Offene Rechnungen begleichen

Bildnummer: 03963254 Datum: 21.09.2008 Copyright: imago/Team 2..Vedad Ibisevic Photo via Newscom title=
Mit Vedad Ibisevic haben wir noch eine Rechnung offen. In der Hinrunde erwachte der Hoffenheimer Goalgetter aus seiner Schaffenskrise, die er nach langer Verletzung ausgerechnet (!) gegen die damals unglaublich schwach auftretende Hertha überwinden konnte. Eins, zwei, drei. Zackzackzack. So schnell hat er im September seine Tore gegen eine vollkommen desolate Berliner Hintermannschaft geschossen. Man musste quasi nur mit der Wimper zucken, um den Moment zu verpassen, in der Hertha das Spiel aus den Händen gab.

Es war damals der 27. September des Jahres 2009 als deutlich wurde, dass Favre wohl nicht mehr als Trainer zu halten sein würde. Kurz darauf erfolgte die offizielle Bekanntgabe der Trennung, die in dieser Woche nun endgültig vollzogen wurde: Der Vertrag zwischen Hertha BSC und Lucien Favre wurde endgültig aufgehoben und alle arbeitsrechtlichen Streitpunkte geklärt.

Das Spiel in Hoffenheim markierte den Tiefpunkt dieser Saison, der in der Entlassung von Favre gipfelte. Allerdings fehlt bisher der eindeutige Wendepunkt, an dem man sagen könnte: Jawoll, jetzt geht es wieder aufwärts! Bisher hat Hertha BSC ein tiefes Tal durchschritten. Und bei diesem Marsch durchs Dunkel des Tabellenkellers erschien nur selten  – und dann auch nur weit entfernt – die Sonne am Horizont. Die Spiele gegen Hannover und Freiburg waren solche seltenen Lichtblicke.

Nun steht wieder ein Spiel gegen Hoffenheim an. Und es besteht einige Hoffnung (sic!), dass wir nach dem Spiel endlich von einem Wendepunkt zum Guten sprechen können. Hertha muss gegen das drittschlechteste Team der Rückrunde unbedingt gewinnen. Sollten Hannover und Nürnberg leer ausgehen, könnte Hertha endlich den letzten Platz der Tabelle verlassen uns sich sogar bis auf den Relegationsplatz vorschieben. Wir könnten dann sicherlich noch nicht von strahlendem Sommerwetter reden, aber zumindest vom Frühling, der doch unaufhaltsam durchbricht.

Bleibt das Problem mit Vedad Ibisevic. Er darf im Berliner Olympiastadion einfach nicht zum Zuge kommen. Arne Friedrich weiß, wie das geht. Im letzten Aufeinandertreffen zwischen dem Stürmer und dem Verteidiger konnte Arne Friedrich alle Zweikämpfe für sich entscheiden. Er sollte sich das Spiel heute Abend noch einmal auf DVD anschauen und sich eine ähnlich gute Quote für das morgige Spiel vornehmen. Dann dürften alle offenen Rechnungen beglichen sein. Zumindest für diese Saison…

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  • Wer hat das geschrieben?

    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

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8 Kommentare

  1. Tanja*
    Am 27. Februar 2010 um 12:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich hoffe vorallem, dass Joe spielen kann und das er noch nachträglich und damit gebührend verabschiedet wird, mit lautem Si- Si Simunic.
    Die Verantwortlichen haben uns und ihm diesen Abschied kaputt gemacht gönnen wir ihm und uns diesen Abschied somit nachträglich, dass wünsche ich mir!

    • Tanja*
      Am 27. Februar 2010 um 19:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Depremierend, dass Joe ausgepfiffen wurde, sehr dankbar wirklich super :-( (Die Pfiffe haben die Verantwortlichen verdient, aber doch nicht er!!!)
      Joe du wirst immer in meinem Herthanerinnenherzen bleiben, ich vergesse dich nicht… wie so viele andere ebenfalls. In meinem Herzen bleibt ihr Teil meiner „Herthafamilie“ andere werden nie ein Teil davon werden oder bleiben es nicht mehr länger….

  2. Anonymous
    Am 27. Februar 2010 um 18:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Vielleicht sollte man nun ernsthaft erwägen, Aufbaugegner-T-Shirts zu drucken. Ich würd‘ eins nehmen. :-(

  3. Oliver
    Am 27. Februar 2010 um 19:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das ist traurig, zu sehen, wie Joe mit uns gemacht hat, was er vorher solange für uns geleistet hat: Einem harmlosen Gegner zu zeigen, daß man eigentlich nur einen Innenverteidiger wie ihn braucht. Niedlich, die Versuche von Gekas und Ramos, gegen ihn ein Kopfballduell zu gewinnen. Ich dachte immer, wenn er weggeht, dann zu einer Mannschaft im Ausland, in die er wirklich reingehört und nicht zu einem Hoffenheim, das schon lange nicht mehr furchteinflößend ist. Irgendwie hat mir sowas geschwant, daß sie es nicht schaffen werden, daß sie uns wieder in eine totale Leere ziehen werden. Immer wenn man denkt, jetzt ist es mit dem Leiden endlich vorbei, daß es nicht nochmal wieder schlimmer werden kann. Friedhelm wird wieder erzählen, man könne ja nicht jedes Spiel gewinnen, wahrscheinlich will er sich mit der niedrigsten Punktzahl, die je zum Klassenerhalt gereicht hat, bei Hertha verewigen.
    Ich warte auch noch immer darauf, daß Gekas einmal seinem Vornamen gerecht wird und sich als eine Erscheinung Gottes auf dem Rasen des Olympiastadions manifestiert, aber er kommt nicht an einen Ball im Strafraum ran. Doch wo soll man anfangen ? Ich lande bei der Verantwortung für das ganze immer nur wieder bei Funkel, und die Tragik liegt wohl darin, daß man glaubt, es mache keinen Sinn, diesen erfolglosesten aller Hertha-Trainer jetzt noch zu feuern, daß man es irgendwie mit Hängen und Würgen doch noch schafft mit ihm.
    Und wieder nicht den Kopf hängen lassen, aber ich bin wirklich mal gespannt, was nach dieser Leistung passiert. Das liebe Olympiastadion trägt mit seiner endlosen Weite auch noch mit dazu bei: Der Funke von der Ostkurve springt nicht über, irgendwann schweigt sie nur noch und die Mannschaft verschwindet einfach in der Kabine.

  4. Enno Enno
    Am 27. Februar 2010 um 22:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Kann man abhaken die Saison. Das war’s jetzt. Nicht nur die Niederlagen, vielmehr das desolate, hilflose Auftreten der Mannschaft zeigt eines deutlich: Sie können es nicht. Obwohl rechnerisch immer noch alles möglich ist, mache ich mir keine Hoffnungen mehr.

    • Am 27. Februar 2010 um 23:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Yep. Es reicht einfach nicht.

  5. Oliver
    Am 28. Februar 2010 um 07:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Aber woran liegt es denn ? Desolat und hilflos heißt doch, das sie nicht wissen, wie sie es machen sollen. Und wer muß ihnen das sagen? Ich weiß auch, daß es nichts bringt, über Funkel herzuziehen, aber ich glaube, daß sie es sehr wohl können, daß es reichen würde. Die Abwehrleistung stimmt, außer jeweils einem Aussetzer. Das mit Piszcek einer der zwei Spieler ausfällt, die so etwas wie Elan nach vorne zeigen, war Pech. Das Mittelfeld wäre auch gut genug. Ein Jammer, einen Spieler mit solchen Fähigkeiten wie Rafael so alleingelassen zu sehen. Mein einziger Zweifel betrifft die Stürmer, von denen man nicht den Eindruck hat, daß sie sich körperlich durchsetzen können. Aber wer bitte muß den Spielern sagen, daß sie zuhause mehr tun müssen, als ein schwacher Gegner und wer muß sie motivieren, sie an der Hand nehmen, was man mit diesen großen Kindern anscheinend tun muß ? Einmal ein willensstarker Mann wie Drobny im Strafraum und er kommt gleich an den Ball, das sagt doch alles. Es ist weiterhin nichts verloren, auch wenn man darauf keine Lust mehr hat und denkt, so haben sie es auch nicht verdient. Zweite Liga würde uns wenigstens von Funkel befreien und vielleicht braucht Hertha einen radikalen Neuanfang, aber ich habe trozdem keine Lust darauf.

  6. Konstantin
    Am 28. Februar 2010 um 11:56 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Was für ein Zeichen ist das eigentlich, dass der gestrige Sponsor der alten Dame ein Verein zur Bertreung in Not geratener Straßenkinder ist?
    Was will uns der Autor des Hertha-Schicksalbuches damit sagen? Ich würde mich jetzt gerne von der Berliner Treberhilfe im Maserati durch die Gegend kutschen lassen, um ein paar Fragezeichen in die Luft zu starren…

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