Endspiel Zwei: Schalke


Welcher Weg führt aus dem Irrgarten, in dem Hertha sich derzeit befindet? Weiß jemand, welche Abzweigung man nehmen muss? Wo sind die nächsten Punkte versteckt? Gibt es überhaupt ein Entkommen vor dem Abstieg?

Ich kenne den Weg nicht. Da bin ich derzeit wohl nicht der einzige. Man kennt zwar die nächsten drei Stationen im Abstiegslabyrinth (Schalke, Leverkusen, München), aber wer könnte sagen, wie man gegen diese Mannschaften punktet? Wir hatten nach dem Frankfurt-Spiel feststellen müssen, dass die Mannschaft mit dem Druck – unbedingt gewinnen zu müssen – überhaupt nicht umgehen kann und sich vollkommen verkrampfte. Es war ein grausames Spiel.

Wenn wir Fans noch einen Funken Hoffnung haben, dann sollten wir inständig darum flehen, dass das Trainer-Team und das Management aus dieser Frankfurt-Schlappe ihre Lektion gelernt haben. Wenn die Mannschaft also mit Druck nicht umgehen kann, sollte man die umgekehrte Strategie wählen und jeden Druck von ihr nehmen. Denn die Ausgangslage vor den drei letzten Spielen der Hinserie ist klar: Hertha ist in allen drei Spielen der krasse Außenseiter und hat überhaupt nichts zu verlieren, weil ihr niemand einen Erfolg zutraut.

Wenn es also eh nichts zu gewinnen gibt, sollte die Mannschaft – vom Druck befreit – locker aufspielen können, sofern sie nicht in schlaffe Antriebslosigkeit verfällt und resigniert aufgibt. Dies gilt es zu vermeiden. Ich denke, dass in einer trotzigen „Jetzt-erst-Recht„-Einstellung die einzige Möglichkeit besteht, die Mannschaft noch mal aufzurütteln. Weniger Druck dürfte letztlich mehr sein und in der Unmöglichkeit liegt die letzte Chance verborgen.

Es ist allerdings ein Spagat zwischen Hoffnungslosigkeit und Trotz, der schnell in paradoxe Anforderung münden kann, sodass die Spieler ihren Verstand verlieren und wie Alice im Wunderland hilflos über den Platz geistern. So wirkt der Trainer auf die Spieler wie eine verrückte Grinsekatze, die man dummerweise nach dem richtigen Weg gefragt hatte, die nun aber nur noch dummes Zeug redet.

YouTube Preview Image

Für Friedhelm Funkel und Michael Preetz besteht nun die Gefahr, dass sie ihre Linie und damit auch die Glaubwürdigkeit gegenüber der Mannschaft verlieren. Ich glaube, dass Funkel ziemlich bald sein Pulver verschossen haben wird und bei anhaltendem Misserfolg werden ihm die Reaktionsmöglichkeiten ausgehen. Im Winter kann er noch einmal personelle Reizpunkte setzen. Ein weiterer Griff in den Zauberkasten (oder die Wundertüte) dürfte dann aber im Nichts enden. Der nächste Trainerwechsel damit unausweichlich werden.

Aber – um zum Labyrinth zurück zu kommen – bekanntlich wacht Alice irgendwann aus ihrem Traum auf. Und zwar bevor der Gerichtsprozess gegen den Herz-Buben (Funkel?)  zum Abschluss kommt. Dementsprechend sollte es der Mannschaft doch auch gelingen, den Albtraum Abstieg zumindest in letzter Sekunde noch zu verhindern. Auf dass wir uns alle heftig zwicken werden, um zu überprüfen, ob wir wach sind oder noch träumen. Wer dann Trainer sein wird, ist mir mittlerweile egal.

Foto: MarcelGermain
This entry was posted in Hertha BSC and tagged , , , , , , . Bookmark the permalink. Both comments and trackbacks are currently closed.
  • Wer hat das geschrieben?

    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

    Ich würde mich freuen, deine Meinung zum Artikel zu erfahren. Schreib doch einen Kommentar und diskutiere mit!

    Und bleib auf dem Laufenden: Abonniere neue Beiträge des Hertha BSC Blogs (RSS-Feed / E-Mail)

11 Kommentare

  1. Am 5. Dezember 2009 um 15:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Garten ist immer noch sehr euphemistisch, selbst der Irrgarten. Fast ist Hertha in der Wüste, und der Klassenerhalt wird zur Fata Morgana…

  2. Tanja*
    Am 5. Dezember 2009 um 17:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Welche Linie bitte hat Preetz? Außer dem ewig wiederholtem wir müssen zusammenhalten blabla….

    Funkel oder jeder anderer Trainer muss doch „nur“ das ausbaden, was Milchmädchen Gegenbauer und Herr Preetz verbockt haben, ein Team ohne Beine kann nun mal nicht laufen und noch weniger punkten, da kann auch der beste Trainer nichts dran ändern…
    Ich glaube nicht an den Weihnachtsmann…

  3. Enno Enno
    Am 5. Dezember 2009 um 17:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nürnberg verliert, Stuttgart und Bochum teilen sich die Punkte. Es könnte nicht besser laufen für Hertha.

  4. Am 5. Dezember 2009 um 18:55 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Funkel: „In diese Spiele müssen wir uns hineinbeißen und dem Gegner die Lust am Fußball nehmen.“

    Ok, als Notprogramm gegen den Abstieg und vorübergehend, aber auf Dauer verliert mit dieser Devise nicht nur der Gegner die Lust am Fußball.

  5. Morix
    Am 5. Dezember 2009 um 20:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    es ist auch meine kleine Hoffnung, dass eh keiner einen Sieg erwartet und sich so vielleicht doch noch ein Wunder ergibt. Allerdings fehlt mir der Glaube. Erst recht nach den letzten beiden Spielen.
    Jeden Spieltag denke ich es muss doch jetzt mal die Wende kommen und jedes mal sitze ich danach geknickt zu Hause und ärger mich über das Auftreten der Mannschaft. Ich muss bescheuert sein, dass ich mir das immer noch an tue.

  6. Enno Enno
    Am 5. Dezember 2009 um 20:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ja, wir müssen ziemlich bescheuert sein. Das steht ohne Zweifel außer Frage.

  7. Herthana
    Am 6. Dezember 2009 um 11:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    …ja, wirklich bescheuert, da ich vor dem Radio rumgehüpft bin als Bochum in letzter Sekunde zu zehnt noch den Ausgleich schießt und es in meinem Kopf wieder mal zu rechnen beginnt.

  8. lissy
    Am 6. Dezember 2009 um 18:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

    sieg gegen schallala wenn nicht jetzt wann dann………….

  9. spreemaradona
    Am 6. Dezember 2009 um 19:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es tut nicht mal mehr weh.

  10. lissy
    Am 6. Dezember 2009 um 19:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

    doch es tut noch weh das hätten unsere 3 punkte sein können (müssen) ich will nen anderen trainer wieso bleibt denn wischmalweg auf dem rasen wo er sich und allen anderen eh nur im weg steht………… halt wir brauchen ja keinen kaufen favre ist ja nur beurlaubt humor ist wenn man trotzdem lacht

  11. Am 7. Dezember 2009 um 00:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ehrlich. Ich weiß auch nicht mehr weiter. Aber ich will kein Derby in Liga zwei!

Ein Trackback

  • Von Eine Null im Liveticker | Hertha BSC Blog am 6. Dezember 2009 um 22:13 Uhr veröffentlicht

    […] Eine Null im Liveticker Von Daniel | Veröffentlicht am: 6. Dezember 2009 | Kommentieren Es tut nicht mal mehr weh. […]