Gute und schlechte Tage

Sports News - February 27, 2010 Wenn Adrian Ramos einen guten Tag hat, dann kann er den Ball in der gegnerischen Hälfte halten, die Mannschaft nachrücken lassen, ihn wieder abgeben und in den freien Raum starten. Er kann sogar einen Gegenspieler aussteigen lassen, in Richtung Tor ziehen und zum Abschluss kommen. Gegen Hoffenheim war da: Nichts.

Wenn Theofanis Gekas einen guten Tag hat, dann sieht man in 80 Minuten lang überhaupt nicht – so wie am Samstag. Doch dann ist er da und trifft. Gegen Hoffenheim hatte man nach 90 Minuten das Gefühl, er hätte überhaupt nicht gespielt.

Wenn Raffael einen guten Tag hat, braucht er sich vor der Weltspitze nicht zu verstecken. Dann treibt er den Ball an, dann zelebriert er technisch versierten Offensiv-Fußball, schickt seine Stürmer mit Nähmaschinen-genauen Pässen in den Strafraum und trifft auch mal selbst. Gegen Hoffenheim war er manchmal den Tränen nahe, weil er weder Mitspieler hatte, die er anspielen konnte, man aber auch nicht das Gefühl hatte, er hätte sie tatsächlich gefunden.

Wenn Cicero einen guten Tag schießt er zwei Tore, ist ballsicher, liefert Raffael die Bälle, die er braucht um sie dann wieder weiterzuleiten. Gegen Hoffenheim war da: Nichts.

Hertha ohne Sturm – das reicht einfach nicht.

Sports News - February 27, 2010

Wir können damit weitermachen, aber am Ende würde da immer stehen, dass gegen Hoffenheim nichts von dem abgerufen wurde, was der einzelne Spieler und alle elf als Mannschaft kann. Gut, ein oder zwei können es wohl wirklich nicht besser, aber Hoffenheim war nicht der übermächtige Gegner, der es nicht erlaubt hätte, zwei schwache Spieler mit durchzuschleppen. Aber wenn die Zahl der schwachen Spieler einen zweistelligen Wert annimmt, wird es gegen jeden Gegner schwer. Selbst gegen Hoffenheimer, die eigentlich ziemlich schlecht waren.

Das Spiel vom Samstag hat eindrucksvoll gezeigt, woran es bei Hertha hakt. Der Sky-Kommentator Marco Hagemann suchte um die 70. Minute herum nach Führungsspielern bei Hertha, die das Zepter in die Hand nehmen, die Mannschaft wachrütteln, „voran gehen“. Er fand Arne Friedrich und Florian Kringe.

Sports News - February 27, 2010

Hertha fing gut an im Olympiastadion, hatte ein paar Chancen, ja, hätte vielleicht in Führung gehen müssen. „Dann wird das ein ganz anderes Spiel“ höre ich Friedhelm Funkel schon sagen (hat er nicht, habe ich mir nur eingebildet). So wurde es eins, das so frustrierend war, dass Raffael zehn Minuten vor Schluss wirklich den Tränen nahe zu sein schien. So hilflos war er. So hilflos war Hertha.

Es ist wirklich bedauerlich, dass der Fußball sich nicht längst ein Beispiel am Handball genommen hat und endlich Fernsehkameras in die Halbzeitpausen lässt. Ich bin mir sicher, dass sich viele Trainer dagegen wehren würden, weil entarvt würde, wie banal ihre Halbzeitansprachen sind – wir kennen das ja alle noch vom Sommermärchen.

Um wirklich sagen zu können, wie Friedhelm Funkel seine Mannschaft, was sag ich, unsere Mannschaft, auf die Spiele einstellt, ob das gut ist oder schlecht, muss man täglich im Training dabei sein. Das bin ich nicht. Aber ich sehe die Spiele und ich habe einfach nicht das Gefühl, dass die Mannschaft einen Plan hat, wenn sie auf den Platz geht. Jedenfalls keinen der über die Vorgabe: „Richtig Dampf machen“ hinaus geht.

Hertha fehlen die Auswahlmöglichkeiten auf dem Platz, das war schon unter Favre so. Wenn Plan A nicht aufgeht, fehlt Plan B. Die komplette Hinrunde lang hatte man das Gefühl, Funkel würde die Mannschaft auf den Platz schicken, wie Zvonimir Soldo seine Kölner, die gestern in Siegesjubel ausbrachen, weil sie ein 0:0 geholt hatten. (was nebenbei gesagt ein Verbrechen am Fußball ist, aber ich habe gestern niemanden gehört, der sich darüber beschwert hätte – so wie es im vergangenen Jahr bei Hertha so oft war). Wenn dann der Gegentreffer fiel, sah es so aus, als würde die Mannschaft hilflos nach draußen schauen und fragen: „Und was jetzt? Offensive können wir doch nicht.“

Das hat sich in der Rückrunde ein bisschen geändert, aber variantenreich ist das immer noch nicht, was Hertha da offensiv leistet. Ich hätte mir gestern mal gewünscht – sicherlich für viele Trainer auch ein Verbrechen am Fußball – dass der Ball einfach mal dauerhaft hoch nach vorne gehauen wird. Dafür braucht man natürlich kopfballstarke Spieler im gegnerischen Strafraum. Aber weder Arne Friedrich, noch Roman Hubnik orientierten sich in der Schlussphase nach vorne. Gut, in der 89. Minute ging Jaroslav Drobny in den gegnerischen Strafraum. Er gewann den einzigen Offensiv-Kopfball des gesamten Spiels. Das sollte einigen da vorne zu Denken geben.

Sports News - February 27, 2010

Nachdenken ist in solchen Situation oft das Einzige, was einen wirklich weiterbringt. Wie geht es weiter mit Hertha BSC? Spieler und Trainer sagte gestern einstimmig, dass es weitergehe. Natürlich geht es weiter. Die Frage ist, wohin. Und ob das so noch Sinn macht. Ob Michael Preetz nicht auch mal darüber nachdenken sollte, ob es denn jetzt wirklich einfach so weiter geht. Mit Funkel. Mit dieser Mannschaft. Mit dem Verein.

Funkel, die Mannschaft und der Verein brauchen in den kommenden Wochen keine guten Tage, um den Klassenerhalt zu schaffen. Es müssen exzellente Tage sein. Es reicht nämlich nicht, immer darauf zu hoffen, dass der Gegner einen schlechten Tag hat. Denn, das hat man gestern gesehen, selbst dann ist ein Sieg nicht garantiert.

This entry was posted in Hertha BSC and tagged , , , , , , , . Bookmark the permalink. Both comments and trackbacks are currently closed.
  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

    Ich würde mich freuen, deine Meinung zum Artikel zu erfahren. Schreib doch einen Kommentar und diskutiere mit!

    Und bleib auf dem Laufenden: Abonniere neue Beiträge des Hertha BSC Blogs (RSS-Feed / E-Mail)

27 Kommentare

  1. Enno Enno
    Am 28. Februar 2010 um 11:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich glaube nicht, dass man die Misere an den Stürmern festmachen kann. Das wäre nämlich zu einfach. Wie du im zweiten Teil deines Beitrags ansprichst, sitzt das Problem wesentlich tiefer.

    Ich gehe nicht davon aus, dass Hertha in dieser Saison noch zu retten ist. Statt zu hoffen, sollten wir die Lage und die Probleme analysieren und dort Kritik üben, wo sie angebracht ist.

    Ich denke darüber seit gestern Nachmittag nach und werde in den kommenden Tagen einen Beitrag darüber schreiben. Es wird weitergehen. Richtig. Aber wenn es einfach so weitergeht, dann direkt in die sportliche Bedeutungslosigkeit.

    Nennt das von mir aus übertriebenen Pessimismus. Aber man darf sich nicht selbst etwas in die Tasche lügen und auf die rechnerische Machbarkeit verweisen. Rechnen ist die eine Sache, Fußball-Spiele gewinnen ist etwas ganz anderes.

    Es ist ja nicht so, dass Hertha „exzellente“ Tage bräuchte, um die nötigen Punkte zu sammeln. „Normale“ Tage würden ja schon reichen. Davon ist die Mannschaft aber so weit entfernt, dass selbst Sieben-Meilen-Stiefel nicht reichen, um in den letzten 10 Spieltagen die nötige Form zu finden.

  2. Daniel
    Am 28. Februar 2010 um 11:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mich wirft diese Niederlage nicht zurück, weil ich ganz ehrlich damit gerechnet hatte (was ich nach dem Freiburg-Spiel ja auch kommentiert hatte). Ich hoffe zwar jede Woche neu, aber wenn dann das 0:1 fällt und man sieht, wie es die Mannschaft nicht schafft, sich Chancen zu erspielen, dann wird aus der Hoffnung ganz ganz schnell Sarkasmus (wie man an meinen Twitter-Updates sehen konnte…).

    Als Marco Hagemann gestern ernsthaft fragte: „Können Sie sich das vorstellen, Hertha BSC in der zweiten Liga? In Paderborn?“ – hatte ich aber trotz allem Sarkasmus immer noch kein „Ja, kann ich“ auf den Lippen. Weil ich es mir nicht vorstellen will.

    Und ich sage nicht, dass man die Misere nur an den Stürmern festmachen kann, aber auch. Dass beiden Gegentoren Eins-gegen-Eins-Situationen vorausgingen, bei denen erst Arne Friedrich und dann Steve von Bergen aber sowas von alt aussahen, war ja zu sehen.

    Es fehlte gestern an Allem. Die beiden Siege in der Rückrunde wurden gegen die Teams mit dem schlechtesten Lauf momentan geholt. Alles was darüber steht (vielleicht noch mit Ausnahme von Nürnberg, aber das sehe ich noch nicht), ist – so wie es aussieht – zu stark für Hertha.

  3. Enno Enno
    Am 28. Februar 2010 um 11:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gut, wenn man den Abstieg vor diesem Spiel sozusagen schon für besiegelt gehalten hat (so verstehe ich deinen Kommentar), dann wirft einen eine erneute Niederlage nicht zurück. Ich hatte bis gestern noch gewisse Hoffnungen, weil eben rechnerisch noch einiges drin war. Ob und wie sich rechnerisch heute noch etwas ändert, ist mir aber mittlerweile schnurz, weil es darum gar nicht mehr gehen kann. Hertha wird den letzten Platz wohl nicht mehr verlassen.

    Und es stellt sich dann die Frage, wie man den Rest der Saison verarbeitet. Ich tendiere zur Analyse. Spieler, Mannschaftsteile, Trainer, Taktik, Transfers usw. usf. Wir gehen in die zweite Liga, das steht fest. Jetzt möchte ich aber wissen, warum.

  4. Daniel
    Am 28. Februar 2010 um 12:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nein, ich hab den Abstieg nicht für besiegelt gehalten, war aber nach dem Freiburg-Spiel nicht so euphorisch zu glauben, wir rotzen jetzt einfach alles weg und spielen immer so, wie gegen Freiburg. Denn Freiburg war einfach grottenschlecht und hat Cicero und Raffael den Platz gelassen, den sie brauchen – und gegen Hoffenheim nicht hatten (bzw. in Zukunft auch nicht mehr haben werden).

    Ich hoffe auch immer noch, dass etwas möglich ist. Dafür muss der Ball aber in den Strafraum gebracht werden. Immer wieder. Denn da steht das Tor (alte Weisheit). Und wenn der Gegner dann EINEN Fehler macht, muss einer wie Gekas da sein. Gestern kam kaum mal ein Ball über den ersten Abwehrspieler hinweg und irgendwann versuchte Hertha es nicht mal, weshalb Hoffenheim in Halbzeit Zwei auch überhaupt keine Probleme hatte. Der Ball muss immer wieder „in die Box“, um Strafraumszenen zu erzwingen. Auch wenn das nicht dem Fußball entspricht, den Raffael und Cicero gerne spielen würden. Hoch und lang von mir aus, völlig egal. Hauptsache vorne rein. Gestern verhungerte der Ball im Mittelfeld.

    • Felix Felix
      Am 28. Februar 2010 um 12:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ich hab ehrlich gesagt echt geglaubt, dass Freiburg nicht schlecht war, sondern Hertha einfach nur gut gespielt hat. Die Euphorie hat meine Sinne mal wieder benebelt.

  5. Felix Felix
    Am 28. Februar 2010 um 12:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich hatte ein mal mehr einfach nur das Gefühl, dass Hertha ein paar glückliche Tage braucht, die es in der letzten Saison im Überfluss gab. Woche für Woche werden unverdiente Siege und Punkte in der Bundesliga eingefahren. Das ist völlig normal und „irgendwann gleicht sich ja ohnehin alles aus“. Doch bei Hertha gleicht sich in dieser Saison überhaupt nichts aus. Es wurde in dieser Saison kein einziger glücklicher Punkt geholt. Letztes Jahr hat ein Konter gegen Leverkusen drei Punkte beschert. Kein einziges glückliches Tor, keine spielentscheidende Fehlentscheidung zugunsten von Hertha und dazu noch eine Menge Pech. Wie zum Beispiel zuhause gegen Köln, auswärts gegen Bremen, zuhause gegen Leverkusen, auswärts in Gelsenkirchen, zuhause gegen Gladbach, zuhause gegen Mainz oder eben gestern gegen Hoffenheim. Warum wird nicht einfach mal ein Ball unhaltbar abgefälscht, ein Abseits übersehen oder ein unberechtigert Elfmeter gepfiffen. Die Konkurrenz hingegen wird ausgeglichen vom Zufall bevor- und benachteiligt. Nürnberg steht nach den letzten beiden Spielen mit zwei Unentschieden da, die genausogut auch hätten verloren gehen können. Ich fühle mich ein wenig vom Zufall im Stich gelassen. Mit ein wenig mehr ausgleichender Gerechtigkeit stünde Hertha ihrer Leistung entsprechend nicht auf einem Abstiegsplatz, sondern vielleicht auf dem 14. oder 15. Letztendlich hilft das Gejammer natürlich herzlich wenig und da wir das Glück nicht beeinflussen, sondern höchstens versuchen es zu erzwingen können, muss weiter gearbeitet werden. Doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass Leistungsmäßig mit der Mannschaft einfach nicht mehr drin ist als wir gestern gesehen haben. Wenn das Tor in der einen guten Phase nicht fällt, die Hertha in der Rückrunde in gefühlt jedem Spiel für ein paar Minuten hat (gestern die ersten 25 Minuten), dann kann man sich drauf verlassen, dass sie nachlassen und nicht wieder zurück ins Spiel finden. Ein Gegentor ist gleichbedeutend mit einer Niederlage. Den Willen kann man ihnen zwar nicht absprechen, aber sie können es einfach nicht besser.

    Die einzige Möglichkeit sich aus den Abstiegsplätzen herauszuboxen ist es weiterhin so mäßig zu spielen wie bisher und an Standardsituationen zu arbeiten, denn keine Mannschaft ist so ungefährlich nach Standards wie wir. Mit mehr ausgleichender Gerechtigkeit sollte das reichen, denn die Mannschaft spielt nicht wie ein Absteiger.

    • Daniel
      Am 28. Februar 2010 um 12:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Tja, da hast du sicherlich nicht Unrecht. Das Glück haben wir – wie oft habe ich diesen Satz bereits in Diskussionen vorgetragen – im vergangenen Jahr komplett aufgebraucht. Erst kommen wir durch die Fairplay-Wertung in den Uefa-Cup und dann gewinnen wir Spiele, wie die in Leverkusen, haben Chancen auf die Meisterschaft und verlieren das Glück ausgerechnet (!?) bei einem Spiel gegen Schalke 04. Seit dem 0:0 ist es weg (wenn man den Sieg am ersten Spieltag gegen Hannover mal ausklammert, das Siegtor war schon etwas glücklich).

      Das klingt so lächerlich und ich weiß jetzt schon, dass ich mir wieder mitleidige Blicke angucken darf, wenn ich das mal wieder in einer Runde mit anderen Fans erzähle.

  6. Mirko030
    Am 28. Februar 2010 um 14:55 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nun hat Hertha es mal wieder nicht geschafft, gegen einen schwachen Gegner zu Hause zu gewinnen. Mal ehrlich: Wie soll denn so der Klassenerhalt noch geschafft werden, wenn Hertha zu Hause nichtmal mehr gegen die Teams aus der zweiten Tabellenhälfte gewinnen kann. Zum Spiel muss ich sagen, dass die Mannschaft diesmal wirklich von Beginn an ernst gemacht hat. Nur kann ich es nicht nachvollziehen, dass Sie wieder nach einer Drangperiode das Spielen einstellt. Ebenfalls sollte erwähnt werden, dass unser Kapitän sich langsam mal überlegen sollte, endlich Leistung auf dem Platz zu zeigen und nicht nur vor der Kamera jede Woche das gleiche Lied anzustimmen. Eine Führungspersönlichkeit führt ein Team und läuft nicht nur mit Herr Friedrich! Wenn Löw den Herrn Friedrich mitnehmen sollte, bestätigt sich meine Meinung nur, dass in der Nationalelf nicht nach Stärke sondern nach Beliebtheit bei unserem Bundentrainer nominiert wird.

    Für mich jedenfalls ist der Abstieg besiegelte Sache und der Verein sollte jetzt endgültig anfangen für die zweite Liga zu planen. Hier zählt für mich nur ein kompletter Neuanfang. Das heisst, die alten Spieler nach der Saison so gut es geht verkaufen (um Schulden zu verringern und eine neue Mannschaft aufzubauen) und jetzt schon unsere Talente einbauen und diese schon etwas Erfahrung sammeln lassen, damit die jungen Spieler in der zweiten Liga nicht ganz von vorne anfangen. Auch hier kann man sich fragen, wieso Hertha soviel Geld in die Jugendabteilung steckt, wenn Jahr für Jahr die besten Talente gehen und woanders eine große Karriere starten (J.Boateng, Salihovic, Olic etc.). Hier sollte Hertha auch mal endlich Risiko eingehen oder glaubt jemand, dass Pejinovic o. Wichniarek besser sind als Fardi und Bigalke. Ich denke die beiden (um nur 2 zu nennen) können das mindestens genauso gut.

    Zum anderen sollte der komplette Vorstand (einschliesslich Preetz und dem Trainergespann) seinen Hut nach der Saison nehmen um so einen wirklichen Neuanfang zu beginnen. Hier kann man nur hoffen, dass Herr Hoeneß vielleicht nochmehr der Leute nach Wolfsburg holt, welche Hertha so an den Rand des Abstieges gebracht haben.

    Nur mit einem kompletten Neuanfang auch in personeller Hinsicht kann Hertha irgendwann wieder eine Rolle im deutschen Fussball spielen.

  7. Peter
    Am 28. Februar 2010 um 15:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Für mich sieht es derzeit alles eher nach Zufallsfußball aus. Wir müssen uns auf die Kreativität der Südamerikaner verlassen, damit mal eine gefährliche Situation entsteht. Ich habe schon lange keinen Spielzug bei Hertha gesehen, der vielleicht den Verdacht aufkommen lassen würde, eingespielt zu sein.

    Die Mannschaft scheint ohne Plan auf dem Platz geschickt zu werden, ohne erkennbare Strategie. Und man muss auch vermuten: der Trainer weiß nicht, wie man die unterschiedlichen Fähigkeiten der vorhandenen Spieler optimal nutzen könnte.

    Was ist das denn auch für eine merkwürdige Idee gewesen: erst lässt man Favre eine Mannschaft zusammenstellen, der er intelligenten Fußball beibringen möchte. Dann verabschiedet man sich nach der ersten Krise von dieser Idee und holt einen Trainer, dessen Fußballphilosophie doch eher konventionell ist. „Kämpfen“, „nicht aufgeben“, „auf die Erfahrung kommt es an“, möglichst „Erfahrung im Abstiegskampf“?

    Vermutlich denken Cicero und Raffael nach jeder Ansprache des Trainers, dass sie im falschen Film sind und hoffen, aus diesem bösen Traum schnell wieder aufzuwachen.

    Funkel präferiert ganz offensichtlich eher den archaischen Typ Fußballer, ein ganzer Kerl (mit Eiern, wie Kahn sagen würde). Hauptsache er pflügt den Platz um, rennt 90 Minuten um sein Leben und guckt dem Gegner grimmig ins Gesicht. Ich will ja gar nicht sagen, dass man solche Typen nicht auch in einer Mannschaft braucht, aber das ist eine komplett andere Richtung als die, die mit Favre eingeschlagen wurde. Und der Kader ist nun mal ein Favre-Kader. Warum hat man dann bitte nicht einen Trainer verpflichtet, der auch mit so einem Kader etwas Konstruktives anfangen kann?

    Guckt euch doch bitte mal das Tor von Lustenberger an, welches man bei HerthaTV als Tor Nummer 17 in den Vorschlägen für das „schönste Hertha-Tor der Bundesligageschichte“ ansehen kann. In der Wiederholung ab Sekunde 38 kann man schnellen effektiven Kombinationsfußball sehen. Und beteiligt sind lauter Spieler, die jetzt auch noch im Kader stehen.
    Ist das nicht vielleicht doch die Art Fußball, die dem Kader liegt?

    Ich wage einfach mal die Behauptung, dass die eventuell doch vorhandenen Qualitäten im Kader mit dem aktuellen Trainer nicht herausgekitzelt werden können. Funkel mag ein sehr guter Trainer sein, aber er ist sicher nicht der optimale Trainer für diese Mannschaft.

    Marxelinho hat einmal geschrieben: „Ich habe zuletzt doch recht eindeutig bemerkt, dass ich das momentane Projekt eher teilnahmslos zur Kenntnis nehme. Friedhelm Funkel soll den Klassenerhalt schaffen – so what? Mit diesem Trainer will ich nirgends hin, weder in die erste noch in die zweite Liga.“ Dieser Aussage möchte ich nichts hinzufügen.

    Und auch im Sinne von Ennos Kommentaren zu diesem Artikel sollte man sich jetzt mal ein paar realistische Gedanken über die Zukunft machen und vielleicht wieder den Mut zu einem spannenden Projekt haben. Und sei es mit einem langfristigen Umweg über die zweite Liga.

  8. Tanja*
    Am 28. Februar 2010 um 18:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Zwischenzeitlich dachte ich sogar mal die Taktik wäre den Gegner einzuschläfern *bitterlach*

    • dns
      Am 1. März 2010 um 10:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Vielleicht haben die Spieler das falsch verstanden und nicht ihr Spiel AUF, sondern AN Gekas angepasst.

  9. Am 1. März 2010 um 10:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nicht nur Raffael war den Tränen nahe…

  10. westend
    Am 1. März 2010 um 15:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das Problem liegt in erster Linie nicht bei Funkel oder der Mannschaft, sondern bei Preetz himself. ER hat den Kader zu verantworten, ER ist eine Krisen-PR-Katastrophe, ER hat Favre vom Hof gejagt, ER hat Funkel — Mr. Defensiv in persona — verpflichtet (ganz Frankfurt hat sich tot gelacht).

    Ich weiß, Micha hat als Spieler sehr viel für Hertha geleistet, und er leidet mindestens genauso stark wie jeder (wahre) Herthaner in diesen Tagen, aber es Zeit für ihn. Es wird nichts an der Situation ändern, I know, aber es wäre der einzig aufrechte Schritt von ihm.

    • Tanja*
      Am 1. März 2010 um 17:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Danke ich stimme Dir 100%ig zu und Gegenbauer gehört für mich mit zum Problem. Sie sollten beide zurücktreten denn sie verstehen nicht das mindeste vom Fußballgeschäft da müssen echte Profis in dem Bereich ran und keine Möchtegerns.

    • unionkommt
      Am 2. März 2010 um 13:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Hat nicht auch Favre die ganzen Krücken für viel Geld aus der Schweiz geholt? Der Kader besteht doch zu 30% aus Favre-Spielern. Auch am Abgang von Simunic, Pantelic & Co. war Favre nicht unbeteiligt.

      • spreemaradona
        Am 2. März 2010 um 14:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Nach dem Öffnen Flasche kühl halten und innerhalb 3-4 Tagen aufbrauchen.
        Vor Sonnenlicht und Wärme schützen.

        • unionkommt
          Am 2. März 2010 um 15:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Sonne und Wärme? Bei dir scheint eher der Vitamin D-Mangel das Urteilsvermögen zu beeinträchtigen.

          • spreemaradona
            Am 2. März 2010 um 16:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Mindestens haltbar bis:
            siehe Etikettenstempel oder Verschluss

  11. dns
    Am 2. März 2010 um 10:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Also das hier ist ja wohl der Lacher des Monats:
    „Funkel: „Der Platz hat es uns in der zweiten Hälfte sehr schwer gemacht. Wir konnten unser Kombinationsspiel nur schwer aufziehen. Es sind viele Bälle versprungen.“

    Unser Kombinationsspiel? Welches Kombinationsspiel? Also wenn ihr mich fragt, muss der Funkel schon für diese widersinnigen Ausreden und dieses Geblubber von „nicht gewinnen müssen“ aber Überraschungssiege gegen die Großen fliegen. Von wegen, wir müssten – als Tabellenletzter wohlgemerkt – nicht gewinnen.

    Mein Trainer sagte vor jedem Gegner, „den packste“ und ich habe nur selten gezweifelt. Hätte er aber gesagt, brauchst nicht gewinnen, hätte ich mich schon gefragt, wozu man dann überhaupt antritt.

    „Trainerwechsel“ klingt von Wochenende zu Wochenende besser. Wenn man unten steht, kanns ja nichtmal schlechter werden, egal, ober der hypothetische Neue die Liga kennt oder nicht. Ich glaub die Mannschaft hätte auch ganz ohne Trainer die Punkte geholt. Wenn man sich Hannovers und Freiburgs Zustand bei den letzten 2 Spielen anschaut, ich glaub, wir hätten sogar gewonnen, wenn statt der Spieler die Ordner aufm Platz gestanden hätten.

  12. Daniel
    Am 2. März 2010 um 10:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Der Tagesspiegel und die Morgenpost haben gestern auch ungewohnt deutlich aufgezeigt, dass Funkel es bisher nicht geschafft hat, die Mannschaft auf Kurs zu bringen und es ihrer Meinung nach auch nicht schaffen wird. Das hab ich so von den seriösen Berliner Medien noch nicht gelesen. Anlass war das 17. Spiel von Funkel, aber dass beide gleichzeitig sagen, Funkel ist nicht der Richtige, sah für mich schon nach ner abgesprochenen Aktion aus. Dass beide Artikel, einer davon mit der Überschrift: „Trainer Funkel kann Hertha BSC nicht retten“, auf Herthabsc.de in der Presseschau verlinkt waren, deutet nicht gerade darauf hin, dass der Verein das anders sieht.

    Hinzu kommt, dass die B.Z. wissen will, dass einige aus dem Präsidium die Nase voll haben sollen und auch die Mannschaft in der Kabine den Trainer verspotten soll.

    Es riecht nach Trennung. Mittlerweile hätte ich auch nichts mehr dagegen.

  13. unionkommt
    Am 2. März 2010 um 13:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schon krass wie man seinen eigenen Verein so schlecht reden kann. Immerhin ist man auf Platz 8 der Rückrundentabelle und nur 3 Punkte von einem Nichtabstiegsplatz entfernt. Funkel ist mit Sicherheit nicht der Schuldige bei einen Abstieg. Das Kind ist schon vor Funkel in den Brunnen gefallen, aber das scheinen die Favre-Fans hier nicht zu kapieren. Selbst mit dem Übertrainer Favre hat die Manschaft doch nicht gewonnen, wie kann es dann denn am Trainer liegen? Gewinnt man gegen Freiburg, reden alle gleich von Meistertitel, verliert man gegen Hoffenheim, ist Hertha schon in der dritten Liga.

    • spreemaradona
      Am 2. März 2010 um 14:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Zutaten:
      Apfelsaft aus Apfelsaftkonzentrat (55%), natürliches Mineralwasser, Zitronensaftkonzentrat, Kohlensäure, natürliches Aroma

  14. dns
    Am 2. März 2010 um 19:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    So sehr, wie du jetzt Funkel verteidigst, muss man glauben, du bist ein Funkel-Fanboy.
    Vollkommen unabhängig von Favre ist Funkels Bilanz katastrophal. Rueckrundentabelle ist nicht mehr wert, als Herbstmeister. Vielleicht liegt das Problem nicht bei Funkel – Die Loesung aber mit Sicherheit auch nicht.

    • unionkommt
      Am 2. März 2010 um 21:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ich weiß nicht was ihr erwartet habt? Das Hertha in der Rückrunde nen Durchmarsch macht und noch um die Championsleague mitspielt? Vor der Rückrunde hatte man 10 Punkte Rückstand!!! Jetzt sind es nur noch 3 und selbst Freiburg ist noch in Schlagweite. Ein bissel mehr Optimismus wäre wohl angebracht und es ist ja wohl klar. Ich halte Funkel sicherlich nicht für einen Top-Trainer, aber so schlecht wie ihr ihn macht ist er ganz sicher nicht.

      • Anonymous
        Am 2. März 2010 um 21:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Keiner hat wohl einen Durchmarsch erwartet, es sind auch nicht die Ergebnisse allein, die mich so pessimistisch stimmen, es ist einfach der Eindruck den die Mannschaft hinterlässt – das planlose Auftreten, das nur noch von Funkels Interviews an Frustrationspotential überboten wird. Soll er doch einfach mal sagen, dass die Spieler einen Scheiß zusammengurken. Soll er doch mal sagen, dass er noch nen Jahr braucht, um die Mannschaft umzubauen, weil er mit der aktuellen keinen Blumentopf gewinnen kann. Aber die Spieler und Zuschauer für blöd verkaufen (auch wenn es vielleicht sein Versuch ist, die Medien auf sich zu ziehen und weg vom Team) kann einfach nicht die Lösung sein, die merken schließlich auch, in welche Richtung es geht.

        Mit 12 Punkten nach 17 Spielen wäre Funkel (und jeder andere Trainer) auch schon längst weg gewesen, wenn er nicht schon der Neue wäre; ob nun Favre, Hoeness oder der Osterhase die Mannschaft zusammengekauft hat, spielt dabei keine Rolle.

        dns

        • unionkommt
          Am 2. März 2010 um 22:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Favre = 7 Spiele 3 Punkte

          Rechnet man das hoch sind das bei 17 Spielen ~8 Punkte, auch nicht viel besser.

          Soll Funkel jetzt wirklich sagen: „Die Manschaft ist total scheiße, wir steigen ab, da kann ich auch nichts mehr machen.“
          Ich würde eher sagen, dass die Hertha-Fans nicht reif für nen richtigen Abstiegskampf sind. Das man als Tabellenletzter öfter mal grottig spielt versteht sich doch von selbst.

          • dns
            Am 3. März 2010 um 12:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Man kann 7 Spiele eh nicht 1:1 mit 17 vergleichen und hochrechnen und ich habe nicht gesagt, dass Favre in dieser Saison besser war, aber du scheinst ja besessen von ihm … egal.
            Sicher ist, dass Favres Ende ein Ergebnis seiner Punktausbeute war. Hier jetzt nochmal mit „hätte, wenn und aber“ anzufangen ist mir aber zu doof, da kommt eh nichts bei raus.
            8 oder 12 Punkte in einer Halbserie ist nicht genug, um als Trainer einer Mannschaft, die zu Saisonbeginn Platz 10 bis 7 anpeilte, im Amt zu bleiben. Daher meine Behauptung, dass Funkel nur deshalb noch da ist, weil er schon der Neue ist. 8 oder 12 Punkte sind auch für einen Trainer nicht genug, der den Abstieg verhindern soll.

            Und ja, genau das soll er mal sagen, vielleicht wachen dann Verantwortliche und der schlafende Teil der Spieler aus dem Winterschlaf auf. Und wenn diese Ansage dazu führt, dass die Mannschaft noch schlechter spielt, na und was ist dann? Haben wir dann die Chance auf den Klassenerhalt verspielt? Ha.
            Die Chance haben wir offensichtlich schon im Sommer 09 verspielt. Aber nicht weil Simunic und Pante weg sind, sondern weil die Zugänge AW, Peijcinovic (der vermutlich nicht direkt Stammspieler werden sollte), Bengtson, Kringe Totalausfälle waren, keine Kohle für die für jeden sichtbaren Lücken im Kader (kreativer MF, sicher Standardschütze, stabiler AV der schonmal was von Flanken und Grundlinie gehört hat) bereitgestellt wurde und die vorhandenen Spieler fast ausnahmslos die Form verloren haben.

            Mein Trainer hat mir damals auch auch direkt gesagt, wenn ich Mist gemacht habe und ich bin dabei nicht heulend zusammengebrochen. Wenn die Spieler das nicht abkönnen, haben sie den falschen Beruf gewählt.

            Die kausale Reihenfolge ist übrigens nicht, Tabellenletzter spielt öfter mal grottig, sondern wer zu oft grottig spielt, ist Tabellenletzter.

            Versteh mich nicht falsch, ich steh auch zum Verein, wenn er scheiße spielt oder in die zweite abtaucht, aber ich schau mir das Gegurke nicht Woche für Woche an und jauchze vor Entzückung und nicke fleißig mit dem Kopp, wenn der Trainer einen vom Pferd erzählt.

2 Trackbacks

  • Von eingeNETzt 02/03/2010 | Spielfeldrand - Das Magazin am 2. März 2010 um 20:06 Uhr veröffentlicht

    […] Gute und schlechte Tage […]

  • Von Funkelfußball | Hertha BSC Blog am 2. März 2010 um 20:48 Uhr veröffentlicht

    […] kann nicht umhinkommen, die strukturelle Misere des sportlichen Niedergangs zu sehen. Es gibt nicht gute und schlechte Tage, es gibt nur noch schlechte. Denn es ist ja kein zufälliger und daher verzeihlicher Ausrutscher […]