Lizenz gesichert


Foto: Flickr

Gestern wurde offiziell vermeldet, dass ein anonymer Investor mit 8 Mio. Euro bei Hertha einsteigt. Das Geld wird komplett in die Schuldentilgung gesteckt. Somit steht einer Lizenzierung für Liga eins und zwei nichts mehr im Wege. So viel zu den positiven Aspekten dieses Deals.

Ich habe mich immer wieder nur zu gerne der Illusion hingegeben, dass wir nach dem Kurzurlaub in der zweiten Liga und einer Übergangssaison wieder um die internationalen Plätze mitspielen können, doch jetzt kann selbst ich nicht mehr die Augen vor der Wirklichkeit verschließen. Es riecht stattdessen nach elender Mittelklasse oder vielleicht sogar dem tristen dasein eines Fahrstuhlmannschaft. Für die Saison 11/12 im Oberhaus scheint man doch tatsächlich mit lächerlichen 54 Mio. Euro zu kalkulieren. Wenn man den Zeitungsberichten glauben schenken mag, dann war das Einsteigen des Investors ein Rettungsanker, der die Lizenzierung für die kommende Saison überhaupt erst ermöglicht hat. Unter diesen Vorzeichen dürfte offensichtlich sein wer von beiden Parteien die bessere Verhandlungsposition hatte und zu wessen Gunsten der Vertrag ausgehandelt wurde.

Seitdem vor zehn Jahren die Scheine nur so aus dem Fenster geworfen wurden (Bart Goor, Marcelinho, Alves etc…) steckt Hertha in der Schuldenfalle und scheint immer tiefer darin zu versinken. Der Verein hat bereits seit geraumer Zeit künftige Ticketeinnahmen und die Vermarktungsrechte an den VIP-Logen verkauft und nun gehen wir mit dem Verkauf an Transferrechten von Spielern den konsequenten, wohl letzten Schritt. Der Investor erwirbt Transferrechte an den attraktivsten fünf bis sieben Spielern und wird an künftigen Erlösen somit direkt beteiligt. Der Verein gibt sich Mühe in der Behauptung der anonyme Investor hätte keinen Einfluss auf die Transferentscheidungen des Vereins.

Mit den Spielern ist nun der letzte verbliebene Wert des Vereins zu undurchsichtigen Konditionen verscherbelt worden. Das alles sieht für mich alles nur noch wie ein weiterer Aufschub eines endgültigen Bankrotts aus. Wie sollen wir da nur jemals wieder heraus kommen?

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  • Wer hat das geschrieben?

    Hallo, ich bin Felix und gehöre wie die meisten Herthafans in meinem Alter, zur 98er Generation, die 2010 den ersten Abstieg miterlebt hat. (→mehr)

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13 Kommentare

  1. Der Lars
    Am 12. März 2011 um 07:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Guten Morgen, ich sehe das wie Du mit einigen kleinen Anmerkungen. Wer glaubt, dass es die nächsten Saisons so weitergeht mit Platz 1-3 sollte aufwachen. der Abstieg wird uns noch Jahre beschäftigen. Sportlich und finanziell. Jetzt heisst es für alle (SPIELER, VEREIN und FANS): Arschbacken zusammenkneifen und unterstützen. Es bringt nichts wenn gegen Paderborn 74.000 kommen. @Fans: Was zählt ist nächste Saison einen Zuschauerschnitt von mind. 40.000. Aber ich glaube 2.Liga ist für einige Zuschauer interessanter als 1. Liga. @Spieler: Arsch aufreissen, @Verein: gesunde Personalpolitik, keine alternden Spieler für viel Geld. Wir haben gute junge Spieler in Berlin und Deutschland. Der Mix machts. @mich: weiter glauben, hoffen und dann klappst.

  2. herthawolf
    Am 12. März 2011 um 12:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Und wer ist bloß dieser ominöse Investor? Ich hoffe, nicht dieser Edelpuff, über dessen Bande Ebert nach dem Ausgleich gegen Frankfurt gehüpft ist…

  3. mirko030
    Am 12. März 2011 um 12:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das Hertha viele Schulden hat, haben wir zum einen DH zu verdanken. Man sieht ja wie er in Wolfsburg mit dem Geld nur so um sich wirft und nichts dabei rauskommt. Leider ist Hertha finanziell nicht so stark gewesen um einen DH auszuhalten. Stattdessen wird nun verzweifelt versucht irgendwie die Lizenz zu bekommen. Das Hertha jetzt noch sein letztes Tafelsilber verschleudert ist nur die logische Konsequenz aus der Politik der letzten Jahre.

    Eine weitere Person, der Hertha die Schulden mit zu verdanken hat ist der Herr Schiller. Mich wundert es, dass dieser Mann immer noch für die Finanzen verantwortlich ist. Er hat doch in Zusammenarbeit mit DH alles finanzielle geregelt und mit geholfen Hertha immer weiter in den Schuldensumpf zu treiben. Und wie man sieht hat sich ja an der Arbeitsweise nichts geändert.

    Hertha wird nur eines übrig bleiben. Endlich konsequent auf die eigene Jugend zu setzen oder junge talentierte Spieler günstig zu holen (Lasogga). Hertha sollte wirklich versuchen diesen Weg zu gehen auch wenn Hertha immer wieder einen jungen Spieler verliert (hoffentlich nur mit Ablöse). Alleine das kann der Weg für Hertha sein. Die alten und teuren Spieler weg (z.B. Königstransfer Friend) und auf junge günstige aber hungrige Spieler setzen. Dann hat Hertha auch irgendwann mal wieder eine Chance oben anzugreifen. Das Potenzial ist auf jedenfall vorhanden.

    Aber eines kann man jetzt schon sagen: Es wir ein harter, langer und steiniger Weg für Hertha und uns Fans werden.

  4. Am 12. März 2011 um 13:36 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mirko, du magst recht haben. Aber die Benennung des schwarzen Peters hilft uns in dieser Situation ungefähr überhaupt nicht.

    Dass konsequente Jugendarbeit das Allheilmittel ist klingt zwar verlockend, aber ich glaube nicht daran. Junge, unerfahrene Spieler sind günstig und mögen in manchen Fällen Potenzial haben, aber um in der Bundesliga zu bestehen reicht das einfach nicht. Ohne die Erfahrung etablierter Spieler ist das Unternehmen zum Scheitern verurteilt. Selbst wenn wir einen zweiten Deisler, einen Marin, Özil oder sonstwen hervorbringen würden, der dann teuer verkauft wird werden wir danach wieder von null beginnen müssen. Kevin Boateng, der immerhin für 7,5 Mio. Euro verkauft wurde ist doch das beste Beispiel. Mit dieser Stategie treten wir auf der Stelle und werden nicht voran kommen.

    Leider kenne ich mich mit der genauen Situation bei Dortmund nicht aus, aber mich würde mal interessieren wie sie es geschafft haben dem fast-Bankrott abzuwenden ohne große Einschnitte hinnehmen zu müssen.

    • Kugelblitz
      Am 12. März 2011 um 17:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Böse Zungen würden im Dortmunder Fall von kreativer Buchführung sprechen. Ich hingegen halte mich da an die offiziellen Bilanzen – Der Konzern Borussia Dortmund bilanzierte zum 30. September 2010 Schulden in Höhe von insgesamt € 167,51 Mio.

  5. Tunnfish
    Am 12. März 2011 um 13:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nachdem „Ich will noch Meister werden bevor ich in Rente gehe“-Dieter weg ist und seinen Traum woanders träumt, kommt jetzt die Ära „WIR wollen schuldenfrei werden“ des gesamten Managements.
    Iich finde diesen Weg gut. Auch die Planung NUR einen Etat von 54 Mio vorzusehen. Irgendwoher muss das Geld ja kommen um dei Schulden abzubauen und da zusätzliche Einnahmen schwer zu generieren sind hilft nur sparen. Ich lebe lieber mit 5 Jahren Mittelmaß gegen den Abstieg, als einem Bankrott der Hertha.

  6. Blauer Montag
    Am 13. März 2011 um 09:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Moin Tunnfisch, Felix and all
    eine Lizenz ist für zunächst besser als keine Lizenz. Wie sich die Einnahmen und Ausgaben in der nächsten Saison entwickeln bleibt abzuwarten; darunter auch die Frage, welche Transferlöse mit dem Investor geteilt werden müßten. Ich erwarte schlicht, das in der nächsten Rechnungsperiode das Budget eingehalten wird. Einen operativen Verlust von 2 Mio EUR lass ich mir nicht als „rote Null“ verkaufen.

  7. Daniel
    Am 13. März 2011 um 11:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Also ich hatte mich schon nach dem Abstieg davon verabschiedet, in den nächsten Jahren nach höherem zu schielen. Es ging und geht allein um die Existenz des Vereins – und die ist, so wie er jetzt ist, nur in der ersten Liga realisierbar. Steigt Hertha nicht auf, wird es zu radikalen Umstrukturierungen kommen, die man Hertha anmerken wird.

    Steigt Hertha auf, ist Hertha ein ganz normaler Aufsteiger, für den es in den ersten drei Jahren darum gehen muss, nicht wieder abzusteigen.

    Als Hertha 1997 aufstieg, freute sich ganz Berlin auf die Bundesliga-Spiele. Was Berlin allerdings bekam, war plötzlich die Champions League. Viele prognostizierten damals schon: Das ist zu früh. Und wenn man auf die Vergangenheit schaut, war es das auch.

    Hertha hat im Jahr 2011 die Chance alles nochmal neu zu machen. Mit Altlasten, klar. Aber auch mit vernünftigen Leuten in der Chefetage, die nicht auf den öffentlichkeitswirksamen Transfer und einen Trainer schauen, den sie beeinflussen können, sondern auf die Gesundheit des Vereins!

    Von irgendwelchen internationalen Ambitionen sollten wir uns schnell verabschieden. Und ich finde das, als Ausgangslage für den Neuanfang, nicht so schlecht.

  8. BerlinerHerthaFan
    Am 15. März 2011 um 11:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Also von der ganzen Schwarzmalerei halte ich nichts. Sicher habe ich mir auch sorgen gemacht, sollten wir nicht aufsteigen, dass es Finanziel richtig schlecht wird und der Verein böse abrutscht. Aber nur weil jetzt anonyme Investoren Transferrechte gegen Geld kaufen und die VIP-Logen-Rechte verkauft wurden, steht doch der Verein nicht vor dem Bankrott. Irgentwie muss halt Geld her um die Schulden abzubauen. Klar ist auch das keine riesigen Summen eingekauft werden können und das wir nächste Saison sicher net in die EL kommen (wenn wir den aufsteigen). Aber die Richtung stimmt doch schonmal. Im Gegensatz zu früher wird jetzt net mehr Sinnlos Geld in die Gegend geworfen. Besonders Geld das man nicht hatte.
    Also ich finde, ein wenig Optimismus ist schon angebracht.

  9. Konnopke
    Am 16. März 2011 um 20:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Seht’s endlich ein Leute.

    Fußballunternehmen rechnen sich selber zur Branche der Unterhaltungsindustrie. Mit Sport hat das seit 1954 durch Werbung und Sportartikelhersteller sowie Fernsehen nichts mehr zutun.

    Und Fußball ist nunmal der perfekte Spiegel der Gesellschaft.
    Die letzten 15 Jahre wurde alles auf Pump und Kredit finanziert.
    (Wenn Sky/Premiere endlich bankrott geht, sehen die Leute im Geschäft vielleicht endlich mal wieder die Realität, nicht war Dieter & Uli?)
    Wie in allen Gesellschaftsschichten.
    Es ist eine Scheinwelt wie das Musik- oder Filmgeschäft.
    Es geht nur um den schnellen Tageserfolg, das WIE/die Substanz interessiert am Ende keinen. Leute lassen sich von der Oberfläche blenden.

    Am Ende führt es zu dicken Limousinen, Edel-Restaurants, Kokain & Escort-Damen. Klingt Klischee, aber macht mal ein Praktikum auf der Geschäftsstelle und seid aufmerksam…

    Spieler schmeißen Schmerzmittel, EPO, und Sonstiges ein. Keiner von denen wird älter als 55. Wird man in 30 Jahren sehen. Nur um nie wieder arbeiten zu müssen. Ob es das wert ist?

    Schiedsrichter und Spieler manipulieren wo sie können, um noch mehr zu bekommen, weil sie spielsüchtig werden, das viele Geld schneller verjubeln als einnehmen, und am Ende mit weniger dastehen als vor dem Fußball.

    Schwule Kapitäne machen mit der Boulevardpresse Deals, gehen Scheinehen ein, machen Werbung für die Zeitung, nur um den Weg des geringsten Widerstands und dicksten Geldbündels zu gehen.

    Wochenende für Wochenende Unmengen an sinnloser Polizei-Einsätze, erwachsene Menschen, die sich wie Tiere benehmen, Züge und sonstiges fremdes Eigentum zerstören, die ganze sinnlose Gewalt und Provokation…

    Öffentliche Gelder, die für Arenen gezahlt werden, damit die VIP-Logen mit den Escorts und dem Koks gut aussehen.

    Und für was? Damit man seine Zeit verschwendet beim Glotzen von unmotivierten überbezahlten Twens, die gegen den Ball kicken um ins Tor zu treffen.

    Scheiß auf das System Fußball und Profisport allgemein, je früher jeder Einzelne es einsieht und es boykottiert, umso eher kann man die Gladiatorenspiele beenden, umso eher widmen sich Leute echten Interessen, umso eher wird der Fokus korrigiert.

    Wacht auf und heult nicht rum, dass Hertha pleite ist bzw. nie was gewinnen wird. Es gibt viel wichtigere Probleme und Dinge im Leben und auf der Welt!

    „Dein Lieblingsfußballteam ist auch nicht mehr das, was es mal war.
    Kein Strom, kein fliessend Wasser, aber dafür aber eine AK!
    Vor 2000 Jahren ging es Jesus um den Frieden auf Erden.
    Noch immer geht es ums Ficken und Gefickt Werden!“ – Retrogott

    • Kugelblitz
      Am 17. März 2011 um 07:38 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Was hat Dich denn geritten?

    • Enno Enno
      Am 17. März 2011 um 08:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Etwas überzogen, dieser Rundumschlag…

  10. Süven
    Am 17. März 2011 um 16:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich find den Deal gut, halte sowieso viel von Preetzens Arbeit..

    @Konnopke: Wen oder was Arne fickt hat niemand was anzugehn!!! Ansonsten war er natürlich ein Dreckskapitän in der Krise