Fehlstart Nummer Zwei

So, wo waren wir stehen geblieben? Achja, Rückrundenstart, Vorfreude, neuer Trainer! Oder in zwei Worten und einem Buchstaben: Satz mit X. Denn das, was Hertha da in Nürnberg auf den Rasen gebracht hat, war echt nix.

Jetzt könnte man natürlich anfangen, nervös zu werden. Oder zumindest alarmiert zu sein. Denn der Abstand auf einen Abstiegsplatz ist auf drei Punkte geschrumpft. So wenig waren es zuletzt am vierten Spieltag. Hertha ist mittlerweile seit sieben Spielen ohne Sieg. Und die einst so positiv wirkende Bilanz mit vielen Unentschieden, aber eben auch wenig Niederlagen, verschiebt sich langsam ins Negative. Hinzu kommt, dass Hertha in der Hinrunde Punkte geholt hat, mit denen man nicht unbedingt wieder planen kann. Ein Sieg gegen Dortmund ist – trotz Heimspielatmosphäre im Februar – angesichts der Leistungen der Dortmunder im Vergleich zu der von Hertha im Moment kaum vorstellbar. Zugegeben: Das war er in der Hinrunde auch nicht. Aber nochmal werden die sich nicht so totmauern lassen, wie beim 2:1 im Hinspiel.

All das, wie gesagt, könnte zu Nervosität führen oder zumindest dazu, dass man seine Spieler daran erinnert, worum es hier gerade geht. Dass es wenigstens den Anschein hat, dass da eine Mannschaft die Situation verstanden hat.

Doch Michael Skibbe lobt lieber. Die Mannschaft dafür, dass sie den Gegner anfänglich gut im Griff gehabt habe. Dafür, dass sie sich bemüht habe. Und Andreas Ottl für sein passables Offensivspiel.

Letzteres sagt alles über den Wert von Skibbes Aussagen nach dem Spiel. Er ist gleich Null. Wer das Offensivspiel von Andreas Ottl passabel findet, der bezeichnet auch die Torausbeute von Luizao bei Hertha als völlig ausreichend. Sorry, Coach, aber wir sind nicht dumm. Ottl mag ein überragender Zweikämpfer sein (gegen Nürnberg wieder der Herthaner mit der besten Quote) und was die Defensivorganisation angeht ist er ebenfalls nah an der Perfektion, aber seine Offensivqualitäten beschränken sich bisher auf den gemächlichen Seitenwechsel.

Ich muss zugeben, dass ich nach dem Spiel (das ich mal wieder nicht live sehen konnte) in einem Gemütszustand zwischen Wut und Gelassenheit gependelt bin. Ich war mir nicht sicher, ob man diese Niederlage einfach so hinnehmen und nach vorne schauen kann – oder ob man sich fürchterlich über Mannschaft und Trainer aufregen müsste, weil sie offensichtlich immer noch nicht verstehen, dass es in dieser Saison um jeden verdammten Punkt geht.

Hertha hat jetzt zweimal identisch losgelegt. In der Hinrunde – als sich die ganze Stadt auf die Bundesliga freute – und in der Rückrunde, als es zumindest die Fans taten und die Mannschaft ja nach einer solchen Pause eigentlich auch. Nach dem 0:1 zu Saisonbeginn hieß es, die Mannschaft wisse selbst nicht, warum sie so gehemmt gewesen sei. Jetzt sagt Thomas Kraft, dass sich das Team vorgenommen hatte, diesen Fehlstart nicht zu wiederholen. Man könnte an der Lernfähigkeit zweifeln. Oder eben an der Qualität.

Nürnberg hat zumindest auf dem Papier nicht die Qualität von Hertha. Dass man diese – irgendwo ja auch sagenumwobene – Qualität locker durch mehr Laufbereitschaft wettmachen kann, haben wir am Samstag gesehen. Bei Nürnberg liefen alle Spieler, die von Anfang an gespielt haben, mehr als zehn Kilometer, nur zwei blieben unter elf. Bei Hertha schaffte diese Marke nur Andreas Ottl. Das mag eine marginale Statistik sein – sie sagt doch einiges darüber aus, wer am Samstag mehr Bereitschaft gezeigt hat, auch mal Wege zu gehen, die wehtun.

So kommt es am kommenden Samstag also erneut zum Duell der Verunsicherten. Ich kann an dieser Stelle meine Worte von der Hinrunde wiederholen: „Der Gegner heißt Hamburger SV und hat in der letzten Woche ähnlich wie Hertha eins auf die Mütze bekommen. Allerdings nicht von einem potentiellen Abstiegskandidaten (so die fast einhellige Pressemeinung über den 1. FC Nürnberg vor der Saison), sondern vom aktuellen Deutschen Meister aus Dortmund.“

Beim HSV geht die Angst um – und Hertha kann einiges dafür tun, dass das so bleibt, noch schlimmer wird und gleichzeitig einen direkten Konkurrenten deutlich auf Abstand halten. Qualitativ hat der HSV die besseren Spieler – aber wir haben ja jetzt gesehen, wie es geht.

 

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    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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17 Kommentare

  1. herthawolf
    Am 23. Januar 2012 um 14:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Vorgestern war ich in Nürnberg dabei und habe gestern im rbb Skibbe im „Sportplatz“ absolut nicht folgen können. Seine Analyse war absolut diametral zu meiner Spielwahrnehmung. Sein ganzes Erscheinungsbild wirkte auf mich wie ein Kapitän, der leider nicht mitspielen konnte (als hätte man Mijatovic als Studiogast gehabt, neiiin, es war der Trainer). Ich kann mir bei Skibbe absolut nicht vorstellen, dass er für die Spieler Autorität verkörpert, sprich ihnen mal in der Pause ordentlich in den Arsch tritt (so wie das Günter Sebert vor 20 Jahren konnte „in der Pause bin ich etwas laut geworden, danach lief es besser“), damit sie wie verwandelt aus der Kabine kommen und das Ding gegen völlig schwache Nürnberger, denen man die verletzungsbedingten Ausfälle gestern anmerkte, eben noch drehen. Unser Hotelier in Fürth, wo ich mit meinen beiden großen Kindern übernachtete- ein großer Club-Fan, begrüßte uns gleich mit den Worten: „Der Skibbe ist auch mit Frankfurt abgestiegen. 12 Spiele ohne Sieg!Hertha hat den falschen Mann geholt.“ Ich würde ja gern Lügen gestraft werden am Saisonende, aber seit dem Fernsehauftritt gestern abend habe ich große Zweifel.

    • Daniel
      Am 24. Januar 2012 um 10:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ich finde eben genau diese Aussagen hochgradig gefährlich. Ich bin absolut dagegen, Skibbe nach drei, vier Spielen zu bewerten, aber wenn man mal vom Worst Case ausgeht – also nach Nürnberg noch drei, vier weitere Niederlagen – und dann hast du da einen Trainer stehen, der die Leistung der Mannschaft ja eigentlich trotzdem ganz ok findet, dann ist doch jedem der Mechanismus klar: Die Fans werden nervös, weil sie nicht das Gefühl haben, dass der Trainer da unten die Dramatik verstanden hat. Die Medien springen auf. Und dann wird irgendwann das Präsidium nervös und Preetz holt Friedhelm Funkel um das Schlimmste zu verhindern.

      Skibbe darf einfach nicht den Eindruck vermitteln, als würde das alles schon irgendwie hinkommen. Finde ich jedenfalls. Babbel war mit da ja auch manchmal zu ruhig, aber im Gegensatz zu Skibbe waren seine Analysen nach dem Spiel meist deckungsgleich mit meiner Auffassung vom Spiel.

  2. Blauer Montag
    Am 23. Januar 2012 um 19:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Verfl…, du sprichst die Ängste und Zweifel des gemeinen Fans überdeutlich aus @herthawolf :-(

  3. Genervt
    Am 23. Januar 2012 um 23:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Entscheidend is auf´m Platz! So einfach ist das. Was soll das? Auftaktspiel vergeigt, und gleich ist alles vorbei, Ende, aus????? Wie kann man nur so kleinmütig sein!!! Zitat:“Allerdings nicht von einem potentiellen Abstiegskandidaten (so die fast einhellige Pressemeinung über den 1. FC Nürnberg vor der Saison)“ – Und wie wurde Gladbach vor der Saison gehandelt? :)) Ich meine, mit dieser Mannschaft ist alles noch drin für den Klassenerhalt!

    • Daniel
      Am 24. Januar 2012 um 10:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Von Ende, aus, alles ist vorbei hab ich ja nicht geschrieben. Aber wenn – als Beispiel – der Gegner deutlich mehr läuft als die eigene Mannschaft, dann ist die Frage, ob die Mannschaft verstanden hat, worum es geht, berechtigt, denke ich. Zumal wir die hier schon mehrfach gestellt haben. Und ich einfach nicht das Gefühl habe, dass bei Hertha bei alle verstehen, dass es einfach um jeden verdammten Punkt geht. Wenn ich die Stimmen in der Winterpause gehört habe, dann war das doch sehr viel Friede, Freude, Eierschaukeln. Nach dem Motto: Das wird schon, die Qualität ist ja schließlich ausreichend. Qualität ist aber eben gar nichts, wenn du sie nicht auf den Platz bringst.

      • Joel
        Am 24. Januar 2012 um 13:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Die andere Mannschaft ist mehr gelaufen weil die Herthaner die haben laufen lassen, mehr Ballbesitz heißt der Gegner latscht dem Ball hinterher, jedenfalls wenn man Barca ist ;-)
        Vorsichtig mit Statistiken siehe auch dem Beispiel mit OTTL, schön das er tolle Werte hat im Zweikampf hmm ja da kann man sich was von kaufen, hätte es lieber gesehen er hätte zwei oder drei mehr verloren (wäre damit nicht so statistisch „perfekt“) und hätte dafür den perfekten Pass nicht quer sondern nach vorne gespielt. Zugegeben dazu muss dann auch einer rennen, aber wie ich das beurteile mussten einige Versuche der Aussen abgebrochen werden da die nicht „gefüttert“ wurden.

  4. alnus.glutinosa
    Am 24. Januar 2012 um 12:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Sicher hat Skibbe seine Chance verdient und wenn am Ende der Klassenerhalt rauskommt, hat er mehr oder minder alles richtig gemacht. Das ich ihn einfach unsympathisch finde, tut nichts zu Sache. Huub Stevens fand ich damals auch total daneben, aber der hatte im Unterschied zu Skibbe den Nachweis erbracht, ein Trainer mit Fussballsachverstand zu sein. Seine Erfolge mit denen da aus der seltsamen Stadt waren und sind nicht wegzudiskutieren.
    Bei Skibbe sieht das meiner Meinung nach anders aus. wer hat eigentlich das Gerücht in die Welt gesetzt, dass er ein guter Trainer ist? Skibbe ist übrigens in Gelsenkirchen geboren. Das nur am Rande.
    Mit der Nationalmannschaft die EM2004 vergeigt.
    In Leverkusen waren das auch nicht das Gelbe vom Ei
    Über Frankfurt reden wir mal lieber nicht.
    „Genervt“ zitiert oben Gladbach und regt sich ein Stück weit zu recht über die Schwarzmalerei auf. Ich würde ja auch gern mehr Licht sehen, aber bei Gladbach möchte ich einfach mal auf den Mann an der Seitenlinie verweisen und seinen Plan, den er von Fussball hat. Wenn jemand des Spiel gegen die Bayern gesehen hat und die unglaubliche Ordnung der Gladbacher Defensive. Das war ganz großes Kino!
    Zurück zu Hertha und zur harten Realität. Ich sehe nur zwei Möglichkeiten, das es uns nicht wie vor zwei Jahren erwischt: Augsburg, Freiburg und/oder der HSV sind einfach noch schlechter als wir. Und in der Relegation treffen wir auf Fürth und die steigen nie auf. ;-) Oder: Vergessen wir mal Skibbe und seine Einfluss auf die Mannschaft. Die Führungsspieler in der Mannschaft müssen dessen Defizite kompensieren. Klare Ansagen und Vorbildwirkung sind jetzt von Niemeyer, Kraft, Lell, Kobi und Co gefordert. Wenn diese Reaktion in den nächsten Spiele aus der Mannschaft kommt, bin ich guter Hoffnung. Und auch ein Skibbe wird irgendwann einmal weiterziehen. Bis dahin übe ich weiter „polyvalent“ richtig schreiben.

    • Daniel
      Am 24. Januar 2012 um 13:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Naja, die WM 2002, als das Team Skibbe/Völler mit den Rumpelfüßlern Jancker, Linke, Ramelow, Hamann und Ziege bis ins Finale kam, wollen wir mal nicht vergessen ;-)

      Der Rest war zugegeben bis auf zwei Hinrunden mit Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt sowie die scheinbar erfolgreiche Zeit in Eskisehir bescheiden.

      • alnus.glutinosa
        Am 24. Januar 2012 um 14:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

        2002 hake ich in meinem beschränkten Weltbild unter dem Stichwort „Turniermannschaft“ ab. ;-) Zählt also nicht.
        Weisste, zwei gute Hinrunden hat jeder Trainer, der mal in der Buli war, hinbekommen. Mit dem Argument kannste auch Peter Neururer holen. So, und jetzt weide ich mich an den schmerzverzerrten Gesichtern der Leser dieser Zeilen. :-)

    • Joel
      Am 24. Januar 2012 um 13:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Naja man könnte auch sagen Skibbe weiß nun wie man es nicht macht.
      ;-)
      Ich denke wir können uns warm anziehen, wenn die nächsten zwei Spiele verloren werden. Aber selbst ohne Raffa glaube ich das wir es durchaus schaffen können (sogar zu Hause) gegen die beiden HSV’s zu gewinnen.
      Wir werden ja sehen was er als nächstes für eine Formation bringt?
      Vielleicht können wir die Schuld ja nochmal auf Babbel schieben, Skibbe wollte ihn ja vorher kontaktieren und der ist auf seine alte Nummer nicht mehr erreichbar (tztztztz). Sonst hätte der ihm vielleicht gesagt ne du lass mal den Ronny links laufen -zentral bringste lieber den xy oder Ebert, der glaubt ja sowieso das er das kann- ;-)

      • alnus.glutinosa
        Am 24. Januar 2012 um 14:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Kein Wunder, dass Babbel nicht erreichbar war/ist. Der muss sich ja von den gefühlten sechs Jahren Berlin erholen.
        Jaja, sone große Stadt ist schon anstrengend, wenn man aus München kommt… *grins*

    • Am 24. Januar 2012 um 13:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Meinen ersten Einwand hat mir Daniel gerade geklaut, dann also nur der zweite:

      Ich bin ein großer Bewunderer von Favre, aber bei Gladbach kommt noch ein wichtiger psychologischer Effekt dazu, nämlich der Abstiegskampf vom vergangenen Jahr.

      Die Mannschaft war ja schon abgeschrieben, aber dann kam Favre und gab ihr wieder Gründe, sich selbst zu vertrauen. Von da an haben wir da einen sich selbst verstärkenden Regelkreis – die Mannschaft glaubt an die Maßnahmen, wird selbstbewusster, hat deswegen mehr Erfolg, glaubt deswegen noch mehr an die Anweisungen, wird dadurch selbstbewusster, hat mehr Erfolg etc. Genau umgekehrt zum Schicksal z.B. der Frankfurter in der letzten Saison. Und wenn ein Team wie Gladbach tatsächlich sogar noch das Unerwartete schafft und die so zusammengeschweißte Mannschaft dann auch noch zusammen bleibt, ist so ein Lauf wie der jetzt alles andere als seltsam.

      Von diesem Gesichtspunkt aus hätte Hertha mit derselben Truppe aus der Aufstiegssaison weitermachen sollen, allerdings: So direkt vergleichbar ist das nicht, denn der Aufstieg war nicht unerwarteter Triumph, sondern mehr erarbeitete Pflicht. Wenn jedoch auf Neuzugänge gesetzt wird, diese aber bis auf den Torwart sich nicht als in Mannschaftsleistung messbare Verstärkung erweisen, dann hat man den möglichen Team-Effekt aus dem Aufstiegserfolg einfach weggeschenkt. Was sich z.B. in weniger Laufarbeit für den anderen äußern kann…

      • alnus.glutinosa
        Am 24. Januar 2012 um 14:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

        „gab ihr wieder Gründe, sich selbst zu vertrauen“

        Genau an dem Punkt möchte ich einhaken. Favre hatte einfach einen Plan, wie Gladbach zu retten war. Sicher war auch Glück dabei, dass dieser Plan aufging. Aber er hatte einen.
        Das danach dann der beschriebene Regelkreis einsetzt, da stimme ich vorbehaltlos zu. Super erklärt übrigens. :-) Aber der Auslöser, der ist doch entscheidend.
        Und jetzt mal wieder auf die Hertha geschaut: Wo ist dieser Plan bei Skibbe?

  5. Am 24. Januar 2012 um 15:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nun wird man Skibbe noch ein wenig weiter wursteln lassen müssen und sich grämen, dass Favre nicht mehr bei Hertha auf der Bank sitzt, der Ehrfurcht gebietend bewiesen hat, dass er auch Abstiegskampf kann, was er diese Saison daraus gemacht hat, ist der pure Wahnsinn.
    Es war ja ziemlich eindeutig erkannt worden, dass er der beste Trainer gewesen ist, den Hertha bisher hatte, das Problem scheint doch auch eher im Management zu liegen, die Entlassung Babbels kann man, wenn man nicht gerade aus Versehen Herthafan ist, ja durchaus als Verwechselungskomödie genossen haben. Die Kommunikationsfähigkeiten von Preetz scheinen nicht wirklich erstligareif zu sein, so dass man seitens der Vereinsführung überlegen sollte, ob man die sportliche Leitung nicht grundlegender erneuern müsste.
    Von Dieter H. konnte man doch nur lernen, wie man richtig Kohle versenkt und wenn man es dann mal richtig lang hat, so auch noch in Abstiegsgefahr gerät. Aber so hat er immerhin Herthaaltfans nochmal wirklich eine Freude gemacht.
    Die nächsten Heimspiele der schicksalträchtigen Art mit dem Kulminationspunkt im Pokal werden einen ein wenig schlauer gemacht haben, ob Skibbe so etwas wie Perspektive in Berlin hat oder ob er sich wie auch Manager Preetz zur Disposition stellt.

  6. BeißindenKullerBall
    Am 25. Januar 2012 um 18:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Also den merkwürdigen und unwürdigen Trainerwechsel habe ich bis heute nicht verstanden. Tatsache ist, dass mit Herrn Skibbe der Wechsel in Liga 2 eingeleitet ist. Man muss schon heute dieser Wirklichkeit ins Auge sehen. Skibbe ist kein Initiator und schon gar kein Motivator wie vergleichsweise Klopp. Zum 37. Spieltag meld ich mich hier wieder, dann erinnert Euch, Hertha steht dann sicher als Absteiger fest-

  7. Mr. Jaycobz
    Am 25. Januar 2012 um 23:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich liebe diesen Blog einfach! Toller Artikel (Danke, Daniel), tolle Diskussion mit qualitativ hochwertigen, facettenreichen, lesenswerten Kommentaren.

    Ich möchte die Diskussion nicht unterbrechen, aber das musste mal gesagt werden…

    Zum Nürnberg-Spiel kann ich mir kein Urteil erlauben, da ich es (leider) nicht gesehen habe. Jedoch stimmt mich die Situation, in der sich Hertha befindet, bedenklich. Ich rede dabei nicht von den Erfolgsaussichten der kommenden Heimspiele.

    Vielmehr wird für mich immer deutlicher, dass es der sportlichen Führung an Zielen fehlt, wie man sich die Hertha der nächsten 3, 5, 10 oder gar 15 Jahre vorstellt. Das spiegelt sich auch in den Trainerverpflichtungen seit Favre wider. Und das Argument, eine langfristige und zielorientierte Ausrichtung des Vereins sei in der heutigen, schnellebigen Zeit nicht mehr möglich, ist spätestens dann ad absurdum geführt, wenn Namen wie Manchester United, Arsenal, Werder Bremen oder selbst SC Freiburg (16 Jahre Volker Finke!) fallen. Auch der BVB scheint mir auf einem sehr guten Weg der Konstruktivität und Kontinuität zu sein. Ich gebe zu, dass die genannte Reihe ungewöhnlich anmutet ;-) Aber es soll nur verdeutlichen, dass ich von Trainerwechseln aller 6 – 18 Monate die Faxen dicke habe.

    Wenn du klare Ziele verfolgst, nimmst du auch Rückschläge in Kauf. Das gilt einerseits für die sportliche Führung, andererseits aber auch für die Anhängerschaft, sofern sie sich mit den Zielen identifizert. Mir ist nach wie vor unerklärlich wie durch Herthas Nachwuchsarbeit, es so wenige „eigene Jungs“ in den Profikader bzw. die Startelf schaffen. Einfach maßlos enttäuschend!

    Und das wäre doch mal etwas, das mittel- und langfristige Ziel, die Lücke zwischen Nachwuchsmannschaften und Profikader zu schließen, aufgrund einer nachhaltigen Spielidee, die die kleenen Steppkes bereits von klein auf angelernt erhalten. Mit einem Trainer der Profis, der frühzeitig bereit ist, Nachrücker in den Kader zu intergrieren.

    In diesem Zusammenhang erhoffe ich mir kurzfristig vom neuen Trainer Skibbe, vor allem jungen Spielern mehr Verantwortung zu übertragen, gerade dann, wenn der Erfolg in den nächsten Wochen ausbleiben sollte.

    • herthawolf
      Am 27. Januar 2012 um 22:43 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Was heißt hier „leider“ nicht in Nürnberg dabeigewesen? Hätten wir uns nicht noch den Schwurgerichtssaal von den Nürnberger Prozessen nebst Ausstellung angesehen sowie noch zwei Stunden im „fürthermare“ am nächsten Tag mit den Kindern verbracht, wäre das ein fürchterlicher Nachmittag gewesen!!! Uns taten echt die Herthaner leid, die gleich nach diesem Spiel wieder den Rückweg antraten.