Unbrasilianisches Auf und Ab

Es geht steil bergab. Zumindest für den Abstiegskampfquotienten! Denn mit dem Sieg gegen den SC Freiburg hat Hertha einen spürbaren Schritt Richtung Klassenerhalt machen können. Insofern hat das alles seine Richtigkeit: Der Quotient muss steil bergab gehen, damit es mit Hertha wieder aufwärts gehen kann. Der Quotient sieht dann für die Rückrunde folgendermaßen aus, wobei die dunklere Farbe den Verlauf für X16, also den Relegationsplatz und das hellere Blau den Verlauf für x15, also den sicheren Nicht-Abstiegsplatz angibt:

Es ist schon erstaunlich mit unserer Hertha. Sie spielt zu gut, als dass man sie schon abschreiben könnte. Sie spielt zu schlecht, um alle Hoffnungen in den Klassenerhalt setzen zu können.

Klasse waren gestern Rafael und Cicero, die sonst so häufig in der Kritik standen, weil sie angeblich alles rein brasilianisch mit „Hacke-Spitze-Einszweidrei“ lösen wollten. Gestern setzten sie nicht nur Akzente, sondern gingen verbissen und beinhart zur Sache. Ganz unbrasilianisch. Marxelinho spricht nicht umsonst von „Kampfsamba„.

Als ich mir gestern das Spiel anschaute, wunderte ich mich immer wieder, wer denn dieser Hüne ist, der energisch nach vorne stürmte. Hatte Hertha noch einen Stürmer aus dem Hut gezaubert? Ist Alexander Meier auf einmal für Hertha unterwegs? Nein. Es war Roman Hubnik, der mit vollem Elan den Weg nach vorne suchte. Er erinnerte mich dabei an die guten Zeiten im Sommer, als Pejcinovic zu Beginn der Saison ganz ähnliche Vorstöße wagte. Es wirkte irgendwie brasilianisch, was der Tscheche in der Offensive zeigte…

Wollen wir hoffen, dass es für Hubnik (zumindest in der Defensive) besser läuft als den jungen Serben, der nunmehr die Bank drückt. Denn einige hüftsteife Einlagen in der Verteidigung ließen Hubnik reichlich tölpelhaft aussehen und ich erinnere gerne an meine mahnende Worte, die ich damals über Pejcinovic verlor und die heute durchaus auch für Hubnik gelten dürften…

Insgesamt stimmte auch die Mannschaftsleistung gegen den SC Freiburg. Ähnlich geschlossen und erfolgreich spielte Hertha schon gegen Hannover. Mit Hannover und Freiburg sind aber die zwei schlechtesten Rückrunden-Teams schon benannt, was ja nichts anderes bedeutet, als dass Hertha bisher nur gegen schwache Gegner gewinnen konnte. Kommendes Wochenende kommt dann Mit der TSG aus Hoffenheim die drittschlechteste Rückrundenmannschaft ins Berliner Olympiastadion. Ein Sieg ist deshalb schon aus statistischen Gründen Pflicht! Und vielleicht steht Hertha dann schon auf dem Relegationsplatz…

Man vergisst im Abstiegskampf schnell, dass Hertha ja immer noch international spielt! Schon am morgigen Dienstag steht das Rückspiel bei Benfica Lissabon an. Hertha muss ein Tor schießen, um überhaupt eine Chance auf das Weiterkommen zu haben. Vielleicht werden das Wichniarek oder Domovchisky übernehmen müssen. Schließlich sollte sich vor allem Ramos erholen können, um die wesentlich wichtigeren Tore gegen Hoffenheim erzielen zu können. Das Spiel wird nicht im Fernsehen übertragen. Ich weiß nicht, ob es einen Live-Stream im Internet geben wird. Falls ja, könnte ich mir vorstellen hier einen kleinen Liveticker zu veranstalten. Mal schauen…

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  • Wer hat das geschrieben?

    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

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15 Kommentare

  1. BvB-Fan
    Am 22. Februar 2010 um 20:46 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich möchte einfach mal meinen Senf dazugeben, obwohl ich als BvB Anhänger mit der Hertha eigentlich wenig am Hut habe. Ich lese dennoch schon eine ganze Weile diesen Blog mit, da mich die klasse geschriebenen Beiträge stets aufs Neue faszinieren und mittlerweile sogar für die Hertha mitfiebern lassen.

    Ich bin aboslut überzeugt, dass sich am Wochenende eine Entscheidung vollzogen hat, wer die letzten beiden Plätze der Tabelle belegen wird und zwar für mich Hannover und Freiburg. Von den dreien macht die Hertha am ehesten den Eindruck endlich da unten raus zu wollen und vor allem: Es zu können. Zwar gelangen „nur“ Siege gegen die anderen Abstiegskandidaten, aber diese äußerst wichtigen Spiele wurden klar und deutlich gewonnen, während in den anderen Spielen eine langsame Annäherung möglich war.
    Noch etwas:
    7 Hertha BSC 6 2 3 1 8:3 +5 9

    Siebter bisher in der Rückrundentabelle, ich denke da dürft ihr als Fans die Hoffnung wieder aufkommen lassen.

    PS: Viel Erfolg gegen Lissabon, unter wirtschaftlichen Aspekten ein wichtiges Spiel, aber das klappt schon;).

    • christian graetz
      Am 22. Februar 2010 um 21:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

      als hertha fan ist man leidgeprüft. (fast) jeden spieltag sitzt man tagein tagaus vor der glotze und fiebert mit, meistens hat man danach schlechte laune. aber die hoffnung stirbt zu letzt und was ich am sonntag in freiburg gesehn habe, war für einen abstiegskandidaten einfach zu gut. ich denke und hoffe dass nun auch die spieler selbst wiedr an sich glauben und das gefühl „gewinnen zu können“ wieder einkehrt. denn zu 90% ist das doch alles ne kopfsache, denn ganz ehrlich: das potenzila der spieler ist eigentlich viel zu gut für den abstieg, ich denke hertha gehört unter normalen umständen irgendwo zwischen platz 7 bis 10 hin. wir fans hoffen weiter und geben die hoffnung nicht auf, denn nun kommt das nächste „opfer“: hoffenheim…hahohe hertha bsc berlin!!!!!!!!!! gruss chrille

  2. Am 22. Februar 2010 um 22:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich habe mir das Spiel angeschaut, Enno. Ein überzeugender und verdienter Sieg. Glückwunsch und Gruß vom Kid

  3. Am 22. Februar 2010 um 23:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Bin immer noch verdammt guter Laune wegen gestern und wollte euch, nachdem ich euer Blog nun schon mehrere Wochen mit großer Freude lese, einfach mal Danke sagen!

  4. Harry
    Am 23. Februar 2010 um 12:21 Uhr veröffentlicht | Permalink
  5. dns
    Am 23. Februar 2010 um 13:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nur bei Spielen in Deutschland besteht, scheint mir, die Möglichkeit, dass es mal nicht per Stream zu kriegen ist.

  6. Enno Enno
    Am 23. Februar 2010 um 14:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich werde das Spiel zwar größtenteils sehen können, aber leider nicht dazu kommen können, einen Liveticker zu machen.

  7. Mirko030
    Am 23. Februar 2010 um 17:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wie schon immer habe ich das Auswärtsspiel auch diesmal verfolgt und ich muss sagen, dass es eine gute Leistung gewesen ist. Das was jetzt wichtig ist, ist dass Hertha gegen Hoffenheim nachlegt. Nur dann war der Sieg gegen Freiburg auch etwas Wert gewesen. Allerdings bin ich guter Hoffnung, dass gegen Hoffenheim ein Sieg gelingt, da uns die Spielweise eindeutig liegt und unsere Stürmer mehr Raum zum spielen haben.

    PS: Vielen Dank nach Dortmund, dass Du uns die Daumen drückst. Und ich spreche da wohl für fast jeden Herthaner Viel Glück gegen Schalke.

  8. Am 23. Februar 2010 um 20:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Aus Lissabon ereilt uns die nächste gute Nachricht: Die Hertha ist die Doppelbelastung endlich los, und das auch noch reinen Gewissens, denn den Anspruch, wie Benfica eine europäische Spitzenmannschaft darzustellen, den erwirbt man sich wohl kaum mit nur zwei Siegen gegen die derzeit schlechtesten Mannschaften der Bundesliga.

  9. Am 23. Februar 2010 um 21:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Als Schweizer war Freiburg natürlich DIE Gelegenheit, meine Hertha zu sehen. Ein durchaus gelungener Ausflug bei herrlich sonnigem Sonntagsnachmittagswetter. Freiburg war unterirdisch schwach, aber was solls, in der Vergangenheit haben wir uns noch an solche Gegner angepasst, sie so aufgebaut und verloren.

    • Am 23. Februar 2010 um 21:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ich stehe in nicht allzu ferner Zeit vor fast demselben Problem. Was macht man als Herthaner in Nähe der Schweizer Grenze? In Karlsruhe konnte ich noch KSC-Fan sein, und das werde ich wohl auch bleiben, aber fernab von Karlsruhe brauche ich dann doch einen Club, den ich live unterstützen kann.

      Welcher Schweizer Verein kann da als Stellvertreter dienen?

      P.S.: Herthaner bleibt man ewig, egal, wo man wohnt…

      • Am 23. Februar 2010 um 23:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Karlsruhe ist ja auch nahe der Grenze. FC Basel. Alex Frei (ex-Dortmund) stürmt momentan dort (ok momentan Armbruch). Schönes Stadion!

        • oliver
          Am 26. Februar 2010 um 05:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Auch wenn das Pepe nicht so gefallen wird: Ich würde dir die Young Boys aus Bern vorschlagen. Das ist zwar etwas weiter, aber auch nicht unerreichbar, und bei der Doppelrunde in der Schweiz spielen sie je zweimal in Basel und viermal in Zürich. Ansonsten haben sie ein ähnliches Schicksal wie Hertha als Klub einer Hauptstadt: Den skurrilen Namen, die großen Erfolge liegen schon lange zurück und sie verlieren die wichtigen Spiele, das Pokalfinal als Favorit sogar dreimal hintereinander gegen den selben Gegner. Also genug Gründe, sie als Hertha-Fan sympathisch zu finden. Sie waren 1986 Meister, das hat mir damals als Ersatz auch geholfen. Das Stade de Suisse hat leider Kunstrasen, aber die Stadt lohnt allemal einen Besuch. Die schönste Altstadt der Welt, Unesco-Weltkulturerbe, und im Sommer mit der Aare den schönsten Fluß zum Baden, den man sich überhaupt vorstellen kann. Darf man eigentlich gar nicht verraten. Als weitere Alternative gibt es bestimmt bald wieder einen Verein mit einem Trainer namens Favre, wenn nicht ein Bundesligist vorher zuschlägt.

          • Am 26. Februar 2010 um 09:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Kann ich nur beipflichten, YB ist absolut erfolgsimmun und titelresistent. Ich glaube, die vergeigens dieses Jahr wieder. Und Bern ist tatsächlich wunderschön, bin täglich dort!

Ein Trackback

  • Von Offene Rechnungen begleichen | Hertha BSC Blog am 26. Februar 2010 um 15:58 Uhr veröffentlicht

    […] und dann auch nur weit entfernt – die Sonne am Horizont. Die Spiele gegen Hannover und Freiburg waren solche seltenen […]