Mit Bedacht zurück nach oben

Bochum spielt unentschieden, Fürth verliert, Augsburg verliert. Wer daraus jetzt schließt, dass am Montag auch der vierte Aufsteigeriegsaspirant patzt, liegt natürlich falsch. Hertha wird am Montag in Duisburg auch die letzten Pessimisten davon überzeugen, dass das Zweitligajahr für Berlin nur eine Ausnahme von der Regel war. Und diese Regel heißt Bundesliga.

Darf man – obwohl noch eine theoretische Möglichkeit des Scheiterns besteht – schon mal einen Blick in die Zukunft werfen? Viele haben den Aufstieg ja schon gefeiert, wie die Dortmunder schon die Meisterschaft gefeiert haben – und jetzt plötzlich doch noch mal zittern müssen. Dortmund wird am Ende vermutlich genauso deutlich Meister, wie Hertha aufsteigt, aber wer weiß, wie grausam Fußball sein kann, ist eben lieber ein bisschen vorsichtiger. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass der VfL Bochum plötzlich zur Tormaschine wird und Herthas stabile Abwehr in den letzten vier Spielen noch so viel zulässt, dass der 31-Tore-Vorsprung am Ende nicht reicht, sollte doch so gering sein, dass mir dieser Blick nach vorne erlaubt sei.

Die Medien werden es ohnehin noch tun, deshalb nehme ich es schonmal vorweg: Die Parallelen zur einzigen Mannschaft, die völlig überraschend abgestiegen ist, größtenteils zusammenblieb und im Jahr nach dem direkten Wiederaufstieg direkt Deutscher Meister wurde – der 1. FC Kaiserslautern, als er zusammen mit Hertha aufstieg – sind vorhanden. Aber bevor jetzt jemand in Dortmunder Verhältnisse abdriftet und ins Schwärmen gerät, hoffe ich doch sehr, dass die Erwartungen in Berlin die an einen stinknormalen Aufsteiger sein werden.

Es kann und darf für Hertha in den ersten zwei, den ersten drei Jahren eigentlich nur darum gehen, in der Bundesliga zu bleiben, um die Schulden weiter zu verringern. Das muss nicht zwangsweise Abstiegskampf bedeuten, es beinhaltet aber die Wahrscheinlichkeit dafür. Und auch wenn es klar ist, dass das Hertha-Management der aktuellen Mannschaft vertrauen wird, so sollte man sich bei der Auffüllung des Kaders nicht darauf verlassen, dass diese Mannschaft in der Bundesliga einfach so funktionieren wird, wie zuvor in der zweiten Liga. Die Qualität für guten und erfolgreichen Fußball mag ja vorhanden sein, aber der Sprung von Liga zwei in Liga eins ist eine neue Kategorie, die man nicht unterschätzen sollte.

Deshalb plädiere ich dafür, Spieler zu holen, die im Notfall auch Typen für den Abstiegskampf wären. Denn was passieren kann, wenn man solche Typen nicht hat, haben wir vor zwei Jahren bitter erfahren müssen.

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  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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Ein Kommentar

  1. BerlinerHerthaFan
    Am 24. April 2011 um 19:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wahre Worte.
    Also wenn ich an die folgenden Jahre bei Lautern nach der Meisterschaft denken, will ich garnicht, dass Hertha wie die wird. Lieber sich in der 1. Liga wieder stabilisieren und Schulden abbauen. Glaube das ist das Wichtigste. Hoffe natürlich das wir mit dem Abstiegskampf nichts zutun bekommen, aber passieren kann es natürlich und da ist die Forderung nach starken Typen nicht verkehrt.
    Sollte irgentwann mal die EL wieder rausspringen, würde ich das Geld gerne zum Schuldenabbau annehmen. Hauptsache es werden nicht wieder Luftschlösser gebaut und von der CL geträumt (zur EL kam ja auch fast keine ins Oly).

    Hauptsache man mutiert nicht zur Fahrstuhlmannschaft.