Erste Eindrücke in Liga 2

Es wird sicherlich noch eine Weile dauern bis ich in der zweiten Liga angekommen bin. Meine Reise nach Tansania katapultierte mich so weit von Deutschland weg wie es sich anhört. Bis auf ein paar Besuche in Internetcafés und Handytelefonate bekam ich also nicht besonders viel von Herthas Vorbereitung und dem Saisonstart mit. So fiel es mir beim Spiel gegen Fortuna unglaublich schwer all die neuen Spieler auseinander zu halten. Wie peinlich! Perdedaj, Mijatovic, Djuricin, Rukavytsya und der große Friend sehen sich aber auch wirklich zum verwechseln ähnlich. Schwarze Kurzhaarfrisuren sind wieder „In“ bei Hertha.

Vom Fernseher aus wirkte das Spiel in Düsseldorf für mich wie ein Freitagabendspiel in der Bundesliga: Ein einigermaßen volles Stadion, gute Stimmung und die Hertha zeitweise kräftig unter Druck. Das weckt doch fast schon wieder Erinnerungen an die letzte Saison. Doch das glückliche Endergebnis holte mich letztendlich wieder zurück aus der Zeitmaschine in die Realität. Nein das Ding hätten wir letzte Saison nicht gewinnen können. Das ist tatsächlich „nur“ die 2. Liga, die da gerade über den Bildschirm flimmerte!

Nach dem Abstieg fing ich sofort an nach Dingen zu suchen auf die man sich mit einem Abstieg freuen kann.

Da wären natürlich an erster Stelle die Spiele gegen Cottbus und Union zu nennen, wenngleich mich Union und die immer wieder auftauchenden erst-Freundschaft-dann-Rivalität-und-jetzt-irgendetwas-dazwischen-Diskussionen sehr viel kälter lassen als viele andere. Union ist ein Verein, der in mir weder positive noch negative Gefühle hervorruft. Hertha ist Berlins Nummer 1 und wird es auch in den nächsten Jahren noch bleiben. Es genügt ein ein Blick auf den Etat, um jegliches Rivalitätsgehabe lächerlich erscheinen zu lassen. Seitdem ich mich für Fußball interessiere traten Union und Hertha niemals aufeinander. Es ist also keine Arroganz, die mich zu dieser Erkenntnis führt, sondern vielmehr Geburtsjahr und Bezirk. Was positiv an der Gleichklassigkeit zu sehen ist, dass beide Vereine in der Öffentlichkeit von einem gesteigerten Interesse profitieren. Leute, die sich überhaupt nicht für Fußball interessieren fragen plötzlich nach wann das große Spiel denn stattfinden wird und ob ich eine Karte bekommen habe (leider nicht). Mit ein bisschen Glück bleibt vielleicht der eine oder andere beim Fußball hängen.

Der zweite Gedanke, der mir sofort kam ist eher praktischer Natur. Jeder, der für die An- und Abfahrt zum Stadion auf die S-Bahn angewiesen ist kennt das Problem. Trotz der vielen Gleise dauert es nach dem Spiel Ewigkeiten bis man endlich in einer fahrenden Bahn in Richtung Innenstadt sitzt. Die seit Monaten andauernde S-Bahn-Krise trägt natürlich noch ihr übriges bei. Doch die einfach aufgestellte Rechnung „Abstieg = weniger Zuschauer => Weniger Wartezeit und Gedränge am Bahnhof“ scheint vorerst nicht auf zu gehen. Mit 48.385 Zuschauern zum Saisonauftakt kamen sogar mehr als vor einem Jahr zu Kacars 1:0 gegen Hannover 96! Sicherlich muss man davon ausgehen, dass sich der Schnitt wohl kaum über die gesamte Saison halten lässt doch zumindest die nächsten beiden Heimspiele werden ähnlich gut besucht sein. Sollte Hertha weiterhin so fleißig Punkten, dürften die S-Bahnen zunächst einmal nicht viel leerer werden als vor einem Jahr. Ein Umstand, den ich unter dieser Voraussetzung verschmerzen könnte.

Akquise eines neuen Herthafans

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  • Wer hat das geschrieben?

    Hallo, ich bin Felix und gehöre wie die meisten Herthafans in meinem Alter, zur 98er Generation, die 2010 den ersten Abstieg miterlebt hat. (→mehr)

    Ich würde mich freuen, deine Meinung zum Artikel zu erfahren. Schreib doch einen Kommentar und diskutiere mit!

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25 Kommentare

  1. Enno Enno
    Am 7. September 2010 um 08:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die Unioner werden sich ärgern, wenn sie deine Nummer-1-These lesen. Aber soviel wird man als Blau-Weißer schon sagen dürfen. Gleichzeitig finde ich deine Perspektive auf das Derby sehr interessant. Rivalität oder Freundschaft interessiert mich in diesem Zusammenhang auch wenigr. Aber wichtig ist tatsächlich die große Aufmerksamkeit, die selbst in der zweiten Liga für das Derby erzeugt werden kann.

  2. Am 7. September 2010 um 10:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @enno Wieso ärgern? Schauen wir ein paar Kriterien an: Mitgliederzahl, verkaufte Dauerkarten, Zuschauerschnitt, aktive Nationalspieler, Etat, Saisonuiel, überregionale Marken als Werbepartner, Größe der Geschäftstelle, Beachtung in der Tagespresse und und und…
    Das wird Union mit Verlaub gar nicht einholen können. Und, das ist das eigentlich geschickte daran, sie versuchen es von Vereinsseite auch gar nicht.

    Ich bin da mehr bei der These, dass die Aufmerksamkeit den seriösen Berliner Fußballvereinen helfen wird und damit hoffentlich auch Hertha und Union mittelfristig lokale Nachwuchsspieler in die Mannschaften spült.
    Rivalität dürfen gerne die spüren, für die Hertha unverständlicherweise noch ein „Westverein“ sein soll. Diejenigen, für die Ost und West überhaupt Kategorien in dieser Stadt sind. Oder diejenigen, die vor 60 Jahren das letzte Punktspielaufeinandertreffen erlebt haben.

  3. Daniel
    Am 7. September 2010 um 12:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Also was das Auseinanderhalten der Spieler angeht, ging es mir ganz genau so. Ich hatte kein Vorbereitungsspiel gesehen, auch nicht das Pokalduell und vom ersten Spieltag gegen Oberhausen nur die Tore. Bis ich Niedermeyer erkannt hatte, dauerte es eine Weile – wofür ich mich natürlich innerlich schämte. Es dauerte aber nur so 15 Minuten bis ich auf Anhieb erkannte, wer da über den Platz wuselte und dann war die Sicherheit und das Gefühl, dass da unten „meine“ Mannschaft auf dem Platz steht, wieder da.

    Was das Derby angeht, freut es mich, dass es tatsächlich dazu kommen könnte, dass zum ersten Mal seit ich mich erinnern kann, wirklich die ganze Stadt auf ein Spiel hinfiebert. Klar, BZ und BILD haben das schon öfter behauptet, aber wenn wir ehrlich sind, hörte die Begeisterung für Hertha-Erfolge meist in Köpenick auf. Aber nun ist das anders und ich bin ehrlich traurig, dass ich diese Stimmung in der Stadt nicht erleben werde.

    • Herthana
      Am 7. September 2010 um 21:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

      du meinst Peter Niemeyer oder? Es geht ja allen so. Im Stadion gegen Oberhausen fragte jeder jeden „wer ist denn die Nummer 16 ?? Wer ist denn die Nummer 23 ?? usw. Auch die dunklen Kurzhaarschnitte sind mir aufgefallen, ich hatte sogar Schwierigkeiten Roman Hubnik zu identifizieren, was mir wirklich peinlich war, aber die Spieler sind im Durchschnitt auch viel größer als in der letzten Saison. Leider kann ich bis heute auch nicht den Namen unseres Keeper’s aussprechen – Ärts oder Arts (versuchte Lautschrift, vielleicht kann mir da ja mal einer helfen …)
      Ich freue mich auch auf das Derby … die drei ( bzw. sechs) Punkte sollen natürlich an uns gehen – sonst werde ich auch in dieser Saison dem 1. FC Union die Daumen drücken …

      • Am 7. September 2010 um 21:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Sein Name wird gesprochen wie der Arzt nur ohne t. :)

      • Am 7. September 2010 um 23:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Genau, Aaaaaaarts wird er gesprochen. Nix mit ä :-)

        Zur Erklärung: Das e hinter dem a dient nur zur Verlängerung des a (wie bei e nach i). Kommt normalerweise nicht mehr vor in der holländischen Sprache (man schreibt stattdessen „aa“), aber in Namen anscheinend schon noch.

        • Am 8. September 2010 um 00:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Ist am Besten, wenn man sich das nicht merken muss, weil der Mann eh nie was zu tun bekommt ;-)

          Wunschdenken muss doch mal erlaubt sein…

          • Am 8. September 2010 um 09:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Bei der Mannschaftsaufstellung kommt er aber trotzdem vor :-)

        • Herthana
          Am 8. September 2010 um 16:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Vielen Dank … das kann ich mir merken.
          Unsere Nummer eins … Maikel Aaaaaaarts …
          Ich gehe natürlich davon aus, das falls er doch mal was zu tun bekommt, er alles rausfischt und zu einem unserer Aufstiegshelden wird.

          • herthawolf
            Am 9. September 2010 um 00:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Gern denke ich an Torwart Gabor Kiraly zurück, der wurde auch immer falsch ausgesprochen (Kiraly statt „Kiray“). Ein gutes Omen :-).

        • Rudi Radlos
          Am 8. September 2010 um 17:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Nebenbei gefragt Maria:
          Wie heißt die Muttersprache von Maikel Aerts –
          Holländisch oder Niederländisch?

          • Am 8. September 2010 um 19:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Ich sage selbst meist „holländisch“ und „Holland“. Das ist halt Umgangssprache. Offiziell heißt es natürlich „niederländisch“ bzw. „Niederlande“.

  4. herthawolf
    Am 7. September 2010 um 13:56 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Habe extra eine Dauerkarte für Union in dieser Saison, um am 17. September dabei sein zu können (die anderen Ansetzungen werden ja nicht wirklich eine rappelvolle Försterei zur Folge haben); ich habe meinem Sohn schon gesagt: Du wirst Deinen Enkeln erzählen können, dass Du dabei warst, wie Hertha und Union erstmalig gegeneinander um Punkte gekämpft haben. Und wenn ich mir auf ebay so ansehe, was die Gebote für die Karten angeht, weiß ich doch, was ich auf dem Schwarzmarkt eingespart haben werde…
    Berlin war sportlich und politisch einfach zu lange geteilt (so wie ganz Deutschland ja auch: Der sehr kluge Artikel „Hertha BSC und die Folgen des geteilten Deutschlands“ hat mich vor einer ganzen Weile überhaupt erst auf diesen Blog aufmerksam gemacht), als dass es eine wirkliche Rivalität geben kann zwischen Hertha und Union – vielleicht in der Generation meiner Enkelkinder. Union war einfach viel zu unbeliebt bei den Bonzen und zu beliebt bei stillen und erklärten Regimekritikern (wie viele ich zu DDR-Zeiten erlebt habe, die einen Unionaufnäher trugen, obwohl sie von Fußball keine Ahnung hatten) , als dass sie als „Ostverein“ durchgehen könnten (das könnte höchstens HSH, aber die spielen glücklicherweise viel zu unterklassig für eine Rivalität).
    Felix, als einer, der hier ja immer ganz ewiggestrig die Traditionsfahne „Hertha und Union“ hier hochhält, finde ich Deine Haltung („Union is mir egal“) absolut o.k., das ist viel besser als irgendeine künstliche Rivalität – vielleicht ist diese Nichtrivalität in einer Stadt sogar weltweit was einmaliges.

  5. Commando Cöpenick
    Am 8. September 2010 um 19:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wie kann man nur so ne arrogante Scheiße Schreiben ……

    Na ja ihre und eure paar Fans werden sich noch umgucken wenn sie in 1 Woche nach Cöpenick kommen , da wirds krachen……..

    • Enno Enno
      Am 8. September 2010 um 19:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Und? Und? Habe ich es nicht gesagt, Sebastian? Aber das darf man wohl unter hohlem Reflex verbuchen…

      • herthawolf
        Am 9. September 2010 um 00:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Für „Commando Cöpenick“ scheint das selbe zu gelten wie für „union kommt“, wa?

        • Oliver
          Am 9. September 2010 um 15:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Auch Orthographie und Satzbau sind durchaus interessant: „ihre und eure“, wen meint er damit ? Und was sind eigentlich „Schreiben“? Hat er sich wohl bei Arno Schmidt abgeguckt. Ich werde auch genau 1 Pils Bier trinken, wenn dieses Spiel endlich stattgefunden hat.

      • Am 13. September 2010 um 09:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

        @enno Ach, wenn ich mich über jeden Kommentarlimbo aufregen würde… Ich freue mich jetzt auf Freitag und gut ist es.

    • dns
      Am 9. September 2010 um 15:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Und direkt mal zum Klops gemacht. Glückwunsch!

      • Oliver
        Am 10. September 2010 um 17:46 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Wenn du mich meinst, dann: Ja, danke schön. Auch wer irgendwelches Ultra-Gedöns von sich gibt, kann es sich vorher noch einmal durchlesen. Habe noch vergessen, daß die eine Stelle ausgeschrieben nach Commando Cöpenicks Meinung „und wenn sie in eine Woche nach Cöpenick kommen“ heißen würde. Ist zwar Berlinerisch korrekt, aber tut weh in den Ohren.
        Im Übrigen bin ich als West-Berliner an erster Stelle für Hertha, ich möchte, daß sie das „Derby“ gewinnen. Zu jedem anderen Zeitpunkt bin ich dann auch für Union und alle anderen Ostvereine, weil, wie schon mehrfach geäußert, Berlin, und somit auch West-Berlin, geographisch gesehen in Ostdeutschland liegen. Bei Hertha hat man das übrigens nach dem Wiederaufstieg erkannt, und versucht, fast jeden ostdeutschen Bundesliga-Spieler „nach Hause“ zu holen. Da spielten dann in schöner Eintracht ehemalige BFC-, Union- und Sonstwas-Spieler in einer Mannschaft, haben sie geprägt und waren Publikumslieblinge. Und wenn das nicht langsam mal alle hier begreifen, dann sind Hertha und alle Ostvereine ganz schnell weg vom Fenster. In der Bundesliga spielt schon keiner mehr. In Berlin gibt es durch die deutsche Teilung eine besondere Situation, da lasse ich mir nicht durch diejenigen, die sie nicht mehr erlebt haben, eine Feindschaft zwischen Hertha und Union herbeireden. herthawolf, du einsamer Streiter, du hast meine volle Unterstützung !

        • dns
          Am 12. September 2010 um 22:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Mein Post war eine Antwort auf Commando „der mit dem kaputten ‚K‘ auf der Tastatur“ Cöpenick. Eine Antwort an dich würde wie diese hier in deiner Beitragsbox stehen.

          Feindschaft ist für mich eh ein Konzept, dass genauso gut in den Kontext Sport reinpasst, wie Haggis in Gourmetküche.

          • Oliver
            Am 14. September 2010 um 12:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Nichts für ungut, entschuldige bitte, habe ich irgendwie nicht erkannt, aber ich war mir ja auch nicht sicher.

          • dns
            Am 14. September 2010 um 15:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

            kein problem. ;)

        • herthawolf
          Am 12. September 2010 um 23:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Danke, Oliver!
          Vielleicht bin ich ja gar nicht so ein einsamer Streiter…
          Mal sehen, wie es am Freitag wird!!
          Meine Hoffnungen auf ein hochkarätiges 0:0 werden sich wohl nicht erfüllen, wenn ich die bisherigen drei Spiele meiner beiden Vereine mir so ansehe…
          Ein bisschen mehr Differenzierung fände ich aber schon vonnöten: „Alle Ostvereine“ ist mir ein bisschen zu sehr gönnerhaft westberlinerisch über einen Kamm geschoren – mir fällt mindestens ein Verein ein (der am Samstag wieder verloren hat und mit dem Aufstieg in die Regionalliga auch in dieser Saison wohl nichts zu tun haben wird), den man sich schenken kann samt seinen Anhängern (von denen leider viele zu Hertha abgewandert sind, weil ihnen 5. Liga zu popelig ist)…
          Ich sage nur August 2005 AF: 8:0

  6. Süven
    Am 9. September 2010 um 01:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schöner Name auch..wenn dit Frau Hagen wüsste, wer da so alles mitsingt