Hertha macht’s mit Köpfchen

Zwei Kopfballtore von Adrian Ramos in der 40. und Peter Niemeyer in der 50. Minute entschieden das Gastspiel im fränkischen Fürth für die Hertha. Soviel zum Ergebnis.

Ronny spielte für Levan Kobiashvili auf dessen Position des Außenverteidigers, da Kobi krankheitsbedingt fehlte. Raffael war wieder nicht in der Anfangsformation zu finden, wurde aber später für Fabian Lustenberger eingewechselt. Christian Lell konnte spielen, holte sich aber seine 5. Gelbe ab und fehlt damit am Freitag bei den „Schanzern“ aus Ingolstadt. Peter Niemeyer wird ebenfalls gelbgesperrt fehlen (10. Gelbe).  Soviel zu den Fakten.

Montag Abend, 20.15h, die Begegnung in der Trolli-Arena wird angepfiffen, und Sport1 ist wieder live dabei. Nach gefühlten 50 Werbeunterbrechungen im Vorfeld gibt es also endlich das Topspiel der Woche im FreeTV, und damit auch zugänglich für alle Nicht-Sky-Abonnenten. Die erste Halbzeit der Partie „Beste Abwehr“ gegen „Besten Sturm“ plätschert relativ lange recht harmlos vor sich hin, beide Mannschaften stehen defensiv sehr tief, Strafraumszenen und Torschüsse auf beiden Seiten Mangelware. Spannender Fußball sieht anders aus. Bei den Fans, davon ca. 1000 Mitgereiste aus Berlin, ist mehr los als auf dem Rasen.

Und dann passiert es: Christian Lell bekommt den Ball von Patrick Ebert, Lell flankt butterweich in den Strafraum, wo Adrian Ramos mit einem satten „Gracias!“ den Ball an Torwart Alexander Walke vorbei ins Gehäuse der Fürther köpft. Mit diesem Ergebnis geht es dann auch in die Pause. Genaugenommen war dieses Tor auch gleichzeitig aus der bis dahin einzigen Torchance der Hertha entstanden. Eiskalt vollstreckt. SO muss das sein – die Effektivität, die uns auch schon im Spiel gegen Aachen auszeichnete, wurde wieder erkennbar.

Es folgt wieder einmal eine unsägliche Werbesession, das Highlight „Nach nur einem Spot geht’s weiter!“ Montag Abend, Sport1 – noch zwei Gründe (von der finanziellen Seite und der Tatsache, dass eine Mannschaft wie Hertha BSC einfach in die 1. Liga gehört abgesehen), warum ich so schnell wie möglich aus dieser Liga raus will.

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff demonstriert die Hertha ein weiteres Mal, warum sie Aufstiegsfavorit Nummer 1 ist: wieder ist es die eiskalte Effektivität. Nach einem Freistoß von Nikita Rukavytsya schraubt Peter Niemeyer sich am höchsten und köpft zum 2-0 aus unserer Sicht ein. Das war dann auch gleichzeitig der Endstand. Zweite Chance, zweites Tor – besser geht’s nicht, und so muss man auch spielen, wenn man aufsteigen will.

Von den „Unaufsteigbaren“ aus Fürth, die ja in den vergangenen Jahren immer wieder ans Tür zum Oberhaus geklopft hatten, aber immer auf der Zielgeraden gescheiteret waren, war das ganze Spiel hindurch eigentlich recht wenig zu sehen. Weitestgehend fand ihre Offensive gar nicht statt, und wenn dann mal was aufs Tor kam, war der zuletzt oft gescholtene und kritisierte Maikel Aerts zur Stelle, klärte oder hielt die Null fest. Dass die Null am Ende stand, wird ihm auch gut getan haben, und er wird daraus wieder Selbstvertrauen getankt haben.

Alles in allem ein durchschnittlicher Zweitliga-Kick, mit wenigen Höhepunkten, aber auch solche Spiele müssen gewonnen werden, wenn man sich als Saisonziel den sofortigen Wiederaufstieg vorgenommen hat. Dieser Sieg war gleichzeitig der fünfte Auswärtssieg in Folge, ein neuer Rekord für die Hertha, die wieder einmal ihre Auswärtsstärke demonstriert. Man darf gespannt sein, was am Freitag in Ingolstadt, die sich zuletzt ein bisschen aus dem Abstiegsstrudel befreien konnten, möglich sein wird. Drei Punkte sind im Prinzip Pflicht, aber gerade abstiegsbedrohte Mannschaften können sehr unangenehm sein, und manchmal neigt der Favorit gerade in solchen Spielen dazu, seinen Gegner allzu sehr auf die leichte Schulter zu nehmen, was dann zu einem bösen Erwachen führt.

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Ein Kommentar

  1. Blauer Montag
    Am 16. März 2011 um 18:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gemach, Gemach, es sind noch 8 Spieltage.
    Da sind noch 24 Punkte zu vergeben, hoffentlich nicht an einen der Mitkonkurrenten Augsburg, Aue oder Bochum. Gegen diese 3 muss Hertha noch spielen – ich hoffe ähnlich gut wie in Fürth.

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