Ende in Düsseldorf

Ich bin sicher zu Hause angekommen. Das war einer der häufigsten Sätze, die ich nach dem Relegations-Rückspiel in Düsseldorf gesagt oder geschrieben habe. Traurig, dass es schon soweit gekommen ist. Denn eigentlich wollte ich mit meinen (noch nicht geplanten) Kindern auch irgendwann einmal ins Stadion gehen. Aber selbst das muss man sich ja heute schon zweimal überlegen.

Zum Spiel werde ich hier nicht mehr viel schreiben, denn dafür haben wir in den kommenden Tagen noch genug Zeit. Nur so viel: Ich wünschte mir manchmal, dass zu den existenziell wichtigsten Spielen der Saison Schiedsrichter geschickt werden, die Gefühl in den Fingerspitzen haben. Wenn Spieler in einem Relegations-Endspiel schon beim zweiten Foul vom Platz geschickt werden, dann hat da jemand mit Pfeife in der Hand nicht verstanden, worum es geht.

Aber gut, kommen wir zu den skandalöseren Geschehnissen des Abends. Dreimal wurde das Relegations-Endspiel zwischen Düsseldorf und Hertha unterbrochen. Zweimal durch Bengalo- und Kanonenschlag-Würfe aus dem Hertha-Auswärtsblock, einmal durch den Platzsturm der Düsseldorfer. Ich weiß nicht, was ich peinlicher finden soll.

Einerseits wurde Hertha durch die Unterbrechung in der Nachspielzeit die Möglichkeit genommen, den Schwung des Ausgleichs noch einmal auf den Platz zu bringen und vielleicht sogar noch das dann entscheidende 3:2 zu schießen. Nach der langen Pause kann man auf Hertha-Seite zurecht von einem Nachteil sprechen, denn wer 90 Minuten in den Beinen hat und dann eine so lange Wartezeit überbrücken muss, ist nicht genauso fit, wie vorher. Von der bedrohlichen Stimmung im Stadion mal ganz abgesehen, die die Psyche natürlich zusätzlich belastet. Aus dem Block kam es mir außerdem so vor, als ob die Nachspielzeit dann doch kürzer ausfiel, als zunächst angezeigt. Aber da kann mir das Zeitgefühl auch einen Streich gespielt haben.

Was hier aber auf jeden Fall noch angesprochen werden muss, ist das Verhalten der Polizei in Düsseldorf. Ich bin nicht so oft bei solch brenzligen Situationen live dabei, aber die Spielunterbrechung nach Herthas Ausgleich wurde durch die Einsatzkräfte vor Ort mehr als begünstigt. Im gleichen Moment, in dem Raffael das 2:2 erzielte, betrat nämlich eine Hundertschaft durch den Katakombenschacht unter dem Auswärtsblock das Stadion-Innere. Die Hertha-Fans im Auswärtsblock, immer noch verzweifelt ob der sportlichen Situation, aber gerade aufgrund des Ausgleichs doch noch einmal grundsätzlich positiv gestimmt, fühlten sich plötzlich provoziert. Die Folge waren erneute Böller- und Bengalowürfe aus dem Block. Dass die Polizisten dabei – während das Spiel weiter lief – auf dem Spielfeld standen, schien sie nicht zu interessieren. Grundsätzlich möchte ich hier klarstellen, dass ich das Werfen jeglicher Gegenstände in den Innenraum für eine Straftat am Fußball halte. Deeskalierendes Verhalten von Polizisten sieht aber in jedem Fall nicht so aus:

Wie gesagt: Hertha hatte gerade das 2:2 erzielt, ein Fünkchen Hoffnung keimte noch einmal auf – das aber von der Polizisten sofort wieder erstickt wurde. Selbst Düsseldorf-Stürmer Ranisav Jovanovic bat die Polizisten in diesem Moment, doch das Spielfeld bitte zu verlassen, da darauf ein wichtiges Fußballspiel stattfinde.

Diese Bemühungen wurden natürlich konterkariert, als eben jener Jovanovic in der Nachspielzeit die Riesenchance zur endgültigen Entscheidung verpasste und die Düsseldorfer Fans entweder das (Hintertor-)Netz zappeln sahen oder einen Pfiff hörten – und das als Spielende missverstanden. Die Folge sah so aus:

Fast schon grotesk, wie die Polizisten den Hertha-Block sichern. Die Hertha-Fans forderten jetzt konsequent den Spielabbruch, während der Stadionsprecher versuchte, die Düsseldorfer wieder auf ihre Plätze zu dirigieren. Irgendwann hatten auch die Letzten verstanden, dass sie hier gerade den sportlichen Erfolg ihres Vereins gefährdeten und der Innenraum war wieder frei. Naja, fast:

Denn die Ordner und Polizisten drängten sich immer noch auf dem Feld. Man sieht hier (etwas unscharf), wie wieder Jovanovic versucht, die Ordner vom Platz zu schieben. Die blieben aber stoisch dort stehen, bis – wohl über Funk – die Ansage kam, jetzt doch bitte wirklich das Feld zu räumen. Nach geraumer Zeit hatte man es dann auch geschafft:

Die Frage war jetzt nur noch: Würde das Spiel überhaupt wieder angepfiffen werden? Laut Hertha-Anwalt Schickhardt hatten die Hertha-Spieler Angst um ihr Leben, weil sie nicht geschützt worden seien. Nur unter Protest seien sie dann schließlich doch noch aufgelaufen, um die letzten zwei Minuten zu Ende zu spielen. Als sie unter dem Applaus der Düsseldorfer auf den Platz kamen, pfiff ein Großteil der Hertha-Fans, der weiter auf einen Spielabbruch gedrängt hatte.

Hertha kam in den zwei Minuten nicht mehr gefährlich vor das Düsseldorfer Tor. Auch weil Patrick Ebert Pässe spielte, die mit Frechheit noch freundlich umschrieben sind und weil Schiri Stark – zu Recht – keine Lust mehr hatte. Weder auf einen Freistoß für Hertha, noch auf das Spiel insgesamt. Er pfiff es schnell ab und verschwand in den Katakomben, während sich der Rasen in Düsseldorf schnell wieder füllte. Diesmal hatten sie den Abpfiff richtig verstanden.

Dass Hertha nun ankündigt, „seine Rechte zu prüfen“, so Schickhardt, liegt nahe, wird aber natürlich nichts bringen. Die Düsseldorfer werden – neben einer Geldstrafe – vielleicht die ersten Bundesliga-Heimspiele vor leeren Rängen spielen müssen. Aber ein Wiederholungsspiel? Niemals. „Da ist die Tür zur zweiten Liga“, werden Preetz & Co. (so denn dann noch im Amt), vom DFB zu hören bekommen.

So geht diese Saison also unrühmlich zu Ende. Denn auch die Hertha-Fans haben sich in Düsseldorf nicht mit Ruhm bekleckert. Im Gegenteil. Der komplette Stimmungsumschwung nach dem 1:2 durch Jovanovic, war gruselig. Ich verstehe jegliche Enttäuschung in dieser Situation, denn nach dem Platzverweis – der das Spiel meiner Meinung nach entschieden hat – war Jovanovics Tor der Todesstoß für die Herthaner. Aber es kann nicht sein, dass deshalb ein ganzes Stadion abgefackelt wird. Die verbrannte Werbebande wird Hertha genauso zahlen müssen, wie die Geldstrafe aufgrund der Bengalos – und so langsam sollte auch den letzten klar sein, dass Hertha nun alles hat – aber kein Geld zu verschenken.

Es ist ohnehin Zeit, dass sich die Fan-Gruppen zusammensetzen, um darüber zu diskutieren, wie das in den kommenden Jahren aussehen soll. Denn wenn das so weitergeht, mit den Platzstürmen, Bengalos und Böllern, dann wird das mit den Stehplätzen und allgemein mit den Fan-Freiheiten in deutschen Stadien nicht mehr lange so bleiben. Beschweren dürfen sich die Fans darüber dann nicht mehr. Sie haben es sich selbst eingebrockt. Dafür, dass es sich um „Einzelne“ handelt, ist es einfach auch schon zu häufig passiert.

Aber ich schweife ab. Für Hertha hat die lange Phase des Abstiegs nun endlich ein Ende. Sie wird zwar durch den möglichen Einspruch noch einmal künstlich verlängert, unter dem Strich war es das aber nun wirklich mit der Saison 2011/2012.

Wir vom Hertha-Blog gehen natürlich wieder mit in die zweite Liga. Ohne Bengalos, ohne Böller, nur mit Worten: „In guten wie in schlechten Zeiten – bei Sieg und Niederlagen. Stehen wir zu unserm Klub, den wir im Herzen tragen!“

Ha Ho He – Hertha BSC!

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    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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73 Kommentare

  1. Tztz
    Am 16. Mai 2012 um 05:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ein unwürdiges Ende einer unwürdigen saison von Hertha, passt irgendwie alles leider zusammen. Und nun weg mit dem Möchtegern manager egal ob ein Protest noch was bringt oder nicht. Auf jeden Fall haben sich beide Seiten nicht eben mit ruhm bekleckert!

  2. Wolfgang Wagner
    Am 16. Mai 2012 um 06:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Unnötiges Scheitern einer an sich nicht schlechten Mannschaft aufgrund der miserablen Vereinsführung! Die erwartet wieder mal eine Generalamnesie von den Fans und Preetz kann weiterhin Gegenbauer die Füße küssen. Arme Hauptstadt!

  3. herthawolf
    Am 16. Mai 2012 um 07:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Kann der Analyse vom Spiel, das ich aus dienstlichen Gründen nur am Fernseher mitverfolgen konnte, in großen Teilen nachvollziehen. Aber zwei Dinge sahen für mich am Fernseher anders aus:
    1. Ben-Hatira konnte sich bedanken, nicht gleich mit Rot vom Platz geschickt worden zu sein. Schiri Stark war zwar das Gegenteil vom Schiri aus dem Hinspiel, der lange Zeit seine Karten offenbar in der Kabine gelassen hatte, aber für mich war die Hinausstellung von Ben-Hatira absolut nachvollziehbar. Dass es trotzdem mit dem Ausgleich geklappt hat – ich fühlte mich schon an Queens Park Rangers erinnert, die mit einem Mann weniger bei Manchester City das zwischenzeitliche 2:1 erzielt haben – war dann umso bravouröser.
    2. Im Fernsehen schien es so, als hätten Düsseldorfer nach dem 2:1 Bengalos ohne Ende gezündet. Mir erschien es so, als wollten Herthafans einfach auch jetzt ein bisschen mitmachen und Schiri Stark schon bevor die Hertha-Rauchbomben gezündet worden waren, mit Spielabbruch gedroht hatte.
    Alles in allem staune ich noch immer, wie nahe Hertha, auf die ich keinen Pfifferling mehr gegeben hätte, an der Sensation war.

    • Daniel
      Am 16. Mai 2012 um 07:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ich muss es mir nochmal angucken – aber in der ersten (und bisher einzigen) Zeitlupe, die ich gesehen habe, sieht es für mich nichtmal nach Gelb aus. Er spielt den Ball. Klar, mit viel Risiko. Aber kommt von vorne. Nicht von hinten. Nicht von der Seite. Und er geht klar zum Ball.

      • Joel
        Am 16. Mai 2012 um 09:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

        ist kein gelbwürdiges Foul gewesen

  4. Tobias
    Am 16. Mai 2012 um 07:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Leute, Leute
    Als neutraler Zuschauer des Spiels mal folgende Anmerkung:
    1.Der Platzverweis geht mehr als klar. Wer so reinrauscht wie Hr. Ben-Hatira darf sich über gelb nunmal nicht beschweren. Das erste Foul ist auch ganz klar gelb, was in der Kosequenz nun mal gelb rot bedeutet.
    2. Warum sich der gemeine Fan von VOR dem Block positionernter Polizei NACH einer zweistelligen Anzahl von Bengalos auf dem Platz provoziert fühlt erschließt sich mir nicht, bzw. lässt mich mittlerweile nur noch Kopfschüttelnd zurück- Dass sich paranoide Ultragruppen hiervon natürlich provoziert fühlen, ist so klar wie Pyro natürlich Ausdruck von überkochender Emotion ist (….vor allem nach Gegentreffern….). Dass jetzt aber schon gemäßigte Anhänger einen solchen Käse übernehmen, macht nachdenklich. Schließlich stünde kein einziger Polizist vor dem Block, wäre es nicht zu massivem Pyroeinsatz gekommen.
    Vielleicht sollte die „Fanszene“ langsam anfangen die Fehler für gewisse Entwicklungen zunächst mal bei sich zu suchen.
    Nämlich: Kein Bock auf italienische oder englische Verhältnisse und so….

    • Daniel
      Am 16. Mai 2012 um 07:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Für mich muss man da nicht zwingend Gelb geben. Siehe oben (und auch nach noch zweimaliger Ansicht).

      Und was die „Provokation“ angeht: Ich fühle mich von so etwas nicht provoziert, ich werfe auch keine Dinge in den Innenraum. Aber ich weiß, dass es Leute gibt, bei denen das so ist. Und das weiß die Polizei auch. Und deshalb muss ich mich schon fragen dürfen, warum die da massiv aufmarschiert in einer Situation, in der es überhaupt (noch) nicht nötig war. Denn Polizisten in großer Zahl rufen IMMER eine Reaktion hervor. Gerade in einer aufgeheizten und hochemotionalen Situation. Manche schrecken zurück, andere fühlen sich provoziert und reagieren. Ich heiße das nicht gut, das habe ich hoffentlich zum Ausdruck gebracht. Trotzdem hätte man das deutlich cleverer lösen können. Viele Gehirnzellen wurden auf beiden Seiten jedenfalls nicht benutzt.

      • Tobias
        Am 16. Mai 2012 um 10:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ja es gibt Leute, die sich hierdurch provoziert fühlen, richtig. Es gibt auch Leute, die sich durch Blicke in der U-Bahn provoziert fühlen….. Polizisten in großer Zahl sind in der Regel IMMER eine Reaktion auf zuvoriges Verhalten. Wie auch in vorliegendem Fall.
        Insgesamt wird hier in deinem Bericht einfach Ursache und Wirkung vertauscht, woran ich mich in vorliegendem Fall halt störe.

  5. Enno Enno
    Am 16. Mai 2012 um 07:51 Uhr veröffentlicht | Permalink

  6. Schnappa
    Am 16. Mai 2012 um 08:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

    „Ich wünschte mir manchmal, dass zu den existenziell wichtigsten Spielen der Saison Schiedsrichter geschickt werden, die Gefühl in den Fingerspitzen haben. Wenn Spieler in einem Relegations-Endspiel schon beim zweiten Foul vom Platz geschickt werden, dann hat da jemand mit Pfeife in der Hand nicht verstanden, worum es geht.“

    „Im gleichen Moment, in dem Raffael das 2:2 erzielte, betrat nämlich eine Hundertschaft durch den Katakombenschacht unter dem Auswärtsblock das Stadion-Innere. Die Hertha-Fans im Auswärtsblock, immer noch verzweifelt ob der sportlichen Situation, aber gerade aufgrund des Ausgleichs doch noch einmal grundsätzlich positiv gestimmt, fühlten sich plötzlich provoziert. “

    „PLÖTZLICH provoziert!“ – Sensationell!

    Eine subjektive Sichtweise durch die Fanbrille kann ich ja sehr gut nachvollziehen, aber diese Passagen sind natürlich Comedy pur.
    Dass Ben-Hatira (unter anderem) „klar zum Ball geht“ würde ich nicht betreiten, aber wer hier nich mindestens „gelb“ sieht, hat die Regeln auch nicht ganz verstanden.

    • Daniel
      Am 16. Mai 2012 um 09:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Gut sagen wir so: Wären die Polizisten in diesem Moment in den Katakomben geblieben, wäre es zu keiner erneuten Verzögerung gekommen.

  7. Kinki
    Am 16. Mai 2012 um 08:46 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich kann die Sache neutral betrachten, da ich weder Fortuna- noch Hertha-, sondern einfach Fußballfan bin. Die letzten zwei Minuten nach Wiederanpfiff waren kein Fußballspiel, sondern reine Deeskalation. Das Spiel wurde nicht sportlich beendet. Die Herthaner mussten ja um ihr Leben fürchten, falls sie noch das 3:2 gemacht hätten.

    Ich finde, das Spiel sollte wiederholt werden. Entweder ohne Zuschauer oder auf neutralem Boden. Sportlich haben sich gestern beide Teams erstligareif gezeigt. Nur leider gehören die jeweiligen Ultras eher in die Kreisklasse.

  8. Mick
    Am 16. Mai 2012 um 08:56 Uhr veröffentlicht | Permalink

    … ich weiß garnicht was ich nach dem Aufwachen aus meiner Ohnmacht zuerst schreiben soll. Aber der kurze Kommentar von Herrn Wagner (2) trifft wohl den Nagel auf den Kopf. Es ist eine Unsitte bei eigenen Fehlern auf die anderen zu verweisen, aber wäre das den FC Bayern München widerfahren, so würde es für Düsseldorf noch nicht mal die Chance einer Anhörung geben da die Fakten für sich sprechen …

    Seii ´65 leidener Hertha fan

  9. Ludwig
    Am 16. Mai 2012 um 09:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die Aktion um Ben-Hatira ist, mit oder ohne „Fanbrille“, klares Gelb. Zwar spielt er den Ball, aber er kommt mit höchstem Tempo und mit gestrecktem Fuß. Ist er clever lässt er sich in der Situation zuvor fallen und erhält den Freistoß. Und ganz ehrlich wenn das seine erste Gelbe im Spiel gewesen wäre, hätte jeder gesagt er wollte ein Zeichen setzen. War es aber nicht, da er sich bei seiner ersten Karte noch viel unprofessioneller verhalten hat. Wenn wir die Szene vor Augen habe, dann steht der Düsseldorfer ziemlich nahe seiner eigenen Grundlinie, nicht in offener Stellung zum Spielfeld und Ben-Hatira rückt ran um Druck aufzubauen. Der Verteidiger von Fortuna kann ja gar keinen kontrollierten Pass, in welcher Form auch immer, spielen. So weit so gut. Jetzt müsste Ben-Hatira nur stehen bleiben, warten bis der Fortune sich versucht zu drehen und dann den Ball attackieren. Oder er lässt ihn nicht drehen und wartet auf einen Mitspieler der mit ihm Doppelt. Zur Not lässt er sich anschießen und hofft der Ball geht ins Seitenaus und dann wird sofort wieder gepresst. Selbst wenn er attackiert und mit seinem Körper arbeitet und der Fortuna fällt dabei zu Boden hätte es meiner Meinung nach kein Gelb gegeben. Man sieht es gibt einige Lösungsvorschläge. Aber was mach unser Spieler – er wählt seine eigene Variante – er tritt zu. Ohne Disziplin und vor allem ohne Cleverness. Und das ist auch das Bild was Hertha BSC in der gesamten Saison abgegeben hat. Ein undisziplinierter Haufen. 9 Platzverweise sprechen für sich. Und damit meine ich nicht „Kobi’s“ Platzverweis gegen Leverkusen, sondern Fälle wie Raffael, Ramos, Ottl und nun gestern Ben-Hatira.
    Bleibt zu hoffen, dass unsere Mannschaft egal wer da nächste Saison das Trikot trägt, dieses Problem wieder in den Griff bekommt.

    • Chrille
      Am 16. Mai 2012 um 10:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

      so jetzt ist Raffas Handkantenschlag auf Salicylsaeure auch noch eine rot würdige Aktion, vllt IDCs Kopfstoss mit Hubnik auch? Du bist ja echt n Knaller

      • Ludwig
        Am 16. Mai 2012 um 11:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ob es rotwürdig ist oder nicht habe ich ja nicht bewertet. Es ist aber undiszipliniert. Und das es der Mannschaft in einigen Situation der Saison an Disziplin fehlte kann man schwer bestreiten.

        • Joel
          Am 17. Mai 2012 um 10:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Das stimmt

  10. dan
    Am 16. Mai 2012 um 10:52 Uhr veröffentlicht | Permalink

    In vielen Dingen hast du recht, nur in Punkto Platzverweis muss ich dir wiedersprechen. Das wahren 2 Glasklare Gelbe Karten, Relegation und wichtigkeit hin,- oder her. Das der Platzverweis das Spiel maßgeblich beeinträchtigt hat mag stimmen, dafür die Schuld dem Schiri zuzuschieben halte ich für nicht richtig. Wer so dämlich foult darf sich nicht wundern. Stark hat die Sache richtig gut gemacht, in allen belangen.

    • Michael
      Am 16. Mai 2012 um 11:51 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Hallo Daniel!
      Als langjähriger Fortuna-Fan und Stadionbesucher am gestrigen Abend kann ich Deine o.g. Ausführungen nur unterstützen. Das Verhalten der Polizei und des Ordnungsdienstes war unter aller Sau und völlig unprofessionell. Keine Ahnung, was die da geritten hat wie die Ninja Turtles plötzlich in den Innenraum zu laufen ca. 10 Minuten vor Schluß. Ich denke, das hat die Stimmung zusätzlich angeheizt. Man hätte für den Fall der Fälle einfach im Tunnel warten sollen, ein Eingreifen wäre dann immer noch möglich gewesen.
      Ich wünsche Euch auf jeden Fall eine schnelle Rückkehr in die 1.Liga, bei meinen bisherigen Besuchen im Olympiastadion habe ich mich immer sehr wohl gefühlt, Hertha gehört einfach nach oben!
      Wofür ich mich hier noch entschuldigen möchte, ist das unsägliche Posen einiger Verwirrter Möchtegern-Hools hinter der Polizeiabsperrung vor dem Hertha-Block. Was für Kinder… Genau dieses Verhalten wurde durch unsere Fans in Fürth angeprangert, und nun muss ich solche Schwachmaten auch bei uns auf dem Platz sehen.
      Das war einer der bittersten Momente gestern für mich. Abgesehen von einem halbstündigen Fußmarsch durch den strömenden Regen zum Auto weil der kürzeste Weg durch die Ordner abgesperrt war.
      Es hätte ein Fest werden können, so bleibt ein mehr als fader Beigeschmack.
      Grüße aus Düssseldorf!

  11. Am 16. Mai 2012 um 12:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ein verrücktes Spiel und ein bitterer Abstieg. Ich hatte noch keine Zeit einen längeren Beitrag zu verfassen und bin jetzt auch nur kurz auf der Arbeit zwischen zwei Meetings.
    Was ich allerdings unbedingt sofort loswerden muss ist, dass die Gelb-Rote für Ben-Hatira einfach mal nicht gerechtfertigt war. Auf der ARD wurde sogar beurteilt er hätte für die Aktion auch glatt rot sehen können, aber das ist ja wohl mal maßlos übertrieben. Ben-Hatira legt sich den Ball vor, ist im Vollsprint und versucht mit letzter Kraft an den Ball zu kommen indem er sich lang macht. Da war kein bisschen bösartigkeit, Absicht oder ähnliches zu sehen. Er gint einfach mit vollem Einsatz dem Ball nach. Dafür eine Karte zu zeigen ist in meinen Augen nicht gerechtfertigt.

    Das Spiel wieder anzupeifen war ein Fehler und eine Wiederholung des Spiels in einem sicheren Stadion (in Berlin? :)) wäre die logische Konsequenz daraus gewesen. Hertha wird Protest einlegen, der DFB bügelt es ab und für außenstehende sieht es so aus als würde Hertha einen Sündenbock für den Abstieg suchen. Traurig.

  12. unionkommt
    Am 16. Mai 2012 um 12:52 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mal ganz ehrlich, ihr habt nen Knall. Wenn nicht genug Polizei/Ordnungskräfte da sind und die Fans auf Spielfeld rennen oder irgendwelche Fanblocks aufeinander los gehen beschwert ihr euch. Wenn aber die Polizei dann vor einem Fanblock steht ist es euch auch nicht recht. Da könnte ja irgend ein Assi provoziert werden. Hatten die Assis nicht schon lange bevor irgendwelche Polizei da war angefangen krawall zu machen? Was wäre gewesen wenn die Polizei nicht vor dem Herthablock gestanden hätte und die auch noch aufs Spielfeld gelaufen wären?

  13. Enno Enno
    Am 16. Mai 2012 um 13:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich denke, beide Karten, die Ben-Hatira gesehen hat, konnte man geben. Und weil er wusste, dass er bereits eine gelbe Karte gesehen hatte, darf er in der zweiten Situation niemals so hingehen, weil er wissen muss, dass er dafür Gelb sehen kann. Die Hauptschuld liegt für mich eindeutig bei Ben-Hatira, wenngleich man Schiri Stark durchaus bescheinigen kann, dass er mit ein wenig Fingerspitzengefühl eine deutliche Ermahnung hätte aussprechen können, die Hertha zum Wechsel hätte nutzen können. Aber ich bleibe dabei: vorher hätte Ben-Hatira das Risiko einer Gelb-Roten-Karte abwägen müssen.

    Patrick Ebert? Fristlos kündigen. Wegen Arbeitsverweigerung. Das sah ja aus als hätte er Wochen nicht geschlafen und trainiert…

    Was die Spielunterbrechungen angeht, gehe ich übrigens davon aus, dass auch Hertha drastisch bestraft werden wird. Vermutlich einige Spiele ohne Auswärtsfans und eine dicke Geldstrafe. Düsseldorf sollte mindestens drei Spiele ohne Zuschauer aufgebrummt werden.

    Und ich stimme den Einschätzungen im Handelsblatt und bei 11Freunde zu: Alles andere als ein Wiederholungsspiel wäre eine Farce. Aber genau deshalb wird es das Wiederholungsspiel nicht geben, weil Niersbach sich als neuer DFB-Präsi ja erst einmal eine zünftige Reputation aufbauen muss. Und das bedeutet ja nichts anderes als eine riesige Kluft zwischen moralischem Anspruch und wirklichen Entscheidungen aufzureißen. Schließlich ist der DFB ein traditionsreicher Verband, der stolz auf das Gebahren von Zwanziger und Co zurückblicken kann.

    Disclaimer: Weil man ja beim klagewütigen DFB nie weiß, was er so liest, sei hier angemerkt, dass es sich um einen rein sarkastischen Kommentar eines längst desillusionierten Fußballfans handelt.

    • Michael
      Am 17. Mai 2012 um 10:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Wenn das Spiel wiederholt wird, heißt es bloß wieder: „Typischer Hertha-Hauptstadt-Bonus“.

      Im Grunde genommen kannst Du dann jeden Monat ein Spiel wiederholen. So gesehen hätte der Stark spätestens nach dem 2:1 wegen der Bengalos das Spiel abbrechen müssen.

      Wer Angst hat, darf nicht Fußball spielen. Das Spiel zu wiederholen ist für mich das Schlechteste, was man machen kann. Und das Wiederholungsspiel als Geisterspiel, oder?!

    • Michael F.
      Am 17. Mai 2012 um 13:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ich sehe gerade, hier gabs ja schon einen Fortuna-Fan mit demselben Namen. Also ich bin ein anderer Michael.

  14. Wolfgang Wagner
    Am 16. Mai 2012 um 13:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Interessiert sich denn keiner mehr für den Abstieg und die blamablen Vorstellungen in der Rückrunde?
    Alles redet von den durchgeknallten Typen und das Spiel mit seinen Folgen scheint völlig unwichtig.
    Oder hatten sich alle schon vorher damit abgefunden, dass Hertha absteigt?
    Also keine Diskussion zur sportlichen Leistung, zur Vereinsführung etc….. und weiter wie bisher mit Mismanagement, Trainerverschleiß etc…. dann droht siehe KSC die 3. Liga.

    • Tztz
      Am 16. Mai 2012 um 18:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Also ich rede schon seit Jahren davon das diese unfähigen Möchtegerns in der Vereinsführung weg müsseen und ich bin schon sehr gespannt auf die Mitgliederversammlung ich hoffe da brennen dann der Baum aber so richtig!!! Endlich den Vorstand abwählen!!!!

    • junichi
      Am 17. Mai 2012 um 13:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Im Groben sind sich die Hertha-Fans in der Bewertung der Saison schon längst einig. Sie sollen ruhig absteigen, verdient hätten sie es alle mal. Aber nicht auf diese Art und Weise.

  15. Hertha4Ever
    Am 18. Mai 2012 um 14:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Also nach dem ganzen was jetzt nun nach und nach über die Presse kommt was einige Hertha-Spieler gegenüber dem Schiedsrichter abgelassen haben ist der Abstieg wohl noch mehr verdient als vorher. Ja, nicht einmal ein Wiederholungsspiel haben wir nach diesen Aussagen verdient. Schande für Hertha!

    • Am 18. Mai 2012 um 17:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Das müsste man aber trennen. Lange Sperren für die Spieler, die nach dem Spiel so ausgerastet sind: Bin ich dabei. Zumal es sich um sog. „Führungsspieler“ gehandelt hat. Aber daran, dass die letzten Minuten des Spiels nicht mehr regulär zu nennen waren, ändert das nichts.

    • tztz
      Am 18. Mai 2012 um 18:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ja, wirklich eine Schade, was sich da einige Spieler anscheinend geleistet haben und sowas wollen angeblich Vorbilder sein, dass ich nicht lache.
      Am Ende ist Hertha als Verein inklusive Mitglieder und fans mal wieder der/ die große/n Verlierer! Egal was am Ende bei herrauskommt. DAS bleibt hängen!!!
      Beschämend ist es allemal!

  16. Daniel Ku.
    Am 18. Mai 2012 um 20:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Unfassbar, dass hier einige ernsthaft den Polizeieinsatz für eine weitere Eskalation verantwortlich machen! Eine Frechheit! Die sind ja nicht umsonst da!!! Die sind nunmal da, weil sich einige nicht benehmen können.
    Provokation? Klar doch! Man sollte sich mal Gedanken darüber machen, warum sich bestimmte Personen bei purer Polizeipräsenz provoziert fühlen! Und ob die in diesem Block, bei den Fans überhaupt richtig sind!!! Ich denke, es ist langsam an der Zeit, dass auch bei den Fangruppierungen ein Umdenken stattfindet und etwaige Chaoten oder Leute, die die Gruppe in Verruf bringen, nicht etwa aus falscher Kameradschaft, gedeckt werden, sondern entweder per Gruppendynamik dazu gebracht werden, so etwas zukünftig zu lassen, oder eben wenn das nicht zieht,im Sinne der Fangruppierung, des Vereins, auszuliefern!

  17. Anonymous
    Am 18. Mai 2012 um 21:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo

  18. Oliver
    Am 20. Mai 2012 um 10:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich bin mir sicher, daß Schiedsrichter bestochen werden. Und da gibt Stark insgesamt kein gutes Bild ab und deswegen hat er auch das Spiel unbedingt zu Ende bringen wollen. Ben Hatira war doof, aber er nimmt auch die Sohle runter, und wie es aussah, hat Stark nur auf so etwas gewartet. Auf dem Platz hat man ihm auch nicht angemerkt, daß er schon nach der ersten Unterbrechung „so schlimm behandelt wurde“. Jetzt wird er zum Opfer aufgebaut, der Strafanzeige stellt, weil man beim DFB weiß, daß das Spiel hätte abgebrochen werden müssen. Seit wann gibt es denn so was? Dann müßte Hertha auch vor ein ordentliches Gericht ziehen dürfen.

    • tztz
      Am 20. Mai 2012 um 12:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Bestechung von Schiedsrichtern glaub ich SOFORT! Naja gilt ja eh Fußballmafia DFB…

  19. Oliver
    Am 20. Mai 2012 um 10:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gestern zum Beispiel hätte der Elfmeter in der Nachspielzeit von Robben wiederholt werden müssen und am besten gleich die ganze Mannschaft vom Spiel ausgeschlossen. Wer als Fan sowas macht, zu versuchen, einen Elfmeter mit einem Wasserball abzulenken, was ja wirklich funktionieren kann, der muß in die geschlossene Anstalt. Und wenn man nur die Düsseldorfer Gehirnlosen sieht, die auf Hubnik oder Kraft losgehen, dann die gleich dazu. Da müßten Hubnik und Kraft auch Strafanzeige stellen. Sogenannte Hertha-Fans würden sich auch so verhalten, aber darum geht es hier gar nicht. Ein Platzsturm nach dem Spiel wird geduldet, wenn eine Mannschaft austeigt oder Meister wird. Aber zu glauben, daß man nach einem Platzsturm noch mal weiterspielen kann, damit es dann nach dem Abpfiff wieder dazu kommt, ist völlig abwegig. Das weiß der DFB eigentlich genau, daß sie das niemals durchgehen lassen dürfen, und jetzt müssen sie überlegen, wie sie da rauskommen. Dummerweise kam der Platzsturm eine Minute zu früh, während des Spiels, und das ist der entscheidende Punkt. Da hat kein Zuschauer etwas auf dem Platz zu suchen. Egal, was die Hertha-Anhänger sich alles geleistet haben. Im Olympiastadion haben die Düsseldorfer auch laufend „Pyrotechnik“ zum „Support“ eingesetzt, wie das in der schwachsinnigen Ultra-Sprache heißt. Da wird es für Hertha zum Nachteil, daß das Spielfeld im Olympiastadion so weit weg ist.

    • tztz
      Am 20. Mai 2012 um 12:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Deine Überlegungen klingen plausibel muss ich sagen.

      • Michael F.
        Am 20. Mai 2012 um 18:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Find ich überhaupt nicht plausibel.

        „Aber zu glauben, daß man nach einem Platzsturm noch mal weiterspielen kann, damit es dann nach dem Abpfiff wieder dazu kommt, ist völlig abwegig. “

        Ja, wieso ist das denn so abwegig? Was sind die harten Kriterien, an denen man diese Behauptung festmachen kann? Die würden mich dann aber mal interessieren. Oliver schreit Zeter und Mordio, aber alles rein aus dem Bauch heraus. Gut, Sachlichkeit kann ich von einem echten Fan nicht verlangen. Ernst nehmen kann ich ihn aber auch nicht.

        Nachdem es keine verbindlichen Regeln gibt, muß das der Schiedsrichter vor Ort entscheiden. Und das hat er getan. Und wenn ihr mich fragt, er hat alles richtig gemacht.

        • Joel
          Am 21. Mai 2012 um 10:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Der Schirie hat alles richtig gemacht?
          Na klar ein Herr Stark, der beste Mann auf dem Platz, lächerlich. Der Mann ist linkisch hoch zehn, aber natürlich hat der Schirie alles korrekt gemacht aus Sicht eines D’Dorfer, das kann ich verstehen, den er hat ja nicht das Spiel abgebrochen, sondern „zu Ende gebracht“. Aber ernst nehmen kann man solch einen Fan und Schirie und dann auch DFB nicht, wenn hier kein Wiederholungsspiel -mindestens- rausspringt.

          Komisch das er auf Druck der Polizei dieses Spiel wieder anpfiff und bei der Verhandlung eine 180 Gradwendung hinlegt und meint nicht auf Veranlassung der Polizei gehandelt zu haben… *lügenohneende*

          • Michael F.
            Am 21. Mai 2012 um 12:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

            He, diese Verschwörungstheorie schüttelst Du Dir doch schlichtweg aus dem Ärmel.

            Außerdem bin ich kein Düsseldorfer und habe mit denen auch nichts am Hut.

            Also gut, ich hätte einen anderen Vorschlag:

            Im Endeffekt stehen doch nur die letzten 90 Sekunden zur Debatte. Warum also nicht die letzten 90 Sekunden unter Ausschluß der Öffentlichkeit wiederholen? Mit genau denjenigen Spielern, die zu dieser Zeit auf dem Platz standen.

            “Das geben aber die Statuten nicht her!”

            Dann wäre es vielleicht angebracht, die Statuten zu ändern. In Spanien geht es ja auch.

            Ich muß als neutraler Beobachter einfach feststellen: Neunzig Minuten mit Elf gegen Elf stehen Hertha nicht zu!
            Es stehen Hertha genau die 90 irregulären Sekunden zu, und zwar mit Zehn gegen Elf – aber nicht mehr!

          • Rudi
            Am 21. Mai 2012 um 15:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

            In Spanien lief das nach einer Bombendrohung der ETA, kann man vielleicht nicht vergleichen, aber nicht der unsinnigste Vorschlag, den ich gelesen habe. Real Madrid hat in der damals ungefähr zehnmütigen Spielzeit das Spiel aber noch gedreht, dass würde ich Hertha nie zutrauen.

    • Am 3. Juni 2012 um 00:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Seh ich auch so!

  20. Oliver
    Am 21. Mai 2012 um 12:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das harte Kriterium ist, daß Zuschauer aber auch gar nichts im Innenraum zu suchen haben. Auch nicht zum Feiern nach dem Spiel. Es wird bei besonderen Spielen geduldet, aber ist trotzdem nicht erlaubt, und das aus guten Gründen. Ein Flitzer bekommt eine sehr empfindliche Strafe, die Fortuna-Anhänger waren also im Grunde genommen alles Flitzer, die genau dafür bestraft werden müssten. Mehmet Scholl war von dieser „jubelnden“ Masse schockiert, die haben Hertha-Spieler angegangen, sind schön mit Bengalos über den Platz gelaufen. Und Stark stellt plötzlich Strafanzeige, warum hat er Kobi keine rote Karte nach dem Spiel gegeben, das hätte er tun können?
    Der DFB hätte selber vor Hertha das Verfahren einleiten müssen, normalerweise wendet er seine Richtlinien sehr genau an, wenn es ihm in den Kram paßt. Ich hoffe auf ein Eingeständnis des DFB nachher, auch wenn bei Hertha fünf Spieler gesperrt werden. Mal sehen, ob das alles unsachlich ist und ich nicht ernst zu nehmen bin als Hertha- Fan. Ich möchte Fair-Play als oberstes Gebot, bei allen. Da? es Fortuna begünstigt hat, das Spiel nicht abzubrechen, haben nicht nur Hertha-Fans gesehen.

  21. Oliver
    Am 21. Mai 2012 um 12:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schiedsrichter werden beeinflußt, am einfachsten von dem, der sie ansetzt. Das sind auch keine Verschwörungstheorien, sondern ganz einfach Interessen verschiedenster Seiten. In der sechsten Liga kommt die Mannschaft, für die es am letzten Spieltag noch um etwas geht, mit nem Bierkasten zu der Mannschaft, der es egal ist und fragt, ob sie es nicht etwas ruhiger angehen lassen kann. Die macht das dann auch. In der Bundesliga muß man das etwas unauffälliger machen, aber gemacht wird es. Geht ja noch um ein bißchen mehr.

  22. Oliver
    Am 21. Mai 2012 um 12:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wenn nur ein bestimmte Zeit gespielt wird, dann müßte es die ganze Nachspielzeit sein, denn da standen schon die Düsseldorfer am Spielfeldrand und ab da war es irregulär. Ich bin sehr gespannt auf das Urteil.

  23. Michael F.
    Am 21. Mai 2012 um 14:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mag ja so sein, Oliver, aber was würdest denn Du jetzt machen? Also wenn Du nicht Hertha-Fan wärst, sondern so ein unbestechlicher DFB-Fuzzi?

    Gut, die Schiedsrichter sind alle bestechlich – aber wen läßt Du dann in Zukunft die Spiele pfeifen?

    Du willst die ganze Nachspielzeit haben, weil die auch schon irregulär war, sagst Du. Das ist jetzt mal eine ganz neue Version. Auf die Idee, die ganze Nachspielzeit als irregulär zu sehen, kam bislang nicht mal der Hertha-Anwalt. Aber kann man natürlich diskutieren.

    „die Fortuna-Anhänger waren also im Grunde genommen alles Flitzer, die genau dafür bestraft werden müssten.“
    Das kann man so sehen, aber bislang wurde noch kein Spiel wegen einem Flitzer wiederholt. Also wie würdest Du das in Zukunft handhaben? Spielwiederholung bei einem Flitzer? Oder erst bei zweien? Oder erst bei vielen? Bei wievielen?

    Fragen über Fragen!
    Also jetzt sag mir mal wie Du das in Zukunft machen würdest. Egal wer da spielt.
    Und komme mir nicht damit, das kann man so nicht sagen und muß von Fall zu Fall entschieden werden.

    • Am 21. Mai 2012 um 14:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Du willst die ganze Nachspielzeit haben, weil die auch schon irregulär war, sagst Du. Das ist jetzt mal eine ganz neue Version. Auf die Idee, die ganze Nachspielzeit als irregulär zu sehen, kam bislang nicht mal der Hertha-Anwalt. Aber kann man natürlich diskutieren.

      Es ist nie so, dass beim Auftreten von irregulären Bedingungen nur die Minuten gespielt werden, in denen diese Bedingungen auftraten. Wäre der Platzsturm z.B. in der 20. Minute erfolgt, was dann? Die Sache ist recht einfach: EIn Fußballspiel ist eine Einheit. Was in der 90. Minute passiert, ist nicht unabhängig von dem, was vorher passierte. Diese Vorbedingungen lassen sich aber nicht simulieren. Also bleibt nur, die ganze Partei zu wiederholen.

      • Michael F.
        Am 21. Mai 2012 um 15:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

        „EIn Fußballspiel ist eine Einheit. Was in der 90. Minute passiert, ist nicht unabhängig von dem, was vorher passierte.“

        Quatsch. Ein Fußballspiel stellt keineswegs immer eine kausale Einheit dar.

        Wenn in einem Fußballspiel zur Halbzeit ein Wolkenbruch das Weiterspielen unmöglich macht und der Schiri deshalb abbricht, hat das nicht das Geringste mit den Geschehnissen der ersten Halbzeit zu tun.

        • Am 21. Mai 2012 um 15:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Wenn in einem Fußballspiel zur Halbzeit ein Wolkenbruch das Weiterspielen unmöglich macht und der Schiri deshalb abbricht, hat das nicht das Geringste mit den Geschehnissen der ersten Halbzeit zu tun.

          Das hat auch keiner behauptet. Bitte bei der Sache bleiben.

          Es geht um das Spiel selbst. Wie die einzelnen Spieler in der 2. Halbzeit agieren, ist nie unabhängig vom Geschehen der 1. Halbzeit. Erst recht nicht, wie sie in der Nachspielzeit agieren. Stichworte z.B. „unterschiedliche konditionelle Verfassung“, Moral, Momentum…

          • Michael F.
            Am 21. Mai 2012 um 22:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Nein, es geht um Deine Aussage. Also das hier: “EIn Fußballspiel ist eine Einheit. Was in der 90. Minute passiert, ist nicht unabhängig von dem, was vorher passierte.”
            Diese konnte entweder wahr oder falsch sein. Um sie zu widerlegen, mußte ich nur ein Gegenbeispiel finden und das habe ich getan.

            Wie ich Deiner Antwort entnehme, hast Du etwas anderes gemeint. Deine Aussage war also unpräzise.

            Daß ein Spieler nach 90 Minuten nicht mehr konditionell genauso auf der Höhe ist wie zu Beginn, ist eine Binsenweisheit.

            Wenn ein abgebrochenes Spiel ein paar Tage später fortgesetzt wird, wofür ich plädiere, so handelt es sich hier natürlich um eine Flickschusterei. Manchmal gehts aber nicht anders. Wenn Du einem Freund einen dreiseitigen Brief von Hand geschrieben hast und es ist Dir im letzten Satz ein Rechtschreibfehler unterlaufen, dann wirst Du deswegen auch nicht noch mal ganz von vorne anfangen.

            Außerdem läufst Du sonst auch noch Gefahr, daß Dir dasselbe Malheur nochmal passiert.

            Die Frage ist doch, wie hältst Du die Flickschusterei am besten in Grenzen. Im Relegationsspiel Offenbach-Memmingen vor ein paar Jahren machte der Kleinstadt-Verein das Spiel seines Lebens und führte eine Minute vor Ende der Nachspielzeit mit 3:2, als plötzlich im Stadion das Licht ausging.
            „Spielwiederholung!“

            War es wirklich fair, das gesamte Spiel zu wiederholen?

          • Am 21. Mai 2012 um 22:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Diese konnte entweder wahr oder falsch sein. Um sie zu widerlegen, mußte ich nur ein Gegenbeispiel finden und das habe ich getan.

            Herzlichen Glückwunsch! Du hast etwas widerlegt, was ich nicht gemeint habe. Wir können uns jetzt stundenlang darüber streiten, ob meine Formulierung deine Interpretation mit einschließt oder nicht, aber dazu zwingt uns keiner. Ich habe meine Position jedenfalls klargestellt und bitte darum, diese auch so zur Kenntnis zu nehmen. Wenn du einen Lustgewinn aus einer vermeintlich unpräzisen Aussage ziehen möchtest, gönne ich dir den gerne. Mir selbst fehlt es allerdings an Gründen, so zu diskutieren, u.a. weil es in der Sache nicht weiterbringt.

            Daß ein Spieler nach 90 Minuten nicht mehr konditionell genauso auf der Höhe ist wie zu Beginn, ist eine Binsenweisheit.

            Was dann was zur Folge hat?

            Wenn Du einem Freund einen dreiseitigen Brief von Hand geschrieben hast und es ist Dir im letzten Satz ein Rechtschreibfehler unterlaufen, dann wirst Du deswegen auch nicht noch mal ganz von vorne anfangen.

            Es sei denn, ich wollte nicht, dass dieser Rechtschreibfehler in diesem Brief auftaucht. Zum Beispiel, weil irgendeine Nase ihn zum Anlass nehmen könnte, mich unpräziser Ausdrucksweise zu zeihen.

            Außerdem läufst Du sonst auch noch Gefahr, daß Dir dasselbe Malheur nochmal passiert.

            Echt? Kommen Platzstürme vor Ende der Begegnung mittlerweile so häufig vor wie Rechtschreibfehler? Mal ganz abgesehen von der Sinnhaftigkeit des Vergleichs: Ein Rechtschreibfehler wäre eher zu vergleichen mit der Einwechslung eines nicht spielberechtigten Akteurs kurz vor Schluss. Aber da gäbe es noch nicht mal Wiederholung…

            War es wirklich fair, das gesamte Spiel zu wiederholen?

            Wäre es wirklich fair gewesen, nur die letzte Minute zu wiederholen? Bei der Vorgeschichte der 89 Minuten vorher, die eben nicht nur ein Ergebnis zur Folge hatte, sondern auch eine konkrete, nicht mehr reproduzierbare Situation der einzelnen Spieler? Wie kann man da ausgerechnet das Ergebnis gelten lassen und den Rest für unwichtig erklären? Da könnte man ja genau so gut das Wechselkontingent freigeben.

            Deswegen: Ein Spiel, das nicht regulär zu Ende gebracht wird, ist zu wiederholen. Ganz einfach. Egal, ob die Störung in der 1. Minute eintritt oder in der 90.

  24. Oliver
    Am 21. Mai 2012 um 14:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich werde ganz bestimmt heute abend antworten, habe jetzt leider keine Zeit.

  25. fan 2.liga
    Am 21. Mai 2012 um 15:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hertha ist doch ein würdiger Absteiger – nur ein schlechter Verlierer

  26. Rudi
    Am 21. Mai 2012 um 15:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das fatale bei der Sache scheint mir zu sein, dass Preetz und Gegenbauer das Ganze nur deswegen durchziehen, weil sie ihren Kopf auf der nächsten Hertha-Mitgliederversammlung retten wollen, und damit den Fans ein Rettungsboot vorgaukeln, das keine Luft und außerdem Löcher hat.

    • Am 21. Mai 2012 um 16:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Wenn sie es nicht täten, würde man sie dafür auch kritisieren. Dieses Anti-Preetz und Anti-Gegenbauer-Geschrei ist doch reichlich sinnbefreit, so lange es keine Alternativen gibt, über die man diskutieren könnte. Beim KSC läuft es seit Jahren genau so: Rituell und regelmäßig werden die Rücktritte der Verantwortlichen gefordert und vollzogen, und danach geht die Sch… weiter wie vorher, weil man nur die Nasen austauscht, aber keine Konzepte diskutiert.

    • Kugelblitz
      Am 22. Mai 2012 um 06:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Da wird fleißig an der Dolchstoßlegende gestrickt.

  27. Oliver
    Am 21. Mai 2012 um 22:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Im Fall von Memmingen muß man es fast tragisch nennen, weil sie das Wiederholungsspiel verloren haben und für den Flutlichtausfall gar nichts konnten. Interessant ist aber, daß so entschieden wurde, in einem ganz ähnlichen Fall wie jetzt. Wolfgang Stark hätte damals wahrscheinlich den Zuschauern gesagt, sie sollen ihre Bengalos anzünden, damit es wieder Licht gibt und er das Spiel „ordnungsgemäß“ zu Ende bringen kann. Nur hatte Memmingen nicht den DFB-Präsidenten als ihren größten Fan und deswegen wurden die auch dazu verdonnert. Das Memmingen-Beispiel zeigt, daß Stark hätte abbrechen müssen und genau das empfinden die meisten, die neutral ihre Meinung abgeben, nicht die Hertha-Hasser in der ganzen Republik. Und Spielabbruch hätte Wiederholung bedeutet, deswegen hat es Stark auch nicht dazu kommen lassen. Fortuna ist nämlich für ihre Anhänger verantwortlich, im übrigen auch für die Hertha-Hools und was die so in ihr Stadion hineinbringen können.

    • Michael F.
      Am 22. Mai 2012 um 14:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Oliver, es brannten damals jede Menge Bengalos Offenbacher Fans in dunkler Nacht!
      Das Ganze war nicht einfach nur ein müder Kick, in dem irgendwann das Licht ausging. Es war ein regelrechtes Skandalspiel in einer durch die OFC-Fans völlig aufgeheizten Stimmung.

      Es kam zu sogar zu Drohungen der OFC-Fans, das Spielfeld zu stürmen, sollte das Licht nochmal angehen!

      Du kannst Dir übrigens leicht ein Bild von den Zuständen in Mannheim machen – es gibt zwei Videos darüber auf You Tube!

      • Oliver
        Am 23. Mai 2012 um 09:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Wenn ich mir das so ansehe, wird es ja noch viel interessanter. Das Verhalten der Offenbacher Fans hat damals bei der Entscheidung über ein Wiederholungsspiel anscheinend überhaupt keine Rolle mehr gespielt. Soviel zu dem Argument, der Hertha-Anhang hätte ja die Nachspielzeit erst verursacht. Diese Drohung der Offenbacher wurde ja sogar als ein Grund für den Abbruch genannt, und trotzdem wurde das Spiel wiederholt. Für die Memminger wollte sich anscheinend niemand engagieren. Übrigens wurde das schöne Bengalo-Feuerwerk im Düsseldorfer Block während der Übertragung nicht gezeigt, obwohl die Reporter immer davon gesprochen haben.
        Meine ironische Bemerkung über Wolfgang Stark sollte natürlich zum Ausdruck bringen, daß er in Düsseldorf das Spiel unbedingt zu Ende bringen wollte, weil das Ergebnis stimmte. Bei einem Flutlichtausfall hätte er unter Bengalolicht weiterspielen lassen. Achtung: Ironisch gemeint.
        In Memmingen konnte nicht fortgesetzt werden, weil das Licht nicht mehr anging. In Düsseldorf hätte nicht mehr weitergespielt werden dürfen, weil das Spiel durch den Platzsturm irregulär geworden ist. In Dresden wäre so ein Spiel wahrscheinlich nicht mehr angepfiffen worden. Man lese die Urteilsbegründung von Richter Lorenz zum Pokalausschluß von Dynamo. Sein Urteil wurde zu recht von der nächsten Instanz kassiert. Der Mann ist lächerlich, er wird anscheinend vom DFB immer als erster in den Ring geschickt, nach dem Motto: Dreist kommt weiter. Nach dieser Vorgeschichte muß Hertha vor die nächste Instanz, damit das ganze Beweismaterial angesehen wird und nicht nur im Mittelpunkt steht, was Stark erlitten hat, als alles vorbei war.

  28. Michael F.
    Am 22. Mai 2012 um 14:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Rayson, ich kann ja nicht riechen, was Du meinst und was nicht. Du hast halt einfach was hingeschrieben, ohne groß drüber nachzudenken.

    Bleiben wir also bei dem, was Du definitiv sagst: „Ein Spiel, das nicht regulär zu Ende gebracht wird, ist zu wiederholen.“

    Das ist zwar lediglich ein Dogma, denn in Spanien wird das wie gesagt anders gehandhabt. Aber es ist immerhin der offizielle Standpunkt des DFB!

    Wolfgang Stark war der Meinung, das Spiel wurde regulär zu Ende gebracht. Das Sportgericht sah es genauso. Damit gibt es keinen Anlaß für ein Wiederholungsspiel. Punkt.

    Millionen Fußball-Fans sehen es auch so. Du hingegen siehst es anders und die meisten Hertha-Fans auch. Gut, aber das alles ist schlichtweg nur Privatmeinung von Menschen, die sich manchmal mehr, manchmal weniger gut auskennen.

    • Joel
      Am 23. Mai 2012 um 05:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Die meisten unparteiischen Sportrechtsexperten sehen eine Widerholungsspiel als gerechtfertigt, das sollte sich auch in einer der kommenden Instanz(en) zeigen.

      • Michael F.
        Am 23. Mai 2012 um 09:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Wie kommst Du darauf? Gabs da eine Befragung?

        Ich weiß nur von einem Sportexperten, der diese Meinung vertritt.

        Ich glaube, was die meisten Fußballfans an einem Wiederholungsspiel stört, ist wirklich die Unverhältnismäßigkeit.
        Das Spiel war nicht irregulär. Wenn Du mich fragst, dann waren es 90 Sekunden mit Zehn gegen Elf, bei denen man darüber streiten kann, ob sie unter gerade noch regulären oder schon irregulären Umständen stattfanden.

        Und dafür ein komplett neues Spiel anzusetzen, ist für den neutralen Betrachter dann halt des Guten einfach ein bißchen zu viel.

      • Michael F.
        Am 23. Mai 2012 um 09:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Halt – ich sehe gerade, es sind lt. Berliner Kurier zwei Experten. Woraus in der Überschrift aber bereits der Schluß gezogen wird, es werden immer mehr.
        Bei Dir sind es dann schon „die meisten“. Naja.

        • Oliver
          Am 23. Mai 2012 um 10:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Auf der einen Seite gibt es die, die Hertha nicht leiden können und deshalb wollen, daß Hertha absteigt. Auf der anderen Seite gibt es gerade auch den neutralen Betrachter, der sich an dem untragbaren Zustand eines solchen Platzsturmes stößt. Wenn man sich die Berichte und Kommentare auf Zeitungsseiten ansieht, ist das Verhältnis ziemlich ausgeglichen. Man kann also auf keiner Seite von „den meisten“ sprechen. Die Wiederholung von Memmingen war auch unverhältnismäßig, aber es wurde so entschieden.

        • Am 23. Mai 2012 um 10:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Willst du bzw. wollt ihr jetzt tatsächlich über die Anzahl der „Experten“ und ihre Einschätzung streiten? Wem ist damit denn geholfen und wohin soll das führen? Diskutiert doch gleich auch noch wie viele Sekunden hätten nachgespielt werden müssen. :)
          Gespannte Grüße
          Felix

        • Joel
          Am 23. Mai 2012 um 19:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Und du hast mit allen Fußballfans gesprochen, da du dir ja rausnimmst für sie zu sprechen? Zitat: „ich glaube was die meisten Fußballfans …“
          Oder hast du ne Befragung gestartet? Nebenbei lese ich nicht deine Lektüre wie den Berliner Kurier.

          • Michael F.
            Am 26. Mai 2012 um 09:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Hätte ich mit allen Fußballfans gesprochen, hätte ich gesagt: „Ich WEISS, was die meisten Fußballfans…“
            Dagegen hast Du geschrieben: „Die meisten unparteiischen Sportrechtsexperten sehen eine Widerholungsspiel als gerechtfertigt“
            Woher weißt Du das?

          • Joel
            Am 29. Mai 2012 um 12:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Zitat:
            „Hätte ich mit allen Fußballfans gesprochen, hätte ich gesagt: “Ich WEISS, was die meisten Fußballfans…”

            Dem entnehme ich das du es also nicht weißt was Millionen von Fußballfans sagten, also nur eine Unterstellung. Nun Hauptsache du kannst es für dich auslegen.
            Meine Äußerung zu den meisten unparteiischen habe ich aus Meinungen verschiedener Sportberichterstattungen u.a. von Sky, aber denen kannst du gerne Nachsagen sie seien parteiisch, wenn sie solche Meinungen verbreiten.

    • Am 23. Mai 2012 um 10:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Werter Michael F., von der Kunst der Kommunikation scheinst du noch nicht viel zu wissen. Ich gebe dir mal einen Tipp fürs weitere Leben: Damit Kommunikation funktioniert, müssen sich Sender und Empfänger verständigen können. Wenn dabei Probleme auftreten, ist meistens mehr Redundanz hilfreich, sprich: Man fragt einfach nach. Das hat zudem auch noch den Vorteil, etwas sympatischer rüberzukommen, als wenn man darauf besteht, es liege ein in der Person des anderen begründeter Fehler vor. Gut, das hat bei dir jetzt nicht so richtig funktioniert, aber vielleicht hilft dir mein Tipp mal an anderer Stelle weiter.

      Wolfgang Stark war der Meinung, das Spiel wurde regulär zu Ende gebracht. Das Sportgericht sah es genauso. Damit gibt es keinen Anlaß für ein Wiederholungsspiel. Punkt.

      Wenn die Schiedrichtersicht so sakrosankt wäre, bräuchte man kein Sportgericht. Und wenn das Sportgericht unfehlbar wäre, bräuchte es keine weitere Instanz. Und – man höre und staune – die juristische Literatur ist voll von Urteilskritiken. So richtig hat sich der bedingungslose Positivismus eben noch nicht durchgesetzt. Also wird man selbstverständlich weiter eine andere Meinung vertreten können. Wenn sie zudem noch begründet ist, ist sie reinen Argumenten ad verecundiam sogar vorzuziehen.

      Gut, aber das alles ist schlichtweg nur Privatmeinung von Menschen, die sich manchmal mehr, manchmal weniger gut auskennen.

      Ich verstehe dieses Argument nicht. Selbstverständlich sind das alles Privatmeinungen hier in dem Sinn, dass wir keine Funktionen bekleiden, die eine andere Entscheidung herbeiführen könnten. Worin ist also dein „nur“ begründet? Vertrittst du vielleicht eine Art „Roma locuta, causa finita“-Ansatz?

      Dass nur Hertha-Fans und einige wenige andere sich für ein Wiederholungsspiel aussprechen würden, stimmt übrigens nicht. Ich verweise hierzu nur mal auf diesen Link: http://www.spiegel.de/sport/fussball/deutsche-presse-kommentiert-dfb-urteil-zu-hertha-bsc-berlin-a-834329.html

      • Michael F.
        Am 23. Mai 2012 um 13:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ebenfalls werter Rayson,

        es ging mir um Dein Statement: “ Ein Spiel, das nicht regulär zu Ende gebracht wird, ist zu wiederholen. Ganz einfach. Egal, ob die Störung in der 1. Minute eintritt oder in der 90.“

        Diese Aussage ziehe ich halt schlichtweg in Zweifel. In Spanien ist das wie gesagt anders. Es würde mich interessieren, wie die CAS entscheiden würde – vielleicht kommts ja so weit. Wäre das denkbar, das dieses Gericht ein ganz anderes Urteil sprechen würde – daß etwa tatsächlich nur die ominösen 90 Sekunden nachzuspielen seien?

        Natürlich sind Stark und auch das Sportgericht nicht unfehlbar. Vielleicht kriegt Hertha ja noch sein Spiel.
        Aber wir sollten uns doch nicht so weit herablassen, Herrn Stark und Herrn Lorenz gleich die Neutralität abzusprechen.

        Mal eine Frage an Dich: Wie würdest Du argumentieren, wenn das Ganze genau mit vertauschten Farben gelaufen wäre? Würdest Du dann auch sagen, klarer Fall, Düsseldorf hat ein Wiederholungsspiel verdient?

        P.S.: Deine Aussage „Was in der 90. Minute passiert, ist nicht unabhängig von dem, was vorher passierte.” halte ich übrigens für grundsätzlich falsch.

        • Am 23. Mai 2012 um 16:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Wir sind ja nicht in Spanien, werter Michael F.. Es gibt, abgesehen davon, dass ich die spanische Praxis, wenn sie denn so ist, für nicht fair halte, nun schon einige Präzedenzfälle in Deutschland – hier wird eben das ganze Spiel wiederholt.

          Ich habe keinen Anlass, die Neutralität Starks zu bezweifeln, aber nach dem mir bekannten Verhandlungsverlauf habe ich zumindest große Zweifel daran, dass dieser für das Urteil des Herrn Lorenz noch irgendeine Rolle gespielt habe. Wie auch immer Herr Lorenz zu seinem Urteil gekommen sein mag, ob aus neutraler oder sonst einer Sicht: Es schien mir vorher festzustehen. Und wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass das bei der nächsten Instanz anders ist.

          Mal eine Frage an Dich: Wie würdest Du argumentieren, wenn das Ganze genau mit vertauschten Farben gelaufen wäre? Würdest Du dann auch sagen, klarer Fall, Düsseldorf hat ein Wiederholungsspiel verdient?

          Zumindest würde ich das wohl denken ;-) Aber ob ich mich damit aktiv an der Diskussion beteiligen würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Hoffentlich schon, aber das ist rein hypothetisch. Übrigens habe ich selbst überhaupt keine Lust auf ein Wiederholungsspiel.

          Deine Aussage “Was in der 90. Minute passiert, ist nicht unabhängig von dem, was vorher passierte.” halte ich übrigens für grundsätzlich falsch.

          Du wärest also der Meinung, dass, wenn man das CL-Endspiel in der 80. Minute abgebrochen und eine Woche später ab diesem Zeitpunkt neu angepfiffen hätte, die beiden Tore, die Verlängerung und das Elfmeterschießen genau so gefallen bzw. eingetroffen wären?

  29. Michael F.
    Am 23. Mai 2012 um 20:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Werter Rayson,

    Ich denke, die Unabhängigkeit von Richter Lorenz und Wolfgang Stark war vollauf gewährleistet und das sollte man auch nicht anzweifeln. Und auch der DFB hat schon Schiedsrichterentscheidungen aufgehoben (Musterbeispiel Wiederholungsspiel nach Helmers Phantomtor). Ich glaube, ganz so engstirnig sind sie auch nicht.

    Deine letzte Frage verwirrt mich. Ich meine genau das Gegenteil.
    „Nicht unabhängig“ interpretiere ich als doppelte Verneinung und heißt daher abhängig.

    Stell Dir vor, Du könntest die Zeit zurückspulen. Du spulst natürlich zurück bis zu genau der Minute, als Ben-Hatira den Ausgleich köpfte, wonach die Hertha deutlich Oberwasser bekam. Dann lehnst Du Dich gemütlich zurück und harrst der Dinge, die da kommen, denn Du weißt, Du wirst ein völlig anderes Spiel erleben. Sollte das Ergebnis am Ende immer noch für D´dorf sprechen, probierst Du es einfach nochmal. Du kannst es endlos probieren und jedesmal wird ein völlig anderer Spielverlauf herauskommen. Wie in „Lola rennt“. Fußball ist ein Paradebespiel für ein chaotisches System. Da gibts keine Bewegungsgleichungen a la Newton.

    Du wirst vermutlich sagen, das haut Dich nicht unbedingt vom Hocker, denn da wärst Du auch selber draufgekommen. Die schlichte Konsequenz lautet aber: Wenn ich in ein System jedesmal dieselben Parameter eingebe und es kommt jedesmal etwas anderes heraus, dann sind diese Parameter völlig irrelevant. Sie üben keinerlei meßbaren Einfluß aus.

    Was ich damit sagen wollte: Es spricht nichts dagegen, ein abgebrochenes Spiel einfach ab derselben Minute fortzusetzen. Die Vorgeschichte ist vollkommen egal.

    • Am 23. Mai 2012 um 20:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Wenn, werter Michael F., Indizien auf eine voreingenommene Haltung deuten, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als diese entsprechend zu bewerten. wird man die wohl zur Kenntnis nehmen müssen, auch wenn sich deiner Meinung nach ein Anzweifeln verbietet.

      Ob sich bei einem „Zurückspulen“ tatsächlich immer wieder unterschiedliche Ergebnisse zeigen würden und das System tatsächlich so chaotisch ist, lasse ich mal dahingestellt. Es ist auch unwichtig. Denn an diesem einen Tag, unter diesen konkreten Bedingungen, hätte es ohne die Unterbrechung einen ganz bestimmten Verlauf gegeben. Welchen, wissen wir nicht. Was wir aber wissen, ist, dass er nicht unabhängig, also abhängig ist vom Geschehen zuvor. Wieviel Konzentrationsfähigkeit ein Spieler dann noch hat, ist abhängig vom physischen und psychischen Aufwand, den er vorher betrieb. Welche Gefühlslage ein Spieler hat, ist abhängig von den Ereignissen auf dem Platz, den Toren, der Reihenfolge, in der sie fielen, welche Figur er selbst dabei gemacht hat un dnoch vielem mehr – alles Ereignisse dieses Spiels, die sich über die Köpfe der Spieler auswirken. Es gibt auch aus Sicht der Spieler objektive Bedingungen, die sich ändern, z.B. wie bespielbar der Platz ist, wie sich die Zuschauer verhalten, was für einen Tag der Schiri erwischt hat…

      All das ist nicht mehr reproduzierbar. Es gibt also keinen Grund, so zu tun, als würde man mit einer Wiederholung auf dem aufsetzen, was war. Das kann man nicht. Und wenn man das nicht kann, dann soll man auch nicht so tun, als ob. Stattdessen wäre es angemessen, nochmal alles auf Null zu stellen.

      Ich wiederhole mich: In anderen Partien wurde auch genau so verfahren. Das Problem mit dem berühmt-berüchtigten „Helmer-Tor“ wurde z.B. auch nicht dadurch gelöst, dass man ab der Minute des „Tores“ neu anpfiff, dann aber statt eines Anstoßes einen Abstoß ausführen ließ.

      • Michael F.
        Am 25. Mai 2012 um 10:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ich gebe Dir vollkommen recht, Rayson, das ist so. Aber wie gesagt – das ist so, weil man es halt bisher IMMER so gemacht hat.

        Daß sich die Konzentration des Spielers ständig ändert, genau wie die Gefühlslage etc. – alles richtig. Und daß das ganze nicht reproduzierbar ist – ich gebe Dir vollkommen recht.

        Aber ich behaupte: Das ist auch überhaupt nicht relevant. Denn Du kannst nicht mal eine Tendenz ausmachen, was passieren wird. Eine Mannschaft macht das Spiel und die andere schießt das Tor.

        Nehmen wir die beiden Relegationsspiele: Aufgrund der Ergebnisse des letzten Spieltages favorisiere ich in psychologischer Hinsicht Hertha vor dem ersten Spiel. Die gehen bestimmt von Beginn an voll drauf.

        Anpfiff – und Hertha wirkt völlig verunsichert. DD ist sofort Chef im Ring und hat auch zwei gute Chancen.
        Aber was passiert ist: Ecke-Hubnik-Tor!
        Das Spiel erfährt eine 180 Grad Wendung. Klarer Vorteil Hertha. Spielerisch die deutlich bessere Mannschaft. Hat eine knappe Stunde alles im Griff, das 2:0 liegt in der Luft.
        Aber dann passiert Bröker! Aus heiterem Himmel!
        Ein paar Minuten später nimmt das Ganze mit dem Eigentor von Ramos noch regelrecht groteske Züge an!

        Rückspiel. Beister – Tor. Psychologisch der Nackenschlag. Aber nein. Ganz im Gegenteil. Und dann der Ausgleich! Ich gebe keinen Pfifferling mehr auf DD, denn Hertha ist spielerisch viel besser – aber dann kippt das Spiel wieder zu Gunsten von DD!
        Tja, Ben-Hatira. Hatte schon Gelb. Man hätte erwarten sollen, daß dies sein Zweikampfverhalten nachhaltig beeinflussen würde, aber schon ein paar Minuten später fliegt er mit der Sohle voran in den Zweikampf. Logisch nachvollziehbar ist das nicht. Einfluß der Vergangenheit auf die Zukunft?
        Dann das 1:2. Und Hertha? Jetzt, wo sie nichts mehr zu verlieren haben, bleiben sie völlig ruhig. Halten den Ball in den eigenen Reihen und warten einfach auf ihre Chance. Ich bin beeindruckt. Und dann fällt der Ausgleich!
        Und dann…kriegen sie plötzlich die Flatter. Angst vor der eigenen Courage? M.E. jedenfalls ging die Ordnung im Spielaufbau schon mit dem Ausgleich verloren. Die einzige Großchance hatte letztlich Jovanovic für DD.

        Über das CL-Finale brauchen wir gar nicht zu reden, das toppte ja alles! Und am Tag darauf wird dann im DSF-Talk nach „Erklärungen“ gesucht.
        Sagt mein Freund Reinhold zu mir: „Michi, ich vertehe es
        nicht. Wer kann bei Chelsea ein Tor schießen außer Drogba? Es gibt eine Ecke – da stelle ich drei Mann gegen ihn!“

        Tja, das fragten sie sich im Sport-Talk auch.
        M.E. ist das ganz einfach zu beantworten: Der Spieler lebt grundsätzlich nur im Hier und Jetzt! Seine ganze Aufmerksamkeit wird von dem beansprucht, was gerade jetzt um ihn herum passiert. Dafür setzt er seine volle Konzentration ein.
        Ben-Hatira fiel erst wieder ein, daß er bereits verwarnt war, als es zu spät war.
        Du hast in einem Spiel keine Zeit für Depressionen, denn es geht sofort weiter.

        Ich bleibe dabei. Fußball ist ein Paradebeispiel für ein chaotisches System. Das wissen auch die Wettanbieter, die dementsprechen auch ordentlichen Reibach machen.