„Vor’m Olympi!“

Den folgenden Artikel hat uns Robert im Rahmen des Schreibwettbewerbs „Mein erstes Mal mit der alten Dame“ zugeschickt. Vielen Dank!

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Zu meinem ersten Mal mit der alten Dame haben mich meine Schulfreunde überredet. Jeder hat ja seine ganz persönlichen Erinnerungen an die letzten Jahre der Schule, dieser Tag gehört auf jeden Fall dazu. Ich rief meine Kumpanen an, wo wir uns denn an diesem heutigen Samstag – es muss ein Tag im Spätsommer 2000 gewesen sein – treffen wollen. „Vor’m Olympi!“ war die Antwort. Also packte ich meine Badesachen ein, schwang mich auf mein Fahrrad und kurvte los. Tja, die Jungs meinten wohl ein anderes „Olympi.“

Ich ging auf eine Schule im Grunewald. Fußball wurde hier nicht gespielt, eher Tennis und Golf. Ich guckte zwar schon seit ich zehn war „ran“ bzw. später die Sportschau, aber einen richtigen Partner zum Austausch von Fußballweisheiten hatte ich nicht. Umso überraschter war ich, dass meine Freunde tatsächlich zur Hertha wollten. Wir kauften die billigsten Tickets und gingen rein. Heute heißt der Block, in dem wir saßen, Familienblock und ist überdacht. Damals wäre ein passenderer Name Asi-Block gewesen. Bänke. Ein unglaublich fetter Skinhead vor mir. Und dann war Hertha noch eine Woche zuvor von den Bayern vernichtet worden. Wir zündeten uns unsere Zigaretten an, mit 16 fühlt man sich dann unglaublich erwachsen. Auftritt Herthinho. Der Skinhead brüllte sofort „BÄR! DU! FO***!“ und meine Freunde und ich kicherten leicht. Die Mannschaftsaufstellung wird vorgelesen. Für den HSV: Roy Präger! Der Skinhead quittiert das mit „PRÄGER! DU! FO***!“ Ich war mir nicht sicher, was wohl passieren würde, wenn ich mich ihm vorstelle…

Das Spiel ist schnell zusammengefasst. Panadic gelb, Panadic rot (beide Karten etwas hart aber wild umjubelt), 3:0 zur Pause, 4:0 am Ende. Viel interessanter sind die Leistungsträger, die mir damals dieses Hochgefühl gebracht haben und die ich bis heute fast heldenhaft verehre. Preetz, Beinlich, sogar Deisler, Tretschok, Hartmann (der alte) und Rehmer. Die Helden der Jugend vergisst man nie.

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Ein Kommentar

  1. Am 17. Dezember 2009 um 12:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hey, dann war dein erstes Mal ja irgendwie auch mit dem HSV ;)

    Tja, damals, Skinheads in der Kurve. Zum Glück gibt es die in Hamburg nicht mehr.

Ein Trackback

  • Von Gekas ab Januar Herthaner | Hertha BSC Blog am 17. Dezember 2009 um 13:22 Uhr veröffentlicht

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