Umgehauen

Gestern hat sich Jarsolav Drobny bei seinem Kapitän für den Nasenbeinbruch in der vergangenen Woche revanchiert. Wie schon im Spiel gegen Gladbach flog der Ball hoch und weit auf das Tor zu. Am 16-Meter Raum trafen sich Arne Friedrich im Rückwärts- und Drobny im Vorwärtsgang befindend aufeinander. Drobny sprang mit vollem Einsatz zum Ball und erwischte damit nicht nur das Leder, sondern auch seinen Mitspieler. Sicher muss er da ohne Rücksicht auf Verluste zum Ball gehen, aber souverän sieht nun mal anders aus.

Dieser Zusammenstoß ist sinnbildlich für Hertha in diesen Tagen. Das, was Hertha in der vergangegenen Saison stark machte scheint verloren gegangen zu sein: Die mannschaftliche Geschlossenheit.

Es sind Fehler im Spielaufbau und in der Abstimmung (besonders) bei Standards, die für die magere Ausbeute aus den letzten Spielen verantwortlich zu machen sind und nicht „das Fehlen von Qualität“ wie Friedrich gestern auf Sky sagte.

Herr Friedrich sollte nicht immer alles auf die Abgänge schieben und sich stattdessen lieber fragen wieso ich kaum hinschauen kann, wenn es einen Eckball gegen Hertha gibt. Oder wie es dazu kommt, dass er innerhalb einer Woche zwei mal gegen Drobny in einen Zweikampf geht.

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  • Wer hat das geschrieben?

    Hallo, ich bin Felix und gehöre wie die meisten Herthafans in meinem Alter, zur 98er Generation, die 2010 den ersten Abstieg miterlebt hat. (→mehr)

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14 Kommentare

  1. Daniel
    Am 24. August 2009 um 11:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das erinnerte mich – als ich es übers Radio hörte – schon sehr an die Zeiten, als sich Oliver Kahn regelmäßig mit Sammy Kuffour „traf“…

    Aber Bayern war damals erfolgreich.

  2. Am 24. August 2009 um 14:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es fehlt tatsächlich das mannschaftliche Gefüge. Zu sehen ist das ganz deutlich an den schlechten und falschen Laufwegen und die mangelnde Kommunikation auf dem Platz (siehe Droby und Friedrich). Ich fürchte, dieses Jahr müssen wir mit dem schlimmsten rechnen …

  3. Am 24. August 2009 um 19:38 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich sehe das so wie Friedrich. Es fehlt einfach die Qualität. Voronin und Pantelic waren an über 20 Toren beteiligt und schon letzte Saison hat Hertha nicht gerade viele Treffer erzielt und meist mit einem Tor Abstand knapp gewonnen. Wenn es in der tollen letzten Saison nur knapp zu Siegen gereicht hat, übrigens auch gegen Bochum im Hinspiel, werden es aufgrund der fehlenden Qualität diese Saison nun knappe Niederlagen.
    Das Mittelfeld mag erhalten geblieben sein, doch auch dort schaltete sich Voronin des öfteren ein, holte Bälle, schirmte Bälle, das finde ich war seine beste Qualität, exzellent ab und spielte Pässe.
    Und auch Simunic machte fast alle Fehler und Fehlpässe von Stein wieder gut. Von Bergen hingegen verursacht zusätzlich zu Stein und Piszczek Fehler, die Friedrich auch nicht mehr korrigieren kann.

    Fazit: Euro-League fällt weg und Bundesliga wird weder schön noch erfolgreich, außer man landet einen Volltreffer auf dem Transfermarkt.

  4. Felix Felix
    Am 24. August 2009 um 20:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nee Ben. Das hat einfach nichts mit Qualität zu tun, wenn man es nicht schafft dem VfL Bochum nur annähernd paroli bieten zu können. Friedrichs Aussage ist einfach nur ein Artmutszeugnis.
    Mit Teamgeist und einer anderen Einstellung wäre ein dreier drin gewesen. Wenn wir jetzt gegen Bremen, Hamburg, Schalke, Bayern oder Leverkusen verloren hätten, könnte ich die Ausrede von fehlender Qualität gelten lassen. Aber bei allem Respekt…. Bochum ist ein ganz anderes Kaliber.

  5. Daniel
    Am 24. August 2009 um 20:32 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wenn ich mir das so durchlese, muss man ja fast befürchten, dass die mit Absicht verloren haben, um das Management unter Druck zu setzen:

    http://www.morgenpost.de/sport/hertha/article1156962/Fuehrungsspieler_setzen_Management_unter_Druck.html#reqRSS

  6. PhilF
    Am 24. August 2009 um 20:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Meiner Meinung nach hat Friedrich mal wieder eine unnütze Aussage getätigt. Was mir auffällt: Hertha besitzt keine Führungsspieler! Pantelic hatte seine Marotten, war aber in der Lage, dass Spiel an sich zu ziehen und die Mannschaft aufzuwecken. Auch Simunic konnte auffem Platz laut werden. Und in dieser Saison?
    Drobny müsste mehr Verantwortung übernehmen, mehr Kommandos geben. Friedrich wird schon seit Jahren für einen Führungsspieler gehalten, aber meiner Meinung nach ist er keiner! Von ihm kommt einfach viel zu wenig auffem Platz. Dabei mein ich, dass er eindeutig zu wenig Kommandos gibt, und sich junge Spieler nicht wirklich an ihm orientieren können. Im Mittelfeld sehe ich zur Zeit auch niemanden, der Führungsspieler werden könnte (Kacar ist noch zu jung), im Sturm sowieso nicht (Raffael scheint zu introvertiert zu sein!).
    Also, langsam muss die Mannschaft aufwachen! So viel schlechter als im letzten Jahr ist diese Mannschaft nicht, aber nur, wenn jeder sein Potential abruft, und sich nicht hinter den Abgängen von Pante, Simunic und Voronin versteckt!

  7. Enno Enno
    Am 24. August 2009 um 20:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich kann mich den meisten Kommentaren nur anschließen: Wenn die Mannschaft ähnlich intensiv in die Zweikämpfe mit dem Gegner gegangen wäre, wie bspw. Friedrich und Drobny einander angegangen sind, dann hätte Friedrich keinen Grund gehabt, über mangelnde Qualität zu lamentieren.

    Seine Leistung war, wie die seiner Mitspieler, unter aller Sau. Danach so ein Statement abzulassen, ist typisch für den zur Heuelsusigkeit neigenden Kapitän. Für mich muss ein Kapitän kein Lautsprecher sein, der markige Sprüche parat hat. Aber er sollte in der Lage sein, ein wenig Selbstkritik zu äußern. Der Kommentar von Friedrich war noch armseliger als das Spiel von Hertha. Und es war schwer, diese Nicht-Leistung zu unterbieten. Friedrich hat es geschafft. Unglaublich.

  8. Am 24. August 2009 um 22:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich scheine ja hier mit meiner Meinung der Ausnahmefall zu sein. Nun gut. Aber ich bleibe dabei. Wenn 3 Topspieler der Bundesliga einen Verein verlassen, ohne, dass Ersatz in Sicht ist, kann das vielleicht Bayern München verkraften, oder auch nicht. :-) Hertha BSC ,ohne Geld in der Tasche, jedenfalls nicht.

    Ich glaube der Teamgeist ist kein Schwachpunkt bei Hertha, sondern die große Stärke und daran hat es in Bochum meiner Meinung nach nicht gelegen. Die Jungs wollen ja. Aber sie können in der Besetzung einfach nicht. Und Favre gibt mir auch Rätsel auf. Warum spielt man sogar in Bochum nur mit einem Stürmer und lässt den einzigen Offensivakteur im Mittelfeld, so unglücklich wie er auch manchmal aggiert, draußen ?

    Über Qualität wird Hertha diese Saison keine Spiele gewinnen, über Teamgeist sollten aber Siege zu holen sein. Das hat man gegen fünf vermeintlich schlechtere Gegner gesehen. Dafür hatte man gegen Münster, Gladbach, Bröndby und Bochum und Hannover genügend Gelegenheit.

    Ich hoffe weiterhin auf die restlichen Tage der Transferperiode.

    Ps: Ich gebe euch aber Recht, dass Arne als Kapitän, auch wenn er nach langer Zeit bei Hertha BSC die Schnauze voll hat von der Transferpolitik, nicht in der Öffentlichkeit lamentieren muss. Denn weder er, noch Drobny, Kacar, Cicero oder Dardai waren besser als die Spieler, denen meiner Meinung nach die Qualität einfach fehlt.

  9. Theo
    Am 25. August 2009 um 13:12 Uhr veröffentlicht | Permalink
  10. Enno Enno
    Am 25. August 2009 um 13:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich glaube nicht, dass sie Friedrich holen, weil ihnen für die Innenverteidigung definitiv ein Linksfuß fehlt. Und Friedrich auf rechts tut sich doch wirklich niemand freiwillig an, geschweige denn, dass er dafür 5 Mille bezahlt. Nee, das ist eine Ente.

  11. Enno Enno
    Am 25. August 2009 um 13:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Übrigens wird auch Gojko Kacar nicht zum FC Barcelona wechseln. Auch wenn das angebliche Interesse ehrt…

  12. Daniel
    Am 25. August 2009 um 15:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Spox zitiert Favre zum Thema Qualität:

    Zugleich wies der Coach Kritik von Kapitän Arne Friedrich und Torhüter Jaroslav Drobny an der Qualität der Mannschaft zurück. Nicht die Qualität habe gefehlt, sondern die Einstellung, monierte Favre. „Wir müssen unser Können abrufen.“

    http://www.spox.com/de/sport/fussball/europaleague/0908/News/michael-preetz-will-totale-hingabe-von-den-hertha-spielern.html

    • Enno Enno
      Am 25. August 2009 um 18:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Da hat er wohl hier mitgelesen! ;-)

      Aber Recht hat er!

      • Sebastian
        Am 25. August 2009 um 18:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Aber sowas von Recht!!!
        Hoffentlich hat er das dem Alibi-Friedrich auch gesagt.

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