Jos knows

Titel der Fußball-Woche von Montag

Eigentlich Wahnsinn, dass sich die Fußball-Woche in dieser Woche schon mit dem Spiel am kommenden Samstag in München beschäftigt, statt erst einmal den Moment festzuhalten, den diese Mannschaft nach dem Pokal-Aus geschaffen hat. Ok, sie tun es mit diesem phantastischen Foto. Aber der Tenor ist klar: Man traut dieser Mannschaft jetzt alles zu, selbst die Bayern.

Zur Erinnerung: Am 25. September lag Hertha so ein bisschen am Boden, Kritik am Coach wurde laut, Hertha hatte gegen Stuttgart verloren, in Freiburg einen schmutzigen Punkt mitgenommen und war dann auf dem Betzenberg bei einem Zweitligisten aus dem Pokal geflogen. Drei Spieltage und sieben Punkte später sind sich allerdings alle einig: Jos knows!

Wer Favre schlägt, an dem ist nicht zu rütteln. Das kann man auch einfach mal so festhalten.

Wie Hertha in Halbzeit zwei verteidigt hat, das war mehr als erstligareif, das war herausragendes mannschaftstaktisches Verhalten. Und wenn man vorne halt wieder das Glück hat, das zuvor zwei Jahre lang in der ersten Liga nicht auf Berliner Seite war, dann gewinnt man eben auch so ein Spiel gegen das eigentlich schon deutlich weitere Borussia Mönchengladbach.

Aber Bayern? Ich bin ganz ehrlich: Ich wäre froh, wenn Hertha sich nicht – wie so oft in den letzten Jahren – abschießen lässt. Im Schnitt haben die Blau-Weißen in München in den vergangenen fünf Spielen vier Tore kassiert. Die Bilanz: 0:4 (2011), 2:5 (2009), 1:4 (2008/2009), 1:4 (2007/2008), 2:4 (2006), 0:3 (2005). Nein, es waren nie Festtage in München, wo Hertha zuletzt am 29.10.1977 gewann – was am Samstag mit einer statistischen Toleranz von drei Tagen ziemlich genau 36 Jahre her ist. In der Neuzeit war nie mehr als ein Punkt drin, zuletzt 2004.

Man sollte sich also nicht irgendwelchen Illusionen hingeben, wenn Hertha am Samstag nach München fährt. Die Bayern sind seit 34 Spielen unbesiegt, habe ich neulich irgendwo gehört. Zuletzt haben sie in der Allianz-Arena am 14. Dezember 2012 einen Bundesliga-Punkt liegen lassen – beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach.

Es muss also schon alles passen, um aus München etwas zu entführen. Das Minimalziel muss deshalb lauten: Ohne Verletzungen, Platzverweise oder einen Knick in der Moral der Mannschaft raus aus der Arena. Ich wüsste nicht einmal, wie ich meine Mannschaft gegen Guardiolas Startruppe einstellen sollte. Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel hat das neulich in einem Interview ziemlich gut erklärt: „Die Bayern sind inzwischen so flexibel, dass man auf alles gefasst sein muss. Und es kommt etwas hinzu: Sie nehmen sich unter Guardiola auch mal die Freiheit, auf den Gegner zu reagieren. Bisher haben sie meist aus dem Gefühl der Stärke heraus gesagt: Wir ziehen unser Spiel durch.“

Selbst wenn man sich also etwas Spezielles ausgedacht hat, kann Guardiola das mit einem Wisch wieder zunichte machen. Und dennoch sehe ich dem Samstag nicht komplett ohne Hoffnung entgegen. Denn trotz allem, was ich hier geschrieben habe:

Jos knows!

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  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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Ein Kommentar

  1. Halblinks
    Am 22. Oktober 2013 um 15:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

    ich bin da ganz bei dir. Nix erwarten für das Bayernspiel. Wenn es eine Schlachtung werden sollte, egal. Wichtig sind andere Spiele.
    Und wenn ich mich recht entsinne, sind diverse der von dir aufgelisteten letzten deutlichen Pleiten in München auch in eine eigentlich starke Saisonphase der Herthaner gefallen. Da kann Hertha einfach nichts holen (Ist wie die „Pokalregel“).
    Dennoch beeindruckend, wie die Mannschaft bis hierhin so vieles richtig gemacht hat und eine nahezu perfekte Ausbeute an Punkten vor den jetzt anstehenden schweren Gegnern erzielen konnte.