Uwe Bremer ist nicht als großer Freund von Hertha BSC bekannt. Er kennt den Verein trotzdem sehr gut. Bremer schreibt für die Berliner Morgenpost regelmäßig über Hertha und hat dabei immer den Finger in die Wunde gelegt. Sowohl in Krisen- als auch in erfolgreicheren Zeiten. Er ist – wie man so schön sagt – “im Thema”.
Deshalb ist es auch Ernst zu nehmen, wenn Bremer in seinem neuesten Artikel über die Kündigung von Chefscout Rudi Wojtowicz schreibt, Hoeneß habe bei seinem Abgang “intern hinterlegt, er werde “Hertha entlauben” “. Nun kann man davor Angst haben, weil es sich auf den ersten Blick ja schon sehr drastisch anhört, was Hoeneß da vorhat. Man könnte wütend werden, dass Hoeneß sich eben doch rächen möchte, obwohl er bisher öffentlich immer beteuerte, sich nicht mehr mit Hertha zu beschäftigen. Von wegen, könnte man sagen.
Aber wenn man sich mal die Bedeutung von “Entlaubung” genauer anschaut und das dann mit dem Abgang von Wojtowicz in Zusammenhang bringt, dann können wir uns bald auf einen sehr gesunden Berliner Sport Club freuen. Denn wer seinen Garten entlaubt, entsorgt ihn von unnützem Dreck, von hässlichem Müll, der den Garten nicht schöner macht oder ihm hilft, sondern für das Gegenteil zuständig ist.
Nachtrag: Und wenn Hoeneß damit auf die Entlaubungen im Vietnam-Krieg anspielt, ist ihm ohnehin nicht mehr zu helfen.*
Rudi Wojtowicz war an so gut wie jedem Transfer der vergangenen Hoeneß-Ära beteiligt. Dass er nun wohl dem Ruf seines ehemaligen Chefs nach Wolfsburg folgt, ist ein gutes Zeichen für Hertha BSC. Es ist nur ungewöhnlich, dass die Entlaubung des Gartens von einem ehemaligen Gärtner durchgeführt wird. Solange er allerdings nur Laub und Unkraut mitnimmt, kann er ruhig weiter machen.
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9 Kommentare
Entlaubung ist aber nicht wirklich ein natürlicher Prozess zur Entfernung von “Dreck” oder “Müll”. Frag mal in Vietnam nach.
Schon klar – aber weder war Hoeneß in Vietnam, noch bringt es ihm was, wenn ehemalige Mitarbeiter “vergiftet” werden, weil sie dann ja nicht mehr für ihn arbeiten können.
Aber du hast völlig recht, das bzw. eine Erwähnung der “anderen” Bedeutung hätte in den Artikel oben gehört.
Also ich finds gut, dass der Hoeness nun auch seinen Scout mitnimmt und es tut mir fast ein wenig Leid für die Wolfsburger. So landen die brasilianischen Wundertüten nicht mehr alle bei uns. Mit der Verpflichtung von Réver legt er ja schon direkt los wie die Feuerwehr…
*Einen Laubbläser schick einpack und nach Wolfsburg schick*
p.s.:Laub ist eigentlich kein “Müll” sonst wären Wälder ja von Natur aus vermüllt. In nem Ziergarten isses natürlich was anderes. Muss man halt überlegen, ob Hertha ein Ziergarten oder ein Wald ist. Die derzetige Spielweise erinnert mich eher an nen Wald mit viel Unterholz, denn an einen aufgeräumten Ziergarten.
Erstaunlich ist allerdings, dass Dieter bei der Verpflichtung von Réver zusätzlich Informationen von Jorginho, Dungas Assistenztrainer, eingeholt hat. Bei Verpflichtungen für die Hertha reichte der Segen von Wojtowicz, der sich anscheinend nach einigen Gläsern Caipirinha und einer kurzen Einlage im Ballhochhalten von der Bundesligatauglichkeit der Kandidaten hat überzeugen lassen.
Vielleicht isses genau andersrum und bei Réver musste es reichen, nur von Jorginho zu hören, dass der Spieler top ist, weil Wojtowicz nicht erreichbar war oder Internetprobleme hatte und youtube nicht aufbekam.
Hoeness nimmt wohl auch den Hertha Juristen mit. Wenn er Preetz holt *g*, haben wir eine Chance auf eine gute Gesundung!
Ja bitte und den Gegenbauer darf er auch eintüten, die Idee ist gut
Genauso interessant ist dieses Zitat aus dem Bremer-Artikel, der Bezug nimmt auf die Hoeneß-Wojtowicschen Dienstreisen nach Brasilien: “Intern ranken sich bei Hertha um diese Ausflüge viele Gerüchte, die nicht nur mit Fußball zu tun haben.” Was außer Fußball kann man in Brasiland denn sonst noch anstellen?
@egmonte nun ja, VW hatte ja so seine Erfahrungen damit gemacht, was Personalabteilung und Betriebsrat so in Brasilien gemacht haben. Insofern ist der Weggang von Hoeneß und Wojtowicz nach Wolfsburg zu VW unter dem Gesichtspunkt solcher Gerüchte schon einigermaßen lustig.