Nachhaltigkeit

Sports News - January 17, 2010
Einerseits fühle ich mich in der Pflicht, etwas über die Gründe für Herthas Niedergang zu schreiben. Andererseits wüsste ich nicht, was ich an neuen Erkenntnissen aufzutischen hätte. Ich kann das Verlangen verstehen, das man einen Schlussstrich unter die Saison ziehen will, so wie es Marxelinho versucht. So Recht er mit einigen Punkten auch hat, bleibt es bei einem zum Scheitern verurteilten Versuch, die Pest-Saison hinter sich zu lassen.

Tatsächlich ist es jedoch so, dass Hertha von dieser Saison noch sehr, sehr lange verfolgt werden wird. Es geht hier um Nachhaltigkeit. Leider nicht Sinne der sonst so positiven Konnotation. Mit Favre wurde eine Vision von Fußball verabschiedet, nach der sich fast jeder Verein sehnt. Hat er sie dann einmal gefunden, wird eine erfolgreich umgesetzte Vision schnell zum Konzept-, System- oder neuerdings zum Prozess-Fußball hochsterilisiert. Aktuell lassen sich die Bayern für ihre Geduld im Herbst feiern. Und feiern binnen einer Woche gleich zweimal im Berliner Olympiastadion. Das tut weh.

Sports News - January 15, 2009
Ob Hertha vielleicht auch noch die Kurve gekriegt hätte, wenn man an Favre festgehalten hätte? Diese Frage wird für immer und ewig bei denjenigen Bohren, die in Favre die Vision für anspruchsvollen und erfolgreichen Fußball gesehen haben. Denn der Trainerwechsel hin zu einer konservativen Lösung mit Friedhelm Funkel hat den gewünschten Effekt nicht gebracht. Und dann bleibt halt die Frage, ob Favre den Karren vielleicht nicht besser selbst aus dem Dreck hätte ziehen können/sollen.

Der Abstieg der Hertha lässt sich allerdings am wenigsten an den Trainern festmachen. Der Reflex ist zwar verbreitet, den Trainer für Misserfolg verantwortlich zu machen. Fachlich ist das häufig jedoch Unsinn und nur darin begründet, dass es in der Regel die einzige Personalie ist, die man auch im Laufe einer Saison ohne formale Probleme tauschen kann. Bei Herthas Abstieg spricht allerdings noch ein anderer Grund gegen die Hauptschuld der Trainer Favre und Funkel.

Sports News - January 15, 2009
Hertha war schlichtweg personell teils unzureichend, teils ungeschickt aufgestellt. Es gab von Beginn an ein kolossales Defizit bei der Zusammenstellung der Mannschaft. Die Verantwortung hierfür muss auf mehrere Schultern verteilt werden. Wie immer in diesem Zusammenhang ist der riesige Schuldenberg zu nennen, den Dieter Hoeneß der Hertha hinterlassen hat. Außerdem hat er sich im Sommer wohl gegen den eigentlich vereinbarten „fließenden Übergang“ der Verantwortung gestellt und musste daher gegangen werden. Eine zusätzliche Baustelle mitten in der heißen Transferphase.

Präsident Gegenbauer wollte den Sanierungskurs im Sommer forcieren. Dafür ging er bereits im Frühjahr in die Offensive, als er bekannt gab, dass Hertha einen Transferüberschuss von fünf Millionen Euro erwirtschaften muss. Totgesparte sterben länger. So lässt sich die Saison von der finanziellen Seite zusammenfassen. Da nützt es wenig, wenn der Präsident im RBB nun beteuert, dass bei Hertha von Sparen nie die Rede hätte sein können. Man hätte sich immer bis zur Decke gestreckt. Es ist halt die Frage, ob man sich zur Decke eines 70er-Jahre Neubaus in der Gropiusstadt streckt oder einer Altbauvilla im Grunewald…

Sports News - May 01, 2010
Tatsächlich gab es jedoch im Sommer einiges Geld zu verteilen. Die Kaderzusammenstellung war jedoch eine Katastrophe. Wichniarek konnte in die Hose gehen. Ein Versuch war es wert. Der Transfer war verkraftbar. Darüber hinaus verstehe ich bis heute nicht, warum Hertha mit fünf Innenverteidigern in die Saison ging, aber mit Pisczcek und Stein nur zwei Außenverteidigern. Warum sagte man zu Beginn der Saison, dass man Burchert und Gäng hinter Drobny vertrauen würde, um beim ersten Fehlgriff von Burchert sofort mit der Notverpflichtung von Ochs zu reagieren? Was für Transferspekulationen haben Preetz und Favre im Sommer dazu veranlasst, Adrian Ramos erst viel zu spät zu verpflichten?

Bereits im Sommer wurden bei der Zusammenstellung der Mannschaft grobe handwerklich Fehler begangen. Man muss das festhalten. Aber es ist von Außen nahezu unmöglich, die konkreten Gründe zu benennen. War Preetz zu risikofreudig? Hat er sich verzockt? War er zu unerfahren? Oder konnte Favre sich nicht entscheiden, weil er erst über alles stundenlang grübeln muss? Man kann nur spekulieren.

Hertha BSC Berlin vs Nuremberg
Im Winter war die Transferpolitik dagegen etwas straffer und zielgerichteter organisiert. Hubnik (der wohl in der zweiten Liga neuer Abwehrchef wird, was ich sehr begrüße), war ebenso wie Kobiashvili (dem ein Dreijahresvertrag vorliegt, was ich für zu langfristig einschätze) auf Anhieb echte Verstärkungen. Da haben Preetz und Funkel einiges richtig gemacht, die Abwehr wurde nachhaltig stabil.

Letztlich ist Hertha jedoch abgestiegen, weil die entscheidenden Tore nicht geschossen wurden. Das lag zum einen an Funkels zögerlicher und defensiver Aufstellung und Einstellung. Andererseits ist das offensive Personal in der gesamten Saison nicht effektiv und passend zusammengestellt geworden. Gekas blieb im Spiel der Hertha immer ein Fremdkörper, der nie zum Spiel von Ramos und Raffael gefunden hat. Ich verstehe nicht, warum Gekas in dieser Personalkonstellation verpflichtet wurde.

Es ist bekannt, wie Gekas sich im Spiel verhält. Er schleicht auf Höhe der Abseitsposition und nimmt nicht am Spiel teil. Gekas kann zwar geschickt stehen und ein steiles Zuspiel erflaufen, um frei vor dem Torwart einzuschieben. Er kann jedoch weder hohe Anspiele noch flache Pässe gegen einen Gegenspieler behaupten. Daher war er für Herthas Spiel in der gesamten Rückrunde nahezu nutzlos. Es hätte einen mitspielenden, agierenden Stürmer hinter (!) Ramos gebraucht, der Raffael entlastet und die Spieler auf den Außenbahnen mit einbinden kann.

German Bundesliga - Hertha Berlin vs Nuremberg 1-2
All das hätte bekannt sein müssen. Es hätte klar sein müssen, das Gekas nicht zum Spiel der Hertha passt. Deswegen verstehe ich diesen Transfer nicht. So ist das in der Winterpause, wenn die Fehler des Sommers ausgebügelt werden müssen. Da muss jeder Transfer sitzen. Für die Defensive haben Preetz und Funkel ein gutes Händchen bewiesen. In der Offensive war Gekas jedoch ein klarer Fehlgriff. Deswegen ist Hertha letztlich abgestiegen: Weil im Sommer falsche uns späte Transfers getätigt wurden, die in der Winterpause nur mit viel Glück hätten repariert werden können. Hertha blieb bei der Besetzung der Offensivposition nicht nur glücklos, sondern machte auch unter fachlichen Gesichtspunkten keine gute Figur.

Die alte Dame muss nun in der zweiten Liga von vorne beginnen. Wobei das so nicht stimmt. Präsident und Manager bleiben und erhalten nun eine zweite Chance. Ich bin der Meinung, dass sie das verdient haben. Und der Ansatz, wichtige Teile der Mannschaft halten zu wollen (Raffael, Ramos, Lustenberger, Pisczcek, Hubnik, etc) und mit einem neuen Trainer die weiteren Puzzle-Teile zusammenzusetzen, klingt für mich richtig. Es wäre ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man nun tabula rasa machen wollte. Es muss ein Fundament des Bewahrens geben, auf dem der Neuaufbau gelingen kann. Insofern sehe ich Hertha auf einem vielleicht noch nicht gutem Weg, aber zumindest in eine Richtung gehen, die einem wieder etwas Hoffnung macht. Auf Nachhaltigkeit im positiven Sinne.

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    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

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15 Kommentare

  1. Am 16. Mai 2010 um 13:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich werfe mal die ketzerische Frage in den Raum, ob es überhaupt Alternativen bei Hertha zu Preetz und Gegenbauer gibt? Was mich an Preetz persönlich gestört hat, war sein Haltung, die immer Verzweiflung verriet. Ich hoffe, dass er das intern und in den Vertragsverhandlungen anders dargestellt hat. Für mich bleibt hinter ihm ein großes Fragezeichen. Aber wer so eine Saison durchlebt hat, kann daraus nur gestärkt hervorgehen. Ein Bashing von Gegenbauer wäre genauso sinnvoll wie einen Acker dem Erdboden gleichmachen. Gäbe es eine sinnvolle Alternative, so vermute ich, wäre der Wechsel vollzogen worden.
    Ich bin sehr auf die Bedingungen zur Lizenzerteilung gespannt, von denen bisher nichts nach außen gedrungen ist. Der kolportierte Etat für die zweite Liga sinkt beständig, was mich positiv stimmt, da dies für Realismus spricht. Aber auch 30 Millionen € wären neun Millionen mehr als Augsburg oder Kaiserlautern gestemmt haben…

    • Enno Enno
      Am 16. Mai 2010 um 14:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

      In der Tat sieht es mit Alternativen zu Preetz und Gegenbauer sehr schlecht aus. Es gibt keine. Die Krakeler um Troschitz fabrizieren Jahr um Jahr nur heiße Luft, da ist keine Substanz.

      Was den Etat und die weiteren Entscheidungen angeht, ist noch sehr, sehr viel offen.

  2. Mueggi
    Am 16. Mai 2010 um 13:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich stimme dir in vielen deiner Ausführungen voll und ganz zu (Sommertranfers, Einstellung von Gegenbauer vor der Saison, der Verstärkung der Abwehr in der Winterpause) doch bei Gekas seh ich das ein wenig anders.

    Klar, er war immer ein wenig ein Außenstehender, doch das ist/war er mit seiner Spielweise überall, ob in Bochum, Leverkusen oder auch in der helenischen Nationalmanschaft. Das bringt seine Spielweise mitsich, dass er nicht sehr auffällig spielt. Wenn man jedoch nun passé das ganze betrachtet, dann muss man trotzdem feststellen, dass er hätte 10-13 Tore in der Rückrunde schießen MÜSSEN. Es ist also nicht so, dass er nicht die Chancen gehabt hätte, er hat sie nur nicht gemacht (aus verschiedenen Gründen wie z.B. fälschliches Abseits, unvermögen usw.). Dies trifft im Übrigen auch noch auf andere Spieler zu (schon allein das Ding von Cicero gegen Schalke).

    Und damit komm ich auch zu dem zweiten, wo ich nicht mit dir übereinstimme. Die immer wieder von allen Seiten propagandierte defensive Einstellung von Funkel. Funkel hat aus der Schießbude der Hinrunde eine der stabilsten Abwehrreihen (nur 17 Gegentore in der Rückrunde / zweitbeste Abwehr der Liga) gemacht. Und auch im Abstiegskampf gilt vorrangig, du hast nur eine Chance, wenn du hinten sicher stehst. Mit einer Abwahrleistung wie in der Hinrunde, wären wir schon 7-8 Spieltage vor dem Ende abgestiegen gewesen, da bin ich mir sicher. Und auch sonst verstehe ich nicht, wie er hätte vom Grund her viel offensiver spielen sollen, er hatte in der Regel immer 5 Spieler auf dem Platz, deren Hauptaufgabe die Offensive war (2 Stürmer, Raffa, cicero + die diversen rechten Mittelfeldspieler).

    Was hätte es uns vom Grunde her genutzt, wenn wir ein paar mehr Tore auf Grund einer noch offensiveren Aufstellung geschossen hätten, dafür aber auch eine große Zahl mehr Gegentore bekommen hätten?

    Generell ist für mich dieses defensive Gerede auch einfach nur eine Ausflucht aus der Realität. Und die Realität ist, das es die gesammte Manschaft einfach durch reine Doofheit verbockt hat. Ich erinner mich auf Anhieb an 4-5 Spiele in der Rückrunde, wo Hertha die bessere Manschaft in der Offensive war (Nürnberg, Dortmund, Schalke, Frankfurt Mainz) und es einfach nur nicht geschafft hat die Tore zu schießen. Und das liegt dann halt NICHT am Trainer. Der kann letztenendes durch Taktik und Aufstellung nur Einfluss darauf nehmen, dass die Manschaft sich die Chancen herausspielt. Wenn dann der letzte Schritt, also das Tor zu machen, nicht klappt, dann ist das individuelles Versagen des Spielers. Hier also von einer zu defensiven Spielweise zu reden, finde ich dann schon ein wenig falsch.

    Im übrigen ist das keine Lobrede auf Funkel. Er ist hier angetreten um Hertha zu retten, das hat er nicht geschafft. Er hat auch in meinen Augen Fehler gemacht, die ein Verbleib nicht machbar machen würden. Aber taktisch hat er in meinen Augen nicht viel falsch gemacht. Vor allem mit dem Spielermaterial, welches er zur Verfügung hatte.

    Denn auch das muss man immer bedenken, wenn von s.g. Angsthasenfussball geprochen wurde. Wie hätte er die offensive wirklich verbessert aufstellen können? Arthur konnte leider nicht einmal überzeugen und war für mich bei allen Einsätzen ein noch größerer Störfaktor als Gekas (so leid mir das Tut, ich war einer der vor der Saison die Verpflichtung ganz gut fand). Auch Domo konnte in seinen reichlichen Chancen NIE den durchbruch finden. Und mehr Stürmer waren nicht da. Auch auf den offensiven Mittelfeldpositionen gab es kaum bis keine Optionen, Nicu ist vollkommen abgefallen, Ebert hat mehr mit sich als dem Fussball zu tun, Kacar und Kringe viel verletzt, es haben einfach die alternativen gefehlt.

    Trotzalledem hat Funkel sein Ziel nciht erreicht und es ist nun nur konsequent, dass man die Zusammenarbeit beendet hat.

    Was also am Ende bleibt ist ein Abstieg, der mit einigem Pech, aber auch sehr viel mehr Unkönnen von allen Seiten zu Stande gekommen ist. Ein Neuanfang muss her und wird kommen, es geht ja nicht anders.

    Ob Babbel nun der richtige ist, wird sich zeigen, es ist für mich auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Einen jungen, unverbrauchten Trainer auswählen.

    Mal sehen was jetzt in den nächsten Wochen passiert. und ich hoffe, dass die Manschaft diesmal zu 95% zum trainigsbeginn steht und ncht noch einmal auf entscheidenden Positionen am letzten Tag verändert wird.

    • Enno Enno
      Am 16. Mai 2010 um 14:29 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Mueggi, zu deinen Einwänden:

      Gekas: Ich schrieb, dass es bekannt ist, was Gekas kann und wie er spielt. Du beschreibst das ja noch mal ausführlicher. Fakt ist aber, dass solch ein Spieler nicht in das Mannschaftsgefüge gepasst hat. Das hätte man wissen müssen. Ein mitspielender Stürmer wäre wesentlich effektiver für die gesamte Offensive gewesen, wenngleich er selbst vielleicht weniger Tore geschossen hätte. Das hätte man wissen müssen, weshalb man das jetzt kritisieren muss. Es geht mir nicht darum, dass Gekas nicht Fußball spielen kann.

      Defensive Ausrichtung: Funkel hat Raffael teils als defensiven Mittelfeldspieler in der Rückrunde aufgeboten. Man kann also nominell einiges an Offensive auf den Platz bringen, die Spieler aber mit Defensiv-Aufgaben beauftragen. Das hat Funkel zu häufig gemacht. Zu nennen wären vor allem die Spiele gegen Bochum, Mainz, Gladbach und Hoffenheim. Das hat nichts mit Realitätsverschiebung zu tun.

      Was natürlich stimmt: Die Stürmer (und Mittelfeldspieler) haben viele, viele Chancen nicht gemacht. Darüber haben wir natürlich schon sehr viel geschrieben, weshalb ich da nicht noch mal extra drauf rumgeritten habe. Aber auch hier denke ich, dass ein anderer Stürmertyp besser für das gesamte Spiel und auch die Chancenverwertung gewesen wäre. Einen Spielertyp wie Voronin wäre für das Mannschaftsgefüge und die Offensivaktionen deutlich effektiver gewesen.

      • Oliver
        Am 16. Mai 2010 um 15:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Außerdem glaube ich, daß der Trainer auch dafür verantwortlich ist, daß seine Stürmer treffen. Wenn sie nicht treffen, und daß regelmäßig vor eigenem Publikum, dann macht er irgendetwas falsch, oder es ist der falsche Stürmer, wie Enno meint. Das wäre dann schwer zu beheben. Aber ein sehr guter Trainer schafft es meistens, einen Stürmer der nicht trifft und auf den er angewiesen ist, zum Toreschießen zu verhelfen.
        Ein anderer Punkt: Wenn Schalke 250 Millionen hat und die ganze Liga 600-700 Millionen, dann müssen bei wenigen schuldenfreien Vereinen noch einige mit einer ähnlichen Schuldenlast wie Hertha dabeisein. Deshalb finde ich das bei dem Erreichten nicht außergewöhnlich hoch, Hoeneß hat nicht übertrieben. Da hätte man sich allerdings im Sommer zur Grunewaldvilla-Decke strecken müssen, daß sehe ich als den Hauptfehler an. Favre hat sich von dem Sparzwang überzeugen lassen, weil er zu wenig Ahnung davon hatte und auf seine Fähigkeiten vertraut hat. Er sagt, er wollte Simunic nicht gehen lassen und wenn das mit Pawljutschenko stimmt, ist das sehr unglücklich gelaufen. Das wäre wahrscheinlich ein Transfer mit Signalwirkung gewesen.

  3. Mueggi
    Am 16. Mai 2010 um 18:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @ Enno:

    Was den Stürmer betrifft stimme ich mit dir nicht ganz überein. Das was Hertha bracuhte war ein Strafraumstürmer. Denn das was du gerne gehabt hättest, das hatten wir mit Ramos. Das ist genau die Art Stürmer. Ramos ist sehr viel gelaufen, ist viel auf die Flügel ausgewichen, hat sich Bälle im Mittelfeld geholt. Und so hat er auch schon in der Hinrunde gespielt, wo es neben ihm faktisch keine 2. Spitze gab (deswegen war er in der Hinrunde auch oft nach 60/70 minuten total platt, da er beide Rollen einzunehmen versuchte). Das Gekas nun vielleicht Charakterlich nicht so in das offensiv-Gefüge gepasst hat (Es ist ja kein Geheimniss, dass die Süd-Amerika-Fraktion, die ja die offensive bestimmt hat, mit dem verschlossenen Gekas nicht viel anfangen konnte), das steht auf einem anderen Blatt. Aber wie oben geschrieben, es gan ganz sicher nicht zu wenighochkaratige Chancen, nur zuwenig nutzen daraus. Gekas hat demnach versagt, vom Spielertyp war es aber richtig. Ich hätte in dem Zusammenhang gern einmal Ramos und Pante zusammen gesehen.

    Was die Ausrichtung betrifft, da sind wir wieder da, was ich oben geschrieben habe, man muss auch immer sehen, welche Spieler zu welchem Spiel bereit standen. Wir hatten Phasen in der Rückrunde, wo mit Kringe, Kacar und Dardei gleich 3 Spieler fürs Zentale Mittelfeld ausgefallen sind. Nominell war Raffael im übrigen nie im defensiven Mittelfeld aufgestellt. Man muss ja auch immer sehen, was der Spieler dann auf dem Platz macht und was für möglchkeiten zur Entfaltung er vom Gegner bekommt. Und es bringt nun einmal nichts, wenn vorn 3 Spieler stehen, keine Bälle bekommen und hinten brennt die Luft. Da ist es ganz natürlich, dass ein Spieler sich auch einmal weiter zurück fallen lässt.

    @ Oliver: Was die Stürmer betrifft, hier muss ich dir doch widersprechen. WAS soll ein Trainer machen, wenn die Stürmer 100%ige Chancen auslassen? Der verzweifelt in einer solchen Situation doch genauso wie der Fan auf der Tribüne oder vor dem TV. Du kannst im training torschießen üben bis zum Umfallen, doch wenn der Spieler dann im Spiel wieder mal die falsche Entscheidung trifft, dann kannst du nur noch verzweifeln. Ein gutes Beispiel ist hier ja Artur. Wie oft hat man gerade in der Hinrunde vor Einsätzen von ihm (bzw. dem trainerteam) gehört, wie gut er trainiert hätte, wie viele Tore er in Trainigsspielen erzielt hätte usw. Und wie viele großchance hat er ausgelassen, in wie vielen Spielen hat er komplett versagt? Du kannst als Trainer noch soviel üben, noch soviel reden, wenn in den entscheideneden Situationen (sowohl in der Abwehr, als auch im Sturm) individuelle Großfehler gemacht werden, dann kannst du nichts mehr machen. Das es die falschen Stürmer waren (also vom Spieler selbst her, nciht vom Typ) das will ich gar nicht bestreiten, doch du kannst nun mal nur mit dem arbeiten, was du hast. Und es ist halt auch nie bei einem so richtig ein Knoten geplatzt. So wie bei Barrios beim BVB z.B., der am Anfang auch massive Probleme hatte und auf einmal eine Bude nach der anderen gemacht hätte.
    Was Funkels motivations Künste betrifft, dazu kann ich nichts sagen, ich hab nie eine Ansprache von ihm mitbekommen. Ich könnte mir jedoch vrostellen, dass es da bessere gibt. Doch auch das ist für mich nur eine bedingte ausrede,für das viele Versagen von dem Tor.

    Ich hoffe einfach, das die Manschaft für das nächste jahr in allen Belangen gut zusammen gestellt wird.

    • Oliver
      Am 17. Mai 2010 um 03:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Aber wer soll denn dafür sorgen, daß der Knoten platzt, wenn nicht der Trainer ? Ich bin mir sicher, daß es im Fall von Barrios Klopp war, der es irgendwie hinbekommen hat. Wichniarek ist ein Sonderfall, ich habe es selbst gesehen, wie er noch in seiner ersten Zeit bei Hertha im Training ein Tor nach dem anderen gemacht hat. Wieso er das nicht umsetzten konnte, bleibt schleierhaft, umso mehr aber ist der Trainer gefordert. Irgendjemand, ich glaube Bobic, hat mal gesagt, daß man bei Hertha als Stürmer eine arme Sau ist, weil man immer auf ein starkes Mittelfeld gesetzt hat und oft nur mit einem wirklichen Stürmer angetreten ist, der dann auf sich alleine gestellt war und von den Innenverteidigern einfach zugedeckt wurde. So war das mit Gekas auch, Ramos spielte ja weiter hinten. Da ist man dann wieder bei Funkels Taktik, und ob man nicht ein bißchen offensiver aufstellen konnte. Zumal Gekas ja auswärts getroffen hat, also keine absolute Ladehemmung hatte. Zum Beispiel habe ich nicht verstanden, wieso Funkel nach dem Sieg gegen Heerenveen in der Hinrunde nicht nochmal Wichniarek und Domo genauso hat spielen lassen. Statt Domo in der Mitte zu lassen, stellte er ihn danach gegen Köln nach außen und ließ wieder Wichniarek in die Mitte, was blieb war der verschenkte Sieg gegen Köln.
      Die entscheidenden Punkte hat man gegen Gladbach, Bochum, Mainz und Hoffenheim liegen lassen und gegen diese Mannschaft hätte man einfach offensiver spielen müssen, wie es dann endlich gegen Nürnberg passiert ist. Aber auch da wieder, wie gegen Leverkusen in der Hinrunde, nach dem 1:0 Rückzug. Ein anderer Trainer hätte da einfach mehr darauf gesetzt, das nächste Tor zu erzielen, zu wenig Risiko, daß muß man Funkel vorwerfen.

  4. Tanja*
    Am 16. Mai 2010 um 21:51 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mir war schon vor der Saison klar, wer Pantelic, Woronin und Simunic gehen lässt und nicht für adäquaten Ersatz sorgt spielt gegen den Abstieg und das haben in meinem Umfeld einige so gesehen.
    Diese Situation haben in meinen Augen die Verantwortlichen verschuldet. Wer drei tragende Wände eines Hauses einreißt, der darf sich nicht wundern, wenn es einstürzt. Von daher bin ich der Meinung Gegenbauer und Preetz dürfen diesen Verein nicht weiter führen, sie haben vom Fußballgeschäft keinerlei Ahnung und schaden somit dem Verein. Ich denke schon, dass es Leute gibt, die diese Aufgaben übernehmen würden, nur weil wir keine Namen nennen heißt das doch rein gar nichts. Schlechter als sie kann es eh keiner machen.
    Ingo Schiller war schon unter Hoeneß für die Finazen des Vereins zuständig und andere Leute neben Hoeneß und Schiller mussten Transfers und finanzielle Belange mitvertreten, von daher kann man Hoeneß nicht immer die alleinige Schuld in die Schuhe schieben. Wer keine Ausgaben macht kann auch keine Einnahmen machen.
    Mich macht die gesamte Situation dieses Verein sehr wütend, denn diese Leute treiben den Verein in den Ruin.

    • Enno Enno
      Am 16. Mai 2010 um 21:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Nee, mich nervt das. Immer nur die Entscheidungsträger kritisieren, aber nie die Alternativen auch mal namentlich benennen. Man sieht doch bei Troschitz und Konsorten, wohin das führt: Nur zu heißer Luft, die dann verpufft, ohne dass etwas bewegt wurde. Das nervt.

      • Tanja*
        Am 16. Mai 2010 um 22:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Und mich nervt diese Argumentation, nur weil wir persönlich keine Alternativen kennen sollen diese Leute an der Spitze des Vereins bleiben? Und ihm weiter schaden?
        Ich denke es würde aus der Wirtschaft oder as der Politik Leute geben die es können und die sich um die Jobs reißen würden.
        Es kann ja auch sein, dass die Presse absichtlich nicht über diese Leute berichtet (Einflussnahme) damit alles so bleibt wie es gerade ist.

        • Oliver
          Am 17. Mai 2010 um 02:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Das hatten wir doch auch schon durch. Du behauptest einfach immer wieder Dinge, die nicht stimmen oder vereinfachst sie stark. Voronin hat man nicht „gehen lassen“. Er war schlichtweg zu teuer, er hat bei Liverpool seinen Vertrag zu einer Zeit bekommen, als man dort noch mit Geld um sich geworfen hat und bekam dort ein Gehalt, das auch ein Spieler wie Voronin einfach nicht wert ist. Zu Pantelic ist alles gesagt und Simunic muß selbst auch in einem hohen Grad wechselwillig gewesen sein. Aber Simunics Transfer muß man natürlich als Fehler bezeichnen, obwohl von uns keiner weiß, wie es wirklich gelaufen ist, wer von Hertha Geld gefordert hat, das man mit dem Simunic-Transfer kriegen konnte usw..
          Und in der Tat bringt deine wiederholte Forderung der Absetzung von Preetz und Gegenbauer einfach nichts, das hast du gesehen, sie sind immer noch da und das wird auch erst einmal so bleiben. Es ist viel sinnvoller Preetz viel Glück zu wünschen, was er jetzt macht, davon hängt alles ab, und das sieht nicht so schlecht
          aus.

    • Kugelblitz
      Am 18. Mai 2010 um 00:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

      zu Ingo Schiller:
      Der Mann ist für Zahlen u. deren Deutung gegenüber dem DFB bzw. der DFL verantwortlich. Herr Schiller gibt 100.000 Euro frei u. sagt zum Trainer – „Mehr gibt’s nicht also mach was draus u. sollten 150.000 Euro benötigt werden laß es mich wissen“. Der Mann der Finanzen ist doch nicht für Spielerkäufe verantwortlich sondern nur für die finanzielle Situation des Vereins in der Vergangenheit, Gegenwart u. der Zukunft.

  5. Mirko030
    Am 17. Mai 2010 um 12:07 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @Tanja: Ich biete mich an als Sportdirektor oder Präsident. So wie du über die beiden denkst, müsste ich es ja auch können :-).

  6. Anonymous
    Am 17. Mai 2010 um 14:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Um nochmal auf die Führungsetage zu sprechen zu kommen.

    Erstmal ist es natürlich falsch zu behaupten, dass es für den Posten des Sportdirektors/Managers keine alternativen geben würde. Der Posten ist, ähnlich wie beim Trainer, keine Position, die von der Versammlung geklärt werden muss. D.h. im genauen, dass man Preetz durchaus ‚beurlauben‘ könnte und jemand anderes holen könnte. Ob die potentiellen Kadidaten die einen Job suchen nun die gewünschte Klasse dann haben, das will ich nicht beurteilen, doch ich denke der HSV sucht auf der Stelle hier nicht umsonst schon seit über einem Jahr.

    Ich denke im übrigen, dass man in dieser Position auch mit Preetz weiter machen sollte. Letzten Sommer haben ihm einfach zu viele ins Geschäft gepfuscht in meinen Augen. Ob es nun ein Favre war, der doch sehr speziell war, wenn es um Einkäufe ging, oder ein Gegenbauer mit seinem Sparkurs. Im Winter hatte er relativ freie Hand und ich bleibe dabei, für mich waren alle 3 Einkäufe in der Winterpause sinnvoll und haben alle was gebracht (auch wenn Gekas hätte viel mehr bringen können). Mal schauen, jetzt gilt es für ihn sich zu beweisen.

    Beim Präsidenten/Präsidium sieht die ganze geschichte jedoch ein wenig anders aus. Und hier muss ich Tanja ganz wehement wiedersprechen. Es gibt halt KEINE alternativen momentan, weder aus der Politik, noch aus der Wirtschaft, noch aus dem Fussballgeschäft. Denn wenn es die gäbe, dann hätten sie auf den Versammlungen ja die Möglichkeit sich zu stellen. Aber es ist KEINER da. Also erzähle bitte nicht, dass es sicher alternativen gäbe. Ich bin kein Gegenbauer-Fan und ich würde bei einer vernpftigen Alternative wohl auch für eine Abwahl einstehen, doch dann ist es mir momentan doch mit Gegenbauer viel lieber als komplett Führungslos. Und man kann mir sagen, was man will, ich wage doch arg zu bezweifeln, das Gegenbauer an der Situation spaß hat, dass er den Sparkurs just for fun fährt und das ihm das alles egal ist. Wenn dem so wäre, dann hätte er jetzt seine Koffer genommen und hätte das sinkende Schiff verlassen. Er stellt sich dem ganzen und das sollte man auch anerkennen, da gibt es aus anderen Vereinen schon ganz andere Beispiele.

    Also Fazit, Preetz hat (noch) meine volle Rückendeckung, ich hoffe ich werde nicht enttäuscht. Zu Gegenbauer fehölen einfach die Alternativen, wenn diese kommen, dann muss man schauen, in wie fern diese besser sind und wenn sie besser sind, denke ich, dass hier ein Neustart gut tuen würde. Doch so lange müssen wir einfach damit leben, was wir haben.

  7. Mueggi
    Am 17. Mai 2010 um 14:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    ^—- Sorry, Name vergessen einzutragen.

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  • Von Bayerischer Singsang an der Spree | Hertha BSC Blog am 16. Mai 2010 um 16:43 Uhr veröffentlicht

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