Menschen und Maßstäbe

Sports News - April 11, 2010
Vor einem Jahr kam der Abschied von Hoeneß überraschend und nicht nur für Michael Preetz offensichtlich zu schnell. In der vergangenen Saison schien der junge Manager häufig überfordert zu sein, Hertha stieg ab. Jetzt übernimmt Michael Preetz  die Verantwortung und die Kontrolle bei Hertha BSC. Erst in diesem Sommer hat er die Möglichkeit, durch geplante, durchdachte und strategische Entscheidungen die Zukunft von Hertha BSC zu gestalten. Dementsprechend gab er nun – ein Jahr nach Dienstantritt – seine offizielle Antrittsrede auf der Mitgliederversammlung und sagte:

Was sie hier sehen, ist mehr Hertha BSC als je zuvor – es ist ein starkes Stück Zukunft! Eine Zukunft, auf die wir bauen können. Eine Zukunft, für die es sich lohnt, hart zu arbeiten. Eine Zukunft, auf die wir setzen.

Was kann man bisher sehen? Mit Hubnik, Kobiashvili, Lustenberger, Dardai und Raffael wurde verlängert. Friedrich, Drobny und Steve von Bergen werden sicher gehen. Neben Trainer Markus Babbel wurde bisher zwar nur Raffaels Bruder Ronny verpflichtet, aber die Konturen für eine starke Aufstiegs-Elf zeichnen sich bereits ab.

Sports News - January 15, 2009
Im Gegensatz zum letzten Sommer scheint Preetz dieses Mal ein glücklicheres Händchen bei den Transfers zu haben. Das liegt aber nicht nur daran, dass er sich auf seine Aufgaben nun besser vorbereiten konnte. Es wird gemunkelt, dass der Abschied von Hoeneß nicht genutzt wurde, um einen echten Umbruch bei Hertha BSC zu vollziehen. Es wird über alte Seilschaften spekuliert, die dem neuen Chef Preetz sehr skeptisch gegenüber standen und eher noch ihrem alten Vorgesetzten Hoeneß die Treue hielten. Es geht dabei sicherlich nicht allein um Rudi Wojtowicz, der im Februar von Hertha frei gestellt wurde und nun beim VfL Wolfsburg seinen Dienst antritt.

Man kann sich ohne Weiteres vorstellen, wie schwierig das Entscheiden für einen Chef wird, wenn die Untergebenen nicht mitziehen. Daher ist es richtig und wichtig, dass Preetz nun neues Personal einbestellt. Personal, auf das er sich hoffentlich voll und ganz verlassen kann. Ich weiß nicht, ob man Preetz vorwerfen kann, dass er diesen Umbruch nicht schon im vergangenen Sommer vollzogen hat. Dafür müsste man einen direkten Blick hinter die Kulissen werfen können.

Dennoch ist es wichtig, nun Maßstäbe zu definieren, mit denen man die Entscheidungen von Michael Preetz beurteilen kann. Nun hat Preetz viele Ehemalige im Verein installiert. Er will damit Identifikation und Identität schaffen. Preetz spielt jetzt in einer Mannschaft mit Christian Fiedler (Chef-Torwarttrainer), Hendrik Herzog (Zeugwart Profis und Co-Trainer U19), Andreas Schmidt (Aufsichtsratmitglied), Andreas „Zecke“ Neuendorf (Spieler U23), Karsten Heine (Chef-Trainer U23), Frank Vogel (Nachwuchskkordinator und Chef-Trainer U16), Pal Dardai (Spieler Profis), René Tretschok (Chef-Trainer U19), Ante Covic (Chef-Trainer U15), Sven Kretschmer (Chef-Scout) und Andreas Thom (Chef-Trainer U17). Für Hertha-Nostalgiker schlägt nun das Herz höher.

Aber allein eine blau-weiße Vergangenheit kann noch kein Kriterium sein, um diese Personalentscheidungen zu beurteilen. Sicher ist es zu begrüßen, wenn viele Ehemalige im Verein tätig sind. Der FC Bayern München ist in dieser Hinsicht ein gutes Vorbild. Aber gerade im Jugendbereich braucht es vor allem sportliche und pädagogische Kompetenz. Und da hat sich Hertha in den letzten Jahren nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Insofern merkt marxelinho zu Recht an, dass die Kürzung des Jugend-Akademie-Budgets auf ein Fünftel ein Wehrmutstropfen ist. Im schlimmsten Fall ist es sogar mehr: Ein Abkehr von Jugendförderung und stattdessen eine Inszenierung von Nostalgie.

Als sportlicher Leiter wird Michael Preetz sich nicht nur an kurzfristigen Erfolgen messen lassen müssen. Ein Wiederaufstieg ist sowieso Pflicht. Wichtiger ist jedoch ein Punkt, der in der Berichterstattung über das Alltagsgeschäft häufig zu kurz kommt. Preetz muss dafür sorgen, dass bei Hertha BSC neue Strukturen aufgebaut werden. Das Modell Hoeneß sah vor, dass sich alles um den Patriach und seine goldene Schreibmaschine versammelte. Ohne die Zustimmung des Alleinherrschers ging nichts.

Nun werden wir sehen können, ob Michael Preetz dazu in der Lage sein wird, einen neuen Führungsstil bei Hertha zu installieren. Einen Stil, der nicht nur von blau-weißer Nostalgie geprägt ist, sondern auf gegenseitiger Verantwortung, Lernen und partizipativer Steuerung beruht. Erst wenn es Preetz gelingt, Hertha BSC mit breiter personeller Kompetenz aufzustellen, werden wir nachhaltige Erfolge sehen können. Ich werde Preetz und sein Team vor allem an den geschaffenen Strukturen messen.

Insofern werden meine Maßstäbe der Beurteilung nicht in erster Linie an die Menschen bei Hertha gesetzt, sondern an die Strukturen der formalen Organisation, um auf das Schlusskapitel meines soziologischen Lieblingsbuchs anzuspielen.

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  • Wer hat das geschrieben?

    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

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30 Kommentare

  1. Am 3. Juni 2010 um 11:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Aber gerade im Jugendbereich braucht es vor allem sportliche und pädagogische Kompetenz. Und da hat sich Hertha in den letzten Jahren nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert.

    Beim traditionellen Knabenturnier, einem renommierten Hallenturnier für D-Junioren-Mannschaften, hat Hertha BSC (zusammen mit Borussia Dortmund) in der vergangenen Dekade mit Abstand am besten abgeschnitten (Statistik dazu hier. Nun ist das Halle und U13, aber die spielerische Qualität der Hertha-Jungs ist durch die Bank weg eine sehr hohe gewesen. Vielleicht verliert sich das auf dem Weg zur Profimannschaft, aber die 12-jährigen Berliner gehören dort regelmäßig zu den Besten.

  2. Mineiro
    Am 3. Juni 2010 um 12:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Der Artikel enthält sicherlich viel Wahres und vielleicht versteht manch einer nun besser, was Ex-Trainer Lucien Favre am 6. Oktober 2009 in schlechtem Deutsch in die Mikrofone der Presse zum Besten gab:

    „Der Verein hat die Trennung von Dieter Hoeneß nicht verkraftet, das hat meine Arbeit erschwert.“

    Während wohl v.a. dieser Satz die Geschäftsführung empörte und dazu veranlaßte, Favre nach der Beurlaubung fristlos zu entlassen, wird für mich nach und nach immer mehr klar, was Favre wirklich gemeint hat:

    Die Aussage sollte kein Tritt gegen das Schienbein von Hoeneß‘ Nachfolger sein, denn an den Übergangsproblemen trägt Hoeneß selbst ja wohl einen gehörigen Anteil an Schuld – schließlich war er es ja, der Preetz über Jahre hinweg nicht als einen echten Assistenten sah und als Nachfolger aufbaute, sondern ihn insgeheim hinten herum schlecht machte und bewußt klein hielt. Favre wollte eher den Journalisten einen Hinweis auf die internen Verhältnisse bei Hertha geben, die sowohl vor Hoeneß Abgang (zumindest im letzten halben Jahr) als auch danach (wo offenbar im Verein bei weitem nicht alle an einem Strang zogen und mancher wohl eher gegen als für den Verein arbeitete) alles andere als förderlich für seine Arbeit waren.

    So konnte ein reibungsloser Übergang der Geschäftsführung – egal ob 2009 oder 2010 – gar nicht erreicht werden, weil es wohl mangels Bereitschaft der Beteiligten keinerlei Übergabe der Geschäfte gegeben hat. Letztlich litt der Verein darunter, dass z.B. die Sommertransferperiode mangels Zeit und ausreichender Planung überhaupt nicht gut vorbereitet gewesen sein konnte. Als Favre dann Hilfe brauchte, um in der Krise den Turnaround zu schaffen auch gegen eine immer massiver werdende Medienkampagne, konnte ihm niemand helfen, da alle noch mit ihren eigenen internen Brandherden beschäftigt waren und so hat man ihn halt kurzerhand entsorgt und durch Funkel ersetzt.

    Was nun geschieht wird man wohl auch erst wieder in der Zukunft beurteilen können. Dass man einen Thomas Krücken nun gehen lässt ist auf den ersten Blick kaum zu begreifen. Nur wenn er demnächst in Wolfsburg auftauchen würde, ergäbe das vielleicht ein Gesamtbild – hoffen wir, dass die Jugendarbeit bei Hertha BSC auch in der Zukunft so erfolgreich sein wird wie in der Vergangenheit.

    • Enno Enno
      Am 4. Juni 2010 um 07:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Danke für die Ausführungen und die Verknüpfung mit Favres Pressekonferenz. Wenn ich über die personellen Wirrungen bei Hertha nachdenke, wird einiges aus der letzten Saison verständlicher.

  3. Am 3. Juni 2010 um 12:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ein Neuanfang ist seit langem überfällig.
    DH hat mit Sicherheit einiges für unsere Hertha geleistet, aber auch viel in den Sand gesetzt. Eigentlich hätte dieser Umbruch schon viel früher stattfinden müssen.
    Insofern ist es gut, dass wir abgestiegen sind, denn ich denke, dass es in der ersten Liga ein ständiges „weiter so“ gegeben bzw. dass es viel schwieriger gewesen wäre den Umbruch zu vollziehen.
    Das, was man bis jetzt erkennen kann, was die Arbeit von MP angeht, lässt für die Zukunft hoffen.
    Abgesehen von finanziellen Gründen würde es vll auch sinnvoll sein mehr als ein Jahr in der zweiten Liga zu spielen, um neue Strukturen wachsen zu lassen, um dann mit voller Kraft in Liga 1 wieder anzutreten.

  4. alexander
    Am 3. Juni 2010 um 13:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

    auf 1 fünftel, ist schon ganz schön reduziert, da kann man nur hoffen das der etat sofort wieder aufgestockt wird wenn hertha aufgestiegen ist.

  5. Am 3. Juni 2010 um 15:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Und anscheinend ist jetzt auch noch ein neuer Torhüter gefunden worden. Die Morgenpost meint, der Holländer Maikel Aerts von Willem II kommt:

    http://m.morgenpost.de/sport/hertha/article1318910/Drobny-Nachfolge-Hertha-findet-neuen-Torwart.html

  6. Am 3. Juni 2010 um 18:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Und da ist es offiziell:

    http://www.herthabsc.de

    PS. „Wermutstropfen“, ohne h *Klugscheißermodus aus*

  7. herthawolf
    Am 3. Juni 2010 um 22:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Leute! Bleibt auf dem Teppich! „Wiederaufstieg Pflicht“ und und und…
    Was für eine Krampf-Saison soll das denn werden? Ist doch schlimm genug, dass die ganze Springer-Presse genau diese Klaviatur spielen wird (weil Hertha als „Hauptstadtclub“ ja schließlich nun mal blablabla – entschuldigt, ich muss mich leider wiederholen, denn dieser Slogan hat aaaaaaaaaaaaaaabsolut nichts mit der Hertha zu tun, die ich seit 30 Jahren anfeuere). Weiß jemand was näheres über den neuen Torwart? Ich kenne ihn nicht. Kompetente Blogger vor!

    • Enno Enno
      Am 4. Juni 2010 um 07:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Wenn ich von der Pflicht des Aufstiegs spreche, ist das nicht unbedingt meine persönliche Forderung. Vielmehr spiegle ich damit die allgemeine Erwartungshaltung wider, die weit über die Springer-Presse hinaus verbreitet wird und auch von Hertha BSC selbst geschürt wird.

      Dass das nicht gleich meine eigene Forderung ist, muss ich dann wohl deutlicher machen.

    • alexander
      Am 4. Juni 2010 um 08:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

      das mit dem wiederaufstieg der pflicht ist kommt ja nicht nur durch die presse, es ist auch finanziell.
      gerade dadurch das jetzt viele gehalten wurden muss man einfach wieder aufsteigen sonst kann es noch tiefer gehen.
      ich für meinen teil hätte auch einen kompletten neuaufbau interessant gefunden, auch wenn das ein paar jahre länger 2. liga bedeutet hätte.
      aber nach so langer zeit 1.liga-zugehörigkeit kann man auch den anspruch nachvollziehen dort schnellst möglich wieder zu spielen.

  8. Andreas
    Am 3. Juni 2010 um 23:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Uwe Bremer von der Berliner Morgenpost stellt Maikel Aerts vor:

    http://www.morgenpost.de/sport/hertha/article1318986/Hertha-praesentiert-neuen-Torwart-Maikel-Aerts.html

    In Aktion kann man Maikel in dem Video sehen ;o)
    http://www.youtube.com/watch?v=koEUWjBPCtk&feature=related

    Ich bin guter Hoffnung, dass wir einen wirklich guten Torwart bekommen haben und finde die Strategie gut, Burchert neben dem Erfahrenen „reifen“ zu lassen.

  9. Der Klaus
    Am 4. Juni 2010 um 01:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ehh, Enno, mensch LUHMANN!!, nich Bordieu, oder was nettes, ne LUHMANN. Also echt ne, das kostet dich ein Bier im Kreuzkeller im schlimmen Berliner November an einen verregneten Montag.

    • Enno Enno
      Am 4. Juni 2010 um 07:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Einverstanden… :-)

  10. Am 4. Juni 2010 um 12:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich verstehe nicht warum die Ziele eines Vereins immer auf die Goldwaage gelegt werden und eine Erwartungshaltung in der Öffentlichkeit erzeugt wird, die unter allen Umständen eingehalten oder übertroffen werden muss. Mir ist es egal, ob das Ziel jetzt der Wiederaufstieg oder Platz 9 als Saisonziel ausgegeben wird. Wichtig ist am Ende doch nur das Resultat. Jeder landet am Ende (meistens) dort wo er hin gehört.

    Ob Hertha ersthafte finanzielle Probleme bekommt, wenn nicht direkt der Aufstieg gelingt wage ich zu bezweifeln. Es wird schon längere Zeit sehr zurückhaltend gehaushaltet und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Verein nicht auch einen Plan B für die nächsten Jahre parat hat falls es nicht gelingen sollte. Dafür ist Hertha nicht mehr Schreibmaschine genug. :)

  11. Junichi
    Am 6. Juni 2010 um 21:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hertha BSC muss absolut den Anspruch haben, nächste Saison wieder in der Bundesliga zu spielen. Ein Verein, der über viele Jahre regelmäßig zu den besten Clubs der Bundesliga gehörte, hat nichts in der zweiten Liga zu suchen. Hinzu kommt ein Etat, der höher liegt als der einiger Bundesligisten. Insofern kann es jeder nennen wie er will, aber „Aufstiegspflicht“ liegt nicht allzu weit entfernt von einer realistischen Situationsbeschreibung des Hauptstadtclubs vor Beginn einer nicht einfachen Zweitligasaison.

  12. herthawolf
    Am 6. Juni 2010 um 21:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schon wieder Hauptstadtclub – ich kann es nicht mehr hören!!!
    Leute! Es steigen nur zwei bis drei auf, und andere wollen auch in die Bundesliga (zurück, z. B. die Fahrstuhlmannschaft Bochum, die mit ihrem neuen Trainer Funkel besonders motiviert sein werden gegen uns). Legt endlich diese Borniertheit ab, sonst wird es uns gehen wie Fortuna Düsseldorf, als die in die dritte Spielklasse durchgereicht wurden, ohne es zu merken! Es sei denn, Hertha begründet eine neue Tradition, denn einen direkten Wiederaufstieg hat es bisher noch nicht gegeben.
    Wird Zeit, dass die WM anfängt und ein paar Traumtänzer endlich abgelenkt werden von der Hertha-Euphorie.
    Ich wäre der letzte, der sich nicht freuen würde über den direkten Wiederaufstieg, aber etwas mehr Bodenhaftung wünsche ich mir für die Sommerpause.
    Zweite Liga – na und?
    Es gibt nur zwei Mannschaften an der Spree…

  13. Junichi
    Am 7. Juni 2010 um 20:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ohne hier in gleichem Maße unfreundlich werden zu wollen, aber ich weiß nicht, wo Du Deine Informationen hernimmst… Es hat noch keinen direkten Wiederaufstieg gegeben? Was ist denn z.B. mit dem VfL Bochum 93/94? Und Hertha muss nicht aufsteigen, weil sie aus der Hauptstadt kommen, sondern weil sie mit Raffael den besten Spieler der 2. Liga haben, weil sie den mit Abstand höchsten Etat vorweisen können und ein großes Fanpotential. Wenn ich mir jetzt anschaue, dass Boateng mit seinem Wechsel zu ManCity nochmals zusätzlich 2,5 Mio in die Kassen spült sowie Kacar und Friedrich entweder bleiben und dann Spieler mit hoher Klasse bei uns sind oder sie verkauft werden und einen Batzen Geld bringen, reden wir hier von anderen Verhältnissen als wir das in Bezug auf Erzgebirge Aue oder Alemannia Aachen tun. Ich dachte in der Rückrunde erst, dass Hertha alle Spieler verkaufen wird und kaum Geld für Neuverpflichtungen aufbringen kann, insofern von einem Wiederaufstieg auch keine Rede sein würde. Aber nachdem von dem Kader viele gehalten werden konnten und ein beachtlicher Etat auf die Beine gestellt wurde, muss der Aufstieg das Ziel sein und nichts anderes, die Verantwortlichen haben dieses ja vernünftigerweise auch ausgegeben. Und das werden sie schaffen, vor allem wenn die Fans sie weiter so hervorragend unterstützen, wie das in der ganzen letzten Katastrophensaison der Fall war.

  14. Am 7. Juni 2010 um 20:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Erst mal sehen was auf Firedrich und Kacar wird und wieviel Geld das so bringt. Abgesehen davon ist die Mannschaft alles andere als komplett. Auch hinter Ramos ist noch ein dickes Fragezeichen.

    herthawolf hat das mit dem direkten Wiederaufstieg auf die Vereinsgeschichte bezogen.

  15. herthawolf
    Am 7. Juni 2010 um 20:51 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Jenau so, Felix! Weil ich seit meinem 10. Lebensjahr nach jedem der drei Abstiege, die ich miterleben musste, diese Behauptungen und Bekundungen immer wieder hören konnte, Berlin brauche doch gefälligst eine Mannschaft in der 1. Liga (und dann dauerte es zwei, sechs oder sieben Jahre, bis es mit dem Aufstieg geklappt hatte) wirkt vieles, was jetzt an Parolen (auch hier im Forum) ausgegeben wird, wie Déjà-vu (bzw. Déjà-écouté) auf mich.
    Ich hoffe einfach, dass die 2. Liga diejenigen fernhalten wird von Hertha, die nicht wegen Hertha, sondern wegen event hingegangen sind bisher (und den Kinderwagen meiner älteren Tochter mit den Worten „Das ist meine Loge“ in den Durchgang zurückgestellt haben). Schon damals (im Februar 2007) habe ich gedacht: „Denn lieber 2. Liga als solche Heinis bei Hertha!“.
    Jaja, ich weiß, diese Typen bringen das Geld, das Hertha dringend braucht blablabla, aber sie machen den Fußball kaputt!!
    2. Liga- na und?

    • Oliver
      Am 8. Juni 2010 um 12:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

      herthawolf, ich stimme dir in vielem zu, was du sonst sagst, vor allem bei deinen trotzigen Bemühungen, die alte Freundschaft zwischen Hertha und Union aufrecht zu erhalten. Deine Zweitliga-Romantik kann ich sogar auch nachvollziehen, aber ich möchte doch lieber so schnell es geht zurück in die Bundesliga. Die Voraussetzungen, mit denen Hertha in die zweite Liga geht, sind doch nach der langen Zugehörigkeit zu den Mannschaften, die regelmäßig einen Europapokalplatz erreichen, einfach anders als bei den letzten Abstiegen. Wieso soll man sich schlechter machen ? Auf dem Teppich bleiben ja, aber sich nicht in die Zweitliga-Vereine einreihen, zumal nicht mit so einer Mannschaft, wie sie sich abzeichnet.
      Das mit dem „Hauptstadtclub“ finde ich auch fürchterlich, und das benutzt auch kein wirklicher alter Hertha-Fan. Das wird uns aus den Medien zugeschoben, und jüngere Fans, die noch nicht so lange dabei sind, übernehmen es dann. Fakt bleibt aber, das Berlin mit Hertha und Union in der ersten Liga spielen sollte, oder anstatt Union ein anderer Verein aus dem Osten.

      • Am 8. Juni 2010 um 13:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Schöne Grüße aus’m Osten (Dahlem)! Ehrlich – mir schwillt der Kamm, wenn ich das höre. Wenn Union ein Ostklub ist, möchte ich wissen, was Hertha ist? Vielleicht schafft man es ja auch mal, sich ohne diese albernen Kategorien zu verorten.
        Zum Thema: Hertha geht mit einem Aufstiegsetat in die Saison – fast dreimal höher als der von Union. Mehr als zehn Millionen mehr als die Mannschaften mit dem höchsten Etat des letzten Jahres. Natürlich will man da aufsteigen. Und das ist auch völlig in Ordnung so. Und ich hoffe für die Leute, die nächste Saison ins Olympiastadion gehen, dass es auch einen Plan B gibt. Denn das, was momentan gewagt wird, ist ein gewaltiger Akt, der ebenso gewaltig ungebremst gegen eine Mauer fahren kann.

        • Oliver
          Am 9. Juni 2010 um 11:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Schöne Grüße zurück aus Wannsee (fast schon wieder Osten ). Das zeigt den ganzen Irrsinn solcher Begriffe, da hast du recht. Geographisch und von unserer ethnischen Herkunft sind wir in Berlin sowieso alles Ostdeutsche, denn auch Westberlin liegt logischerweise in Ostdeutschland. Dessen ist sich bloß der stark berlinernde Ostkurven-Fan mit Vorfahren sogar aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen nicht bewußt. Abgesehen davon, daß dort auch viele Ostberliner stehen. Deswegen halte ich auch selbstverständlich zu Union und allen „Ostvereinen“.
          Ich zähle Hertha aus oben genannten Gründen auch zu den Ostvereinen, auch wenn das einige nicht gerne hören wollen, deshalb ja auch diese blödsinnige neue Feindschaft mit Union. Ich mag diese Klassifizierungen auch nicht, aber irgendwie rutschen sie einem so rein und manchmal benötigt man sie einfach.
          Ich wollte damit auch nur zum Ausdruck bringen, daß ich gerne möglichst viele Vereine „aus dem Osten“ in der Bundesliga anstatt in der Zweiten Liga sehen würde oder sonst irgendwo in der Versenkung verschwunden.
          Am besten Hertha, Union, Dresden, Leipzig, Magdeburg und Rostock, statt Hoffenheim, Leverkusen, Wolfsburg usw.. Da würden die „Westvereine“ aber ganz schon gucken. Deswegen muß Hertha als erstes so schnell wie möglich zurück, denn nächste Saison sind diese ja schön unter sich.

          • herthawolf
            Am 9. Juni 2010 um 18:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Alle Ostvereine außer Hohenschönhausen, bittesehr! ;-)

  16. herthawolf
    Am 8. Juni 2010 um 14:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Geld schießt bekanntlich keine Tore – TeBe lässt grüßen!

  17. Junichi
    Am 8. Juni 2010 um 22:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mal sehen, ob sich die Gerüchte um das Interesse an Rosenberg bewahrheiten sollten, schlecht wäre es nicht.
    Die Vokabel „Hauptstadtclub“ finde ich einen interessanten Punkt. Ob er nur durch nicht „wirklich alte Hertha-Fans“ benutzt wird, schließt natürlich die Frage an, was ein „wirklich alter Hertha-Fan“ ist. Vielleicht sollten die „wahren Fans“ mal ein Punktesystem einführen, da kommen dann alle gemachten Auswärtsfahrten rein, Mitgliedschaft, Dauerkartenbesitz und Forenbeiträge im Hertha-Forum. Ab einer Punktzahl darf man sich dann eine Plakette mit „Wahrer Hertha-Fan“ ans Revers heften… Ich zumindest habe auch schon die 2. Liga aktiv miterlebt, und ich kann keine Unterhaus-Romantik entwickeln. Spiele gegen Carl Zeiss Jena vor 8.000 Zuschauern sind mir noch lebhaft in Erinnerung. Ich bin auch nicht der Meinung, dass Union positiv zu bewerten ist, sondern ein Rivale, der hoffentlich bald wieder versunken ist im Niemandsland. Insofern ist mit „Hauptstadtclub“ eine klare Positionierung verbunden, die auch gewollt ist.

    • Oliver
      Am 9. Juni 2010 um 11:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Wenn man diesen blödsinnigen Ausdruck „Hauptstadtclub“ nicht benutzt, bekommt man ganz viele Punkte für die „Wahrer- Hertha-Fan“-Wertung. Genauso viele werden abgezogen, wenn man auf einmal Union zum Hertha-Feind erklären will. Hört doch auf damit. Sonst nenne ich Union künftig immer den „wahren Hauptstadtclub“.

  18. herthawolf
    Am 8. Juni 2010 um 23:55 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @junichi: Deine Negativbewertung von Union verwundert mich, gerade weil Du ein alter und wahrer Herthaner bist. Vielleicht hast Du Dich da von neueren Unionfan-Entwicklungen irritieren lassen, wo man „Nur zu Hertha gehn wir nich“ singt. Ich finde, man muss nicht auf unqualifizierte Feindschaftsbekundungen von Unionseite- gerade aus historischen Gründen – hereinfallen.
    Wenigstens wir alten Herthafans sollten keinen Gegensatz zwischen Hertha und Union konstruieren. Es sei denn, die ganzen Fahrten von Westberliner Hertahfans zu Union in die DDR, die ich als Potsdamer erlebt habe und die Anfeuerungen von Unionern bei Herthaspielen im Ostblock wären umsonst gewesen. Das ist, soviel ich weiß, weltweit einmalig gewesen und verdient keinen Untergang, auch wenn wir in dieser Saison zweimal gegeneinander antreten müssen und ich beim und um das Freundschaftsspiel herum am 8. Juli viele unschöne Szenen erleben musste und sowohl mit Hertha- als auch Unionschal ausstaffiert, für einige Irritationen bei insbesondere jüngeren Fans gesorgt habe.
    Ich bin kein Zweitligaromantiker, allerdings habe ich in den 30 Jahren, seit ich Herthafan bin, genauso viele Jahre Bundesliga wie Unterklassigkeit erlebt. Von daher ist mir nicht bange.
    2. Liga – na und?
    Es gibt nur zwei Mannschaften an der Spree

  19. Junichi
    Am 9. Juni 2010 um 19:57 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das Verhältnis zu Union ist sicher nicht eindeutig negativ, da es alte Freundschaften gab und gibt, die vor längerer Zeit gepflegt wurden. Es kommt also hierbei auch auf die persönliche Biographie an. Da mein Vater mich aber – Stichwort Fußballsozialisation – in jungen Jahren zum BFC mitgenommen hat, ist die AF nur vom Gäste-Block aus schön. Ich hoffe also auch weiterhin auf den Abstieg, vielleicht am letzten Spieltag durch einen Hertha-Sieg. Das wäre doch was.
    „Hauptstadtclub“ benutze ich normalerweise nicht häufig, genauso wie ich selten „Hertha BSC Berlin“ sage, denn Hertha BSC ist eben schon der Berliner Sportclub. Es hat aber aus oben genanntem Grund für mich seine Berechtigung.

    • herthawolf
      Am 9. Juni 2010 um 20:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

      @junichi: 8:0, wa?

  20. Muskelfood
    Am 27. April 2011 um 11:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die Hertha wird niemals unterjehn. Uns wird es immer geben und mit uns wird man weiterhin rechnen müssen. jawollll :-) grüße aus Berlin-Weißensee

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  • Von Maikel Aerts Jordan | Hertha BSC Blog am 4. Juni 2010 um 09:08 Uhr veröffentlicht

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