Preetz pokert

Soso, Hertha muss Raffael also nicht abgeben. Die Saison sei durchfinanziert. Sagt Michael Preetz und sorgt damit – sicherlich nicht nur bei mir – für Verwunderung. Denn eigentlich hieß es ja, Raffael und Ramos seien verpflichtende Abgänge, noch einmal könne man eine solche Kraftanstrengung, erstligareife Spieler mit erstligareifen Verträgen mit in die zweite Liga zu nehmen, nicht schaffen.

Was ist seitdem passiert? Hertha hat – laut Transfermarkt.de – Mijatovic, Lell, Torun, Ottl, Ebert, Aerts und Kargbo abgegeben. Sieben Spieler also. Gleichzeitig kamen genauso viele von anderen Vereinen bzw. aus der zweiten Mannschaft (Torhüter Sprint). Allerdings kehrten mit Fardi, Knoll und Beichler auch drei verliehene Spieler in den Kader zurück. Macht zehn. Klar, Hertha hat „nur“ zwei Millionen Euro an Ablösen bezahlt und kann sich mit dem Überweisen laut Preetz-Interview vermutlich noch ein bisschen Zeit lassen. Und die Neuen werden mit Sicherheit weniger verdienen, als die Alten. Aber dass der Personaletat damit halbiert worden ist – das kann ich mir nicht vorstellen.

Preetz‘ Aussagen haben eigentlich nur dann Sinn, wenn er damit den Poker um Raffael in die heiße Phase bringen möchte. Er übt Druck aus auf Dynamo Kiew und den SSC Neapel, die sich bisher noch weigern, tief genug in die Tasche zu greifen. Seit Sonntag ist wohl auch der Hamburger SV mit im Rennen. Je nach dem wie Ernst das gemeint ist, ist es für Raffael wohl die favorisierte Option. Ich glaube, er hat sich in Deutschland verguckt und möchte ungern irgendwo noch einmal neu anfangen. Das Problem für Hertha: der HSV ist der am wenigsten liquide Klub der drei Anwärter.

In keinem Fall glaube ich, dass Raffael über den 31. August hinaus die Hertha-Fahne auf der Brust tragen wird. Ich denke, dass die Aussagen von Preetz zwar mit Finanzchef Ingo Schiller abgesprochen sind, dass Schiller aber auch eine gesteigerte Schweißproduktion auf der Stirn entwickeln wird, je näher die Schließung der Transferliste rückt. Denn die Raffael-Millionen mögen für die aktuelle Saison nicht überlebensnotwendig sein. Über die Zeit darüber hinaus hat Michael Preetz sich allerdings nicht geäußert.

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  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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5 Kommentare

  1. Enno Enno
    Am 22. Juli 2012 um 13:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Raffael zum HSV? Das wäre ja eine nette Geschichte, wo Drobny und Kacar doch auch schon so wahnsinnig gut dort eingeschlagen sind! :-) Würde sicherlich passen, wenngleich ich nicht glaube, dass dem HSV damit weiter geholfen wäre. Aber das wäre vielleicht auch gut so…

  2. Am 23. Juli 2012 um 18:43 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die Verkäufe sind auch für diese Saison schon immenz wichtig, zumindest Raffael, da jeder, der auf der MV war, weiß, dass Hertha z.Z. noch ein Loch von rund 13 Millionen in der Kalkulation für die kommende Saison hat, welches u.a. durch die Verkäufe gedeckt, oder zumindest deutlich verkleinert werden soll. Demnach ist es ein sehr leicht zu durchschauender Schachzug von Preetz, da auch bei den Interessenten dieser Fakt durchaus bekannt sein dürfte.
    Ja, die Saison ist komplett durchkalkuliert, jedoch MIT den Einnahmen aus den Verkäufen, was im übrigen sogar eine Auflage der DFL ist, welche bis zur Schließung der Transferliste erfüllt werden muss (sonst drohen Saktionen). Also ein klarer Transferüberschuss muss erzielt werden.

  3. Halblinks
    Am 24. Juli 2012 um 08:32 Uhr veröffentlicht | Permalink

    bei dem seit Jahren an den Tag gelegten Finanzgebahren und diesen zusätzlichen Äusserungen wird einem ganz blümerant.
    Hertha spielt doch derzeit das „Griechenlandspiel“. Wenn die ganzen Investoren ihr Geld überhaupt irgendwann eventuell mal wiedersehen wollen, dann dürfen sie uns jetzt nicht sterben lassen.
    Mir wird da eher schlecht.

  4. Am 24. Juli 2012 um 09:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Man entlässt aus finanziellen Gründen 12 Geschäftsstellenmitarbeiter, hat es aber plötzlich nicht nötig, Raffael zu verkaufen. Das ist doch das Letzte.

    • Daniel
      Am 24. Juli 2012 um 09:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Preetz hat die Entlassungen im Interview ja nochmals mit einer „Umstrukturierung“ begründet. Frei nach dem Motto: „Die hätten wir auch so entlassen.“ Das sind alles schon sehr merkwürdige Töne nach den Meldungen im Abstiegskampf des vergangenen Jahres, nach denen Hertha aufpassen muss, überhaupt zu überleben.