Ein Sieg für die Ruhe

Fußball! Man hatte ja schon vergessen, dass es eigentlich darum geht. Das Runde ins Eckige und so. Einige werden sich erinnern.

Hertha trifft im DFB-Pokal auf den 1. FC Kaiserslautern und nach den Spielen gestern bin ich fast froh, dass es Hertha nicht mit einem zweit- oder drittklassigen Verein zu tun bekommt. Denn deren Leistung steigt in Pokalspielen eigentlich immer um mindestens zwei Klassen – weshalb dann so Spiele herauskommen, wie der knappe 2:1-Erfolg der Bayern in Bochum. Heute heißt es: Abgezockt. Gestern war man in München einfach nur froh, endlich Winterpause zu haben.

Kaiserslautern also. Zu Hause. Das muss man eigentlich gewinnen. Aber in dieser Saison gab es schon einige Spiele, die man eigentlich hätte gewinnen müssen. Deshalb ist die Formulierung „Das sollte man eigentlich gewinnen“ die bessere. Denn nichts bringt so viel Ruhe in einen Verein wie sportlichen Erfolg.

Ruhe gab es zuletzt wenig rund um die Hanns-Braun-Straße. Wer da nun wen angelogen hat, werden wir ohnehin nie wirklich erfahren. Man ist immer so schnell mit Urteilen über Fähigkeiten oder Nicht-Fähigkeiten, aber ich kann nicht sagen, ob und was Michael Preetz da jetzt falsch gemacht hat oder nicht. Wenn er Babbel nach dessen angeblicher Absage dazu aufgefordert hat, bis zur Winterpause nichts zu sagen, hat er nichts aus dem Fall Deisler gelernt. Der sollte damals auch die Klappe halten – für den Verein. Aber wie gesagt, nichts Genaues weiß man nicht.

Außer vielleicht, dass ein Sieg heute Abend die Lage etwas beruhigen würde. Dass das nicht leicht wird, zeigt schon die Personallage. Raffael ist immer noch gesperrt. Kurz nach der Roten Karte in Hoffenheim dachte ich noch: Puh, wenigstens zählt die Sperre nicht für den Pokal. Nunja. Dazu wackelt die halbe Abwehr und ob Peter Niemeyer nach dem Einbruch in seiner Wohnung noch schlafen kann, weiß ich auch nicht.

Wie es auch immer ausgeht, es gilt als ausgemacht, dass Michael Skibbe danach bei Hertha einen Zweieinhalbjahresvertrag unterschreiben wird. Mögliche Vorstellung: Am Donnerstag. Und da hätte ich eine Bitte an all die Fans, die durch die letzten Wochen stark emotionalisiert wurden: Gebt ihm eine Chance.

Skibbe mag in der Vergangenheit Fehler gemacht haben. Die alte Leier von der fehlenden Kondition seiner Mannschaften kann ich mittlerweile schon nicht mehr hören. Aber ich denke, das wird ihm ähnlich gehen – und er wird gegensteuern. Der Mann ist fachlich einer der besten – gebt ihm die Chance, das in Berlin zu beweisen.

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    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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12 Kommentare

  1. Der Lars
    Am 21. Dezember 2011 um 09:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo und Frohe Weihnachten,

    ich will den Skibbe auch nicht, ABER wenn er dann die Fahne auf der Jacke trägt, sollte unsere 100% Unterstützung ihm und der Mannschaft gehören.

    PS. Lieber Michael Skibbe, lass den Gekas da wo er ist !!!

  2. Petra in Berlin
    Am 21. Dezember 2011 um 09:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo,
    ich habe mit Skibbe bisher nicht so die Erfahrungen als Trainer in Erinnerung und das ist auch ganz gut so ;)
    Jeder, der bei uns als Trainer anfängt, ist für mich (mindestens 100 Tage) unter Schutz. Er ist dann ein Herthaner und wird nur nach der Arbeit bei uns betrachtet. In jedem Anfang steckt ein Zauber. Ich hoffe, er zaubert uns genug Punkte für den Klassenerhalt im sicheren Mittelfeld zusammen. Das sollte mit dieser, doch intakten Mannschaft klappen. Und nächste Saison gucken wir weiter. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten allen Herthanerinnen und Herthaner und heute Abend zählt nur ein Sieg :)

  3. Klaus
    Am 21. Dezember 2011 um 10:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hm. Ruhe ist also die erste Bürgerpflicht, ganz als ob die Erschütterungen des Vereins auf rohe Naturgewalten zurückzuführen wären, an die man keine Fragen stellen kann. Ist es aber nicht doch so, dass Zweifel an maßgeblichen Personen erlaubt, angebracht und wichtig sind? Hertha hat zunächst Favre im Rahmen einer tüchtigen Schlammschlacht entlassen. Hat dann Funkel geholt (über den das Urteil ja wohl eindeutig ist). Hat dann Babbel geholt,
    hat öffentlich verkündet, langfristig mit ihm arbeiten zu wollen – offenkundig ohne das mit ihm selber genügend abzusprechen. Und ist dann in der nächsten Schlammschlacht gelandet. Dies sind die Fakten, die man abseits aller Spekulationen benennen kann. Und für mich schält sich da ein Urteil ziemlich klar heraus: Seriöses Arbeiten ist was anderes.

    Zu Skibbe: Ich kann die alte Leier „Er ist fachlich einer der Besten“ nicht mehr hören. Woher weiß man das so genau? Wieso hat er es auf keiner einzigen seiner bisherigen Trainerstationen beweisen können? Bislang steht er für weitgehend öden Nationalmmanschaftsfußball, für durchschnittliche Ergebnisse bei BVB und B04, für einen kurzen Höhenflug mit Frankfurt, samt Absturz hintendran. Und jetzt, weit hinten in der Türkei, ist seit ein paar Wochen gerade wieder ein Höhenflug zu bewundern. Nee, also…

    Es waren Namen im Gespräch, bei denen ich weniger zusammengezuckt bin.

    • Daniel
      Am 21. Dezember 2011 um 13:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Natürlich sind Zweifel und vor allem Fragen erlaubt – wer bin ich, sie zu verbieten? Ich persönlich tue mich einfach nur schwer mit der Deutung dieser Angelegenheiten. Klar sieht das blöd aus – erst die Trennung von Favre, jetzt die von Babbel und zwischendurch das Holen von Friedhelm Funkel – aber im Gegensatz zu dir hatte ich keine echte Alternative im Kopf. Und wenn man die im Kopf hat, muss sie natürlich auch zu Hertha wollen. Ob ich auf Skibbe gekommen wäre, ist noch eine andere Frage.

      Zur fachlichen Eignung von Skibbe kann ich meinen Beitrag nur in Form von anderen Zeitungs- oder Blogartikeln, sowie subjektivem Empfinden unterlegen. Wer mit 33 Cheftrainer eines Bundesligisten wird und anschließend mit Aufgaben bei der Nationalmannschaft betreut wird, kann so schlecht nicht sein.

  4. Ron
    Am 21. Dezember 2011 um 14:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich finde auch, dass man Skibbe eine faire Chance geben sollte! Auch wenn mir persönlich – rein subjektiv – ein Büskens lieber gewesen wäre…!
    Diese ganze Geschichte ist traurig, weil Markus Babbel m. E. ein toller Typ ist, der Hertha auch gutgetan hat. Nun ist alles wie immer und uns kann keiner leiden. Aber auch das geht vorüber und dann kehrt hoffentlich mal ein wenig Ruhe ein bei unserem Lieblingsverein.

  5. dns
    Am 21. Dezember 2011 um 17:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

    hmmm, nunja, so ganz überzeugt hatte mich Babbel eigentlich nie. Funkel schon garnicht. Favre rein fachlich, sicher, was er ja nun auch in Gladbach gerade beweist.
    Allerdings finde ich es schon merkwürdig, dass 2 der letzten 3 Trainer auf so unrühmliche Weise ihren Abgang zelebriert bekommen. Das lässt auf den ersten Blick und auch auf den zweiten nur den Schluss zu, dass MP zumindest in Sachen saubere Trennung arge Schwierigkeiten hat.
    Generell ist es ja kein großes Problem, wenn ein Trainer sagt, er wird (vorerst) nicht weiter verlängern. Dann kann ein Manager das hinnehmen und sich Gedanken um die Nachfolge machen. Fühlt sich der Manager aber dadurch gekränkt oder nimmt die Aussage nicht als Tatsache hin, dann kann das schnell mal komisch laufen.
    Natürlich kann man die moralische Unantastbarkeit über Preetz verhängen, und sagen, die Trainer waren alle die Miesepeter.

    Wie auch immer, neuer Trainer neues Glück. Irgendwann wird schon mal einer dabei sein, der nicht nur länger bleiben will, sondern auch noch sportlich was hinbekommt. In letzter Zeit war für uns ja nur entweder das eine oder das andere beschieden.

  6. junichi
    Am 21. Dezember 2011 um 18:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gut, dass Babbel endlich weg ist. Schade, dass nun Skibbe kommt. Sollten Punkte wie Ergebnisse UND spielerische Entwicklung zusammenkommen, lass ich mich gern von seiner bislang verborgenen Klasse überzeugen. Ein Trainer für Fans und Öffentlichkeit wird er leider nicht werden, das kann man wohl jetzt schon sagen. Aber das muss er ja auch nicht, denn Kernaufgabe ist das Sportliche.

  7. Schoddie
    Am 21. Dezember 2011 um 23:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Witzig, grad gebe ich ihm eine Chance, da fragst du danach. Echt witzig. Kann aber auch am Zustand liegen…
    Gut, dass (offensichtlich) Widmayer bleibt.
    HAHOHE

  8. UliStein
    Am 22. Dezember 2011 um 09:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Eine Chance für Skibbe? Never.

    Als Eintrachtler, der hier gelegentlich mitliest, wünsche ich euch, dass er nicht zu lange bleibt. Die erste Halbserie wird noch gut laufen und spätestens ab der Rückrunde 2012/2013 wird sich seine mangelnde Konditionsarbeit ‚auszahlen‘. Ich hoffe, dass euer Vorstand dann schneller reagiert als unserer.

    Frohe Weihnachten.

  9. herthawolf
    Am 22. Dezember 2011 um 11:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Zur Frage, dass nie geklärt werden können wird, wer wenn wann angelogen hat, fiel mir ein Wort von meinem Supervisor ein: „Wahr ist nicht, was A sagt, sondern was B versteht.“ Von daher könnte ich mir auch vorgestellen, dass weder Preetz noch Gegenbauer noch Babbel „gelogen“ haben.
    Gesegnete Weihnachten – der Sieg gestern war immens wichtig. In Nürnberg, wohin ich endlich mal wieder mitkommen kann, wird sich dann zeigen, wie gut sich die Clubberer von der Regional-Häme ob des Ausscheidens gegen Fürth erholt haben.

  10. Am 22. Dezember 2011 um 11:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mein Reden: Geben wir Skibbe eine Chance. Die Kriterien, nach denen Trainer beurteilt werden, bevor sie eine Möglichkeit hatten, der Mannschaft ihren Stempel aufzudrücken, sind sowieso meist willkürlich. Irgendwann „scheitert“ jeder Trainer. Außer in Bremen ;-)

    Und heutzutage ist das sowieso zu großen Teilen Teamarbeit. In der Zusammenstellung des Trainerteams kann ja auch Preetz zeigen, dass er auf der Höhe des Problems ist.

    Was die anderen Namen betrifft: Richtig, die müssen auch können und wollen. Das schien mir bei den meisten Genannten nicht gerade gegeben. In so einer Situation muss man sich am Machbaren orientieren, statt immer von Trainern zu schwärmen, die nicht zur Verfügung stehen. Verfügbar gewesen wären allerdings noch z.B. der Herr Neururer und ein gewisser Rekordnationalspieler…

    • Kugelblitz
      Am 24. Dezember 2011 um 13:56 Uhr veröffentlicht | Permalink

      … und ein gewisser Rekordnationalspieler …

      Der ist, nicht ohne Grund, immer verfügbar.