Was ist das für 1 Saisonstart?

Zwei Spiele, sechs Punkte, gute Laune! So einfach ist das manchmal. Hat ja nur mehrere Jahrzehnte gedauert.

Und schon träumt ganz Berlin wieder von der Champions League!

Diesen Satz habe ich jetzt nur geschrieben, damit die Sky-Mitarbeiter bei ihrer Google-Suche nach Hertha-Themen auf diesen Blog-Eintrag treffen und es nach dem dritten Sieg nächste Woche gegen Schalke folgenden Dialog gibt:

Sky: „Herr Langkamp, drei Spiele, drei Siege, ganz Berlin spricht jetzt schon wieder von der Champions League…“

Langkamp: „Wer spricht von der Champions League?“

Sky: „Die Fans. Der Hertha-Blog zum Beispiel.“

Langkamp: „Ach so, dann wird das wohl stimmen. Ja, wir wollen dann ab sofort in die Champions League, am Besten als Meister. Wir spielen ja jetzt gegen Bayern, da können wir schonmal für die Vorentscheidung sorgen.“

Ist natürlich Quatsch. Würde mich bei Sky aber längst nicht mehr wundern.

Es ist das einzige, worüber man sich momentan ärgern müsste. Denn die Mannschaft macht vieles richtig, verdient sich ihr Glück in den entscheidenden Momenten und steht vor den schweren Spieltagen 3 (gegen Schalke) und 4 (bei den Bayern) blendend da. Natürlich greifen da jetzt bestimmte Reflexe, natürlich muss Pal Dardai sagen, dass man weiter hart arbeitet und natürlich darf man nach zwei Siegen gegen den Aufsteiger aus Freiburg und den FC Ingolstadt nicht wahnsinnig abfeiern.

Foto: Micha Will/Bongarts/Getty Images

Foto: Micha Will/Bongarts/Getty Images

Andererseits ist da der historische Start-Rekord, andererseits muss man Freiburg und Ingolstadt eben auch erst einmal schlagen (einmal in Hamburg und Gladbach nachfragen) und andererseits sind zwei Siege zum Start einfach großartig fürs Selbstvertrauen. Hertha hat von fünf Pflichtspielen in dieser noch jungen Saison vier für sich entschieden und nur eins verloren. Leider war dieses eine Spiel ein entscheidendes, was die Bewertung des Saisonstarts schmälert. Allerdings – so schön Europa-Reisen für die Fans gewesen wären – ich kann mir nicht vorstellen, dass der Hertha-Jahrgang eine solche Mehrfachbelastung schon vertragen hätte.

So kann Pal Dardai in Ingolstadt Julian Schieber und Alexander Esswein einwechseln, was nicht etwa zu einer Mannschaftsstärken-Verschlechterung führt, sondern zu einer Stärken-Verschieb(er)ung. Mit Esswein kommt frische Schnelligkeit ins Spiel, mit Schieber frische Torgefahr. Salomon Kalou saß übrigens noch auf der Bank. Valentin Stocker auch. Per Skjelbred fehlte verletzt, aber nicht auf dem Platz. Im Vergleich zur vergangenen Saison ein Riesen-Unterschied.

Trotzdem bedeuten diese zwei Siege zum Start natürlich nicht automatisch eine weitere Saison ohne Sorgen. Doch die Sorgen, die ich mir nach dem Bröndby-Aus gemacht hatte, also jene, dass Pal Dardai die Mannschaft möglicherweise entglitten sei, haben sich als unbegründet erwiesen. Seine Teamführung scheint zu fruchten. Mitchell Weiser scheint den Kopf freizuhaben, Alexander Esswein kann in Ruhe ankommen, Salomon Kalou bekommt nach dem traurigen Tod seines Vaters Zeit. Kapitän Vedad Ibisevic geht vorne weg, Ex-Kapitän Fabian Lustenberger hat gegen Ingolstadt eines der besten Spiele in den letzten Jahren gemacht, Genki Haraguchi bereitet beide Tore vor (!). Und auch Rune Jarstein hat den Konkurrenzkampf und die Wackler in der Vorbereitung gut weggesteckt.

Es gibt sportlich nach zwei Spieltagen wenig zu meckern im Hertha-Land. Genießen wir es.

Foto: Micha Will/Bongarts/Getty Images

Foto: Micha Will/Bongarts/Getty Images

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  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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