Vom Ende vor dem Anfang – Lennart Hartmann

Was für eine langweilige Winterpause: Es sind keine Neuzugänge zu erwarten. Es gibt keine nörgelnden Stars, die mit angeblichen Angeboten aus der Glitzer- und Champagnerwelt des Fußballs kokettieren. Nicht einmal ein Verein aus der ersten Liga wagt es, sich an einen Spieler von Hertha heranzuwanzen. Und was hört man aus Portugal? Babbel arbeitet akribisch, gibt wie immer den lautstarken Macher und kümmert sich sogar um die Ernährung seiner Spieler. Dagegen verursacht Teleshopping Herzrasen. Tristesse, ick grüße dir!

Für Lennart Hartmann dürfte das Jahr 2011 allerdings ziemlich aufwühlend begonnen haben. Er reist nicht mit ins Trainingslager, härter noch: Er soll in der Winterpause verkauft werden. Offensichtlich war es für die meisten Medienleute keine Überraschung, weshalb diese Entscheidung lediglich in Halbsätzen notiert wurde. Für mich war es jedoch eine herbe Enttäuschung, die ich mir nicht erklären kann. Schließlich galt Lennart Hartmann – zumindest unter Favre – als das Mittelfeldtalent schlechthin.

Lennart Hartmann ist der jüngeste Spieler, der für Hertha je in der Bundesliga auflaufen durfte. Er schaffte es aber nicht, sich im Profi-Kader durchzusetzen. Ich hatte diese Entwicklung durchaus befürchtet, als ich ihn im September 2009 für das Projekt 18mal18 vorgestellt habe. In der Saison 2009/10 kam alles anders und mit Funkel ein Trainer, der eher auf alte Haudegen als auf junge Nachwuchsspieler setzte. Aber gerade unter Babbels Jugendkurs, der durchaus auf finanziellen Motiven und Zwängen des Vereins beruht, hätte ich erwartet, dass es Lennart Hartmann gelingen sollte, sich in den Vordergrund zu spielen.

Aber man hat von Lennart Hartmann nichts mehr gehört, außer der unkommentierten Meldung, dass er nun verkauft werden soll. Ich habe keinen blassen Schimmer, wo die Gründe liegen. Aber angesichts des vielen lobenden Worte, die man schon über ihn hören konnte, und der wenigen, aber eindrucksvollen Spiele, die er für Hertha absolvierte, finde ich es sehr bedauerlich, dass die Karriere von Lennart Hartmann – zumindest bei Hertha – so sang- und klanglos endet, bevor sie eigentlich angefangen hat.

Gleiches gilt übrigens mit Abstrichen auch für Sascha Bigalke, der ausgeliehen werden soll. Herthas Jugend überholt sich selbst. Das – so bleibt zu hoffen – ist letztlich ein gutes Zeichen.

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17 Kommentare

  1. Uwe Bremer
    Am 4. Januar 2011 um 12:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gruss und schönes Neues Jahr an die Kollegen vom Hertha-Blog.

    Zu Lennart Hartmann: Lucien Favre hat sehr oft sehr intensiv von Hartmann geschwärmt. Aber irgendwie hatte der Trainer dann doch nicht den Mut, den Youngster regelmäßig zu bringen. Hier mal eine Halbzeit und dort acht Spiele später ein paar Minuten Einsatzzeit bringen einem Spieler keinen Rhythmus.
    Seine Verletzung kam zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

    Die entscheidende Frage aber bei einem Jugendspieler auf dem Sprung zum Profi: Wie entwickelt er sich? Hartmann wurde von Funkel aussortiert. Und hat bei Babbel keinerlei Chance auf Einsätze – in der Zweiten Liga.
    Er steht in Konkurrenz zu Perdedaj, Morales und Knoll (von Niemeyer und Lustenberger schweigen wir hier).
    Realistisch heißt das für Hartmann: null Chance auf Einsatzzeiten. Wenn ein 18, 19-Jähriger den Verein wechselt, ist er auch nicht gescheitert. Ein Talent braucht eines: Spielpraxis.
    Er muss schauen, wer auf ihn vertraut: ein Drittligist, ein Zweitligist? Ich weiß es nicht. Mir sieht es so aus: Lennart Hartmann muss jetzt den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen.

    • Daniel
      Am 4. Januar 2011 um 12:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Seh ich genau so.

      Seine Karriere – auch nicht die bei Hertha – ist nicht zuende. Seine Karriere fängt gerade erst an, nur eben nicht bei Hertha. Wenn er dieses riesige Talent ist, das Favre beschrieben hat, dann setzt er sich woanders durch bzw. hat woanders das Glück zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Bei Hertha war das jetzt nicht der Fall.

      Woanders ist es vielleicht so. Ich würds ihm wünschen.

  2. Am 4. Januar 2011 um 12:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schade, dass er gehen muss. :(
    Habe von ihn auch viel gehalten, aber so ist nun mal der Profifußball.
    Habe ihn mal auch persönlich kennenlernen dürfen, als ich bei der Musterung war xD

  3. Enno Enno
    Am 4. Januar 2011 um 12:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ja, das ist natürlich ein generelles Problem bei Favre, dass zwischen Worten und Taten dann doch in einigen Fällen Welten lagen. Das war sicher bei Hartmann so, den er viel gelobt, aber wenig spielen lassen hat. Auch der Schweizer wird wohl auf immer ein Rätsel bleiben…

    Ich bin mal gespannt, ob und wo Lennart Hartmann unterkommen wird.

  4. Am 4. Januar 2011 um 13:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hey Enno, auch von mir Frohes Neues!!! Nino und ich sind, nach langer Pause, im neuem Jahr auch wieder am bloggen.

    Über Lennart Hartmann: Ich hatte ebenfalls gedacht, dass er gerade unter Markus Babbel richtig aufblüht, aber nachdem man von ihm gar nichts mehr gehört hatte wurde auch ich stutzig.

    Als ich dann das Glück hatte im Oktober das ein oder andere Training im Kreise der Medienvertreter mitzuerleben wurde auch mir klar, dass Hartmann keine Chance bekommen wird. Ich weiß nicht mehr auf welche Frage, ich glaube es ging um eine erneute Verletzung Lustenbergers, kam Babbel bei der Antwort über seine Möglichkeiten im defensiven Mittelfeld richtig ins Schwärmen. Niemeyer, Perdedaj, Morales, Knoll…Name für Name fiel. Ausdrücklich nicht erwähnt wurde Hartmann. Deshalb überrascht es mich ebenfalls wenig.

    Es ist sicherlich traurig einen Spieler abzugeben der alle U-Nationalmannschaften durchlaufen hat, aber es kommen ja auch wieder zwei gebürtige Berliner nach. Demnach kann man das wohl verkraften. Das Geschrei wird allerdings wieder groß sein, wenn Hartmann in der Ferne groß Karriere macht.

    Bei Bigalke drücke ich die Daumen, dass er noch verliehen werden kann. Wer ihn mal bei der U-23 gesehen hat, weiß was er kann. Körperlich wird es für ihn sicherlich schwierig sich durchzusetzen, aber spielerisch bringt er alles mit und seinen Spielertyp gibt es so im Profiteam momentan nicht.

  5. Am 4. Januar 2011 um 13:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Da man Babbel zwar viel vorwerfen kann aber ganz sicher nicht „den Jugendspielern“ zu wenig Einsatzzeiten zu geben stellt sich für mich schon die Frage wieso unter ihm auf ein mal Morales, Knoll, Djuricin, Lasogga (ich weiss er ist kein echter Jugendspieler) und andere auftauchen während Bigalke und Hartmann, die einst als die nächste Generation nach den Boatengs, Madlung, Salihovic und Dejagah gehandelt wurden offenbar keine Rolle mehr spielen.

    Viel größere Sorgen mache ich mir eigentlich im Beichler. Er hat immerhin 650.000 Euro gekostet und ist bislang nur durch seine komische Aktion in der Boulevardpresse aufgefallen. Von einem österreichischen Ausnahmetalent habe ich da eine ganz andere Erwartungshaltung als von den oben genannten Jugendspielern.

  6. Am 4. Januar 2011 um 13:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Laut österreicher Medien hat es zwischen Beichler und Babbel angeblich schon sehr viel früher gekracht. Das Interview mit der B.Z. war wohl schon Teil 2 der Auseinandersetzung. Vielleicht weiß da UB mehr.

    • Am 4. Januar 2011 um 13:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Als „Krach“ würde ich die Aussagen von Beichler nicht umbedingt einstufen. Sein Berater und er werden ziemlich genau gewusst haben welche Auswirkungen so ein Interview mit sich bringen würde. Für mich sah es eher so aus als wolle er auf sich aufmerksam machen um einen neuen Arbeitgeber zu finden.

      Wer ist UB?

      • Daniel
        Am 4. Januar 2011 um 13:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Uwe Bremer von der MoPo und dem Immer-Hertha-Blog :)

  7. Enno Enno
    Am 4. Januar 2011 um 13:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Beichler ist in der Tat ein ganz anderes Thema. Man erfährt darüber ja nicht viel, aber es lässt mich zunehmend an der Kompetenz von Babbel zweifeln, einen Kader zu moderieren, in dem es einen gewissen Konkurrenzkampf gibt.

    • Am 4. Januar 2011 um 13:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Um noch mal kurz zu Hartmann zurück zu kommen. Ich denke, dass Babbel den anderen jugen Spielern zurecht den Vorzug geben wird. Er hätte ja auch keinen Anlass ihn nicht zu berücksichtigen, wenn er seinen Konkurrenten das Wasser reichen könnte. Bei einem Funkel, der auf routiniertes Personal setzt, sähe der Fall sicherlich anders aus. Knoll und Morales scheinen ihn inzwischen einfach überholt zu haben. Von Morales‘ Debüt war ich im übrigen auch sehr angetan. Bei Knoll sieht man noch ziemlich viel Steigerungspotenzial. Bisher fiel er mir im wesentlichen durch fehlendes Ballgefühl auf.

  8. Am 4. Januar 2011 um 13:37 Uhr veröffentlicht | Permalink

    UB= Uwe Bremer . Der weiß für gewöhnlich solche Sachen.

    • Am 4. Januar 2011 um 17:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Hm, muss ein wenig schmunzeln. Weil ich in unserem Blog immerhertha.de Anfang Dezember, genervt nach der einemillionsten Frage den Namen Beichler auf den Index gesetzt habe. Versehen mit der Aufforderung: Reden wir dieses Jahr nicht mehr drüber. Sondern erst ab dem Trainingslager. Da soll er mal Leistung bringen.

      Wie der Zufall es wollte, stand ein oder zwei Tage später das besagte Beichler-Interview in der BZ.

      Also, die Schnell-Version:
      Zu den Vorfällen aus dem Herbst: Beichler hat nach Leisten-OP im August Zeit gebraucht, um in Schwung zu kommen. Zu dem angeblichen Streit zwischen Beichler und Babbel, den eine Zeitung in Österreich ohne Quelle behauptet hat, haben mir Manager und Trainer gesagt: Es gab keinen Streit. Es gab keine Auseinandersetzung. Aber der Beichler muss schauen, dass er mit dem Tempo und der Härte im deutschen Profifußball zurande kommt.

      Sein Jammer-Interview hat Beichler intern nicht nach vorn gebracht. Denke, dass er jetzt in Portugal und den Folge-Wochen mal mit viel Leistung probieren sollte.

      • Enno Enno
        Am 4. Januar 2011 um 17:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Danke für die Ausführung.

        Beichler kam halt mit einer großen Welle der Erwartung und offensichtlich auch mit hohen Ansprüchen an sich selbst. Dann verletzte er sich und war nicht mehr gesehen. Das wirft Fragen auf, wenn dann noch so seltsame Zeitungsmeldungen kommen. Warten wir einmal das Trainingslager ab.

  9. Achim
    Am 4. Januar 2011 um 22:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Tach die Herren,

    also für mich kommt das alles nicht überraschend, die Herren Bigalke und Hartmann genossen für mich zu lange schon die Lorbeeren der ewigen Talente. Fakt ist: Chancen wurden nicht genutzt, aber der Status eines Hertha-Spielers, mit samt seinen annehmlichkeiten wurde mit Sicherheit mehr als ausreichend ausgenutzt.
    Zwei Möglichkeiten bestehen also:
    Zum einen die sportliche Leitung behält recht, und die Spieler entwickeln sich nicht weiter, oder sie werden wie so viele ehemalige Hertha woanders einschlagen, beides kommt nicht überraschend, nur die Tatsache das es bei Hertha nicht klappt.

    Ach alte Dame wie lieb ick dir! Du bist sowas von aus Berlin. Nur nie für Berlin…

  10. Jürgen A.
    Am 28. Juni 2011 um 09:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Habe eben mit Interesse den Blogeintrag gelesen. Ich hoffe doch sehr, dass Lennart bei „uns“ den Verein gefunden hat, der ihm hilft sich in die richtige Richtung zu entfalten.

  11. berliner
    Am 16. März 2012 um 04:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    also lennart hartmann ist ein überragender fussballer, der seinen weg gehen wird. ihr werdet sehen, irgendwann wird er wieder in der bundeliga spielen.