Sportblogger a.D.

Rücktritte sind ja derzeit ein ganz großes Thema. Der Lügenbaron a.k.a. Selbstverteidigungminister trat gestern endlich zurück und reihenweise danken die Despoten in Nordafrika ab oder stehen zumindest mit ihrer Bevölkerung über die Rücktrittsfrage im Konflikt. Aber auch bei den Fußball-Bloggern wird zurück getreten und vom Rücktritt zurück getreten. Ganz unabhängig von all diesen Entwicklungen ist in mir in den letzten sieben Monaten ein Entschluss gereift.

Ich bin kein aktiver Fußball-Blogger mehr. Heute nun ist es offiziell, ich bin Sportblogger a.D. Das heißt für mich nichts anderes, als mit etwas aufzuhören, das mich viereinhalb Jahre begeistert hat. Das Sportbloggen hat mich auf eine unwiderrufliche Art und Weise geprägt und wird daher ein Teil von mir und meiner Geschichte bleiben. Daher bin ich nun „Sportblogger außer Dienst“.

An dieser Stelle gilt es in der Regel, Gründe zu nennen. Nun, es ist nicht so, dass ich die Altersgrenze erreicht hätte, die mir die Befähigung zum Amt abspricht. Ganz bestimmt nicht! Ebenso wenig rebelliert das Publikum und fordert den Sturz. Auch die „bösen Massenmedien“ und ihre „Hetzkampagnen“ kann ich nicht verantwortlich machen. Es sind in erster Linie berufliche Gründe, die ich nennen kann. Im Gegensatz zum Lügenbaron schreibe ich meine Dissertation tatsächlich selbst und muss „nebenbei“ den notwendigen Lebensunterhalt bestreiten. Hinzu kommen einige private Gründe. Es mag zwar sein, dass es Menschen gibt, die das Private für politisch, bzw. öffentlich halten. Ich bin in diesem Fall der Meinung, dass Privates privat bleibt.

Die Abkürzung „a.D.“ klingt – ausgesprochen – wie „Ade“, die Kurzform von „Adieu„. Wie passend. Muss ich mich doch nun verabschieden. Dazu heißt es interessanter Weise bei Wikipedia:

Adieu wird heutzutage oft auch im Sinne von „Auf Nimmerwiedersehen“ bzw. „Lebe wohl“ verwendet, wenn man davon ausgeht, dass man die zu verabschiedende Person/Sache nicht wiedersieht bzw. nicht wiedersehen möchte.

So fühlt es sich zumindest für mich an: „Lebe wohl“. Und so meine ich es auch, wenngleich es sich nicht so fatalistisch gestaltet, wie „Auf Nimmerwiedersehen“. Denn ich werde weiterhin einige ausgewählte Sportblogs lesen und Stammgast auf dem Hertha-Blog bleiben. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich zu dem ein oder anderen Beitrag auch einen mal mehr oder mal weniger garstigen Kommentar absetzen werde. Das darf wahlweise als Versprechen oder als Drohung interpretiert werden.

Ich danke allen Lesern und Leserinnen und allen Kommentierenden für ihr Interesse, das ihr mir für meine Artikel beim Hertha-Blog und der Welt-Hertha-Linke entgegen gebracht habt. Für mich war es eine tolle Zeit. Ich danke auch Felix, Daniel und Maria für ihre Zusammenarbeit in diesem Projekt und wünsche euch viel Spaß mit dem Hertha-Blog.

Adieu!
Enno, Sportblogger a.D.

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  • Wer hat das geschrieben?

    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

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29 Kommentare

  1. Am 2. März 2011 um 10:52 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Freue mich auf Deine Kommentare! Und viel Erfolg bei der Diss, die Du in mühevoller Kleinstarbeit anfertigst!

  2. Am 2. März 2011 um 10:57 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Mit den garstigen Kommentaren hast Du ja schon begonnen…

    nicht wiedersehen möchte

    Viel Glück, viel Erfolg, vielen Dank!

  3. Am 2. März 2011 um 10:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ja, so ist das. Alles hat seine Zeit.

    Ich finde es überaus schade, denn – bei allem Respekt Daniel und Felix gegenüber – ist dieses Blog für mich immer noch der Nachfolger von Welt Hertha Linke, lange das Einzige, was ich überhaupt von Hertha BSC wissen wollte.

    Ich wünsche mir, dass wir uns nicht völlig aus den Augen verlieren, uns vielleicht tatsächlich mal wieder sehen.. Bis dahin und darüber hinaus: Mach’s gut, alles, und danke.

  4. Am 2. März 2011 um 11:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo Enno,
    wünsch Dir viel Erfolg bei Deiner Dissertation und alles Gute weiterhin.

    Ich freu mich auf Deine Kommentare!

    LG,
    Kiwi

  5. Am 2. März 2011 um 11:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Einer der wenigen Fälle, wo ich mich über den Rücktritt vom Rücktritt überaus freuen würde.

  6. Am 2. März 2011 um 12:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Sehr schade, Enno! Aber viel Erfolg bei der Dissertation – und: Man sieht sich immer zweimal…

  7. Am 2. März 2011 um 12:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ach Menno Enno…muss das sein? Stell dir lieber einen Ghostwriter für die Dissertation ein, denn die liest am Ende eh keiner deiner Profs oder Betreuer (eigene Erfahrungen!). Deinen Blog aber lesen wir…

  8. Edo Z.
    Am 2. März 2011 um 12:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Yo, wenn außer Dauer-Trainer-Dissen nicht mehr viel herum kommt ist es sicher besser aufzuhören, alles Gute!

  9. Am 2. März 2011 um 12:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schlimm klingts, aber selbst ein Herr Wieland hat es ja nicht lang ausgehalten. Hau in die Tasten für deine Dissertation und dann sieht man sich wieder. „Sportblogger i.D.“ :)

    Viel Erfolg bei der Diss und nicht zuviel abschreiben!

  10. Name
    Am 2. März 2011 um 12:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Danke für die Zeit, es war immer ein Vergnügen.

  11. Am 2. März 2011 um 12:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo Enno,

    schade, dass uns weider ein toller Blogger verläßt. Ich wünsche Dir alles Gute für die Dissertation.

    Gruß
    Dirk

  12. Halblinks
    Am 2. März 2011 um 12:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Machs gut, Enno.

    Wenn dieser Schritt dazu dient, die handwerklichen Fehler in deiner Dissertation zu minimieren, dann ist es doch etwas wert ;-))

    Lese den Block gerne und hoffe, dass er auch mit einem „Schreiberling“ weniger auskommt.

  13. Am 2. März 2011 um 12:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    blöd! echt blöd! blöd, blöder, am blödesten! und frech auch…

  14. spreemaradona
    Am 2. März 2011 um 13:57 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schade, Enno.
    Was fehlte:
    „Abschließend ein Satz, der für einen Sportblogger ungewöhnlich klingen mag. Ich war immer bereit, zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht. Vielen Dank.“

  15. streiflicht
    Am 2. März 2011 um 14:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schade.
    Alles Gute, Enno!

  16. Am 2. März 2011 um 16:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich schließe mich an: Danke und viel Erfolg bei der Diss. Und vielleicht ist dieser Rücktritt ja auch nur von vorübergehender – ich betone: vorübergehender – Natur.

  17. Herthana
    Am 2. März 2011 um 17:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Allet jute!! Echt schade und vielen Dank für die vielen schmunzeler …
    Wann kommt eigentlich der Aufstiegsquotient??

  18. Blauer Montag
    Am 2. März 2011 um 19:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

    toi toi toi Enno,
    ich hoffe, auch für dich gilt weiterhin das Motto:
    „Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin“.

  19. Gonzo
    Am 2. März 2011 um 20:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schade – und danke für das erfrischend anders Hertha-Sein. Viel Erfolg und alles Gute

  20. Am 2. März 2011 um 20:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich mochte ja immer sehr die ausgewachsenen Rants von Enno. Sehr schade, aber zum Glück wohl nicht gänzlich aus der virtuellen Welt.

    Schön auch, dass das Mehr-Autoren-Blog weiterleben kann, weil es ein solches ist.

  21. Am 2. März 2011 um 22:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schade, deine Beiträge werden durchaus fehlen, aber dein Abschied ist verständlich. Viel Erfolg!

  22. Am 2. März 2011 um 23:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

    danke und alles gute!

  23. Am 3. März 2011 um 11:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Enno,

    habe gern bei Euch vorbeigeschaut – aber das kann ich ja weiterhin tun. . Mit einem gewissen Abstand zum regelmäßigen Bloggen wünsche ich mir von Dir einen Beitrag „Macht Bloggen süchtig. Wenn ja, wie ist der Entzug?“

    Dir alles Gute und bon courage für die Dissertation

  24. Am 3. März 2011 um 12:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Danke Enno für all Deine vielen Hertha-Beiträge. Die meisten habe ich gelesen. Auch die auf Deine Beschreibungen, Analysen und Statements zum Thema Hertha verfassten oft sehr kontroversen Kommentare anderer Hertha-Fans habe ich immer mit großem Interesse verfolgt.

  25. Gerd
    Am 3. März 2011 um 12:38 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ciao Enno-und danke für die Kommentare. Viel Erfolg im Leben.
    Gruss Gerd

  26. Am 3. März 2011 um 23:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schade.

    Ich war wirklich, seitdem es dieses Blog gibt, immer gespannt, was denn wohl der Enno zu diesem oder jenem Kick der Hertha zu sagen hätte, denn wenn ich einem Beitrag mal nicht zustimmen konnte, was erstaunlich selten der Fall war, dann fand ich ihn doch allermeistens interessant und des Nachdenkens wert.

    Auch wenn man sich darüber streiten kann, ob das wirklich das „wahre Leben“ da draußen ist, so ist es doch sehr verständlich, wenn diesem der Vorrang eingeräumt wird. Bloggen muss Spaß machen, und wenn es zur lästigen Pflicht zu werden droht, die zu anderen wichtigen Dingen in Konkurrenz steht, sollte man es lieber lassen. So erinnern sich alle an eine gute Zeit, und wer weiß, wo man mal wieder virtuell zusammentrifft…

    Aber einen kleinen Wunsch hätte ich, sonst endet die Sache doch irgendwie unfertig: Wie wäre es mit einem klitzekleinen Enno-Beitrag zum Abschluss der Saison? Na?

  27. Enno Enno
    Am 4. März 2011 um 15:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Danke für die vielen netten Worte!

  28. Am 4. März 2011 um 15:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Enno, mit wem soll ich mich denn jetzt streiten? *kopfschüttel* Doch, ich weiß schon, wie´s Dir geht – ist ja bei mir nicht sehr viel anders, und so´n Blog läuft nur weiter, wenn mehrere mithelfen. Daher sowohl Dir persönlich als auch dem Hertha-Blog alles Gute!

  29. Am 17. März 2011 um 21:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Auch von mir alles Gute für die Dissertation, fürs Leben, für alles, was du demnächst so vorhast. Und danke für all die Zeit und das Herzblut, das du ins Bloggen gesteckt hast!