Sapir-Whorf-Hypothese

Sports News - April 10, 2010
Funkel ist ein hoffnungsloser Optimist. Er spricht immer noch von den Chancen auf den Klassenerhalt. Und er spricht und spricht und spricht. Man könnte meinen, dass Funkel eigentlich gar kein Fußballtrainer ist, sondern versucht, die Sapir-Whorf-Hypothese im Fußball zu beweisen. Frei nach dem Motto: Die Sprache formt das Denken, formt das Handeln. Um die Klasse zu halten, muss man also vor allem vom Klassenerhalt sprechen.

Soweit die Theorie. Die Praxis sieht jedoch ganz anders aus. Nämlich so wie gestern gegen Stuttgart als Hertha zwar nicht schlechter war als der VfB, aber dennoch verlor. Vor der Partie hatte ich mir ja ein dreckiges Einszunull gewünscht. Allerdings für Hertha…

Sports News - April 10, 2010
Es bleibt für die Hertha bei einer unglücklichen Mischung aus Unvermögen (Gekas!, Friedrich), Unglück (von Bergen) und Ungerechtigkeit (Abseits gegen Gekas!, Handspiel Tasci). Das ist nicht neu, lässt sich aber von Funkel auch nicht mehr schön reden. Insbesondere wenn man die Entstehung des Gegentores durch Cacau sieht. Dort zeigt sich das ganze Drama der Hertha. Pisczcek geht fast bis zur Grundlinie und schlägt eine Flanke ins Niemandsland des Strafraums. Schneller Konter des VfB, Cacau zieht in die Mitte und Arne Friedrich rückt zwar raus, lässt sich aber viel zu einfach düpieren. Cacaus Schuss wird von von Bergen so abgefälscht, dass Drobny keine Chance hat den Ball zu halten. Unfassbar.

Natürlich redet Funkel jetzt weiter. Er redet und redet und redet von der Möglichkeit auf den Klassenerhalt. Aber es beschleichen einen doch arge Zweifel, ob es damit allein schon getan ist. Schließlich wird die Sapir-Whorf-Hypothese ziemlich kritisch gesehen. Vielleicht muss die Mannschaft auch endlich mal wieder ein Heimspiel gewinnen. Die Auswärtsspiele scheinen Hertha derzeit leichter zu fallen. Also sind Siege in Frankfurt und Leverkusen Pflicht. Aber zuhause gegen Schalke und Bayern muss nun auch gepunktet, bzw. gewonnen werden. Sonst wird es trotz aller Worte nicht für den Relegationsplatz reichen.

Ich bin jetzt erwartungsgemäß ziemlich schlecht gelaunt. Nicht, weil die Hertha jetzt schon abgestiegen ist. Es gibt immer noch den kleinen Strohhalm, an den man sich klammern kann. Was mich aber wirklich ärgert, ist der Umstand, dass die Mannschaft scheinbar nur gewinnen kann, wenn der Gegner mithilft.

Hertha vs Stuttgart
Und für diesen Konstruktionsfehler des Kaders gibt es eine lange Kette von Verantwortlichen: Hoeneß, der den Club verschuldete und für das enge finanzielle Korsett verantwortlich ist. Favre und Preetz, die sich im Sommer nicht gegen die Sparmaßnahmen Gegenbauers widersetzt haben und die Potentiale einiger Spieler kolossal überschätzt haben (Wichniarek!) Funkel und wiederum Preetz, die im Winter gesehen haben mussten, dass Hertha einen zentralen Stürmer braucht, der nicht nur schleicht (Gekas!), sondern auch läuft und spielt.

Auch wenn es noch nicht so weit ist, muss man auch sehen, dass sich Hertha in der zweiten Liga gewisser Altlasten (Funkel, Friedrich, Gekas) entledigen könnte. Dann bräuchte es nur noch einen gewieften Strategen für den Neuaufbau. Preetz? Tendenziell eher nicht…

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    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

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6 Kommentare

  1. tom
    Am 11. April 2010 um 15:32 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Funkel ein hoffnungsloser Optimist? Nein, so sehe ich das nicht, eher ein satter, müder Trainer, der lieber mit seiner jungen Freundin sein Liebesnest wärmt, als sich ernsthafte Gedanken um die Hertha zu machen. Als ich am Dienstag in der B.Z. folgendes las:

    Kurztrip: Trainer Friedhelm Funkel nutzte das freie Osterwochenende, um mit seiner Anja in seiner Ferienwohnung auf Mallorca zu entspannen. …
    da war mir klar, dass nur eine Niederlage rauskommen kann. Nach einem guten Sieg gegen Köln wird durch diese Geste den Spielern die Wertigkeit der nächsten Spiele demonstriert. Hier ist die Quittung. Ein Magath oder Gross hätte so nie gehandelt. Das macht den Qualitätsunterschied der Trainer. Hertha hat das spielerische Potential zum Siegen, aber nicht den Trainer, der sie dahin führt. Bald kann Funkel sein Liebesnest auf Malle für länger wärmen.

  2. Am 11. April 2010 um 15:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

    1. Die B.Z. hat schon viel geschrieben.
    2. Funkel hat doch gar keine andere Wahl. So lange ein Klassenerhalt rechnerisch möpglich ist, MUSS er vor den Kameras behaupten, dass er dran glaube. So ist das nun mal im Fussballbusiness!

    • tom
      Am 11. April 2010 um 16:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

      ..die Mannschaft hat gute Ansätze, die Funkel nicht konsequent umsetzt.
      Ja, du hast recht B.Z. hat schon viel geschrieben,dennoch: hast du jemals über Magath oder Heinkes, Frontzek oder Hecking solche Meldungen gelesen?Das liegt nicht daran, dass sie alle keine Hertha-Trainer sind. Funkel hat eben andere Prioritäten . Ich bin fest davon überzeugt, dass ein Anderer das Optimum aus Hertha rausgeholt hätte und wir jetzt in der Tabellenmitte stünden.

  3. Tanja*
    Am 11. April 2010 um 16:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es soll auch arbeitende Menschen mit Privatleben geben
    B.Z. = Bitte Zerreißen!!!

    • flinki
      Am 11. April 2010 um 18:56 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ja, die gibt es! Die stellen aber ihr Privatleben nicht so zu Schau! Funkel ist für sein Feierleben bekannt.

  4. Tanja*
    Am 11. April 2010 um 16:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ach ja und ich vergaß:
    Schon mal überlegt, dass bei der B.Z. vielleicht eine gewisse Meinungsmache hintersteckt (Stimmung?) …

Ein Trackback

  • Von Saisonaus für Kringe | Hertha BSC Blog am 11. April 2010 um 13:17 Uhr veröffentlicht

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