Funkel in die Wüste schicken – Aber wie, Herr Babbel?

Wenn unsere Hertha am Montag gegen Bochum antritt, ist das für mich eines der wichtigsten Spiele in dieser Saison. Und zwar nur aus einem Grund: Der Bochumer Trainer Friedhelm Funkel ist für mich ein rotes Tuch. Friedhelm Funkel symbolisiert für mich den Abstieg der Hertha schlechthin. Außer einer gnadenlosen Phrasendrescherei hat er in Berlin nichts bewirkt. Die Entwicklungen in Frankfurt unter Skibbe (mit Gekas!) und das zögerliche und spielerisch blutleere Gekicke, das die Bochumer Fans derzeit ertragen müssen, bestätigen meine Einschätzung, dass Funkel ein schlechter Trainer ist.

Hertha war im vergangenen Jahr noch zu retten. Aber Funkel hat die Rettung nicht geschafft. Er hat dabei auch noch einen Fußball spielen lassen, den man ob seiner Ängstlichkeit und spielerischen Armut nicht aushalten konnte und nervte bis zum bitteren Ende mit hohlen Phrasen. Mir ist die Partie gegen Bochum – besser gesagt: gegen Funkel – besonders wichtig: Ich wünsche mir, dass unsere Hertha ihren Beitrag dazu leistet, dass Funkel in Bochum (im Interesse der Bochumer: möglichst schnell) scheitert und danach höchstens noch in erdölfinanzierten Scheichtums einen Job als Fußballtrainer erhält. Ja, das klingt jetzt nach üblem Nachtreren. Jedoch zurecht, wie ich finde.

Ob Hertha am Montag dazu in der Lage sein wird, den Bochumern Paroli bieten zu können oder gar für eine furiose Klatsche sorgen kann, ist jedoch eine ganz andere Frage. Gegen Paderborn, der „Stadt aus Hass“ (Zitat eines Mitlesers dieses Blogs, der seine Zeit in Paderborn immer noch als persönliche Bestrafung empfindet) war die Mannschaft nicht nur auf Grund der Schiedsrichter-„Leistung“ hilflos. Sportliches Unvermögen war die Hauptursache für die Niederlage. Das zeigte sich in Halbzeit eins. Nun ist viel über Systemumstellungen debattiert worden. Mir scheint hier eine Scheindebatte geführt zu werden, weil heutzutage doch weniger Spielsysteme für den Erfolg verantwortlich sind, sondern vielmehr Spielzüge, Laufwege und ausbalancierte Taktik spielentscheidend sind.

Wenn man also nicht über starre Spielformationen philosophiert, sondern „das Spiel“ der alten Dame betrachtet, dann wird deutlich, dass in der Offensive das Zentrum zu stark ist, weil die „Doppel-Zehn“ mit Raffael und Domo das Spiel durch die Mitte favorisiert und Friend als riesiger Keilstürmer die einzige Anspielstation in vorderster Linie ist und dann viel zu häufig in der Mitte mit hohen Bällen gesucht wird. Ein systematisches „Flügelspiel“ gibt es nicht. Dies findet zwar statt, aber nur wenn der Gegner sich zu sehr in der Mitte massiert. Dann ergeben sich Räume, die zwangsläufig genutzt werden. Steht der Gegner außen gut, bleiben die Flügel schwach, weil auch die Außenverteidiger nicht nachrücken. Die Offensive ist also im Zentrum zu dicht und auf den Außen von den Gegner abhängig. Systematische Spielzüge sehe ich selten.

In der Defensive ergibt sich genau das gegenteilige Bild. Niemeyer wird von Domo und Raffael zu häufig allein gelassen. Er lässt zu viel Druck des Gegners mehr oder weniger direkt auf die Innenverteidiger durchwirken. Hubnik und Mijatovic/SchulzNeumann* sehen dann allzu häufig nicht wirklich passabel aus. Lell und Kobiashvilli halten dagegen zu sehr in die Außenlinie und rücken zu selten nach innen, weshalb die Viererkette insgesamt zu große „Löcher“ hat. Schnelle Stürmer können hier mit Lust und Laune durchstechen. Es ist Herthas Glück, dass es von diesen blitzschnellen Schleichern in der zweiten Liga nur sehr wenige gibt.

Die Installation einer „Doppel-Sechs“ statt einer „Doppel-Zehn“ löst diese zusammenhängenden Probleme nicht. Eine Doppel-Sechs verschiebt die Problemlage nur. Sicher wäre das defensive Mittelfeldzentrum stabiler. Darunter wird aber die Offensive leiden, wenn nicht einer der beiden auch den Weg nach vorne sucht (wie es Schweinsteiger im Wechsel mit Khedira bei der WM zeigte oder Sahin bei Dortmund). Systematisches Verschieben ist hier das Stichwort, das bei Hertha noch nicht funktioniert. Dabei ist es egal, ob einer der Zehner nach hinten verschiebt, oder einer der Sechser nach vorne. Bei der Doppelzehn wird – für den Fall des Verschiebeversuchs – Raffael defensiv gebunden, was ihn seiner enormen Stärke in der Offensive beraubt. Das wäre für mich das wichtigste Argument für eine Doppel-Sechs, bei der Raffael mehr Kraft und Einsatz auf die Offensive legen könnte. Es wäre das Aus für Domo.

Einfache Personalrotationen werden die spielerischen Probleme der Hertha jedoch nicht lösen. Es fehlt an einstudierten Spielzügen, und einer ausbalancierten Vorstellung von Offensive/Defensive und Zentrum/Flügel. Und ich wiederhole mich, wenn ich meine Zweifel daran äußere, dass Babbel als Trainer hierfür die Kompetenzen besitzt. Seine Öffentlichkeitsarbeit halte ich für bedenklich. Dies zeigte auch seine seltsame Schiri-Schelte. Und ich stimme Marxelinhos Schlussfolgerung zu, dass man sich Sorgen machen muss, wenn Babbel tatsächlich nach der Niederlage in Koblenz glücklich ist, weil er sonst nicht mehr gewusst hätte, was er der Mannschaft noch hätte sagen können. Mir würde da eine Menge einfallen (s.o.) und wir müssen inständig hoffen, dass auch Babbel für das Training trotz Erfolg mehr einfällt. Sonst könnte ihn das Schicksal von Friedhelm Funkel ereilen: Außer Phasen nichts gewesen.

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39 Kommentare

  1. Edo Z.
    Am 13. November 2010 um 14:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Der Trainer der Euch gefällt muss eh erst noch gebacken werden. Funkel ist ja nur fünfmal aufgestiegen, stand im Pokalendspiel, der kann nix. Und Babbel hat nur 26 Punkte geholt in 11 Spielen, kann auch nix und hat von „einstudierten Spielzügen“ keine Ahnung. Aber das Web ist ja voll von kleinen Trainern. ;)

    • Enno Enno
      Am 13. November 2010 um 14:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Man wird ja wohl noch kritisieren dürfen… Pff…

      Und was Funkel angeht, zeigt sich auch in dem aktuellen Interview, dass er Nullkommanull Selbstkritik übt (http://mobil.morgenpost.de/sport/hertha/article1449691/Funkel-laesst-Aerger-ueber-Hertha-Abstieg-freien-Lauf.html?pg=0&cid=&li=1). „Eigentlich“ hätte die Mannschaft ja gute Leistungen gebracht und alle Niederlagen waren unverdient und unnötig. Ja, warum nur, frage ich. Weil’s am Trainer lag, der die Spiele vercoacht hat? Der es nicht geschafft hat, den Torinstinkt von Gekas zu nutzen?

    • unionkommt
      Am 15. November 2010 um 17:29 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ja, ja, Funkel war schuld, immer die gleiche Leier hier seit einem Jahr. Aber Favre war Gott.

      • Am 15. November 2010 um 17:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Jaja. Immer der gleiche Satz von dir.

        PS: Favre ist Gott!

      • Mueggi
        Am 15. November 2010 um 18:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ich denke du wirst hier niemanden finden, der das auch nur im Ansatz behaupten wird. Favre hat in seiner ersten Saison sehr vieles richtig gemacht (mal ganz abgesehen vom Tabellenplatz) aber auch schon die Grundlagen für das Schwitern in der letzten Saison gelegt. Und dann hat er sich zu guter letzt in seinen letzten Tagen bei Hertha selbst sein Grab geschaufelt. Also ging vieles was zum Abstieg geführt hat, auch auf seine Kappe.

        Bei Funkel ist es aber so, dass er als Retter geholt wurde, dieser Funktion nie auch nur im Ansatz gerecht wurde und demnach gnadenlos gescheitert ist. Unter ihm gab es nicht einmal einen temporären richtigen Aufschwung, den ein Feuerwehrmann normal hinbekommt. Dazu hatte er nie ein Verhältnis zu den Fans und/oder der Stadt und scheint selbst von Anfang an an nciht an die Rettung geglaubt zu haben.

        Das die Schuld am Abstieg er sicherlich nciht allein trägt, sondern sich diese auf viele Schultern verteilt ist klar. Aber er hat versacgt, nach anfänglich großen Sprüchen, und nur das wird in Berlin, bzw. bei den Herthanern für immer im Gedächnis bleiben.

        • unionkommt
          Am 16. November 2010 um 02:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Es spricht wohl eher dafür, dass etwas anderes als der Trainer für die schlechte Leistung verantwortlich war. Die Personalpolitik, die Abgabe von mehreren Leistungsträgern! Und dafür war Funkel mit Sicherheit nicht verantwortlich. Aber das ganze hier ist sowieso nur Stammtischniveau.

          • Mueggi
            Am 16. November 2010 um 10:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Ich finde es ja löblich, dass du als Unioner über den Tellerrand schaust und dir sorgen um die gute alte Hertha machst. Und sollte es bei euch so weiter gehen und Neuhaus (was ich persönlich nciht richtig fänd, da ich ihn durchaus für einen fähigen Mann halte) in die Gefahr geraten seinen Job zu verlieren, dann kannst du ja persönlich mal bei Funkel anfragen.

            So, genug dazu, nur zur Sache.
            Ich wiederhole mich für dich gern noch einmal. KEINER hier wird sagen, dass Funkel alleinig schuld war am Abstieg, da haben halt noch viele andere Dinge mit zu beigetragen. Und zwar andere Dinge als die von dir angesprochene Personalpolitik. Wir hatten vor der letzten Saison 3 (in Buchstaben D R E I / Pante, Voro und Simunic) Leistungsträger abgegeben und davon mindestens einen durch Ramos adiquat ersetzen können. Das KANN also nicht der alleinige Grund gewesen sein, dass man von Platz 4 auf Platz 18 abrutscht, sollte auch dir einleuchten. Das Team bestand zu großen Teilen immernoch aus damals aktuellen Nationalspielern, das sollte man nciht vergessen.

            Viel mehr war es eine Verkettung viele Dinge (mangelnde Fintness einiger Spieler, mentale Probleme einiger Spieler, falsche Spielsystem, auch ein wenig Pech, natürlich auch ein wneig die Personalpolitik usw.) die letzten Endes zum Abstieg geführt haben. Allein die Personalpolitik hätte jedoch nur für ein abrutschen ins Mittelfeld führen dürfen.

            Und wenn du meinen letzten Post gesehen hast, dann habe ich dir ganz genau aufgeführt, warum Herr F für uns ein rotes Tuch ist. Wer mit dem klaren Auftrag zur Rettung, mit noch 23 oder 24 Spieltage im Rücken, bei einem Verein beginnt, der wird an seinen Erfolgen gemessen. Es ist also nciht so, dass er nur 5 Spieltage zeit hatte um 12 Punkte zu holen.
            Er hat seinen Auftrag nicht geschafft und warum das so war, das wird ihm angekreidet. Wenn du dich, wie du es hier ja andeutest, so sehr mit der Hertha und seiner Situation anno 2009/2010 auseinander gesetzt hast, dann müssten dir folgende Fehler aufgefallen sein.

            – Er hat für den Umstand dann man gewinnen musste, generell viel zu passiv spielen lassen.
            – Er hat (abgesehen von den ersten 1-2 Wochen) nicht wirklich durchblicken lassen, dass er von vollem Herzen davon überzeugt ist, dass es schaffbar ist.
            – Er hat es nicht geschaft aus den Spielern wieder ein festes kollektiv zu machen.
            – Er hat es nciht geschaft die Spieler wieder annähernd an ihr normales Leistungsniveau zu bringen.
            – Er hat falsch ausgewechelt (z.B. bei einem 0:0 einen defensiven Mann gebrachst, wo man gewinnen musste)

            Dazu kam seine Art, die bei den Fans nun einmal in keinster Weise ankam. Wir haben vielen ihre Fehler vergeben können, z.B. einem Michael Preetz. Da sehen wir einfach, da ist Herz dabei, der hat genauso gelitten wie wir. FF war das reichlich egal. Daher ist das Tischtuch zerrissen und wird auch nciht mehr zu reparieren sein.

            Und bitte vergesse nie, für die aktuelle Leistungsfähigkeit und den Zustand der einzelnen Spieler ist nun einmal der Trainer zuständig. Wenn ich defizite sehe, dann muss ich diese angehen. Wenn ich diese nicht in einer Trainingswoche beheben kann, muss ich auf andere Kräfte setzen. Der Trainer hat also immer einen gewissen einfluss auf das, was auf dem Platz passiert.

            Und nun noch zu deinem Stammtisch. Also so wie ich das hier sehe, werden dir hier einige klare Fakten hingelegt, keiner pöbelt und es wird vernünpftig diskutuert. Wenn das für dich einen Stammtisch ausmacht, dann lad mich gern mal zu einem solchigen ein ;).

          • unionkommt
            Am 16. November 2010 um 20:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

            @mueggi:
            1. Habe ich nix mit Union am Hut
            2. Ist mir Funkel egal
            3. Sieht das hier schon so aus als ob man Funkel für alles verantwortlich machen will.
            4. Wurden unter Favre in der Saison nur 3 Punkte aus 7 Spielen geholt hat (hochgerechnet =15 Punkte/Saison) . Schlechter war Funkel auch nicht. Entweder waren also beide Trainer schlecht oder es lag doch an etwas anderem.

  2. TimoBSC
    Am 13. November 2010 um 15:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hast einen kleinen Fehler in deinem Text. Du redest bei der IV von Mijatovic/Schulz, meinst aber bestimmt Neumann, der Mijatovic zZt. vertritt.

    • Enno Enno
      Am 13. November 2010 um 15:55 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ja, klar. Danke für den Hinweis. Da ist heute wohl die Namensrotation mit mir durchgegangen. :-)

  3. Chuk
    Am 13. November 2010 um 16:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Würde mich auch riiiiieeesig über eine Klatsche für Bochum und FF freuen. Und dann brüllt das ganze Stadion: FUNKEL RAUS! ^^
    Aber ob es dann so kommen wird, wird erst der Montag zeigen …
    Bin auch nicht immer 100% konform mit Babbels Entscheidungen, aber ich hätte auch schon des öfteren Ramos, Domo und Raffael ausgewechselt – und die haben dann die entscheidenen Tore geschoßen. So kann man sich irren.
    Deswegen lehne ich mich diese Saison ganz entspannt zurück und beobachte was da so kommt und passiert. Werde ja schließlich auch nicht als Trainer bezahlt. ;)

  4. Blauer Montag
    Am 14. November 2010 um 12:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Enno, aus deiner Kritik ist ein großer Rundumschlag geworden.
    Behalte die Geduld, genauso wie das Team und der Trainer in all jenen Spielen, wo sich der Gegner vorwiegend hinten rein stellt. Es dauert dann halt, bis die Hertha das entscheidende Tor erzielt. Dies ist in Koblenz und Paderborn nicht gelungen. Einige Spieler scheinen körperlich oder geistig nicht der Lage gewesen zu sein, über 90 min Kampf- und Laufbereitschaft zu zeigen.
    Eine mögliche Erklärung liefert euer Blog „Old School“, der das relativ hohe Durchschnittsalter der Hertha-Startelf nachweist.

    Ich denke der Trainer sollte häufig rotieren und bereits in der Anfangsformation jüngere Spiler birngen, die den Gegner müde spielen.

  5. Am 14. November 2010 um 17:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

    „Eine Strategie, sagt der frühere Nationalspieler, habe er sich für seinen Auftritt in Berlin nicht zurecht gelegt.“

    Quelle.

    Wieso nur überrascht mich das nicht?

    • Enno Enno
      Am 14. November 2010 um 17:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Naja, die TAZ hat eine sehr „eigene Perspektive“ auf Hertha. Auch in diesem Artikel werden abenteuerliche Thesen aufgestellt („kaufwütiger Favre“, ein Trainer, der zwei Mal einen Transferüberschuss erwirtschaftete).

      Und da es sich hier nicht um ein direktes Zitat handelt, darf man skeptisch sein. Dennoch – um es aufzugreifen – verstehe ich deinen Kommentar, Trainer. Bei Babbel weiß ich nie so recht, ob er den naiven „Schwätzer“, Typ Lichtgestalt, spielt oder ob er tatsächlich so einfach gestrickt ist.

    • XXX
      Am 14. November 2010 um 17:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Was soll man auch mit einer Strategie? Manche Dinge kann man nicht planen. Wie unberechenbar der Sport sein kann, hat gerade eben die F1 gezeigt.
      Sorry, für teilweise OT.

      • Enno Enno
        Am 14. November 2010 um 18:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Aber du willst jetzt nicht ernsthaft behaupten, dass Vettel ohne Strategie Weltmeister geworden ist, oder? Ich kenne mich in der F1 nicht aus. Aber ohne Strategie wird man wohl kein einzige Rennen zu Ende bringen, nehme ich an.

        • XXX
          Am 15. November 2010 um 11:40 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Natürlich hatte Vettel zu einem gewissen Maße eine Strategie. Wollte nur sagen, es konnte niemand damit rechnen, dass Alonso/Ferrari so einen Bock schießen.
          Und um das Ganze wieder auf den Fußball zu lenken: Sicher braucht man eine Strategie, aber man kann nicht alles im Leben planen. Und genau deshalb ist so eine Aussage wie die TAZ sie schreibt immer unter Vorbehalt zu betrachten, da sie in zwei verschiedene Richtungen gelesen/interpretiert werden kann.

          • Enno Enno
            Am 15. November 2010 um 12:32 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Dein Einwand, dass die Äußerung in zwei Richtungen interpretiert werden kann, gehe ich mit. Ich verstehe, was du meinst. Letztlich hat die TAZ beim Thema Hertha höchstens BILD- oder BZ-Niveau. Insofern muss man alle dort getätigten Aussagen grundsätzlich mit Vorsicht genießen.

  6. Blauer Montag
    Am 14. November 2010 um 17:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Geduld ist eine Tugend – nicht zuletzt für ein Fußballteam und seine Fans!!!

    Stand heute ist bei Hertha sportlich noch alles im blauen Bereich.
    Über die finanzielle Lage erfährt die Öffentlichkeit ja wenig bis nix.

    Was wollt ihr erst schreiben, falls das Saisonziel Wideraufstieg in Gefahr gerät?

    • Enno Enno
      Am 14. November 2010 um 18:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ach, da würde uns schon etwas einfallen… ;-)

      Außerdem ist Kritik doch immer dann besonders gut möglich, wenn es gut läuft. Und bisher hat mir inhaltlich noch niemand widersprochen. Fakt ist doch, dass Hertha sich noch ein gutes Stück entwickeln muss. Darum geht es.

  7. Blauer Montag
    Am 15. November 2010 um 10:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

    War ich gestern schon zu müde,
    und habe das Konstruktive in deiner Kritik nicht wahrgenommen, Enno?

    • Enno Enno
      Am 15. November 2010 um 11:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Nee, ich habe in der Tat nichts konstruktives beigetragen. Das ist ja meine Forderung an Babbel, konstruktiv zu arbeiten. Ich bin ja nicht der Trainer, sondern habe als Blogger ja das Privileg, maßlos draufhauen zu dürfen, ohne selbst für irgendetwas verantwortlich zu sein. :-)

  8. Blauer Montag
    Am 15. November 2010 um 11:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Immer feste druff Enno!
    Ein gutes Motto für das Spiel heute Abend im Olympiastadion.

    Nur mal angenommen, du wärest nicht Blogger, sondern Trainer: Wie würdest du die Mannschaft heiß machen für das Heimspiel heute Abend?

    • Enno Enno
      Am 15. November 2010 um 11:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Gute Frage. Die ich leider gar nicht so ohne weiteres beantworten kann. Ich glaube, ich würde auf den „Funkel-Faktor“ eher verzichten (es sei denn, es wurde von der Mannschaft bereits im Vorfeld klar gesagt, dass man von dieser Person wenig hält…). Das Risiko ist zu groß, dass man dann als jemand wahrgenommen wird, der sich auf Kosten anderer profiliert. Ich glaube, dass man als Trainer mit solchen Methoden auf Dauer nur verlieren kann.

      Wichtiger scheint mir die taktische Vorbereitung zu sein. Und da Bochum klassischen Funkel-Fußball (http://www.hertha-blog.de/funkelfusball.html) spielt, heißt es, möglichst geduldig mitspielen, aber die Abwehr regelmäßig unter Druck setzen. Dann zerfällt die Bochumer Mannschaft von alleine. Denn sie wird wie immer die Maßgabe erhalten haben: bloß nicht verlieren. Wenn Hertha es schafft, den Bochumern genug Angst vor der Niederlage zu machen, werden sie schnell aufgeben.

      Was Details angeht: Ich bin kein Trainer und habe an mich selbst auch nicht den Anspruch, jedes Detail zu kennen.

  9. Blauer Montag
    Am 15. November 2010 um 11:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Geduldig mitspielen könnte die richtige Taktik sein.
    Jedenfalls besser als ein voreiliger Hurra-Fußball, der die Mannschaft anfällig für Konter macht. Auch ein dreckiges 1:0 in der 85. min (Kopfballtor durch Hubnik nach ruhendem Ball) bringt Hertha zurück an die Tabellenspiiiiiitze.

  10. Mueggi
    Am 15. November 2010 um 12:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Also was Herrn F betrifft, der uns letztes Jahr so hervorragend in richtung Abstieg begleitet hat *hust*, da stimme ich dir zu 100% zu. Ich hoffe, ich bete, dass wir heute klar gewinnen und Herr F so schnell wie möglich wieder seinen Stempel aufgedrückt bekommt.

    Was deine Kritik am System betrifft, hier hast du in einigen Punkten durchaus recht. So z.B. dass das System mit Raffa und Domo einfach zu Zentral ausgelegt ist. Es kommen einfach zu wenig Angriffe über die Außen.

    Den Rest der Kritik kann ich nur bedingt nachvollziehen. Denn:

    1. Mit einer Doppel 6 werden die Räume hinten wieder dichter und das durchstecken wird für den Gegener halt nicht mehr so leicht und die Innenverteidiger können auch wieder etwas tiefer stehen. Das kommt ihnen entgegen, da sie halt nicht die allerschnellsten sind.

    2. Niemeyer hat in den ersten Spielen (wo noch mit Doppel 6 gespielt wurde) mehrfach angedeutet, dass er die offensive durchaus auch gut ankurbeln kann und auch weiter mit nach vorn geht. Das hat er teilweise sogar sehr gut gemacht.

    3. Wird Hertha mit dem einen Mann weniger in der Mitte gezwungen sein auch mehr über die Flügel zu machen. In diesem Zusammenhang hoffe ich im Übrigen, dass auch Beichler demnächst fit sein wird und dann seine Chance bekommt, ich halte ihn für ienen Kosequenteren Flügel als Ruka. Auch Ronny hat seine Aufgabe gegen Fürth gut gemacht, war sehr konsequent auf seinem Flügel. Also sollte man vielleicht auch weniger am System, als am Personal für das System mal schrauben.

    Das Aus für Domo wäre im übrigen in meinen Augen noch das kleinere Übel. Ja, ich weiß, er hat mit 5 Toren die meisten Tore geschossen und dabei waren durchaus auch Buden, die nciht jeder so gemacht hätte. Aber trotzdem gefällt er mir in der Offensive ansonsten am wenigsten. Denn bis auf die Tore hat man von ihm meistens nur sehr wenig gesehen. Für einen Stürmer wäre das ein Top-Prädikat, also immer dann auftauchen, wenn der Gegener mit ihm nciht rechnet. Aber er spielt in dem jetzigen System keinen Stürmer mehr, d.h. er muss etwas zum Spiel beitragen und da kommt mir von ihm einfach zu wenig.

    Kommen wir nun zu deiner Kritik an Babbel. Diese kann ich leider bis zum jetzigen Zeitpunkt in keinster Weise nachvollziehen. Und da muss ich Edo Z. am Anfang der Kommentare auch recht geben, anscheinend ist Hertha für einige untrainierbar.

    Vor noch 4 Wochen war Babbel der beste Trainer der Welt und nun gab es einfach mal einige wenige Negativerlebnisse, die kommen MUSSTEN, und schon ist alles anders. Ich unterstelle jedem, der wirklich in dem festen Glauben war, Hertha würde die Saison ohne eine Niederlage durchkommen, Realitätsverlust. Das klingt hart, ist aber realistisch.

    Welche Fehler möchte man Babbel ankreiden? Das er nach dem letzten Spiel ein wenig zu sehr auf der Schiedsrichtersache in der Öffentlichkeit rumgeritten ist? Das ist doch gang und Gebe, dass man in der Öffentlichkeit nicht unbedingt auf sienem Team rumreitet. Dazu hat er ja eingestaden, dass sein Team nicht besser war. Und es ist nun einmal so, dass das Spiel durch diese unglückliche Szene entschieden wurde.

    Und wer gedacht hat, dass Hertha, dank aller spielerischen Vorteile, durch die 2. liga maschiert, der ist nun vielleicht aus einem schönen Traum aufgewacht. Denn auch damit war zu rechnen, dass es Spiele geben wird, wo nichts gelingt, wo der Gegner so bissig und giftig ist, dass es halt am Ende nicht reicht. Nur da gegen kann der beste Trainer der Welt nichts machen. Frag doch mal einen van Gaal, einen Mourinho oder einen Ferguson, die ich alle Samt für absolute Fachmänner halt und die alle Samt Punkte gegen deutlich schwäche Teams haben liegen lasssen diese Saison.

    Babbel hat für mich bisher in dieser Saison noch keine taktischen Fehler gemacht, auch bei den Wechseln hab ich noch nicht einzuwenden gehabt.
    Du zweifelst, dass Babbel die Kompetez hat, gewisse Dinge einzustudieren. Diese Ausage halt ich für sehr gewagt. Ich zumindest war nicht bei jedem Training und bei jeder Besprechung dabei. Das es in diesen Bereichen noch Entwicklungspotiential gibt steht außer Frage, aber so wie man Babbel reden hlrt, ist ihm das durchaus bewusst. Nur möchte ich auch hier zu bedenken geben, das Training und Spiel zwei Paar Schuhe sind.

    Was generell Babbels Öffnetlichkeitsarbeit angeht, die du schwer bedenklich findest, was hat er gemacht? Gut, er hat nach dem letzten Spiel, wie oben schon erwähnt, in der Öffentlichkeit vllt ein wenig zu sehr auf der Schiriethematik rumgeritten. Aber das finde ich OK, vor allem da es intern ja dann mächtig gescheppert haben soll (laut Aussagen einige Spieler udnd Babbel selbst).
    Dann beziehst du dich auf die Aussage nach dem Pokalspiel. Ich kann mich noch recht gut daran erinnern. Für mich kam das weniger so rüber, wie du es darstellst, nämlich dass Babbel so endlich mal wieder was zu den Spielern sagen könnte, sondern es kam so bei mir rüber, dass das Ergebniss nur das bestätigt, was er den Spieler schon immer sagte und was so nicht rüber kam. Und das sind dann zwei verschiedene Dinge. Ansonsten sehe ich nichts, wo Babbel in der Öffentlichkeit mal nicht so postiv aufgefallen ist. Ihn auf Grund dieser beiden Dinge nun eine schlechte Öffentlichkeitsarbeit vorzuwerfen halt ich persönlich für übertrieben.

    Babbel wird daran gemessen werden, wie und was er macht, wenn es einmal nicht so läuft. Wir haben jetzt das erste Mal, mit Abstrichen, eine solche Situation. Die letzten Spiele, vor allem Koblenz, Frankfurt und Paderborn, waren nicht so wirklich toll oder gar unterirdisch. Klar, das weißt du, das weiß ich, das weiß jeder im Verein, da bin ich mit sicher. Mal sehen wie die nächsten Spiele bis zur WP laufen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, dann bin ich bei dir, dann muss dringend geschaut werden, ob und wie man Dinge anders und besser anpacken kann. Aber nur weil es jetzt einmal eine kleine Durststrecke von 3-4 Spielen gab, die ja nicht einmal alle verloren gingen, ist für mich noch nciht alles schwarz.

    Für mich stellt sich dazu immer die Frage der Alternative und hier bin ich mit Babbel doch sehr zufieden. Und das hat auch viele Gründe, er setzt in Teilen doch sehr stark auf die eigene Jugend, er lässt (mominell) sehr offensiv spielen, er kommt, zumindest bei mir, ehrlich und freundlich rüber, alles Dinge, die ich bei vorangegangenen Trainern zu bemängeln wusste.

    Mein Fazit ist also, meine Unterstützung hat Babble voll und ganz, eine Rückkehr zum 4-2-3-1 wäre wohl nicht schlecht, einige Spieler (Domo, Ruka, Rob) sollten vllt mal ein wenig ‚ruhe‘ bekommen, bzw. andere Spieler ihre realistische Chance über 2-3 Spiele.

    • Enno Enno
      Am 15. November 2010 um 12:55 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Mueggi, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Auf ein paar Dinge möchte ich eingehen:

      Ja, die Doppel-Sechs scheint mehr Potential zu bringen, gerade im Zusammenspiel mit der IV. Allerdings hängt die Offensive von der Besetzung und Umsetzung der Außen ab. Da bin ich gespannt.

      Domo raus. OK. Da bin ich ganz deiner Meinung: Tore, auch wichtige Tore hat er gemacht. Aber er nimmt sich zu viele Auszeiten während des Spiels.

      Ich fühle mich von deiner Kritik nicht angesprochen, wenn du mich in die Kategorie derjenigen einsortierst, die Babbel bisher hochgejubelt haben und bei den ersten Rückschlägen enttäuscht alles kaputt hauen. Ich habe vorher bereits Kritik geübt und wiederhole sie hier anlässlich der ersten Rückschläge und weiterer Äußerungen noch einmal. Das ist für mich ein himmelweiter Unterschied.

      Dass man nicht in der Kabine und bei den Trainings dabei ist, ist ein Totschlagargument, das für alle hier diskutierenden gilt. Wir sind alle unwissend und Laien. Das ist klar. Was also kann man damit aussagen? Nichts, wie ich finde.

      Ich bin von Beginn an kein Freund von Babbels Öffentlichkeitsarbeit gewesen. Zuviel Stammtisch-Parolen, zu wenig sachliche Analyse. Wie ich bereits schrieb: Man weiß nicht, ob er den bajuvarischen Halodri spielt, oder ob er wirklich so naiv an die Sache rangeht. Da man nicht im Trainingsalltag dabei ist, muss man diese Frage aus den spärlichen Interviews und den Spielen herausinterpretieren. Was bliebe anderes übrig?

      Man kann via Diskussion (hier im Blog) die Einschätzungen anderer zur Kenntnis nehmen. Und daher finde ich es höchst interessant, dass du bezüglich seiner Aussage nach dem Pokalspiel zu einer anderen Interpretation kommst.

      Was ich an Babbels bisheriger Öffentlichkeitsarbeit nicht mag, habe ich vor knapp zwei Monaten dargelegt: http://www.hertha-blog.de/grund-zur-sorge.html (Stichwort: „FC Bayern der zweiten Liga“).

      • Mueggi
        Am 15. November 2010 um 13:51 Uhr veröffentlicht | Permalink

        OK, du gehörst mit sicherheit schon von Anfang an zu den Leuten, die Babbel durchaus kritisch gegenüber stehen, zumindest in gewissen Punkten. Dies ist auch ohne weiteres für mich akzeptabel. Aber trotzdem gibt es ja mehr als genug stimmen, die auf einen solchen Zug nun aufspringen. Demnach ein kleines Sorry ( ;) ), dass ich dich hier zu sehr in die anderen reingezogen habe :).

        Mit meiner Aussage, dass man beim Training und in der Kabine nicht bei ist sage ich genau soviel aus wie du, wenn du sagst, dass du der Meinung bist, dass Babbel nicht in der Lage ist den Spielern gewisse Dinge bei und nahe zu bringen. Beides sind aussagen, die so im Raum stehen. Ich hatte es oben schon gesagt, wenn sich auf dauer abzeichnet, dass sich nichts ändert in diesem Bereich, dass die Manschafft also weiterhin keine Entwicklung zeigt, dann bin ich bei dir, ohne Frage, aber das jetzt schon sagen zu können ist halt schwer.

        Du fragst was anderes übrig bleibe als sich auf das zu verlassen, was über die Medien publiziert wird. Und genau da liegt für mich der Fehler. Alles, oder zumindest zu 95%, was über die Medien publiziert wird ist von selbigen oder vom Verein mit absicht kommuniziert und aufgebläht. Da ist Hertha aber nicht der einzige Verein. Ergo ist es für mich falsch sich auf das zu beziehen, was in den Massenmedien verbreitet wird. Ich arbeite selbst bis zu einem gewissen Punkt in dieser Maschinerie und habe hier auh einschlägige Erfahrungen gesammelt. in den seltensten Fällen wird nach Außen etwas so publiziert, wie es intern gehandhabt wird. Bzw. es wird genau so publiziert, dass es nach Außen genau die Wirkung entfacht, die man erreichen möchte.
        Ich könnte dir jetzt eine Stange an Beispielen nur aus den letzten 2-3 Wochen nennen, sowohl aus dem Sport als auch aus anderen Bereichen, wo genau diese Praktik angewendet wurde. Nicht umsonst nennt man dies auch ‚Opium für das Volk‘.

        Und wenn man Babbel vieles unterstellen kann und will, eins ist er gewöhnt aus seiner Karriere, nämlich mit den Medien umzugehen. Er weiß sicherlich besser als die meisten Anderen bei Hertha, wie sich welche Aussagen von ihm in der Medienlandschaft wiederfinden. Auch hier kann man mehr als genug sehr gestandene Funktionäre im Fussball nennen, die ähnliche Vorgehensweisen haben.

        Ergo gebe ich für mich nicht viel darauf, was in den Medien steht oder gezeigt wird und/oder was in Interviesws gesagt wird. Um mal das Phrasenschwein zu bemühen, letztenendes liegt die Wahrheit eh auf dem Platz.

        Und wie du sagst, wir haben beide eine unterschiedliche Interpretation von seiner Aussage nach dem Pokalspiel, das macht es bei Diskusionen ja auch so spannend, dass eine Interpretation halt meherere Optionen darstellt.
        Ich fände es für meinen Teil sehr bedenklich, wenn deine Interpretation zutreffen würde, das würde bedeuten, das Babbel erstens zu dem Zeitpunkt wo er es äußerte der Manschaft nciht viel zu sagen gehabt hätte und mögliche Schwächen wie gegen Union oder Aachen nciht erkannt hätte (und in den Kommentaren nach den Spielen, wo er selbige Schwächen ansprach gelogen hätte) und seine Aussagen in den Wochen zuvor, das man noch nicht am Ziel wäre und es noch viel zu tun gäbe usw. alle falsch gewesen wären. Das würde mir dann zu denken geben.

        Auch wieder reine Interpretationssache ist halt die öffentliche Wahrnehmung von ihm. Ich mag seine Art wie er im Gro bisher aufgetreten ist. Für mich kommt er ehrlich und realistisch rüber. Du fandest seinen Umgang bzg. der schlechten Werte in der Vorbereitung schlecht. Ich hingegen fand es super. Fand ich auf jeden Fall viel beser als z.B. letzte Saison wo Favre am 4. Spieltag oder so auffiel, dass viele Spieler von der Fitness her nicht da sind wo sie sein sollten. Auch seine Aussagen, die er von Anfang an geprädigt hätten, dass es halt alles kein Selbstläufer werden würde, hab ich als durchaus realistisch empfunden. Ob man das jetzt als reinen Publizismus empfindet, oder als Selbstdarstellung überlasse ich jedem selbst, realistisch scheint es ja gewesen zu sein. Und wie oben schon gesagt, Babbel wird sich sehr wohl bewusst sein, was er da sagt und wie es dann von den Medien weiterverarbeitet wird.

        Worauf ich persönlich hinau will ist, dass es mir in erster Linie erstmal egal ist, wie und was in der Öffneltichkeit gesagt wird, denn erstens zeigen die Regels der PR, dass eh nur das wenigste wirklich so gesagt wird wie man es sagt. Dazu kommen Aussagen nach Spielen, die oft mit dehr viel Vorsicht zu genießen sind und dann gibts da noch die Medien, die eh alles 5 mal durch die Mangel drehen und verdrehen. Für mich zählt, was am Ende bei raus kommt und da siehts bisher ja noch ganz gut aus. Wenn wir im Mai aufgestiegen sein sollten, dann ist es mir erst einmal recht egal, was wann wer gesagt oder geschrieben hat.

        Um jetzt zum Ende noch einmal den Bogen zu F.Funkel zu spannen. Mir wäre es im nachhinein vollkommen egal gewesen was er wie gesagt hat, wenn er uns gerettet hätte. Das hat er nicht, daher muss man ihn dann auch an seinen Worten messen. Und da stoßen einem seine Phrasen dann umsomehr auf. Sollte Babbel am Ende scheitern, was ich nciht hoffe und auch nicht denke, dann wird auch er an seinen Aussagen gemessen werden, doch bisher hat er in meinen Augen mit seinen öffneltichen Aussagen eine klare Linie vertreten und auch nicht unrecht gehabt.

  11. FS
    Am 15. November 2010 um 13:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es wird mir in dieser Diskussion zu viel an Funkel selbst festgemacht, so erscheint er ja auch hier fast durchweg als der Alleinschuldige für den Abstieg. Dass er nie zu Hertha gepasst hat, bleibt vollkommen unbenommen. Und er trägt sicher auch einen sehr großen Anteil am katastrophalen Abschneiden der letzten Saison. Man sollte aber bitte nicht vergessen, dass hinter der Entscheidung für Funkel ein paar Verantwortliche stehen, die entschieden haben, ihn überhaupt zur Hertha zu holen. Auch deren Rolle sollte nicht außen vor gelassen werden: Ich empfand es bereits damals als total hektisch und verfrüht, den Favre gleich nach dem (zugegebenermaßen katastrophalen) Saisonstart rauszuschmeißen. Die Hertha-Verantwortlichen wollte eigentlich attraktiven Konzeptfussball sehen (sagten sie). Sie feuerten aber den Trainer, der das zwei Jahre lang ganz gut angefangen hat und ersetzten ihn durch einen, der für häßlichen Rumpel-Fussball alter Schule steht. Mit welcher Berechtigung werden also die sportlichen Entscheidungsträger, die ja immer noch bei Hertha sind, aus dieser Diskussion herausgenommen??? Die lehnen sich nun selbstgefällig in ihrem Sessel zurück und verfolgen belustigt die Hexenjagd auf Funkel. Ich will hier nicht provozieren, sondern nur auch mal diesen Gedanken zur Diskussion stellen.

    In diesem Sinn ein herzliches
    Eisern Union

    • Mueggi
      Am 15. November 2010 um 14:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Die Einwand ist, gerade weil er von einem Außenstehenden kommt, vollkommen richtig und berechtigt. Und diese Fragen wurden auch den Verantwortlichen gestellt und sie mussten sich diesen Stellen. Beatwortet wurden Sie, naja, ich will mal gütig sein, eher unzureichend. Doch es bringt alles im nachhinein nichts.

      Um das aufzuschlüsseln kann ich für meinen Teil sagen, dass Michael Preetz damals seinen großen Lehrlingsfehler gemacht hat. So tragisch das Endergebnis war, so kann ich das alles jedoch nciht an ihm festmachen. Er hat für mich jedenfalls dafür nicht mit seinem Kopf zu bezahlen gehabt.

      Bliebe noch der Vorstand, tja, da haben wir leider das Problem bei der guten Hertha, dass wir zwar alle irgendwo nicht so super Happy sind, aber es gibt halt keine Alternative. Traurig, oder? Gefühlte 50 Abwahlanträge (von denen Gefühlte 49 1/2 noch vor einer Abstimmung zurückgezogen wurden) gab es auf den letzten Mitgliederversamlungen. Doch es wird dann halt einem bewusst, dass es ein Vakuum gibt, wenn der jetzige Vorstand weg wäre, da es keine anständigen Alternativen gibt. Ergo bleiben wir bei dem, wo wir sind.

      Dann ist da noch die Manschaft, die es verbockt hat, die darf man ja auch nciht außen vor lassen. Ein Arne Friedrich, der ca. 2/3 der letzten Saison weit unter seinen Möglichkeiten gespielt hat, oder ein Gekas, der in der Rückrunde zwar 6 Tore oder so gemacht hat, aber Großchancen für 20 hat liegen lassen oder oder oder. Auch hier gab es einiges was zum Abstieg beigetragen hat.

      Also bleibt dann Funkel. Und hier muss man einfach leider viele Dinge dann anführen, die dazu geführt haben. Ob es seine taktische Ausrichtung war, oder seine öffentliches Auftreten, oder seine Auswechslungen usw. Er ist mit seiner Art zum Sinnbild des Abstiegs geworden, da man bei ihm nie das Gefühl hatte, er würde dran glauben. Und zumindest das, konnte man bei vielen anderen spühren.

      • XXX
        Am 15. November 2010 um 14:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Genau!
        Sicher gab es viele Verantwortliche für den Abstieg, aber an Funkel macht man das eben fest. Man kann ja schließlich schlecht alle (komplette Mannschaft, Vorstand, etc.) entlassen. Dann steht man ohne irgendwas da. Und es ist doch überall so, dass der Trainer sein Kopf hinhalten muß. Also ist FF der Buhmann (und das völlig zurecht!).
        Ich denke auch, dass Preetz und Gegenbauer nicht so glimpflich davongekommen wären, wenn die Saison einen ähnlich katastrophalen Lauf genommen hätte wie die letzte. Sie haben nun die Möglichkeit sich zu rethablieren … und bisher klappt das ja ganz gut. Und jetzt stellt sich ja auch keiner hin und sagt, der Vorstand ist für den guten Tabellenstand in der zweiten Liga verantwortlich. Wieder mal ist es der Trainer, der in der Öffentlichkeit dafür verantwortlich ist.
        Aber alles egal, was zählt ist ein Sieg heute Abend!

        • Mueggi
          Am 15. November 2010 um 14:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

          In diesem Zusammenhang muss man ja mal feststellen, dass es zumindest momentan im berliner Medienjungel ungewohnt Ruhig um den Vorstand von Hertha ist. Das ist man ja aus der letzten Saison oder von Früher (Grabenkämpfe Vorstand/Hoeness) gar nciht mehr gewohnt. Ein Umstand, den ich zur Zeit sehr erfrischend finde.
          Mal sehen was da demnächst, mit dem Näherrücken der Hauptversammlung, auf uns zukommen wird, wäre doch super, wenn noch 1-2 gute Ergebnisse die Ruhe bis dahin beibehalten würden und man sich auf der Versammlung mal mit den wirklich entscheidenenden Themen (Finanzielle Situation, sportliche Entwicklung in den kommenden Jahren usw.) beschäftigen kann.

  12. herthawolf
    Am 16. November 2010 um 00:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hat ja alles hingehauen – man hat es wieder einmal im Fernsehen (musste mal wieder bügeln) gesehen: Funkel spielt zu defensiv – das war ja auch letzte Saison nach der Winterpause das Grundproblem. Und als Ex-Torwart kann und muss ich sagen: Hut ab vor der Leistung von Marco Sejna!!! Der hat uns ja in PB schon lange genug überhaupt im Spiel gehalten; der wird noch mal so’n Typ wie Peter Shilton, der noch mit 50 im Kasten steht. Ich kenne ihn ja noch aus finstersten Zweitligazeiten mit Hertha Anfang der neunziger Jahre – auch kein bisschen abgehoben, sondern aufgeschlossen uns Fans gegenüber – aus der Zeit, als es noch keine Stadionverbote für Platzsturm nach dem Spiel gab, sondern das die Normalität war…Seufz!

  13. Mueggi
    Am 16. November 2010 um 01:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Bin vor kurzem ausm Stadion nach Hause gekommen. Klasse erste Halbzeit, Babbel wurde für seinen Mut Lasogga zu bringen und Friend auf die Bank zu setzen belohnt. Vor allem das zweite Tor macht er schon sehr sehr gut.

    Gut gefallen haben mir Lasogga, auch ohne die Tore hat der Junge einfach gerackert ohne Ende und hat vorn nie einen Ball verloren gegeben. Niemeyer wieder mal, hat viel abgeräumt und immer wieder versucht sich in die Offensive einzuschalten. Ronny, wirklich überzeugende Vorstellung, hätte ich nciht so früh runter genommen. Und natürlich der alte weise Mann im Tor. Wenn ich mit 38 noch annähernd so gelenkig bin und solche Reflexe habe, dann bin ich froh.
    Was spielerisch ganz gut lief war heute in der ersten Halbzeit das Pressing und das schnelle Umschalten. Über die Außen kan noch ein wenig zu wenig, was aber bei Lasogga, im Gegensatz tzu Friend, nciht ganz so gravierend war, fand ich. Ich bleibe dabei, ich würde auch Ruka mal draußen lassen, auch wenn er heute die Vorlage zum 2. Tag mit seinem Schuss gegeben hat. Er vertendelt zu viele Bälle und verlagert das Spiel zu oft in die Mitte. Vielleicht mal im nächsten Spiel mit Doppel6, Ramos auf rechts und Ronny links.

    Nicht gefallen hat mir wieder einmal Domo und die Abwehr (in der 2. HZ). Ich denke Babbel sollte im nächsten Spiel mal wieder auf die Doppel 6 setzen und Domo mal draußen lassen. Lusti saß heute wieder auf der Bank, vielleicht reicht es ja schon mal für ne Stunde oder so. Dann kann er auch den offensiveren Part der beiden 6er übernehmen, was er ja wirklich gut kann. In der Abwehr weiß ich nciht mehr wirklich weiter. Es ist ja nciht nur die teilweise fehlende Geschwindigkeit, denn zumindest Neumann hat durchaus einen ganz guten Antritt. Es sind mehr die individuellen Aussetzer die immer wieder rein kommen und die fehlende Ruhe. Leider fehlen uns vor allem in der Zentrale die alternativen. Mijatovic fällt noch ein paar Wochen aus und sonst ist ja ja nichts mehr. Nicht mal in der 2. Manschaft, da muss ja mit Morales schon ein gelernter MF-Spieler in der innenverteidigung aushelfen. Ich sehe das Problem eh eher im Kopf als in den Beinen, irgendwie wird das alles zum Hühnerhaufen, wenn der Gegner mal ein wenig Druck aufbaut.

    Ansonsten vor allem halt in der 1. HZ eine klare Steigerung zu letzter Woche. Am Freitag steht schon das nächste Spiel auf dem Plan, jetzt heißt es die Beine locker zu bekommen und dann vielleicht die Punkte 30-32 einfahren, dann sind sogar die magischen 40 Punkte zu Winterpause noch drin.

  14. Blauer Montag
    Am 16. November 2010 um 12:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Im Moment halt ich das Klagen über die Defensive nur für Jammern auf hohem Niveau.

    Die Mannschaft hat in 12 Spielen erst sieben Gegentore in der Liga bekommen. Obwohl die Lücken zwischen Abwehr und Angriff in manchen Momenten erschreckend groß scheinen. Bei eigenem Ballbesitz ist die Viererkette der Hertha weit vor gerückt, und die Bochumer Stürmer einige Male ins Abseits gerannt. Bis jetzt war kein Gegner in der Lage, schnell genug in die Lücken zu stoßen und eigene Chancen zu erspielen. Ich hoffe, das bleibt auch die nächsten 22 Spiele bis zum Ende der Saison so.

  15. Mueggi
    Am 16. November 2010 um 13:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Klar kann man das so sehen, aber ohne einen guten Torwart hätten wir gestern wohl 1-2 Dinger gefangen. Es war in der 2. Halbzeit schon teilweise erschreckend wie leicht sich die ansich harmlosen Bochumer Chancen erspielen konnten.

    Klar steht unter dem Strich momentan die ‚beste‘ Abwehr mit nur 7 Gegentoren in 12 Spielen, es hätten aber gut und gern schon 15 sein können, wenn die Gegner nicht am eigenen Unvermögen oder an unseren Torhütern gescheitert wären.

    • Joel
      Am 16. November 2010 um 14:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Hey dafür steht ja auch ein Torwart im Tor, muss ja auch seine Daseinsberechtigung haben ;-)
      Das Spiel der ersten Halbzeit fand ich sehr sehr gut, ordentliche Laufarbeit, schönes Pressing. Dennoch einige leichte Ballverluste dann in der Gegnerhälfte (naja besser als im Spielaufbau!;-)
      Die zweite Hälfte hat dann Bochum die ersten zehn Minuten eher dominiert, der Rest dann weitestgehend ausgeglichen. Denke mal der N.-Koreaner hätte auch bei präzieserem Schuß nicht das Leder versenkt, dafür ruschten unsere Mannen vorm Tor ordentlich lang
      :-))
      Gut wenn man 1:0 führt muss man auch nicht zwangsläufig das Spiel machen, umso besser das die „alte Dame“ das 2:0 nachlegte, übrigens sehr gut verwandelt, das macht nicht jeder rein. Schade um den einen oder anderen Freistoß den Ronny da versemmelte, aber Übung macht den Meister.

      So und gegen Osnabrück (letzten drei Spiele N-U-N?) nur nicht nachlassen und gleichermassen unter Druck setzen dann klappt es auch mit dem nächsten Dreier.

      • herthawolf
        Am 20. November 2010 um 01:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

        War aber leider nischt…Und denn nichmal 2:1 (kenn ich von sooo vielen Auswärtsauftritten; nach 70 Minuten steht es 2:0 und Hertha schafft dann noch den bedeutungslosen Anschlusstreffer), sondern sogar bl0ß 2:0. Ach, da kamen bei diesem Flutlichtspiel wieder Erinnerungen hoch, wie Union damals 2000 im Elfmeterschießen den Aufstieg vergeigt hat.
        Das Ding von Ramos in der 1. Halbzeit hätte drin sein müsssssssen!!! Wenigstens hat Senja wieder klasse gehalten.
        Ein schwacher Trost.

        • Joel
          Am 22. November 2010 um 14:38 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Ja das Ding von Ramos hätte vor Wochen noch gepasst und wenn nur der Abwehrspieler beim Versuch zu klären über den Ball gewischt hätte und das Ding dann reinkullert. Jetzt haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh ;-)
          Die müssen die harte Gangart die warum auch immer in Liga 2 mehr nutzen. Hoffe das schnell die Mechanismen greifen und wir nicht erst ab der Rückrunde öfter fein durchgestaffelte Spieleröffnungen bestaunen dürfen.
          Traumhaft wenn Raffa es demnächst wieder versteht die Mitspieler anzuspielen nach dem er zwei, drei Gegner schwindlig gespielt hat. Meinetwegen kann er dann auch aus Verzweiflung mit der Pike auf Tor dräschen, Hauptsache der Angriff verpufft nicht einfach so…. :-)

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