Kein Stasiverein

Mit zunehmender Professionalisierung im Profifußball geht es immer härter zu. Jeder größere Club betreibt seine eigene Jugendabteilung aus der er hofft das nächste große Talent hervorzubringen. Auch wenn Hertha mittlerweile zweitklassig ist kann man der Jugendakademie im zehnten Jahr ein positives Zeugnis ausstellen. Ein Blick auf die Meistermannschaft des VfL Wolfsburg, nach Hoffenheim (Salihovic) oder in Richtung der Boatengbrüder zeigt, dass sich mittlerweile etliche ehemalige Jugendspieler im Geschäft etabliert haben. Doch bis auf die übertriebene Ablösesumme in Höhe von für Kevin-Prince 7,5 Millionen aus England zahlten sich die Verkäufe in finanzieller Hinsicht nicht unbedingt aus.

Es wird häufig behauptet Herthas Chance die Schulden abzubauen und sich trotzdem sportlich weiter zu entwickeln sei konsequente Jugendarbeit. Grundsätzlich ist dem erst mal nichts entgegen zu bringen. Der aktuelle Kader macht Spaß und verfügt auch über viele junge Talente aus der Jugendakademie. Doch wenn die besten der Jahrgänge bereits im Teenageralter abgeworben werden, dann frage ich mich, ob Hertha jemals die Chance hat einen Spieler im Format eines Özils jemals groß raus zu bringen.

Vor ein paar Tagen wechselte der erst 15 jährige Leander Siemann für 250.000 Euro zu Arsenal. Was auf dem Transfermarkt für Erwachsene gilt das zählt auch bei den Jugendspielern. Wer finanzstark ist, der ist auch in der Lage die besten Spieler aus der entsprechenden Altersklasse zu verpflichten. Um so jünger der Spieler um so höher ist das Risiko, aber auch das Steigerungspotenzial. 250.000 Euro sind für einen Spieler, der frühestens in zwei Jahren im Profikader stehen könnte ist eine sehr ordentliche Summe bei der ein klammer Verein wie Hertha einfach nicht nein sagen kann. Doch wer weiß schon wie viel mehr er in ein paar Jahren einbrächte, wenn er hier in Berlin geblieben wäre? Wir werden es nie erfahren. Doch ich werde das Gefühl nicht los, dass Herthas beste Spieler aus der eigenen Jugend verkauft werden bevor sie sich überhaupt bei den Profis durchgesetzt haben.

Wer es jetzt allerdings schwerer haben dürfte sich an Herthas Jugend zu bedienen ist TSG Hoffenheim. Und damit wären wir bei dem was ich eigentlich schreiben wollte. Wie die Morgenpost berichtet wurde den Scouts ein Hausverbot erteilt. Bei einem Streit um zwei Spieler (14 und 15 Jahre), die inzwischen nach Hoffenheim gewechselt sind, wurde Hertha von Wolfgang Geiger unter anderem als Stasiverein beschimpft. Ein guter Grund für Preetz das ganze öffentlich zu machen und wenigstens einem Konkurrenten das Abwerben von Spielern zu erschweren.

Ein Nachwuchstalent auf das wir alle ein Auge werfen sollten ist mein Mitblogger Daniel Otto. Er hält bei Holzpfosten Schwerte den Kasten sauber und könnte schon in der nächsten Saison zu Hertha wechseln. Warum auch nicht? Aerts kommt einfach nicht zur Ruhe und Daniel hat seinen Job im Viertelfinale des DFB Futsal-Cups wirklich außerordentlich gut gemacht. Seht selbst in diesem ausführlichen Spielbericht!

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  • Wer hat das geschrieben?

    Hallo, ich bin Felix und gehöre wie die meisten Herthafans in meinem Alter, zur 98er Generation, die 2010 den ersten Abstieg miterlebt hat. (→mehr)

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13 Kommentare

  1. Am 24. März 2011 um 22:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das Abwerben von so jungen Spielern ist eine Sache, der man wirklich mit Skepsis gegenüber stehen kann/sollte.
    Der Morgenpostartikel wird übrigens zugänglich, wenn man ihn von „mobil“ abruft. Oder einfach das „www“ in der URL durch ein „m“ ersetzt.

    • Daniel
      Am 24. März 2011 um 23:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Oder wenn man die Überschrift kopiert, bei Google eingibt und dann den ersten Artikel anklickt.

      Ich glaube übrigens nicht, dass man bei einem 14, 15 oder 16-Jährigen bei solch einer Summe Nein sagen kann. Die muss man nehmen. Man kann davon ausgehen, dass in Herthas Jugendpool jedes Jahr ein Talent ist, dass Bundesliganiveau hat. Ob es dieses Niveau auch abruft, ist eine Frage des Timings. Spielt es die richtige Position (bzw. spielt der, der eigentlich dafür vorgesehen ist, schlecht?)? Ist es verletzungsfrei? Setzt der Trainer auf junge Spieler?

      Es gibt so viele Variablen im Jugendbereich, die unberechenbar sind, dass es unverantwortlich wäre, soviel Geld für einen Jugendspieler abzulehnen. Dann schafft es an seiner Stelle eben ein anderer.

      Ich selbst habe meine Chance verpasst und mir deshalb ein kleineres Tor und einen unbekannteren Sport gesucht :D

  2. Am 24. März 2011 um 23:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Der Spieler wäre ja eigentlich nur ein Jahr nach London gegangen. Wollte aber danach wieder bei Hertha spielen und hat dann einen Verein gesucht, der das gleiche Niveau bietet. Arsenal hat ihn also keinesfalls aktiv abgeworben. Er hat sich da vorgestellt für ein Jahr, die wollten ihn drei Jahre und da sollte man dem Jungen keine Steine in den Weg legen.

  3. Felix Felix
    Am 24. März 2011 um 23:57 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Danke für den Hinweis. Jetzt ist auf die Mobilversion verlinkt. Wäre ich Hertha würde ich auch einen 15 jährigen für 250.000 ziehen lassen. Es ist nur schade, weil ein Verein mit einer guten und konsequenten Jugendarbeit aber wenig Geld nicht auf den grünen Zweig zu kommen scheint.

  4. Am 25. März 2011 um 03:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Arsenal“ oder „Arsenal FC“.
    Meinetwegen (mit Bauchschmerzen) noch FC Arsenal.
    Aber nie, nie, nie „Arsenal London“. Gibt’s nicht, den Club.
    *klugscheißmode off*

    • Felix Felix
      Am 25. März 2011 um 11:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Fauxpas. Korrigiert. :)

  5. herthawolf
    Am 25. März 2011 um 21:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Am allerkopfschütteligsten finde ich ja das Zitat mit dem „Stasiverein“. Sind die Kraichgauer so ignorant, dass sie uns mit dem BFC verwechseln? Oder ist das Ganze ein Zeichen der fortgeschrittenen deutschen Einheit, dass man die Teilung von Berlin mittlerweile vergessen hat und Hertha und den BFC in einen Topf wirft? Beides spricht nicht für die Leute vom Retorten-Club…

  6. Blauer Montag
    Am 26. März 2011 um 09:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die Jahrgänge 1989 und jünger kennen die Teilung Berlins leider nur noch aus den Geschichtsbüchern … wenn sie diese lesen würden. Ignoranz ist dann schlichtes Nichtwissen. Vergessen kann man nur das, was man schon mal wahrgenommen hat. Eine von den Schatten der Geschichte unbelastete Jugend sei ihnen gegönnt. Sie sollten Kraft sammeln für die großen aufgaben, die in der Zukunft vor ihnen liegen.

  7. kielerblauweiß
    Am 27. März 2011 um 09:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

    In einigen Artikeln zu diesem Thema lese ich:
    „Die deutschen Profiklubs haben sich grundsätzlich darauf verständigt, nicht gegenseitig Talente aus den klubeigenen Akademien abzuwerben.“
    Bedeutet das eigentlich irgendwem irgendwas? Ich glaube kaum, wenn ich einem Zitat vom Hoffenheim-Manager Tanner glauben kann:
    „Es kommen zwei Spieler zu uns. An denen waren alle großen Bundesligisten dran, und unsere Jugendleute haben sie gekriegt. Eigentlich ist es unser Erfolg.“
    Schmutzig

  8. Joel
    Am 28. März 2011 um 09:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Leander ist der Sonderfall schlechthin. Bei uns „nur“ Reservist / Einwechselspieler, mag sein es ist die Art und Weise seines Spiels. Oft genug wird man Talente auch nicht erkannt haben, wie dem auch sei.
    Hier gab es kein Abwerben, er wollte ein Jahr nach England, hat selbst ein „Vorstellungsgespräch“ initiiert und nun sind es drei Jahre.
    Hertha bekommt noch eine ordentliche Stange Geld für diese Eigeninitiative, nicht schlecht aus meiner Sicht. (Ja ja es könnte mehr sein und werden, aber dem Wunsch eines einjährigen Aufenthalts konnte scheinbar der Club ja nicht erfüllen, wie wäre es da mit Patenschaften? So im Sinne von Austauschstudenten? Alleine eine andere Sprache somit zu lernen ist für die künftigen Profispieler oder eben Nichtprofispieler ein Benefit den ihnen keiner ausser der Zeit und das Altern nehmen kann ;-)

    Man kann nicht alle Talente halten und oder in die spätere Profimannschaft integrieren. Daher werden frühe oder sog. verfrühte Abgänge eher nicht vermeidbar sein.

    Nichtsdestotrotz liegt die Sache bei den beiden Jungendlichen die zur TSG wechseln anders. Insbesondere wenn es solch einen selbstauferlegten Kodex gibt. Es sollte dann hoffentlich auch entsprechende „Strafen“ geben, die dann im Verhältnis dazustehen! Besser wäre sicherlich eine Regelung über die DFL mit allen Clubs der 1 bis 3 Liga (oder weiter noch!) je nach dem wie weit die DFL ihre Befugnisse da hat ;-) die das vertraglich regelt.

    Bin gespannt auf die nächsten Talente der Hertha die es vielleicht rechtzeitig in den Profikader bei uns schaffen.

  9. Am 29. September 2011 um 11:43 Uhr veröffentlicht | Permalink

    250.000 für ein Kind ??? Hertha hätte ihn nie verkaufen dürfen !! Die Geld probleme schön und gut aber einen 15 jährigen jungen nach England verkaufen ?! Das geht nicht bzw sollte nicht gehen ! Die führung sollte sich überlegen wie sie nachhaltig Wirtschaftet …

    • Anonymous
      Am 29. September 2011 um 13:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Jim hast du alles hier gelesen?

  10. Racketsport-Experte
    Am 24. Mai 2012 um 14:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Sagt mal, was da in DD gelaufen ist und das Urteil sind doch eine Frechheit. Die Spieler konnten die letzten Minuten nicht konzentriert spielen!

    Frechheit!