„Favre war selbst nicht mehr überzeugt“

Gut, lassen wir die Phrasen weg, die Enno schon in seinem Beitrag erwähnt hat und die Michael Preetz dann heute bei TV Berlin (Teil 1 & Teil 2) gebetsmühlenartig wiederholt hat. Keine Angst, es bleibt noch etwas übrig von seinem TV-Auftritt.

Fangen wir mit dem für mich wichtigsten an: Irgendwann nachdem Preetz die katastrophalen Auftritte der Mannschaft analysiert hat („Das ist meine feste Überzeugung, dass da so ein bisschen im Hinterkopf immer noch war: Wir haben letztes Jahr so gut gespielt, das kommt schon wieder.“), kommen Moderator Stefan Frommann und Sidekick Waldemar Hartmann auf Lucien Favre und dessen Entlassung zu sprechen. Hartmann findet sie richtig. Preetz natürlich auch – gibt aber noch ein nicht uninteressantes Detail preis:

„Diese fortgesetzte Negativ-Serie hat natürlich Spuren hinterlassen, in der Mannschaft, beim Trainer, auch im Miteinander zwischen beiden. Und ich kann das an der Stelle auch gerne noch mal sagen: Es gab natürlich auch Signale vom Trainer selbst. Nach diesem desaströsen Auftritt in Hoffenheim war er ja selber nicht mehr überzeugt, dass er mit dieser Mannschaft die Kurve bekommt. Deswegen haben wir – wir haben es uns wirklich nicht leicht gemacht – nach vielen Überlegungen dann eben diesen Schritt gewählt (…)“

Das ist neu, denn bisher hieß es ja immer, Favre wäre überzeugt gewesen, die Wende auf jeden Fall herbeizuführen. Wenn der Trainer aber dem Manager sagt, dass es nicht mehr geht, wird die Entscheidung nachvollziehbarer und Favres Aussagen danach das genaue Gegenteil.

Im Anschluss will Frommann von Preetz wissen, ob er glaube, dass die Mannschaft gegen den Trainer gespielt habe. Und Preetz sagt wieder etwas Erstaunliches:

„Das ist Quatsch, ich glaube jeder der Fußball gespielt hat, oder der so lange dabei ist, der weiß, dass kein Spieler aktiv gegen seinen Trainer spielt.“

Ich habe da schon andere Sachen gehört – nicht bei Hertha wohlgemerkt – und zugeben würde es wohl kein Profi. Aber dass es keinen Spieler geben soll, der das jemals gemacht hat? Naja. Jedenfalls spielte die Mannschaft gegen Nürnberg, so Frommann, der wiederum das Inforadio zitiert, „seelenlos“. Preetz bestätigt das, ohne es zu bestätigen:

„Es war eine Mannschaft die nicht alles gegeben hat an diesem Tag – das muss man klar feststellen und es waren leider Gottes einige Nationalspieler dabei, die sehr müde zurückgekommen sind und die es leider auch nicht geschafft haben, der Aggressivität der Heimmannschaft zu widerstehen. Insofern haben wir am Ende diese so bittere Niederlage für uns zu verzeichnen – 14 Tage nach einem Spiel wo der Tabellenletzte gegen den Tabellenführer gespielt hat im Olympiastadion und ich glaube, dass jeder, der das Spiel gesehen hat, feststellen musste, dass es da keinen wirklichen Klassenunterschied gab, den die Tabelle so ausdrückt. Und es kann aus unserer Sicht eben nicht sein, dass wir dann bei einem unmittelbaren Duell feststellen müssen, dass eine Mannschaft verstanden hat, wie der Ernst der Lage ist, nämlich alles abzurufen…“

Und dann warf er wieder die Phrasenmaschine an.

Plötzlich geht es um Dieter Hoeneß, ein paar erstaunlich unterschiedliche und sehr reflektierte Vox-Pops werden eingespielt und Preetz soll auch etwas zu Hoeneß sagen. Macht er aber nicht. Gut so. Stattdessen sagt er etwas über sich. Und wird pathetisch.

„Ich bin seit 1996 hier. Ich identifiziere mich total mit dem Verein. Auch mit Hertha BSC. Und natürlich auch mit Berlin als Stadt. Ich glaube es ist auch bekannt, dass ich viele Möglichkeiten hatte, vorher auch woanders in die erste Reihe zu treten, und das wollte ich nicht, ich wollte es hier machen. Ich habe nicht umsonst meinen Karriereaufbau so gelegt,  dass ich lange Jahre dann auch in der zweiten Reihe war um mich so breit wie möglich aufzustellen. Dass die Situation die ich vorgefunden habe im Sommer schwierige war, das wusste ich, ich wusste auch, dass wir nicht wie selbstverständlich an das anknüpfen konnten, was in der letzten Saison war, weil wir natürlich auch einen wirtschaftlichen Konsolidierungskurs fahren müssen. Das ist gar keine Frage. Es ist natürlich für uns alle sehr sehr schade und für die Menschen hier in Berlin, die auch so sehr diese Euphorie hier mitgelebt haben, das wir jetzt so schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt sind. Aber ich glaube es ist auch eine Chance.“

Vielleicht ist es das. Ich fände es natürlich besser, wenn wir einfach weiter schweben könnten. Aber man kann es sich eben nicht aussuchen um Leben. Als Journalist hat man die Pflicht, die richtigen Fragen zu stellen. Und Frommann tut das, in Kerner-Manier: „Was sagen sie, wenn Leute kommen, die sagen: Dem Preetz sind die Schuhe von Hoeneß zu groß?“

„Ich würde zum heutigen Zeitpunkt sagen, wenn man nach neun Spieltagen drei Punkte hat, dann fehlen einem an dieser Stelle die Argumente. Aber ich sage es noch mal: Es bringt nichts, aus meiner Sicht und ich möchte das auch nicht machen, zurückzublicken.“

Er möchte nicht zurückblicken. Und fährt dann ohne Zwischenfrage fort:

„Ich kann nur eins sagen: Mit Champions League am Ende der letzten Saison hätten wir ne komplett andere Situation gehabt, denn dann wäre es uns möglich gewesen, diese Mannschaft zusammenzuhalten und zu verstärken. Ohne Champions League war es schlichtweg unmöglich.“

Mist, doch wieder zurückgeschaut. Auch mit Wehmut. Aber trotzdem realistisch. Er weiß ja, dass es nichts bringt darüber zu lamentieren, dass ihm Hoeneß ein finanzielles Erbe hinterlassen hat, für das man seine Oma verfluchen würde. Schließlich ist das auch dafür zuständig, dass weder Marko Pantelic, noch Andrey Voronin und auch nicht Josip Simunic noch bei Hertha unter Vertrag stehen. Stattdessen hat Preetz günstige Leute geholt, „um im Team neue Impulse zu setzen.“ Hat eher suboptimal funktioniert. Wie sieht es denn mit Nachverpflichtungen aus?

„Im Moment können wir nicht reagieren, deshalb bringt es auch nichts darüber zu reden. Aber es ist ganz klar, dass wir – sollten wir Bedarf feststellen – uns damit befassen werden.“

Das findet jetzt selbst Frommann merkwürdig und hakt direkt nach: „Im Moment seht ihr aber keinen Bedarf?“ Kühler Konter in Form einer Wiederholung: „Im Moment bringt es nichts.“ Dann stellt der Moderator kurz vor Schluss noch eben seine Kollegen von der BZ bloß, die etwas von einem Geheimplan fabuliert haben, mit dem in der Winterpause Andrey Voronin geholt werden soll. Das hatten wir ja im Sommer schon. Hat auch nicht geklappt. Auch wenn Preetz zugibt: „Wir haben es bis zum Schluss versucht.“ Jedenfalls:

„Von dem Plan habe ich heute morgen auch zum ersten Mal in der Zeitung gelesen. Ich sage es nochmal: Mit Champions League hätten wir im Sommer alles getan, um ihn in Berlin zu halten. Ohne war das einfach nicht möglich. Die Situation war auch so, dass Benitez ihn weder ausleihen noch verkaufen wollte. Wie das im Winter aussieht, kann ich jetzt natürlich noch nicht sagen.“

Nichts Neues also im Fall Voronin. Man merkt Preetz an, wie gerne er den Ukrainer in Berlin sehen würde. Mit dem letzten Satz hat er die Tür offen gelassen, um der BZ im Winter den Artikel zu ermöglichen: „BZ wusste es schon im Oktober.“ Unwahrscheinlich bleibt der Transfer trotzdem. Noch unwahrscheinlicher als der von Marko Pantelic, über den Preetz erneut sagt, dass er „aberwitzige Vorstellungen hatte, die schlichtweg nicht zu erfüllen waren.“ Bei Pantelic ist Preetz merklich kühler als bei Voronin. Aber auch hier lässt er eine Mini-Möglichkeit offen. Im Winter geht nichts und über den Sommer will er bei der aktuellen Situation einfach noch nicht reden.

Es war ein vernünftiger Auftritt von Michael Preetz, der noch einmal ein kleines Teilchen in das riesengroße Favre-Hoeneß-Preetz-Gegenbauer-Puzzle gebracht hat. Seine Sachlichkeit hat mir schon immer imponiert. Von den Phrasen jetzt mal abgesehen. Aber es wirkt für mich jetzt nicht mehr so, als hätte Preetz überhastet gehandelt, als er Favre beurlaubt hat. Er hat die Situation abgewogen und zwar gründlich. Und wenn Favre tatsächlich nach dem Hoffenheim-Spiel von sich aus gesagt hat, dass er nicht mehr daran glaubt, die Mannschaft noch auf Kurs bringen zu können, war seine Entlassung die einzige Möglichkeit. Sein Auftritt hat mir insofern ein klein bisschen Mut gemacht, als dass ich jetzt nicht mehr völlig das Gefühl habe, Hertha wäre führungslos.

This entry was posted in Hertha BSC and tagged , , , , , . Bookmark the permalink. Both comments and trackbacks are currently closed.
  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

    Ich würde mich freuen, deine Meinung zum Artikel zu erfahren. Schreib doch einen Kommentar und diskutiere mit!

    Und bleib auf dem Laufenden: Abonniere neue Beiträge des Hertha BSC Blogs (RSS-Feed / E-Mail)

16 Kommentare

  1. Am 19. Oktober 2009 um 23:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das Zitat zu Favre, das ist ja nun erst mal nur die Darstellung von Preetz. Keine wirklich harten Fakten. Da müsste man Favre schon noch mal zu Wort kommen lassen.

    Die fristlose Kündigung fand ich angesichts der eher harmlosen Kritik von Favre auch reichlich überzogen. Ist wohl nur durch das einzusparende Geld erklärbar – ob das so funktioniert, wage ich zu bezweifeln.

    • Am 21. Oktober 2009 um 00:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Für mich hört sich das auch nur nach dem Vorwand an, der gefehlt hat, um irgendwie eine Kündigung rechtfertigen zu können. Diese Art von privatrechtlicher Zensur finde ich fast noch schlimmer, als den Fall neulich, bei dem eine Schwester wegen des „Diebstahls“ von wegzuschmeißenden Maultaschen gekündigt wurde. Die Hertha macht zur Zeit Null Spaß… :-(

  2. Daniel
    Am 19. Oktober 2009 um 23:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das werden die Gerichte jetzt entscheiden. Aber es wird schwer da, bei Aussage gegen Aussage, zu entscheiden. Ich bin gespannt.

  3. spreemaradona
    Am 20. Oktober 2009 um 00:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Warum gibt unser Verein den ganzen Herthahassern da draußen eigentlich immer wieder Nahrung für ihre Aversion? Diese fristlose Kündigung (nach derart harmlosen Aussagen von Seiten Favres) ist fast so schäbig wie Waldis Brasilianophobie.

    • Daniel
      Am 20. Oktober 2009 um 00:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Und doch kann ich sie in der derzeitigen Situation nachvollziehen. Hertha hat kein Geld. Favre hat – aus Preetz‘ und Gegenbauers Sicht – gelogen und sie damit schlecht aussehen lassen. Das erfüllt für mich den Tatbestand der Rufschädigung des Vereins und ist deshalb ein Kündigungsgrund.

      • spreemaradona
        Am 20. Oktober 2009 um 01:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ich denke diese Kündigung ist die wahre Rufschädigung für den Verein. Und wirklich schlecht aussehen lassen wird Favre die Herren Preetz und Gegenbauer, wenn er demnächst mit einem Verein der voll hinter seinem Konzept steht (und auch eine Ablöse für Favre hätte zahlen müssen) Erfolge feiern wird. Gott, laß es bitte nicht den VfB sein!

        • Daniel
          Am 20. Oktober 2009 um 01:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Keine Frage, dass Favre bei einem anderen Verein Erfolg haben wird, eben auch weil er die Fehler, die er bei Hertha gemacht hat, nicht wiederholen, sondern daraus lernen wird.

  4. Enno Enno
    Am 20. Oktober 2009 um 08:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Vielen Dank für die Zusammenfassung. Mal davon abgesehen, dass Preetz die Spekulation des Kurier bestätigt, dass Favre selbst nicht mehr wollte/konnte, sind die Aussagen ja doch eher nüchtern. Mal schauen, wie Michi sich entwickelt. An hoher Meinung über sich selbst scheint es ja nicht zu fehlen…

  5. lissy
    Am 20. Oktober 2009 um 09:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    waren das jetzt preetzfestspiele???

  6. Tanja*
    Am 20. Oktober 2009 um 09:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Haha gute Anmerkung bzw. Frage Lissy, die gefällt mir ;-)

    Also erstmal ebenfalls herzlichen Dank für diese Zusamenfassung, ich konnte das ja nicht sehen.
    Ich finde nicht, dass man wirklich was neues erfährt und ehrlich ich glaube dem Preetz einfach gar nichts, da er die Krise mitzuverschulden hat.

  7. Tanja*
    Am 20. Oktober 2009 um 09:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ach ja und das der Verein Favre jetzt fristlos entlassen hat, finde ich einfach nur peinlich…

  8. Am 20. Oktober 2009 um 12:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mmmmh. Fristlose Entlassungen kennen wir bei Union ganz gut. Rufschädigung mögen Arbeitsgerichte nicht so gerne. Siehe den Fall Patschinski. Letzten Endes kommt der Verein da nur raus, wenn er sich auf eine außergerichtliche Einigung einlässt.
    Wenn nicht, wird das ein gefundenes Fressen für die Medien, die genüßlich jeden Popel vor Gericht in die Zeitung bringen werden.

  9. kielerblauweiß
    Am 20. Oktober 2009 um 13:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die zwei Aussagen von Preetz, die mir gefallen haben:
    „Es ist wichtig, das wir alle im Verein zusammenstehen.“ und
    „100%ige Konzentration auf diesen Traumberuf“
    Die ganz kritischen unter Euch werden sagen, das Phrasen-Schwein platzt bald aber ich denke, diese zwei Sachen sind nunmal im Abstiegskampf die wichtigsten.
    Wir alle, also auch die Fans, müssen zusammen halten und nicht mit überzogener Kritik alles noch schlechter machen, als es eh schon ist. Dabei muss ich zugeben, dass ich es am Samstag zum ersten mal seit Jahren, nicht geschafft habe, ein Hertha-Spiel bis zum Ende anzuschauen – hab tatsächlich auf die Konferenz umgeschaltet. Trotzdem schreibe ich hier nicht, dass der oder der entlassen werden sollte oder ähnliches.

    Die Aussage mit dem Traumberuf zeigt, dass Preetzt erkannt hat, was auch hier immer viele zu recht bemängeln. Die Einstellung und Verntwortung der Spieler gegenüber Verein und Fans, die beide ihrerseits so vieles geben – Geld, Zeit, Hingabe. Preetzt weiß, dass die Spieler dies wieder Erkennen müssen und ich kann mir vorstellen, dass er es mit Funkel zusammen auch schafft.

    Ich fand Preetz´Auftritt deutlich angenehmer und offener als den von Favre und Preetz ist bei mir noch lange nicht unten durch.

  10. Kugelblitz
    Am 20. Oktober 2009 um 14:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

    … dass kein Spieler aktiv gegen seinen Trainer spielt. …

    Das Wort -aktiv- gefällt mir sehr gut, in diesem Zusammenhang. Den Interpretationmöglichkeiten sind Tür u. Tor geöffnet.

  11. Am 20. Oktober 2009 um 20:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Du schreibst …

    Und wenn Favre tatsächlich nach dem Hoffenheim-Spiel von sich aus gesagt hat, dass er nicht mehr daran glaubt

    Preetz wird aber nicht damit zitiert, dass Favre was gesagt hätte. Da war von Zeichen die Rede, die genauso gut das ratlose Sitzen in einer Pressekonferenz gewesen sein könnten.

    Für mich klingt das alles ziemlich wischiwaschi (und mit wischiwaschi kenne ich mich nach Manager Müller-Jahren auf Schalke ganz gut aus). Ich glaube Preetz natürlich, dass er Voronin gerne gehalten hätte. Aber es hat ihn niemand gezwungen Wichniarek zu verpflichten. Das ein Transfer einmal in die Buxe geht mag Pech sein. Dass man das gleiche ein zweites Mal probiert ist Dummheit.

    Die Sache mit der Kündigung sehe ich wie Nick. Da will man Geld sparen und setzt dies über die schlechte PR. Dabei war doch Favres PK mit seinen Einflüsterern und dem Hoeneß-Lob herrlich skurril, im Witz darüber hätte sich Preetz mit einem Teil der Fans vereinigen können.
    Ihr werdet schon nicht absteigen. Aber Favre wird woanders wieder Erfolg haben und es wird schmerzen.

    • Daniel
      Am 20. Oktober 2009 um 23:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Also wenn Preetz sagt…

      „Nach diesem desaströsen Auftritt in Hoffenheim war er ja selber nicht mehr überzeugt, dass er mit dieser Mannschaft die Kurve bekommt.“

      …dann kann ich davon ausgehen, dass Preetz das nicht an Favres Körperhaltung gesehen hat, sondern dass der da zumindest irgendwelche Aussagen gemacht hat, die in diese Richtung deuten. Oder?

      Die Kündigung hätten die Bayern nicht ausgesprochen, das ist klar. Aber für Hertha sind 1,nochwas Millionen zuviel Geld, um dieses „Angebot“ anzunehmen – bei welchen negativen PR-Auswirkungen auch immer.

      Bei Wichniarek glaube ich, dass die Vorzeichen so anders waren, dass man da schon verstehen konnte, dass Preetz gesagt hat: Gut, versuchen wir das nochmal, vor allem auch weil er billig ist. Wichniarek hat vor der Saison Aussagen gemacht, die darauf hindeuteten, dass er etwas gelernt hat. Er hat in Berlin ein Haus gekauft, will sich dort niederlassen und hat deshalb natürlich ein Interesse daran, bei Hertha anzukommen. Das war beim ersten Mal anders. Dass es nicht klappt, liegt sicherlich auch an seinen…nunja…beschränkten Fähigkeiten, sich auf die Situation einzustellen. Aber vor allem eben einfach an der Erfolglosigkeit der Mannschaft. Dass er nicht das Niveau von Voronin oder Pantelic hat, ist ja unstrittig.