Endlich! Rettungs-Plan für Berlin

Offener Brief an Frank Steffel (MdB der CDU)

Links, die man vorher gelesen haben sollte:
Endlich! Rettungs-Plan für Hertha
Steffels Brief

Sehr geehrter Herr Steffel,
Ich mache mir ernsthafte sorgen um unsere Bundeshauptstadt. Seit Jahren ist eine Verschlechterung der Situation auf allen möglichen Ebenen zu beobachten. Berlin hat die höchste Quote von Hartz-IV-Empfängern und eine Gesamtverschuldung von über 61 Milliarden Euro. Sämtliche öffentlichen Einrichtungen wie etwa Bibliotheken oder Stadtbäder müssen geschlossen werden, weil kein Geld mehr da ist. In Kindergärten und Schulen reicht das Personal nicht und es mangelt an allen Ecken und Enden. Es wird mit uralten Lehrbüchern und bescheidenen Mitteln versucht den Kindern etwas beizubringen. Dabei sind Kinder doch unsere Zukunft! Dieser Satz dürfte Ihnen als erfolgreicher Politiker (23,8% zur Abgeordnetenwahl 2001 für die CDU als Spitzenkandidat) doch besonders gut gefallen. Daher sollten Sie am Besten mir einem guten Beispiel voran gehen und Ihren Teil dazu beitragen, dass sich die finanzielle Situation für alle Berliner und Berlinerinnen verbessert. Sie sind ein Mann der Taten. Nun gilt es anzupacken und nicht weiter um den heißen Brei herumzureden. Ich habe einen „Geheimplan“ erstellt, der beschreibt, wie Sie insgesamt über eine Million Euro zur Schuldentilgung des Landes Berlin aufbringen können:

– Sie arbeiten ab sofort für einen symbolischen Euro (120.000 Euro)
– Für jeden Liter Bier, den Sie trinken spenden Sie unter dem Motto „Saufen für eine reichere Haupstadt“ 100 Euro. (Pro Kopf Verbrauch 111 Liter / Jahr, 11.100 Euro)
– Sie fordern von Ihrem Vermieter ein Mietfreies Jahr (12.000 Euro)
– Alle CDU Mitglieder zahlen eine Sonderumlage von 1 Euro (522.944 Euro)
– Sie sammeln in der U-Bahn Kleingeld durch das Vortragen von Gedichten (1000 Euro)
– Sie stellen 500.000 Euro aus eigenen Mitteln zur Verfügung
_____________________
=> 1,167 Millionen Euro für Berlin!

Natürlich kann dies nur ein grobes Konzept sein, aber selbst bei einer Zielerreichung von nur 70% kämen über 700.000 Euro zusammen!

Selbstverständlich bin ich gerne bereit mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen oder auch einzelne Bausteine des Konzepts im persönlichen Gespräch darzulegen. Bitte verstehen Sie meine Anregungen nicht falsch, aber wir dürfen es im Interesse Berlins nicht zulassen, dass diese wundervolle Stadt weiter verarmt! Die Zukunft der Stadt liegt in Ihren Händen.

Hochachtungsvoll,
Felix L.

Habt ihr noch weitere Vorschläge wie Frank Steffel den Bankrott Berlins verhindern kann? Immer her damit – in den Kommentaren!

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  • Wer hat das geschrieben?

    Hallo, ich bin Felix und gehöre wie die meisten Herthafans in meinem Alter, zur 98er Generation, die 2010 den ersten Abstieg miterlebt hat. (→mehr)

    Ich würde mich freuen, deine Meinung zum Artikel zu erfahren. Schreib doch einen Kommentar und diskutiere mit!

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11 Kommentare

  1. Enno Enno
    Am 19. Januar 2010 um 15:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Endlich eine vernünftige Reaktion auf den „geheimen“ Rettungsplan von Steffel. Herrlich!

  2. Sebastian
    Am 19. Januar 2010 um 15:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Großartig! Wie wärs mit einer Sondersteuer auf heiße Luft. Bundestag, Rathaus, da kommt einiges zusammen. Man könnte mit der heißen Luft auch die maroden Schulen heizen…

  3. dns
    Am 19. Januar 2010 um 15:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Saubere Arbeit Felix. Durch diesen Konter wird mir jetzt auch endlich klar, warum ich so perplex über diesen lächerlichen Vorschlag vom Herrn Steffel war.

    Weitere Vorschläge (gern auch zur Überarbeitung):
    Sämtliche Parteispenden werden künftig mit einer Haushaltssanierungs-Steuer von 10% belegt. (Wieviel hierbei wohl rumkommt?) Die verbleibenden 90% können wie bisher verbrannt werden.

    Einführung des Phrasenschweins bei politischen Auftritten jeglicher Art. Der Betrag fließt zu einer Hälfte in Bildungs- & Kultureinrichtungen und zur anderen Hälfte in die Haushaltssanierung der Stadt/der Laänder/des Bundes. Bei 1 Euro pro Phrase liegt der Ertrag bei durchschnittlich 5 Euro pro Minute Redezeit. Vollständig inhaltslose Reden unterliegen einer Sonderabgabe von 10 Euro.

    Wahllokale erhalten künftig eine Eintrittskasse. Die Massenveranstaltung Wahl zieht regelmäßig mehrere Millionen Schaulistige an. Hier schlummert ein Goldesel.

    • dns
      Am 19. Januar 2010 um 16:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Noch kurz die Wahlbeteiligung nachgerechnet:
      Bei ca. 60 Millionen Wahlberechtigten und einer Wahlbeteiligung von 60% – ach, gehen wir von 90%, denn sicher wird jeder Bundesbürger erfreut sein, sein Scherflein beitragen zu können –

      Bei einem Eintritt von nur 1 Euro kommen wir da auf Sage und Schreibe 56 Millionen Euro, bei der Bundestagswahl. Zusätzlich Wahlen auf Landesebene.

      Diese Rechnung sollte findigen Geschäftsleutpolitikern eigentlich leicht von der Hand gehen.

  4. Malte
    Am 19. Januar 2010 um 16:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wie weltfremd ist das bitte? (Also jetzt der Ursprungsbrief) Und so jemand sitzt im Bundestag? Als würden die Hertha-Fans sich so melken lassen. Und von nicht-Fans kommt da sicher nichts, ich wäre ja auch froh, wenn die Hertha endlich absteigen würde ;)

    • Thomas
      Am 20. Januar 2010 um 00:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Steigt Hertha ab, wird Malte froh.
      Zumindest sagte er’s uns so.
      Auf Steffel kam ein Ei geflogen.
      Doch Stoibers Rücken bot ihm Schutz.
      Nun fällt von meiner Wand der Putz.
      Hat Malte uns vielleicht belogen?

  5. Thomas
    Am 20. Januar 2010 um 12:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo Felix,

    Du hast in deinem Brief geschrieben: „Berlin hat die höchste Quote von Hartz-IV-Empfängern und eine Gesamtverschuldung von über 61 Milliarden Euro.“

    Das ist sachlich gesehen natürlich richtig. Ich hoffe nur, dass deswegen niemand anfängt zu glauben, dass Berlin die deutsche Hauptstadt der Sozialhilfeempfänger sei. Was das angeht, so ist im Zweifelsfall das auf den ersten Blick so reich wirkende München den Berlinern um mindestens zwei Nasenspitzen voraus. (Ob Steffel deshalb meint, dass München Deutschlands schönste Großstadt sei, weiß ich natürlich nicht).

    Einer Studie von Unicredit zufolge, die im letzten Herbst veröffentlicht wurde, gab es zum damaligen Zeitpunkt nur drei Banken in der EU, bei denen mehr als die Hälfte des belastbaren Eigenkapitals aus staatlicher Stütze besteht: zwei davon sitzen in München, nämlich die Hypo Real Estate Bank und die Bayrische Landesbank. Die dritte hat in Frankfurt am Main ihren Sitz. Es ist die Commerzbank.

    Allein für die Hypo Real Estate Bank musste der deutsche Steuerzahler bislang mehr als 80 Milliarden Euro aufwenden. Gemessen daran sehen die 61 Milliarden Euro Schulden des Landes Berlin, von denen du in deinem Brief schreibst, fast schon bescheiden aus.

    In der Frankfurter Allgemeinen, einem der Lieblingsblätter deutscher Banker, erschien am 4. Januar diesen Jahres ein Beitrag von Wilhelm Hankel, dem früheren Vorstandsvorsitzenden der Hessischen Landesbank.

    Hankel schrieb, die westlichen Volkswirtschaften seien „overbanked“, und es sei „ein Irrtum, zu glauben, der Finanzsektor sei ’systemrelevanter‘ als die unternehmerische Realwirtschaft. Letztere schafft die Arbeitsplätze und verdient das Geld für Masseneinkommen, höheren Lebensstandard und Sozialleistungen.“ Er fügte hinzu: „Der selbstverschuldete Tod eines halben Dutzend verzockter Banken ist keinen Euro öffentlicher Hilfe wert, er wäre keine Katastrophe, weder eine globale noch nationale.“

    Trotzdem flossen letztes Jahr Milliarden an Steuergeldern als staatliche Stütze an Banken in München und Frankfurt. Die Münchner scheint es zu freuen, und die Frankfurter auch. Anders als die vielen Hartz-IV-Empfänger in Berlin fühlen sich im Frankfurter Umland viele als „Leistungsträger“. Für die FDP haben dort im Herbst zum Teil mehr als 20 Prozent der Wähler votiert.

    Mein Fazit: Auf Münchner Golfplätzen und in den Frankfurter Vororten glaubt keiner, in der Hochburg der deutschen Sozialhilfeempfänger zu leben. Dort genießt man es, von staatlicher Stütze abhängig zu sein, weil man darauf vertraut, dass es immer wieder gelingt, das breite Publikum davon zu überzeugen, in Deutschland ein ‚Leistungsträger‘ zu sein.

    • Felix Felix
      Am 20. Januar 2010 um 20:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Hallo Thomas,

      Natürlich – die Bayern haben auch grade etwas größere Probleme. Erst vorgestern habe ich im Fernsehen einen sehenswerten Beitrag über den Kauf und Verkauf der „Hypo Group Alpe Adria“ durch die Bayern LB gesehen (http://www.br-online.de/das-erste/report-muenchen/report-bayern-lb-hypo-group-alpe-adria-ID1263559332189.xml <- Video hier).

      Nichtsdestotrotz sind in Berlin die sozialen Brennpunkte größer. Die Bayerische Armut schlägt sich nicht so sehr auf die Bevölkerung, die Schulen und das Stadtbild nieder wie in Berlin. Seis drum: Steffel ist Berliner und sollte vor seiner eigenen Haustür anfangen zu kehren. Danach kann er meinetwegen auch München und den Rest von Deutschland retten.

      Aktuelle Steffelnews:
      – Steffel hat heute einen Mitgliedsantrag bei Hertha BSC gestellt (etwas spät!)
      – Steffel gibt sich als Gönner und kauft 1000 Hertha-Karten für das kommende Spiel gegen Gladbach. Die BZ ist so freundlich sie unter ihre Leser zu bringen. Da stellt sich natürlich unterschwellig die Frage wer hier was bezahlt hat und in wieweit diese "Spendenaktion" als steuerlich absetzbare "Marketingkampagne" getarnt ist.
      – Steffel isst gerne Pasta. Diese hat er gemeinsam mit Werner Gegenbauer (jeder bekam einen eigenen Teller) bei einem Edelitaliener in Berlin-Mitte verspeist. Sein Fazit des Meetings: "Es war sehr konstruktiv" und "Gemeinsam ist Hertha stark!".

      Ich halte dich auf dem laufenden.

  6. Süven
    Am 21. Januar 2010 um 12:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Steffel rettet die Hertha also von Februar bis Juni. Echt geile Sache. Transferschluß ist eben nur was für Miesmacher…

    • Felix Felix
      Am 21. Januar 2010 um 13:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Das ist eiskaltes Kalkül: Ohne offenen Transfermarkt keine Transfers, die floppen könnten. Das Geld verliert also nicht an Wert!

  7. Süven
    Am 21. Januar 2010 um 17:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Jetzt ist der Groschen gefallen :-) Unheimlich, soviel Professionalität!

Ein Trackback

  • Von Lest das, ihr Versager | Hertha BSC Blog am 4. März 2010 um 21:43 Uhr veröffentlicht

    […] es im Sport nicht läuft lassen offene Briefe meist nicht lange auf sich warten. Die Boulevardmedien greifen solche Zuschriften nur zu gerne auf, denn wann kann […]