Götz, Röber, Meyer?

Heißt so vielleicht der kommende Trainer von Hertha BSC? Jedenfalls sind alle drei derzeit ohne Beschäftigung und haben bereits mehr (Meyer, Röber) oder minder (Götz, wieder Röber) erfolgreich bei Hertha als Trainer gearbeitet. Aber wer könnte schon mit Gewissheit sagen, wer der kommende Trainer wird? Niemand. Ebenso schwierig wird die Frage zu beantworten sein, wann die Mannschaft einen neuen Trainer bekommt. Noch trägt Lucien Favre die Verantwortung für die sportlichen Geschicke. Und ich denke, dass das auch so bleiben sollte.

Es ist ja schon seltsam, dass ich jetzt, da Hertha BSC in eine ungeahnte und lange nicht mehr gekannte Krise gerutscht ist, überhaupt kaum eine Möglichkeit habe, das aktuelle Geschehen in der gewohnten Intensität zu verfolgen. Weder konnte ich die schmerzhafte Niederlage gegen Freiburg sehen. Nicht einmal auschnittsweise in Zusammenfassungen. Noch kann ich gerade das Spiel gegen 1860 im Pokal verfolgen. Felix und Daniel, den anderen beiden Autoren dieses Blogs geht es diese Woche nicht anders. Eine Studienreise verschlug mich für ein paar Tage nach Amsterdam. Und soweit reicht die Technik dann noch nicht, dass ich meine Wunsch-Begegnung des Pokal-Abends auf dem Nachhauseweg im Zug sehen könnte. Mangels Internet in einem internationalem Zug habe ich hier nicht mal einen Ticker. Banges Warten umgibt diesen Text.

Aber vielleicht hilft mir der aufgezwungene Abstand zum aktuellen Geschehen, die Trainer-Frage etwas sachlicher zu beurteilen. Die Mitteilungen via SMS, eure Kommentare hier im Blog und die Berichterstattung in den Zeitungen sind da ja eindrücklich – und vor allem einheitlich – genug, um sich ein Bild zu verschaffen. Kurz: Die sportliche Lage von Hertha BSC ist desolat. Und man ist daran gewöhnt, den Trainer dafür verantwortlich zu machen. Ich glaube aber nicht, dass diese Zuweisung bei Hertha derzeit richtig wäre.

Denn wir stehen am Anfang einer schweren Saison. Und es war allen Beteiligten klar, dass es eine ungemein schwierige Aufgabe werden würde, an die Leistungen der vergangenen Saison anzuknüpfen und gleichzeitig die Mannschaft ein wiederholtes Mal umbauen und erneut auf mehrere Leistungsträger verzichten zu müssen. Man kennt diese Bedenken. Denn das Fehlen von den sogenannten „Säulen“ der Mannschaft wurde von der Presse in den vergangenen Wochen ja sehnsüchtig herbei geschrieben. Sie haben leider Recht behalten. Der erneute Umbau scheint nicht gelückt zu sein. Ich denke, dass es nicht die Schuld von Lucien Favre ist, dass Hertha jahrelang auf Pump gelebt hat und heute derart bescheidene Mittel zur Verfügung hat, dass jeder Umbau zum Vabanque-Spiel gerät.

Und dann kommen auch noch Verletzungen hinzu. Ja, man muss das auch einmal erwähnen, ohne dass gleich als eine billige Ausrede ab zu tun. Hertha muss derzeit verletzungsbedingt immer wieder (Friedrich, Kacar, Ebert) oder dauerhaft (Lustenberger, Kringe) auf zentrale Leistungsträger verzichten. Und man schaue einmal nach Frankfurt. Dort konnte man letzte Saison sehen, was einer Mannschaft passieren kann, die permanent von Verletzungen heimgesucht wird. Mit ein wenig Pech könnte Hertha ein ähnliches Schicksal ereilen. Aber ich möchte hier kein Horror-Szenario zeichnen, um die aktuelle Lage in ein vermeintlich besseres Licht zu stellen. Es geht nur darum, die Fakten zu würdigen, für die ein Trainer eben keine Verantwortung hat.

Für mich stellt sich die zentrale Frage, ob Lucien Favre in der Lage sein wird, die Mannschaft auf ein Spielsystem einzustellen, das aktuellen Lage gerecht wird und dennoch gleichzeitig das mittel- und langfristige Ziel erreichen kann, eine Mannschaft zu entwickeln. Dieser Doppelanspruch ist alles andere als leicht umzusetzen. Und es ist ungewiss ob Lucien Favre mit dem zur Verfügung stehendem Personal dazu in der Lage sein wird. Aber was würde es denn nützen, nun einen „Retter“ der Kategorie Röber, Götz oder Meyer einzustellen und damit alle mittel- und langfristigen Ziele aufzugeben? Nichts.

Also wird Lucien Favre den Karren aus dem Dreck ziehen müssen. Und ich finde das auch richtig. Als Berlin vor ein paar Wochen noch um den Titel spielte, galt das Wirken von Lucien Favre noch als die höchste Kunst der modernen Fußballschule. Das alles kann heute doch nicht schon wieder Makulatur sein. Lucien Favre ist als Trainer dazu in der Lage, aus sehr geringen finanziellen Mitteln eine Mannschaft zu formen, die um den Titel spielen kann. Nicht jedes Jahr. Aber ab und an. Mir würde das reichen, solange die Mannschaft den Willen auf dem Platz zeigt, diesen Weg mitzugehen. Davon werden wir uns überzeugen lassen müssen. Möglichst bald.

Mir ist klar, dass ich damit keine starken inhaltlichen Argumente für Lucien Favre bringe, wenn ich die heikle Finanzsituation in Stellung bringe, um die Misserfolge beim Umbau der Mannschaft zu erklären, auf Verletzungen verweise, für die Lucien Favre nichts kann und auf Erfolge poche, die in der jüngsten Vergangenheit liegen. All das lässt sich heute leider nicht in messbare Erfolgen ummünzen. Aber es sollte das nötige Maß an Vertrauen liefern, weiterhin an Lucien Favre und den mit ihm eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Ich würde das befürworten.

Außerdem möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Situation in Berlin noch längst nicht an ihrem dramatischen Höhepunkt angelangt ist. Bisher hat die sportliche Leitung alles im Griff und auch die Medien haben bisher noch nicht die schwersten Geschütze aufgefahren. Ernsthafte Sorgen sollte sich Lucien Favre um seinen Job erst dann machen, wenn Dieter Hoeneß sich via Boulevard meldet und die aktuelle Situation ausführlich kommentiert. Dann werden alle Dämme brechen und Röber, Götz, Meyer und Co. dürften sich berechtigte Hoffnung auf ein erneutes Engagement in Berlin machen.

Während ich diesen also Text fertig geschrieben habe fährt mein Zug in Duisburg ein und unsere Mannschaft wird sich in der Münchner Allianz-Arena auf ein weiteres Schicksalsspiel vorbereiten. Bei einer globalen Kaffee-Kette lade ich schnell den Text hoch und hoffe, die Mannschaft wird mir sogleich Argumente für Lucien Favre liefern, sodass der Text dann mit noch mehr Berechtigung hier steht. Gleich ist Anpfiff und ich steige in den nächsten Zug nach hause.

Auf geht’s Hertha!

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  • Wer hat das geschrieben?

    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

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31 Kommentare

  1. Am 23. September 2009 um 20:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Sei froh, dass du gemütlich im Zug sitzt, Enno…

  2. Goldfish
    Am 23. September 2009 um 22:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es ist ein Skandal, dass Fehli nicht vom Platz musste. Nach seiner ersten gelben Karte (59.) leistet er sich drei weitere Fouls, die mindestens gelbwürdig waren:
    1. Er tritt Domo brutal in die Brust (? min).
    2. Er macht einen heftigen Ellenbogencheck gegen den Hals von Nicu (88.) Dabei war der Ball schon weit weg.
    3. Er foult Ramos im Strafraum (103., und es gibt nicht einmal Elfmeter).

    Das eben dieser Fehli dann sogar noch den entscheidenden Elfmeter schießen darf, ist schon fast pervers.

    Und das waren nicht die einzigen fragwürdigen Entscheidungen von Knut Kircher. Man sollte ihm das nochmal in der Aufzeichnung zeigen.

    Wichtig: Unsere Jungs haben richtig gut gekämpft und das Spiel war sehr viel besser als die zuletzt gesehenen Spiele. Das lässt wirklich hoffen.

  3. Am 23. September 2009 um 22:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Stimme dem Beitrag voll und ganz zu.

    Das Spiel in München war zwar ein weiteres der Andy-Brehme-Gedächtnisserie, aber immerhin hat man spätestens ab der zweiten Halbzeit eine Mannschaft gesehen, die wollte und zwischendurch auch mal ganz gut konnte. Aufgrund der Chancen zum Schluss wäre ein anderer Ausgang verdient gewesen.

    Aber man gestatte mir diese nostalgische Bemerkung (trotz der einen wirklich großartigen Parade von Burchert): Ich hätte bei der Hertha heute wieder lieber den Typ in der grauen Jogginghose im Tor stehen gesehen…

  4. Tanja*
    Am 24. September 2009 um 09:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich bin dafür an Favre festzuhalten und keinen „Retter“ zu holen schon gar nicht Götz!!! (BLOß NICHT DEN!!!!)
    Es entspricht meiner Meinung nach auch der Berliner Presse Kübelweise Dreck auf Favre auszuschütten. Die Presse geht mir was das angeht schon jahrelang auf den Geist, daher lese ich das meiste eh nicht.
    Ich glaube übrigens falls Hoeneß sich melden würde, was ich aber nicht mal glaube würde er eher Favre den Rücken stärken, denn ich denke das auch Hoeneß an ihn und seine Arbeit glaubt und den Verein liebt.
    Man weiß doch wie das ist, ein paar Niederlagen, dann das Rauschen im Pressewald und die Psyche jedes Beteiligten….
    Alle die ich kenne waren nach den Abgängen der Meinung das diese Saison schwierig werden würde und man froh sein kann, wenn es nicht um den Abstieg geht, von daher, wen wunderts… (und dann holt man auch noch nen Wichniarek…sorry aber darüber werde ich wohl nie hinwegkommen…grrrrr *wüt*)
    Ich hoffe, dass die Aufholjagd gestern der Mannschaft gezeigt hat das sie nicht verlernt haben Fußball zu spielen und das es der Psyche jedes Einzelnen geholfen hat. Das die Saison trotz allem und egal welche Maßnamen getroffen werden trotzdem schwer bleibt dürfte klar sein.

    Ach und Pokal und Hertha passen doch eh schon seit Jahren nicht zusammen, ich jedenfalls würde im ‚Pokal niemals auch nur einen Cent auf Hertha setzen ;-)

  5. streiflicht
    Am 24. September 2009 um 10:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die erste Hälfte war ähnlich wie gegen Ventspils. Unmotiviert, unsicher, Ballverluste…bis zu den für Favre eher unüblichen frühen Wechseln.
    Sie begannen ab da irgendwie uninspirierten Fussball zu spielen. Immerhin! Das inspirierte sie wohl. Ist echt schizophren!!!
    „Ach sooo geht das!“- schienen sie sich gedacht zu haben.
    Diese Erkenntnis war beinahe mein Herzflimmern der vergangenen Wochen wert.

    Mein Glaube an die langfristige Entwicklung mit Favre wird mich „hinhalten“. Gescheitert sind schon immer Projekte, die kurzfristigen Erfolg bringen sollten. Es gibt Dinge zu überbrücken – das durchleben wir jetzt gerade schmerzhaft.
    Auf geht`s Hertha!

  6. sehnsuchtberlin
    Am 24. September 2009 um 10:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    ich finde auch mann sollte an favre festhalten aber bin der meinung, er sollte mal heftig aufen tisch hauen und die leute, die aufem platz ne arbeitsverweigerung abliefern, einfach mal auf die bank setzten, egal wer es ist. find es schade, das er zu selten mal jemand aus hertas 2.manschaft ins wasser wirft, schlimmer als bengston und Pejcinovic wird z.b. ein Radjabali-Fardi doch nicht sein, er hatte eigentlich ein rechte guten eindruck hinterlassen.
    will sagen favre sollte mehr druck auf die stammspieler ausüben, damit sie mehr power geben und vielleicht erweisst sich ein amateur dem mal die chance geboten wird zuzeigen was er kann als glücksgriff.

  7. Enno Enno
    Am 24. September 2009 um 11:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich habe mir gestern die Zusammenfassung im ZDF angeschaut und sowohl der Kommentar als auch die Bilder zeigten deutlich, dass ein Sieg in der Nachspielzeit verdient gewesen wäre. Normalerweise hätte Hertha wohl noch gewonnen, wenn es nicht der Pokal gewesen wäre, könnte man meinen. Naja, nach Berlin fahren wir ja eh ständig…

    Was mich schockiert hat, war Favre im Interview zu sehen. Der gute Mann sieht so fertig aus wie die Mannschaft in der ersten Halbzeit gespielt haben muss. Da leidet jemand richtig mit. Das ist nicht mehr der smarte, glückliche Charmeur der Vorsaison, sondern ein hart arbeitender Trainer, dem die aktuelle Misere sichtbar zu schaffen macht. Ich glaube, dass Lucien Favre sich voll ins Zeug hängt und alles erdenkliche für den Erfolg tut. Hoffen wir auf Hoffenheim…

  8. Tanja*
    Am 24. September 2009 um 13:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Info Radio hat übrigens gemeldet, dass Hertha einen Torhüter verpflichtet. Der hat wohl bei Salzburg gespielt und war arbeitslos, daher kann Hertha ihn jetzt verpflichten, der Name ist mir leider entfallen.

  9. Enno Enno
    Am 24. September 2009 um 13:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es wird wohl Timo Ochs verpflichtet, wie auch der Kicker meldet. Wobei ich das jetzt nicht so recht verstehe, weil erstens der Burchert doch nicht so schlecht gespielt hat, zweitens Drobny in 10 Tagen schon wieder zur Verfügung stehen sollte und drittens Timo Ochs nicht ohne Grund keinen neuen Vertrag mehr bekommen hat. Ralf Rangnick sortierte ihn 2003 bei Hannover aus und zuletzt machten ihm Verletzungen ziemlich zu schaffen. Also, diese Verpflichtung kann ich nicht so recht nachvollziehen…

    • alnus.glutinosa
      Am 25. September 2009 um 09:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Wieso denn eigentlich Timo Ochs? Wenn schon einen Torwart, dann nehme ich doch den derzeit vereinslosen Stefan Wessels.
      Und ist das vielleicht ein Hinweis darauf, das Drobny zur Winterpause wechseln möchte oder dass er schwerer verletzt ist, als bisher bekannt?
      Fragen über Fragen…

  10. Tanja*
    Am 24. September 2009 um 13:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Vielleicht wollen die Herthaverantwortlichen einfach noch einen erfahrenen Torhüter als Ersatz verpflichten. Aber das ist nur ne Vermutung…

  11. Herthana
    Am 24. September 2009 um 16:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das vermute ich ebenfalls, Gäng ist verletzt und mir nach dem Bremen-Debakel der letzten Saison auch nicht in guter Erinnerung geblieben.Ich denke sie wollten in der momentanen Situation irgendwie Handlungsfähigkeit beweisen.Burchert macht seine Sache gut und könnte ruhig eine Chance bekommen,wie auch andere junge Spieler…s.o.
    Falco Götz wäre der absolute HORROR und für Meyer als Retter ist es meiner Meinung nach noch ein bisschen früh.Klar,Jürgen Röber wäre eine Option (ich habe seinen Abgang damals sehr bedauert und nie nachvollziehen können…) aber Favre ist ein guter Trainer und sollte sein enges Taktik-Korsett ein wenig lösen. Kurzpassspiel macht nur Sinn wenn die Bälle ankommen und auch weiterverarbeitet werden können.Lieber Mal einen schnellen Konter verwandeln…und/oder die Standard-Situationen üben…!! Ja,ja leicht gesagt….. ich hoffe der Knoten platzt schnell bevor die Stimmung kippt…die im Moment ja noch sehr beeindruckend ist, weil am Ende erwischt es ja bekanntlich immer den Trainer….

  12. Honsor
    Am 24. September 2009 um 17:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Thema Torhüter:
    Gabor hat mich beeindruckt gestern.Präsent,sehr physisch und durchgeknallt-wie früher.Beim Elfer die Hände auf dem Rücken-da wurden Erinnerungen wach.Und beim ZDF Interview hat er sich dann(mit einem Gaborlächeln) die Nachfragen,ob seiner Befindlichkeiten gegenüber Herthas´momentaner Lage,verbeten.Das ging ihm ziemlich nahe,hatte ich das Gefühl.Gut gebrüllt,Löwe!!!(Oh,Wortspiel…)
    Und Timo Ochs?Ich glaub´es hackt.Das wäre dann ein Versagen Favre/Preetz.Entweder ich vertraue meinen 3 Torhütern am Saisonstart,dann bleibt Burchert jetzt bis Drobny wiederkommt.Oder ich sage:Gäng und/oder Burchert traue ich es nicht zu-wir holen Ochs,Wessels o.ä! Etwas älter und erfahrener als die Nummer 3.So wie Schober und Konsorten.Aber alles bis Saisonstart bitte.Und genau für solche Situationen wie jetzt habe ich doch 3 Torhüter.So geht man nicht mit Nachwuchs um.

  13. Enno Enno
    Am 24. September 2009 um 18:55 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Laut Kicker (s.o.) hat Ochs nun unterschrieben und wird auch gegen Hoffe spielen. Seltsam finde ich das. Ebenso wie Honsor sehe ich darin einen Schlag gegen die eigenen Nachwuchstorleute und die späte Reaktion ist mir unverständlich. Vor allem sehe ich es nicht so wie der Kicker, dass das erste Tor gegen 1860 auf die Kappe des Keepers geht. Was ist denn bitte Bengtsson für ein Bewegungslegastheniker, wenn er den Ball derart ungeschickt auf das eigene Tor lenkt? Damit kann – nein, darf – kein Keeper rechnen. In den kommenden Tagen werden bestimmt noch ein paar Argumente für diese Verpflichtung mobilisiert. Es ist fraglich, ob sie mich überzeugen werden…

  14. Enno Enno
    Am 24. September 2009 um 19:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Oder war es tatsächlich so, dass Burchert erst rausgehen wollte und dann doch stehen blieb, sodass Bengtsson den Ball vor lauter Überraschung über das Stehenbleiben Burcherts nur noch verdutzt an den Oberschenkel bekam? Wenn ja, dann ist so ein junger Keeper natürlich eine riesige Bürde, weil Hertha in Rückstand das Spiel machen muss, was bekanntlich nicht die größte Stärke der Mannschaft ist…

    • streiflicht
      Am 24. September 2009 um 19:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

      So wird`s wohl gewesen sein.
      Wie auch immer, der Ball war drin. Burchert wurde wohl überschätzt. Oder nur stark geredet. Vor der Saison, als die Torhüterfrage wegen der doch seeehr jungen zweiten Garde aufkam, hat man eindeutig Burchert vertraut. Nun nicht mehr?
      Skepsis! Wieso wollte den Ochs denn keiner?

  15. Am 24. September 2009 um 19:21 Uhr veröffentlicht | Permalink
    • Am 24. September 2009 um 19:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Oops, Link scheint nicht zu funktionieren. Naja, geht einfach mal auf herthabsc.de :-)

      • Honsor
        Am 24. September 2009 um 19:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Gesagt-Getan.Unglaublich.
        Da steht jetzt auch:“ Cicero erlitt beim Pokalspiel in München einen Muskelfaserriss in der Wade und wird zwei bis drei Wochen pausieren müssen.“
        Eigentlich ohne Worte

      • Enno Enno
        Am 24. September 2009 um 21:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Ja, die Linkstruktur von herthabsc.de ist ein Graus. Das funktioniert leider selten stabil. Ich habe die Erfahrung nicht-funktionierender Links schon häufiger machen müssen.

  16. Sascha
    Am 24. September 2009 um 19:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hertha und der Pokal…und jedes Jahr tut es einem noch mehr weh. Aber so enttäuscht wie gestern war ich lange nicht mehr oder kam es mir nur so vor? Jedoch hat es mich echt beeindruckt (oder etwa schockiert?) wie die Mannschaft auftrat, als Kacar eingewechselt wurde. Sind wir wirklich von einem 21 Jahre altem Serbe so sehr abhängig? Nichtsdestrotz hoffe ich, dass uns die Niederlage gestern nicht das Genick gebrochen hat. Wenn man so ein Spiel nach 70. Minuten Katastrophenfussball dreht, und in so einer Situation in der wir zur Zeit stecken noch verliert, bedarf es einer sehr krassen Moral jetzt noch da unten raus zu kommen. Ich setze jedoch alle Hoffnung in Favre und unsere Hertha. Ich bin gestern an die Decke gegangen, als er Ebert ausgewechselt hat und Pejniovic zur Halbzeit drinnen gelassen hat. Jedoch hat sich diese Maßnahme als garnicht so schlecht erwiesen, da Pejinovic (ich glaube ich schreibe ihn immer falsch) sich gesteigert hat. Aber warum hat Favre Ebert rausgenommen? In meinen Augen, der einzige der zur Zeit auch in schlechten Spielen versucht zu kämpfen. Er wird seine Gründe haben….

    Thema Torhüter:

    Ich finde die Verpflichtung vollkommen richtig, jedoch ist der Zeitpunkt total schlecht gewählt. Burchert ist nicht 1.Liga-tauglich, das sieht jeder, der ein bischen Ahnung von Fussball hat. Er strahlt keine Ruhe aus und ich bin der Meinung sowohl gegen Freiburg als auch gegen 1860 hätten wir mit einem erfahrenen Torhüter positiver dargestanden.

    Thema Außenverteidiger:

    Ich verstehe nicht, warum wir keine vernünftigen Außenverteidiger gekauft haben. Ich teile die Ansicht, einfach mal einen Fardi ins kalte Wasser zu schmeissen, schlimmer als Janker, Stein und co. kann es eigentlich nicht mehr werden.

    Könnte noch Stunden weiter schreiben, aber ich muss ja nicht zu allem meinen Senf hinzugeben ;-)

    • spreekicker
      Am 24. September 2009 um 21:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

      sascha, jetzt freu dich doch mal, dass wir wenigstens von einem abhängig sind, stell dir mal vor wie hätten statt ihm einen cicero2 oder nicu2 mit ihren formkrisen. kacar ist unsere hoffnung, mit ihm kann alles gut werden, ohne ihn nicht. ich hoffe sein einsatz gestern rächt sich nicht gesundheitlich, insbsondere weil seine kalkulierte einsatzzeit vermutlich auf nur 45 min taxiert wurde… aber der junge ist doch der hammer, eine trainingseinheit mit gemacht und dann sowas, jaja ich wiederhol mich, hör schon auf.

  17. kielerblauweiß
    Am 24. September 2009 um 21:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Zugabe zum Thema Torhüter:
    Ochs ist für die Europaleague erst nach der Winterpause spielberechtigt.
    Am Do muss also wieder Burchert ran. Davor und danach dann Ochs in der Buli und in zwei Wochen wieder Drobny. Für unsere verunsicherte Abwehr bestimmt kein Vorteil denke ich.

  18. Am 24. September 2009 um 23:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ernsthafte Sorgen sollte sich Lucien Favre um seinen Job erst dann machen, wenn Dieter Hoeneß sich via Boulevard meldet und die aktuelle Situation ausführlich kommentiert.

    Das erinnert mich an einen alten Herrn, den ich Dienstagabend in „meiner Schalke-Kneipe“ über Hertha sprechen hörte. Er leitete seine Worte zum Abschwung mit den Worten „Seit der Hoeneß nicht mehr da ist ..“ ein. Was mich wiederum an Alte-Herren-Worte über Rudi Assauer erinnerte …

    Aber wo ich gerade hier bin, noch kurz nachgefragt:

    Mit erschien es so, als sei dem Abdanken Hoeneß’ ein Machtkampf vorausgegangen, in dem Favre-Befürworter gewonnen haben. Kann man das so sagen? Wenn ja, sollte sich Favre seines Jobs dann nicht einigermaßen sicher fühlen können?

    • Enno Enno
      Am 25. September 2009 um 09:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Einigermaßen sicher darf er sich sein, ja. Eben weil der Umbruch erst so kurze Zeit her ist und ein Machtkampf nicht nur eine gewisse Spaltung mit sich bringt, sondern auch erst einmal verarbeitet werden muss. Und es sind einige Gefolgsleute (bzw. solche, bei denen man es vermuten könnte) der unterlegenen Seite bereits gefeuert worden (Pressesprecher, eine ganze Reihe von Jugendtrainern). Dennoch wird die andere Seite nach wie vor präsent sein und nur auf eine gewisse Chance warten. Mal schauen, wie sich das entwickelt…

  19. Kugelblitz
    Am 24. September 2009 um 23:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Andererseits sollte die „Opositions“ im Verein die Krise nutzen. Wenn nicht jetzt wann dann?
    Sicher kann sich Herr Favre bestimmt nicht sein.
    Gab’s nicht mal den Spruch vom hochbezahlten Angestellten?

  20. dns
    Am 25. September 2009 um 12:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schon interessant, wie aggressiv die Artikel einiger Tagesblätter über Hertha wirken. Es scheint dem gemeinen Reporter nicht zu passen, dass bei Hertha der Baum einfach noch nicht angezündet wurde und alle einhellig Positives von sich geben. :p

    • Am 26. September 2009 um 00:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

      dns spricht meinen Eindruck aus. Ich muss gestehen, es ist die erste Krise, die ich als interessiertes Mitglied eines Bundesliga-Fußballvereins im Internet mitbekomme, zumal, wo ich schon lange nicht mehr in Berlin wohne (sondern „nur“ da geboren bin). Aber wenn ich so manche Artikel in Berliner Zeitungen lese, übrigens nicht nur Boulevard, auch die „taz“ schreibt da wenig Begreifliches, dann scheint sich da eine Wut aufzuschaukeln, wie der Hertha-Vorstand die Frechheit besitzen kann, Favre nicht zu entlassen, wo diese Zeitungen das doch wollen.

      Die Berichterstattung ist auf negativ programmiert. Wenn die Verantwortlichen sagen „Die Lage ist schlecht, schlechter können wir sie uns gar nicht mehr vorstellen“ kommt der Vorwurf, sie wären hilflos und könnten niemanden mehr motivieren. Wenn sie aber das Licht am Ende des Tunnels nicht als Lok interpretieren, wirft man ihnen vor, sie würden die Lage schönreden. Wie auch immer, sie machen es falsch.

      Super auch, wenn man dem Verein vorwirft, er habe Pante, Voro und Joe ziehen lassen. Der einzige, auf den das zuftrifft, ist Pante. Voro war eben in jeder Hinsicht zu teuer, und Joe hatte diese Ausstiegsklausel. Gut, der Abgang von Joe half, neue Spieler kaufen zu können, aber diese Verknüpfung, die der „minus-5-mio“-Regel geschuldet war, haben nicht Favre und Preetz, sondern die hat ein ganz anderer zu verantworten.

      Klar, die Lage ist besch… Und auch klar, dass Favre gehen muss, wenn es nicht besser wird. Aber dann sollte man das nicht mit künstlichen Vorwürfen verkleiden, sondern einfach sagen, wie es ist: Wir sind bereit, zugunsten der Chance auf kurzfristige Vorteile (ein Trainerwechsel garantiert keine guten Ergebnisse) auf die mittel- bis langfristige Perspektive zu verzichten. Und das schon deswegen, weil wir die Lahmärsche in der Mannschaft nicht austauschen können, aber trotzdem „irgendwas tun“ müssen.

      Aber einen Wunsch habe ich. Wenn ein anderer Trainer, dann Hänschen.

  21. Kugelblitz
    Am 25. September 2009 um 19:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Der Boulevard verhält sich doch noch harmlos. Niederlage bleibt halt eine Niederlage. Da hilft auch kein Schönreden.
    Laßt uns den Sonntag mal abwarten. Habe aber keine große Hoffnung.

  22. Kugelblitz
    Am 28. September 2009 um 07:43 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es ist Montag.
    Das Debakel kam mit Ankündigung.
    Es ist Zeit zu gehn. Machet jut Trainer!

  23. dns
    Am 30. September 2009 um 12:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ein Lacher folgt dem nächsten. Wo steckt der Fehler in folgender Aussage?

    „Im Gegensatz zu Matthäus kennt der Europameister-Trainer von 1996 die Bundesliga perfekt, war zwischen 2000 und 2001 schon Trainer in Leverkusen.“

    Oder in diesem?

    „Berti ist nach seinen Stationen in Kuwait, Schottland und Nigeria international erfahren.“

    Ick lach mir schlapp :D

Ein Trackback

  • Von Fairytale gone bad | Hertha BSC Blog am 28. September 2009 um 18:39 Uhr veröffentlicht

    […] von mir mit diesem Text begnügen. Die Kommentare sind aber natürlich auch für eure Meinungen und Trainervorschläge […]