Hertha, du bist einfach knorke!

Jetzt also auch noch Relegation! Un-fass-bar. Typisch Hertha. Was für ein Saisonabschluss! Ich schreibe zwar nicht mehr über Hertha, aber Hertha ist mir alles andere als egal geworden. Nach wie vor verbindet mich eine absolut irrationale Fan-Leidenschaft mit diesem Club, die ich mir angesichts dieser total verrückten Saison kaum erklären kann. Aber vermutlich liegt meine Begeisterung für die Hertha gerade darin gegründet, dass dieser Club eben verlässlich unverlässlich ist. Wir lernten in dieser Saison (und in den Jahren davor), dass Hertha nicht nur stark suizidale Tendenzen hat, Beziehungswirren in der Öffentlichkeit auslebt, die selbst für die trashigsten Soap-Operas zu unrealisitisch erscheinen, dass man ein eigenes Trainerkarrussell befüllen kann, eine Ottakratie im Kontext eines Dilletantenstadels hochzieht und damit den ganzen Fußballbetrieb zeigt, was er wirklich ist: realsatirisches Kabarett! Man muss die Bemühungen des FC Köln, eine unterhaltsame Alternative zur Hertha zu bieten, wirklich mit Respekt bedenken. Aber gegen die manisch-depressive Hertha hat auch der ambitionierteste Karnevalsverein keine Chance! Beim Berliner Sportclub Hertha ist einfach alles möglich und daher unglaublich spannend, wenn man sich auf diesen Weg einlässt. Für den echten Herthaner ist das natürlich kein Kabarett, sondern bitterer (und manchmal bittersüßer) Ernst. Und ich gehe diesen Weg nach wie vor mit voller Überzeugung mit. Durch die Relegation. Auch in die zweite Liga. Gegen den Abstieg. Und bis zur Meisterschaft. Ja, auch das ist wieder möglich mit unserer Hertha. Wenn ihr’s nicht glauben wollt, dann wartet’s ab. Ihr werdet schon sehen! Hertha geht nur ganz oder gar nicht. Und für mich ist klar: Hertha, du bist einfach knorke!

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  • Wer hat das geschrieben?

    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

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6 Kommentare

  1. Oliver
    Am 10. Mai 2012 um 09:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Sehr gut, Enno, letzte Woche kurz vor dem Hoffenheim-Spiel Thomas Krafts Bekenntnis zu Hertha, jetzt deins. So etwas brauchen wir, ich hoffe es wirkt genauso. Berlin ist eben anders, siehe Flughafen usw.. Eigentlich verwunderlich, Preußen stand doch früher eher für Disziplin und Korrektheit, seltsam, daß sie es nicht hinbekommen, einen Fußballverein so straff zu organisieren. Aber die Hohenzollern kommen ja auch aus Süddeutschland und die Berliner, die versuchen, einen Fußballverein zu führen, sind anscheinend etwas anders. Neulich gab es eine Kolumne im Tagesspiegel, in dem die vielen Skandale seit Vereinsgründung aufgeführt wurden. Das war mir nicht so bewußt, Chaos gehörte immer dazu, und viermal hintereinander im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft zu verlieren, um dann doch noch zweimal zu gewinnen, mit Siegtoren in der 87. und 89. Minute, das muß man auch erst mal nachmachen. Als Hertha-Fan bekommt man nichts geschenkt, auch als Fan muß man sich den Erfolg erabeiten, in diesem Sinne: Man muß einfach damit rechnen, daß es nicht „normal“ abläuft, lassen wir uns überraschen.

  2. chris
    Am 10. Mai 2012 um 09:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

    wenn sogar enno wieder schreibt, dann muss es ja einfach klappen! aufgehts!

  3. Am 10. Mai 2012 um 14:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wenn ich die Kommentare meiner Timeline auf Twitter richtig deute, leben die Hertha-Fans sowieso zu großen Teilen nicht (mehr) in Berlin, während die Stadt durch die vielen Importe, die alle ihren eigenen Lieblingsverein mitgebracht haben, unterwandert ist… Schade eigentlich, dass die Berlinmigranten aus Schwaben oder sonstwoher die Berliner Leitkultur nicht annehmen ;-)

  4. Tztz
    Am 10. Mai 2012 um 16:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

    also ich bin skeptisch… ABER hoffen werde ich bis zum schluss ist ja klar!

  5. unionkommt
    Am 10. Mai 2012 um 21:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Irgendwie habe ich mir gedacht, dass Ramos ein Eigentor macht. Der will ja wech, nach Gladbach. Als ich gelesen habe, dass er spielt hatte ich so eine Vorahnung.

  6. Oliver
    Am 10. Mai 2012 um 22:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Da habe ich mich ja schon selber darauf vorbereitet, daß es bei Hertha nicht normal abläuft, und deshalb glaube ich auch jetzt noch immer, daß sie es schaffen können. Das wäre einfach zu billig für Düsseldorf, so einen geschenkten Aufstieg. Ich bin mal gespannt, was da noch kommt, Düsseldorf ist noch lange nicht durch.