Nach der WM ist vor dem Saisonstart

Nun ist das deutsch-südafrikanische Sommermärchen also vorbei und spätestens am Montag, wenn die letzten Jubelbilder der Spanier oder (was niemand ernsthaft hoffen kann) der Holländer über den Bildschirm flimmern, können wir uns endlich wieder auf das Basisgeschäft freuen.

July 05, 2010 - 06134353 date 05 07 2010 Copyright imago Contrast Sports Football Second 2 Bundesliga Season 10 11 05 07 2010 Hertha BSC Training beginning team manager Markus Babbel Football men ger 2 BL 2010 2011 Berlin Training Single cut out Vdig xkg 2010 horizontal premiumd.

Am Montag sind es noch 33 Tage bis zum ersten Hertha-Pflichtspiel der neuen Saison. Beim Pokalspiel in Pfullendorf wird sich zum ersten Mal zeigen, was möglicherweise in dieser neuen Hertha-Mannschaft steckt. Ich bin mir sicher: Es wird eine verdammt schwere Saison. Hertha ist der FC Bayern der zweiten Liga – und die werden eben auch nicht jedes Jahr Erster oder Zweiter. Aber genau das kann nur das Ziel des Teams von Markus Babbel sein.

Womit wir schon beim ersten großen Fragezeichen wären: Schafft es der in der zweiten Liga völlig unerfahrene Babbel, diese Mannschaft zum Aufstieg zu führen? Wirklich beliebt hat er sich gleich am Anfang in der Mannschaft nicht gemacht, als er ankündigte, aufgrund der schlechten Laktatwerte die nächsten Wochen schon um 7.30 Uhr mit dem Training zu beginnen. Aber beliebt muss ein Trainer auch nicht sein. Er muss Erfolg haben. Und die Grundlage für Erfolg in jeder professionellen Sportart ist konditionelle Fitness. Deshalb verstehen hoffentlich auch die offenbar 13 von 23 Spieler, die im Urlaub faul am Strand gelegen haben, dass es jetzt langsam los geht.

July 05, 2010 - 06134354 date 05 07 2010 Copyright imago Contrast Sports Football Second 2 Bundesliga Season 10 11 05 07 2010 Hertha BSC Training beginning Ronny Heberson Furtado de Arajo Football men ger 2 BL 2010 2011 Berlin Training Single cut out Vdig xkg 2010 vertical premiumd.

Dass Hertha in dieser Saison die Gegner so an die Wand spielt, wie die Spanier gestern die deutsche Nationalmannschaft, erwarte ich nicht. Vom Image der Knochenbrecherliga hat sich die zweite Liga zwar mit Dank an das Deutsche Sportfernsehen („Die beste zweite Liga aller Zeiten“) gelöst, aber wirklich gezaubert wird dort immer noch nicht. Das Ergebnis ist wichtiger als die Spielweise. Da müssen wir von Favre verwöhnten Konzeptfußball-Fans jetzt durch.

Trotzdem freue ich mich riesig darauf, dass ich bald wieder Fußballspiele gucken kann, ohne von kleinen Mädchen das Trommelfell zerkreischt zu bekommen oder irgendjemand in eine Vuvuzela bläßt. Überhaupt glaube ich, dass wir in den nächsten Monaten die Stimmung in deutschen Stadien ganz anders, ja wohlklingender wahrnehmen werden, als zuvor.

04286495 date 14 02 2009 Copyright imago ActionPictures supporters from Hertha BSC Berlin say YES We CAN respect the Bowl champions Highlight Vdig horizontal premiumd supporter Football fan crowd Flag Fanfahne Fanfahnen emblem Imitation Dummy After education Championship dreams Season 2008 2009 Hertha BSC Berlin Berlin Football 1 BL men Team Germany long shot optimistic Rand motive Highlight Human Beings Objects Photo via Newscom

Im Fernsehen ist zum Beispiel endlich wieder richtiger Jubel zu hören, wenn der Ball die Torlinie überschreitet. Bei Deutschland-Spielen haben wir uns den Jubel ja selbst gemacht, aber es war schon beängstigend, wie gleichbleibend die Geräuschkulisse zum Beispiel bei holländischen Toren gegen Uruguay blieb. Das wird sich ab August wieder ändern. Selbst in der Trolli-Arena in Fürth (wo sie das Patent auf bescheuerte Stadionnamen haben) wird man das monotone Tröten nicht vermissen. Liebe Vuvuzela: Danke für nichts.

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    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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16 Kommentare

  1. Enno Enno
    Am 9. Juli 2010 um 18:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die Äußerung über „faule Profis“ wurden von der Boulevard-Presse sehr, sehr dankbar aufgenommen. Das fügt sich ja nahtlos in die Ansage, jetzt auch bei den Hotels zu sparen. Ich befürchte fast, dass da eine gewisse Strategie von Babbel zu erkennen ist. Wenn er wirklich vorhat, die Boulevard-Schreiberling mit Stories und Aussagen zu füttern, könnte das eine ziemlich schwer erträgliche Saison werden. Ich hoffe, dass er nicht so zum Populismus neigt, wie man jetzt vermuten könnte.

    Der Transfer von Friend gibt die Spielweise im Prinzip vor: Defensiv sicher stehen, schnell das Mittelfeld überbrücken und über die Außen möglichst viele Flanken produzieren, die Friend verwerten kann. Das ist die Art von Fußball, die bei der WM nicht sonderlich erfolgreich war. Aber für die zweite Liga mag das ein akzeptables Konzept sein. Die Träume von spielerischer Leichtigkeit und mannschaftlicher Entwicklung eines „Berliner Stils“ müssen wir uns wohl abschminken.

    Ich werde die Vuvuzela vermissen. Irgendwie…

  2. Am 9. Juli 2010 um 19:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das liest sich so, als ob Babbel zumindest rhetorisch bei Uli Hoeneß in die Schule gegangen sei…

  3. Enno Enno
    Am 9. Juli 2010 um 19:56 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Stimmt, da ist der Puderzucker, der in Hinterteile geblasen wird, nicht weit…

  4. Oliver
    Am 9. Juli 2010 um 21:55 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Warum schon wieder dieser Anflug von Pessimismus, Enno, bevor man ein einziges Spiel gesehen hat und die Mannschaft endgültig steht ? Die eigene Faulheit kann ein Fußballprofi ruhig auch von der Boulevard-Presse um die Ohren kriegen, mit wenigen Ausnahmen brauchen die alle einen strengen Trainer, das haben sie mit ihren Laktatwerten bewiesen. Außer Mijatovic und Lustenberger sahen die alle fett aus beim Trainingsauftakt. Die Spielanlage betreffend sehe ich das auch nicht so skeptisch, Deutschland spielt auch nur mit einem Stürmer.

    • Joel
      Am 10. Juli 2010 um 13:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Da stimme ich dir absolut zu Oliver.
      Das Gemecker ist so schlecht wie Vorschußlorbeeren ;-)

      Zu dem kann ich Enno da nicht zu stimmen das die gleiche taktische Ausrichtung bei der WM nicht funktioniert, im Gegenteil sie war ziemlich erfolgreich und wird auch von den Besten Mannschaften praktiziert. Nur denke ich das diese Variante in der zweiten Liga nicht das beste Mittel ist (aber Babbel wird das besser einschätzen können).
      Nichtsdestotrotz bleibe ich optimistisch und freue mich auf die ersten Spiele an denen wir hoffentlich schnell erkennen ob das neues System, die Spieler und Trainer funktionieren.
      P.S. noch werden ja ein paar Neuzugänge erwartet bzw. sich zeigen ob einige bleiben (Beichler, Ramos, Kacar …)

      • Enno Enno
        Am 10. Juli 2010 um 13:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Nee, nee. Es geht mir nicht um die taktische Formation (4-2-3-1), sondern um den Stürmertyp Rob Friend. Technisch ist er limitiert, hat spielerisch wenig Möglichkeiten. Das bringt eine Spielausrichtung mit, die man bspw. bei den Bayern mit Luca Toni exzerziert hat. Das ist heute aber nicht mehr gefragt. Darum geht es. Nichtsdestotrotz kann das natürlich für die zweite Liga funktionieren. Das hat nichts mit Pessismismus zu tun.

        • spreemaradona
          Am 12. Juli 2010 um 11:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Vor allem hat sich Ramos bei dieser Taktik als hervorragende Besetzung für die Sturmspitze empfohlen. Dass man Friend mit einer Stammplatzgarantie nach Berlin gelockt hat ist grob fahrlässig, passt aber durchaus ins Bild. Technisch beschlagene Spieler wie Ramos meint man in der zweiten Liga nicht zu brauchen. Man gibt jetzt den Schleifer und holt aussortierte Bayernspieler, weil sie ja das Siegergen in sich tragen. Und dazu sind sie noch Deutsche, die ja bekanntlich so tolle Tugenden an den Tag legen.

          • Oliver
            Am 15. Juli 2010 um 11:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Auch hier frage ich mich wieder, wie man etwas so bewußt negativ interpretieren kann, bevor man nur eine einzige wirkliche Erkenntnis hat. Oder weiß du, wie in den ersten Testspielen gespielt wurde. Dazu kommen Unwahrheiten: Man will Ramos doch halten. Ein bißchen mehr positive Stimmung, ich glaube, daß wird eine ziemlich gute Mannschaft.

        • Anonymous
          Am 13. Juli 2010 um 17:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Na das wird dann ja noch eine heikle Geschichte mit „Freund“ Friend wegen seiner Stammplatzgarantie, die ja im Grunde keiner eigentlich hat. Nicht das es hier zu Problemen kommt, wenn z.B. Beichler doch noch kommt, oder Ramos bleibt? Lasogga wird vermutlich bei der U23 vorrangig tätig sein?

          • dns
            Am 13. Juli 2010 um 23:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Ich denke, wenn er so spielt, dass er nicht Stammspieler bleiben kann, dann kann der Verein die Garantie vielleicht auch einfach ignorieren. Was bleibt dem Spieler denn dann? Als stammuntauglicher 2.-Liga-Stürmer auf die Suche nach einem neuen Verein zu gehen wird sicher nicht leichter, als sich zu bemühen, den Stammplatz auch zu verdienen.

  5. Am 10. Juli 2010 um 13:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich gehe davon aus, dass sich im Offensivbereich und im Mittelfeld noch einiges ergeben wird. So lange Ramos und Kacar noch nicht weg sind und vieleicht sogar bleiben, steht die Mannschaft noch lange nicht. Mit Raffael, Kobishvili, Dardai, Ebert, Lustenberger, Hartmann, Perdedaj, Bigalke, Janker und Zecke ist das Mittelfeld noch ein wenig zu dünn besetzt – vor allem offensiv. Mit nur einem „echten“ Stürmer in die Saison zu starten wäre zudem fahrlässig. Lasogga und Domo werden vielleicht ein paar Einsatzzeiten bekommen, aber ich traue ihnen einen Stammplatz irgendwie nicht so recht zu.

  6. Oliver
    Am 16. Juli 2010 um 11:29 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Aerts-Kobiashwili,Hubnik,Mijatovic,Lell-Lustenberger,Kacar(?),Rafael,Ebert-Ramos, Friend

    Trainer: Markus Babbel

    Das hört sich ja wohl nicht so schlecht an und vielleicht bleibt Kacar und/oder es kommt noch was dazu, die Mannschaft sollte Erfolg haben, wenn sie zeigen, was sie können.

    • alexander
      Am 16. Juli 2010 um 12:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

      domo tut mir mittler weile n bissel leid, wenn jetzt beichler noch kommt wird es sehr schwer überhaupt mal zu spielen.

      • Joel
        Am 16. Juli 2010 um 19:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Sorry aber wenn Domo gut genug ist, wird er auch den Vorzug bekommen. Konkurrenz ist besser als aus Mangel an Möglichkeiten das Spiel zu machen. Nur so kann er besser werden…

    • Joel
      Am 16. Juli 2010 um 19:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

      da wären ja noch einige aus der Jugend bzw. U23 die hochkommen und Ronny nicht vergessen -das Brüderchen will ja auch mit machen- dann noch Beichler, wer weiß möglicherweise ein „Juwel“? Wir könnten mal wieder einen Deissler gebrauchen ;-)

  7. Lutz Rocktäschel
    Am 9. September 2010 um 18:57 Uhr veröffentlicht | Permalink

    „Liebe Vuvuzela: Danke für nichts.“ (Daniel) „Ich werde die Vuvuzela vermissen. Irgendwie… “ (Enno)
    Tja, das afrikanische Fußballraumschiff „Vuvuzela“ fliegt wieder zurück, auf der Hyper-Schallwelle, in das Parallel-Universum des Fußballgottes. Aber die Tröte bleibt uns erhalten, man kann in Ruhe über sie lesen, in einem Akustik-Thriller: Vuvuzela oder Die Stimmen der Götter.