szene, die so sinnbildlich für den Niedergang von Hertha BSC in dieser Saison ist. Die Art und Weise, wie Lukasz Piszczek in der 74. Minute frei gespielt wurde, gibt es im Abstiegskampf eigentlich gar nicht. Schnell, direkt, flach – und Piszczek kann Richtung Strafraum gehen.

Dort hat er alle Möglichkeiten: Selbst schießen, den einen Stürmer suchen, den anderen Stürmer suchen, einen Elfmeter schinden oder mit Wucht einen Gegenspieler anschießen. Doch Piszczek spielte den Ball zu einem roten Stuttgarter, als hätte er auf dem Weg in den Strafraum vergessen, dass er blau trägt. Auf der anderen Seite bekommt Cacau den Ball, zieht nach Innen und schießt – wie es die Herthaner zuvor so oft getan hatten – allerdings in Richtung Tor. Steve von Bergen hält den Fuß dazwischen – wie er es in dieser Saison gefühlt zum zwanzigsten Mal getan hatte – und von dort geht der Ball ins Tor. Es ist eine Verkettung von Unvermögen und Unglück gewesen, die Hertha überrumpelte.  Sports News - April 10, 2010

Dass es nicht mal zu einem Punkt reichte, lag allerdings nicht an einer Verkettung von Unvermögen und Unglück, sondern am Fehlen von Typen in dieser Mannschaft. Symptomatisch zeigte sich das – mal wieder – in der Person von Raffael. In der letzten Woche noch als überragender Kämpfer gelobt, hatte er in dieser Woche Probleme, weil Stuttgart die Räume eng machte und ihm keinen Platz ließ. Aus Frust schoß er den Ball nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung bei einem Einwurf in Richtung Schiedsrichter – und konnte froh sein, nicht vom Platz geflogen zu sein.

Das Fazit ist, so hart es klingen mag und auch auf die Gefahr hin, dass es abgedroschen klingt, dass es eben einfach nicht reicht. Daran, dass die Spieler das Tor nicht treffen, ist nicht der Schiedsrichter schuld. Chancen waren auch über die beiden Fehlentscheidungen hinaus da. Sie werden einfach nicht genutzt. Stattdessen wird zu früh, zu hastig oder zu ungenau abgeschlossen. Wenn der Schiedsrichter das Abseits von Gekas nicht wegpfeift, vergibt der Grieche die Chance vielleicht genauso, wie gegen Dortmund. Und dass Gojko Kacar sich vielleicht doch noch mal überlegen sollte, nicht doch lieber Kicker beim Football zu werden, zeigen seine regelmäßig in den Nachmittags- oder Abendhimmel gehenden Fernschüsse. Schiedsrichterschelten geben den Spielern Alibis – so berechtigt sie sein mögen. Sports News - April 10, 2010

Ich würde auch gerne sagen: Das ist eine Verschwörung, die Schiedsrichter/der DFB/die Illuminaten wollen Hertha in der zweiten Liga sehen. Aber ganz ehrlich, das ist peinlich. Denn Hertha wäre nicht der beste Absteiger aller Zeiten. Hertha wäre ein ganz normaler Absteiger, der phasenweise und bis zum Strafraum zu gutem Fußball fähig ist. Weil ein Fußballspiel aber „kling“ minimum 90 Minuten dauert und außerdem „kling“ immer durch Tore entschieden wird, ist es meiner Meinung nach vermessen, vom besten Absteiger aller Zeiten zu sprechen.

Das meint Enno zum Spiel: Die Sapir-Whorf-These

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    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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23 Kommentare

  1. sehnsuchtberlin
    Am 11. April 2010 um 22:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    es ist doch echt zum verzweifeln, mann macht wieder das spiel, hat chancen und am ende gewinnt der gegner durch eine aktion und wieder mal *guter* leistung des schiris. es is wie eine seuche diese saison, hertha nimmt jedes pech mit offenen armen endgegen.
    von der spielweise is hertha bedeutend besser als 4-5vereine vor ihnen aber dieses blöde kleine ding, namens *ball* weigert sich aus irgend einem grund ins tor zugehen.
    gestern standen mir schon die tränen in den augen, aus verzweiflung und weil es das wohl endgültig war.
    hab echt angst, das das team total auseinander fällt beim abstieg, wenn raffa,kringe,cicero,friedrich,kacar,ramos,lusti, u.s.w gehen und dann vielleicht nur noch ein artur bleibt, den keiner will.

    HOFFEN WIR ALLE AUF EIN WUNDER,

    DAS UNSERE ALTE DAME ES DOCH NOCH PACKT

  2. Enno Enno
    Am 12. April 2010 um 08:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Du hast schon Recht, Daniel. Es sind die fehlenden Tore, die der Hertha das Genick brechen werden. Aus dem Mittelfeld kommt da in dieser Saison zu wenig und von den Stürmern sowieso. Und es ist schon ziemlich auffällig, dass Hertha nur dann Tore schießen kann, wenn der Gegner sie lässt. Gegen Dortmund und Stuttgart war das ziemlich offensichtlich. Bis zur Box geht einiges und das sieht weitaus besser aus als bei vielen anderen Mannschaften in der Liga. Aber es nützt ja nichts, wenn Hertha in Schönheit stirbt, weil sie vorne die Buden halt nicht macht.

    Die Hoffnung besteht nun also darin, auf die Mithilfe der nächsten Gegner zu setzen…

  3. Am 12. April 2010 um 11:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wahre Worte Daniel. Nach dem 0:1 habe ich mich übrigens genauso gefühlt wie Rafael oder Kobiashvili, der es tatsächlich zustande brachte 4 klare Fouls innerhalb von 1 1/2 Minuten zu begehen. Denn ehrlich gesagt spielte Hertha bisd vor den 16er zwar passabel, aber ernsthaft gefährlich wurde es kaum.

    Trotz allem wird für mich Hertha der beste Absteiger aller Zeiten, weil dieses unvermögen Tore zu schießen ausnahmslos jede Mannschaft als Grundvoraussetzung mitbringen muss um so weit unten zu stehen. Ein Absteiger wäre also kein Absteiger, wenn er dieses Manko nicht hätte. Spielerisch hat sich Hertha in den letzten Monaten überaus stark präsentiert.

    PS: Es gab noch keinen Absteiger, der den Deutschen Meister mit vier Toren Differenz geschlagen hat. Und jetzt fang bitte nicht damit an, dass der Sieg ja nur zustande kam, weil Wolfsburg einen unglücklichen Tag hatte. Das hatten wir schon mal.

  4. kendo
    Am 12. April 2010 um 15:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wo ich den Typen mit dem Harlekins-Pulli sehe:

    „Wir räumen alles ab, wir räumen alles ab,
    3 Punkte für die Reichshauptstadt.
    Wir räumen alles ab…
    Wir singen…“

    Tja, so richtig leid tun könnt ihr mir daher nicht. Solche Fans braucht kein Mensch. Viel Spaß in Liga 2 bei euren „Kameraden“ (Rostock, Cottbus, etc.)

    • Enno Enno
      Am 12. April 2010 um 16:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ich verstehe deinen Kommentar nicht so richtig, kendo. Mir ist bewusst, dass es bei den Harlekinz einige Typen gibt, deren „politische“ Meinung wir nicht unterstützen. Aber von dem Foto auf den Typ und seine Einstellung und dann sogar noch auf alle Herthaner zu schließen, scheint mir etwas zu pauschal zu sein. Gerade hier auf dem Blog zeigen wir doch, dass es auch andere Herthaner gibt.

      • kendo
        Am 12. April 2010 um 16:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Da der Gesang ganz „offiziell“ auf der Harlekinz-Seite steht, bin ich einfach mal der Meinung, dass der Typ sich damit identifizieren kann. Dass ihr davon nix haltet ist klar, das lese ich in diesem Blog. Auch hat Hertha, insb. Preetz sich ja sehr gegen rechts engagiert, ist z.B. auch gegen Steinar-Deppen im Oly vorgegangen. Trotzdem scheint das auf viele „Fans“ wenig Eindruck zu machen. Die Reichshauptstadt-Kiste muss man sich ja nu ständig anhören, ganz zu schweigen davon, was man schon teilweise vorher bei der Anfahrt erleben darf („nieder mit der Zeckenpest“ ist da schon das harmloseste). Ja klar gibt es korrekte Fans, die gibts ja (fast) immer. Aber das Hertha hier ein größeres Problem hat als andere Vereine, ist ja nun auch kein Geheimnis. Und solange sich hier die Ultras nicht konsequent abgrenzen, bin ich mit Liga 2 durchaus einverstanden.

        • Enno Enno
          Am 12. April 2010 um 16:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Das kann man natürlich so sehen, dass man alle Vereine mit „Problem-Fans“ in die zweite Liga schickt. Aber wer würde dann noch bleiben?

          Du schreibst, dass Hertha da größere Problem habe als andere Vereine. Ohne dass ich die vorhandenen Probleme durch einen Vergleich marginalisieren wollen würde, fallen mir für die Bundesliga nur wenige Vereine ein, bei denen nicht ein ähnlicher Mob vor und nach den Spielen durch die Straße zieht.

          Was ich bei Fans des HSV, von Bremen, Hannover, Frankfurt, Dortmund, Schalke, Stuttgart, Bayern, Nürnberg usw. schon erlebt habe, steht deinen Beobachtungen kaum nach. Leider!, muss man dazu sagen. Allerdings kommen die in der Regel nicht aus der „Reichshauptstadt“. Dafür werden andere Fans ebenfalls gerne als Homos, Juden, Zecken und Arbeitslose „beschimpft“.

          Insofern verstehe ich nicht ganz, warum ausgerechnet Hertha da schlimmere Fans haben sollte, als die meisten anderen Vereine. Es ist ätzend. Und ich wünschte mir, es wäre anders. Aber als Grund für einen gerechtfertigten Abstieg kann ich das im Vergleich zu anderen Mannschaften nicht verstehen.

          • kielerblauweiß
            Am 12. April 2010 um 22:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Möchte dir mal danken enno, dass du es schaffst, solchen Kritikern ganz sachlich zu begegnen und ihre Argumente zu schwächen. Das Auftrten einiger Hertha-Fans auswärts gefällt mir auch nicht – weiß aber nicht, warum sich dann hier jemand melden muss, um noch den Finger in die Wunde zu legen.

          • kendo
            Am 12. April 2010 um 23:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Ich rede nicht von 08/15 Fans sondern von den Ultras und von den Dingen, die im Stadion abgehen, und das ist halt wahrhaftig nicht immer nur Uffta. Wenn eine große Ultra-Gruppierung auf ihrer Homepage von „Reichshauptstadt“ faselt muss man sich davon distanzieren und nicht noch einen von den Heinis in Trauerpose hier posten.

    • Chuck
      Am 13. April 2010 um 08:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

      @ kendo:
      Bin mir zu 99% sicher, dass das KEIN Harlekins Pullover ist … da steht Karlsruhe. Okay, der Großbuchstabe ist aus dieser Perspektive schwer zu identifizieren, aber der letzte (der telweise vom Schal verdeckt ist), ist nach links unten offen – deutet also auf ein „s“ hin und nicht auf ein „e“.
      Sonst wurde schon alles zu deinen merkwürdigen Schlußfolgerungen geasagt. BTW, man muss Dinge nicht verharmlosen, kann sie aber auch falsch gewichten und überbewerten.

    • Am 13. April 2010 um 16:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Kendo, was du hier erzählst ist mit Abstand der hirnloseste Müll den ich seit langem gehört habe.
      Ersteinmal: Das auf dem Foto ist sicherlich niemand von den Harlekins oder einer anderen Ultragruppierungen, jeder der auch nur etwas Ahnung von der Fanszene hat erkennt das aus 100 Meter entfernung…wohl auch ein Beleg dafür dass du über Dinge redest in denen du gar keinen Einblick hast.
      Die politische Einstellung einer Gruppe anhand eines uralten Herthaliedes festzumachen dass schon vor Jahrzehnten gesungen wurde ist völlig abstrus.
      Ein großteil der Leute in der Fanszene von Hertha BSC hat eine Linke Einstellung, viele angagieren sich gegen Nazis oder sonstigen antifaschistischen Themen. Auch hier zeigt sich wieder deine Unwissenheit denn würdest du die Fanszines die HB regelmäßig rausbringt kennen, wüsstest du dass darin auch Texte die sich gegen Nazis, Kapitalismus etc. richten platz finden!
      Das Verhalten irgendwelcher Suffkutten auf die Szene zu übertragen ist ebenfalls daneben. Was können die Ultras dafür wenn irgendwelche besoffenen Leute die meinen sie wären die Größten weil sie alle Fanshopschals besitzen und 2 mal im Jahr Auswärts fahren rassistische Parolen von sich geben?
      Wärst du wenigstens ab und zu mal auf einer Auswärtsfahrt zugegen wüsstest du dass es schon öfters…ich nenne es mal “Ordnungsschellen“ für solche Leute seitens der Ultras gab…anders kann man mit solchen Leuten schlichtweg auch nicht umgehen.
      Dazu kommt dass viele Leute in den Ultragruppen ausländische Wurzeln haben, es gibt Leute aus Kroatien, der Türkei, Spanien, Argentinien, asiatischen Ländern usw, glaubst du dass diese Leute in den Gruppen toleriert werden würden wenn es dort nur im Ansatz eine rechte Meinung geben würde?!
      Denk also bitte das nächstemal etwas nach bevor du solche Gerüchte in die Welt setzt, soetwas kann weitaus weitrechendere Konsequenzen haben als du denkst!

  5. Am 12. April 2010 um 17:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ja – und ein wenig nein. Dein Beitrag, Daniel, trifft es ganz gut (wie auch vorher Enno einen anderen Aspekt ebenso treffend beschrieben hat), aber in zwei zusammenhängenden Details möchte ich Widerspruch anmelden.

    Ich habe vom Spiel leider nur die Minuten um das Tor von Cacau verfolgen können, aber was ich da gesehen habe, reicht mir dafür.

    Die Schiris haben tatsächlich einseitig gepfiffen. Zwar nicht unbedingt in den „großen Sachen“ (obwohl das anscheinend auch in Halbzeit 1), aber auch in den vielen kleinen Einzelentscheidungen, die so ein Spiel auch prägen. Raffaels Frust z.B. kann ich sehr gut verstehen. Dem hat man angesehen, dass er irgendwas zwingen wollte, dass er mit dem Rückstand nicht zufrieden war. Und dann werden innerhalb von wenigen zwei Einwurf-Entscheidungen, die ganz klar für ihn hätten ausgehen müssen, in die andere Richtung gelenkt. Nix „vermeintlich“ – das war eindeutig und war in der Zeitlupen-Wiederholung von Sky auch so zu sehen.

    Und als sich mal Wichiniarek auf rechts durchzusetzen drohte (ein solches Ereignis hätte eh an den Grundsätzen der Physik gerüttelt), bekam er ein Foul angelastet, obwohl ihm sein Gegenspieler vorher die Pranke in den Nacken rammte.

    Das sind so die Kleinigkeiten, die, wenn es eh nicht läuft, eine Mannschaft entweder in den Frust treiben oder ihren Mut verlieren lassen. Nach diesen Schiri-Entscheidungen war die Luft raus.

    Also der Wille wurde zwar nicht so telegen artikuliert wie von einem Effenberg oder Kahn, aber er war durchaus da. Nur war er vielleicht nicht stark genug, auch noch die Hürde der „Unparteiischen“ zu überwinden.

    Eigentlich war meine erste Reaktion, dass eine Jahresnetzkarte der Bahn gegen einen neuen Benz vor der Tür immer abstinken muss, aber das Gerede von Verschwörung oder Bestechung kann man sich wohl tatsächlich schenken. Wenn man unten drin steht, dann kommt zur Abwesenheit des Glücks eben auch immer das Pech dazu. Und die Typen, die man dazu bräuchte, einen da rauszuholen, die hätten es sowieso verhindert, dass man da gelandet wäre.

    Bislang hat die Hertha immer am besten gespielt, wenn sie abgeschrieben war. Demnach stehen uns noch ein paar tolle Siege bevor!

    • Enno Enno
      Am 12. April 2010 um 17:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Genau auf die zwangsläufig bevorstehenden Siege freue ich mich schon. Auch wenn es dann wohl in letzer Konsequenz nicht reichen wird. Leider…

    • Am 12. April 2010 um 17:46 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Tja.. Es ist schließlich auch wissenschaftlich erwiesen, dass Heimteams, Mannschaften in Roten Trikots (kein Scherz!) und Mannschaften, bei denen die Fans besonders dicht am Spielfeldrand sind überproportional bevorteilt werden. Vor ein paar Jahren hat man sich leider dafür entschieden das Olympiastadion für unsummen zu restaurieren. Hinzu kommt, dass Vereine, die in der Tabelle weiter unten stehen auch noch weniger bevorteilt werden als andere.

      Da kann man eigentlich keinem einen Vorwurf machen, denn schließlich sind diese Einflüsse psychologisch zu erklären und Schiedsrichter keine Maschinen.

      Was Michael Preetz jetzt mit seinem Brief an den DFB nun erreichen will ist mir schleierhaft. Er wird genau so gut wie wir alle wissen, dass falsche Entscheidungen nicht mehr nachträglich revidiert werden können. Aber soll er ruhig. Schließlich stimmt es ja zumindest inhaltlich und wie es den Medien zu entnehmen ist stellt Preetz auch keine Forderungen an den DFB. Nichts desto trotz bin ich mir sicher, dass mit diesem Brief viel Häme und Unverständnis in den nächsten Tagen auf uns zu kommen wird.

  6. Mirko030
    Am 12. April 2010 um 18:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Der Brief wird sich nicht das Spiel oder die vielen Entscheidungen revidieren. Aber wenn ich lese, dass der Linienrichter, der das „Abseits“ gesehen hat oder den Handeelfmeter nicht gesehen hat aus Hannover kommt und Herr Weiner nur 25 km von Hannover entfernt wohnt, kommen einen doch wirklich komische Gedanken. Oder sehe ich das alleine, dass solch eine Schiriansetzung in solch einer brisanten Situation völlig falsch ist?

  7. Am 12. April 2010 um 18:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Mirko030: In eurer Situation ließe sich doch bei fast jedem Schiedsrichter ein Grund finden, ihn abzulehnen. Zum Beispiel westfälische oder bayerische, da es für den S04 und die Bayern besser wäre, wenn Hertha vor den letzten beiden Spieltagen schon abgestiegen wäre.

    Die Situationen im Stuttgart-Spiel waren auch nicht soo eindeutig, vor allem der verweigerte Handelfmeter. Insofern hat Felix schon recht: Durch den Brief und die Aussagen von Preetz wird einiges an Häme auf euch zukommen – zu Recht.

  8. Mirko030
    Am 12. April 2010 um 19:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Na dann möchte ich doch mal sehen, was bei folgender Situation passieren würde: Es ist letzter Spieltag, Schalke und Bayern sind punktgleich. Und jetzt erfahren die Bayern, dass der Linienrichter und der Schiedsrichter aus Gelsenkirchen kommen. Den Aufschrei der Bayern möchte ich ja zu gerne mal hören. Und als Krönung wird Schalke Meister (ich hoffe das wird nie passieren) aufgrund eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters aus Gelsenkirchen. Ich möchte nur dieses Geschrei der Bayern hören.

    Aber Nick man kann ja auch die Augen verschliessen und sagen, dass alles korrekt gepfiffen wurde und Hertha nie benachteiligt wurde. Sicher haben Sie auch noch Chancen gehabt, aber da wäre bestimmt auch noch eine weitere Abseitssituation oder ein Foul bestimmt noch als Ersatz übrig gewesen, um ein Herthator zu verhindern.

  9. obelix
    Am 12. April 2010 um 21:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich lese heute, dass Hertha ständig von den Schiris benachteiligt werden. Verstehe ich nicht, seit Hoyzer weiß doch jedes Kind. Werd genug Kohle hinlegt hat auch den Schiri auf seiner Seite. Es scheint ja wirklich was Wahres dran zu sein. Denn die Entscheidungen hätte jeder Fielmannkunde ohne Brille gesehen. Aber vielleicht will der DFB den Hauptstadtclub gar nicht mehr in der Bundesliga.

  10. Am 12. April 2010 um 23:43 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ach kendo. Ich kenne Leute, die diesen Spruch mit der Reichshauptstadt auch singen, obwohl sie nicht rechts gerichtet sind. Es sei schließlich ein uralter Fangesang und ein Teil der Geschichte. Solche Diskussionen sind immer wieder schwierig. Ich finde es problematisch das Wort „Reichshauptstadt“ zu verwenden und tue es auch nicht, aber bin noch lange nicht dabei alle die es tun als Nazis zu beschimpfen. Genau so wenig kann man unmöglich alle Fans die Böhsen Onkelz als rechts gerichtet einstufen. Sie sind – genauso wie die „Reichshauptstadt“-Brüller – für mich potenzielle „Gefährder“. Es ist ein fließender Übergang und nicht immer alles so klar wie es scheint. Das du jetzt „die Ultras“ an den Pranger stellst geht nun wirklich zu weit. Also lass doch bitte einfach die Kirche im Dorf.

    • kendo
      Am 13. April 2010 um 00:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Danke Felix, besser kann man meinen Punkt nicht deutlich machen. Wenn diese nicht-rechten Leute ihren uralten, mit viel Tradition geadelten Gesang von der Reichshauptstadt anstimmen, mögen sie sich bitte nicht wundern, wenn andere Leute vielleicht nicht erst einen Gesinnungstest durchführen. Das ist genau wie mit den nicht-rechten Steinar-Trägern. Und komm nicht mit den TrailerParkOnkelz, das ist langsam mal gegessen. Mir schon klar, dass das halt der Soundtrack jenseits des Rings ist.

      • Enno Enno
        Am 13. April 2010 um 08:43 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ja, der fließende Übergang. Das macht die Sache so schwer zu diskutieren. Ich freue mich aber sehr über die Anregung von kendo, weil das sonst vielleicht untergegangen wäre. So haben wir eine gute Möglichkeit uns deutlich von denjenigen abzugrenzen, die jenseits der Grenze wandeln oder mit Grenzgängen (gewollt oder ungewollt) provozieren.

        Zum Bild: Das ist im Portfolio von einer sehr großen, global tätigen Agentur (zumapress) und wird in vielen Medien (auch print) verwendet.

  11. Am 13. April 2010 um 21:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Obelix: Man kann sich natürlich Verschwörungstheorien hingeben, aber hast du auch eine Idee, warum der DFB ausgerechnet den Hauptstadtclub nicht mehr in der Bundesliga haben wollen sollte?

    @Mirko030: Der Fall, den du konstruierst, ist schon sehr zugespitzt. Wir haben noch nicht den letzten Spieltag und es sind eben noch Mannschaften aus verschiedenen Regionen Deutschlands in den Abstiegskampf verstrickt, genauso wie in den Kampf um die Meisterschaft oder die Europapokal-Plätze. Deswegen ist es für den DFB zurzeit wohl schwierig, jedwede potenziell ‚anrüchige‘ Ansetzung zu vermeiden.

  12. Hesse
    Am 15. April 2010 um 17:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Also ganz ehrlich: der Beschwerdebrief von Preetz ist ja schön und gut, aber mit Verlaub, doch eher lächerlich. Schiedsrichter sind nunmal auch nur Menschen, genauso wurde Leverkusen damals nicht Meister, weil Dortmund am vorletzten Spieltag in Köln einen lächerlichen Elfmeter bekam und weil Bayer selbst gegen Sankt Pauli einen lächerlichen gegen sich bekam. Ohne diese Entscheidungen wäre man damals Meister geworden.

    Und hier liegt der Unterschied zur Hertha: ihr hättet es auch ohne diese Fehlentscheidungen nicht geschafft. Wer in der Hinrunde geschlagene sechs Punkte holt, der ist einfach nich Bundesligatauglich. Vielleicht einfach mal aus dieser Richtung betrachten.

Ein Trackback

  • Von Typen | Hertha BSC Blog am 16. April 2010 um 11:01 Uhr veröffentlicht

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