Mit grundsolidem Optimismus ins Halbfinale

Das Spiel so kurz wie möglich: Oh nein. Oh ja! Oh oh. JAAA!

Der Gegner: Eins muss man den Heidenheimern lassen: Rasenheizung können sie besser als wir. Obwohl die Herthaner morgens auf dem Trainingsplatz von einer Schneedecke überrascht wurden, war das Geläuf zum Anpfiff für die Verhältnisse perfekt bespielbar. Auf der nach oben offenen Tuchel-Skala eine glatte 10.

Ungefilterter Gedanke des Spiels: Wir werden doch nicht schon wieder eine 3:1-Führung verspielen?!

Satz des Spiels: „Hertha hat das einfach auch sehr gut gemacht.“ Jeder Heidenheimer.

Mann des Spiels: Für mich einfach Pal Dardai. Klar, wie Vedad Ibisevic seine Tore macht und Genki Haraguchi endlich seins – das ist bemerkenswert. Aber wie Hertha die Zeit nach dem 2:1 fast schon penetrant herunterspielte ohne auch nur den Hauch einer Unsicherheit zu zeigen, ist einfach die Handschrift des Trainers. Wobei: Über die Standards müssen wir nochmal reden – da waren defensiv doch ein paar Wackler drin.

Randthema des Spiels: Leider die Verletzung von Salomon Kalou. Wurde komplett überdeckt vom ersten DFB-Pokal-Halbfinal-Einzug seit 35 Jahren. Irgendwas Muskuläres hieß es nach dem Spiel. Nicht ganz so schlimm wie zunächst befürchtet. Für Stuttgart fällt der Ivorer allerdings schonmal aus. Sehr schade.

Das nächste Spiel: Wenn man so will die (Bundesliga-)Mannschaft der Stunde. Der VfB Stuttgart führt mit drei Siegen und 9:5-Toren souverän die Rückrundentabelle an (in der Hertha übrigens „nur“ 12. ist) und hat zuletzt am 29. November beim BVB ein Bundesliga-Spiel verloren. Einen Tag vorher hat Hertha übrigens zuletzt verloren – gegen die Bayern. Heißt: Eine Serie reißt – oder es gibt das vierte Unentschieden in Serie.

Was noch gesagt werden muss: Was habe ich mit der Nase gerümpft, als Pal Dardai vor der Saison als Ziel verkündet hat, mal ins Pokalfinale zu kommen. „Konzentrier dich erstmal auf den Klassenerhalt“ hab ich gesagt, bevor du dich mit so einem unwichtigen Nebenkonzert beschäftigst. Ein paar Monate später steht Hertha im Halbfinale des DFB-Pokals und in der Bundesliga auf Platz 3. Natürlich, kann man sagen, hat vor allem Ersteres auch ein bisschen was mit Losglück zu tun. Klar, hat es. Aber man muss ja nur mal einen Blick auf die Teams werfen, gegen die Hertha in den letzten Jahren so rausgeflogen ist, um festzustellen: Das ist trotzdem eine Sensation. Und diese haben wir in erster Linie dem Trainer zu verdanken, der mit einer völlig neuen Art von grundsolidem Optimismus vorangeht, der zwar nicht gleich mit der Schale durchs Brandenburger Tor laufen will, sondern halt mal ein Pokalfinale erreichen will. Dieter Hoeneß ohne Größenwahn. Den leben wir dafür über Twitter aus. Im Moment macht es einfach sehr viel Spaß.

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  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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Ein Kommentar

  1. Rayson
    Am 11. Februar 2016 um 23:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Genießen wir es einfach. Dass es in der nächsten Saison (an den Rest von dieser wollen wir gar nicht in dieser Art denken) auch wieder in die andere Richtung gehen kann, weiß man als jemand, der die Bundesliga im Allgemeinen und die Hertha im Besonderen verfolgt. Aber dann ist dann und jetzt ist jetzt.