Wem gehört der Fuß unter der Ablage?

Was ist bloß los mit unserer Hertha? Ich erkenne sie kaum wieder. Ich meine jetzt nicht, dass Hertha mal wieder gepunktet hat. Das hat mich jetzt weniger überrascht. Aber irgendwie passen die Dinge nicht so recht zusammen.

Gojko Kacar droht in Dortmund auszufallen, damit fehlt der torgefährlichste Spieler im Kader. Ganze zwei Tore hat er schon erzielt. Von einer Schwächung – in Bezug auf Torgefahr – kann also kaum eine Rede sein. Bodenloser Sarkasmus von der Morgenpost?

Wichniarek weint sich in der Bild aus und bettelt um Unterstützung: „Hertha muss mir helfen (schluchz!). Wir müssen da gemeinsam eine Lösung finden (heulheul, Kullertränchen). Ich kann doch nicht für die ganze Misere der Sündenbock bei den Fans sein (dicke, schwere Kullertränchen). Man kann sich ja mal dazu opfern, aber nicht immer (trotzig auf den Boden gestampft).“ Doch. Wer als Stürmer nie Tore schießt, ist im Fußball immer Schuld. Und wer sich bei der Bild ausheult, ist sowieso unten durch.

Fabian Lustenberger ist dagegen nicht nur schmal, sondern auch schlau (oho!). Und wer hat wieder das Lachgas inhaliert beim Schreiben des Artikels? Genau, Stefan Hermanns. Trotz des Flachwitzes freue ich mich sowohl über Lustenbergers Comeback als auch über den Artikel.

Und wiedermal versucht sich ein tapferer Kandidat, nein eine Kandidatin, das „Selbstverständnis der Fanszene“ von Hertha BSC zu erklären. Und scheitert kläglich. Akuter Würgereiz stellt sich ein, weil man schon vor dem Lesen weiß, was kommt: Wenig Beachtung der Fanszene (bla), deren große Aggressivität (oh, ich hab‘ solche Angst) und überharte Kritik als Berliner Markenzeichen (gähn). Und überhaupt: Wie soll das eigentlich gehen? Das Selbstverständnis erklären, wenn man gar nicht dazu gehört? Und das scheint doch ziemlich offensichtlich zu sein, dass Anne Baumann keine Ahnung hat, wovon sie schreibt. Aber es ist ja so originell lustig! (drei Smileys, vier weitere Ausrufezeichen…)

Übrigens wird Hertha BSC am Ende der Saison sogar noch Meister. Glaubt ihr nicht? Ha! Ihr kennt den perfiden Plan von Preetz und Funkel nicht. Hertha ist das einzige Team, das sich gegen die Schweinsteigergrippe impfen lässt. Wenn im Winter alle Bundesligisten mangels spielfähigen Personal ihre Punkte per Post nach Berlin schicken, wird es locker für die Meisterschaft reichen. Von diesem strategischen Plan weiß die Morgenpost allerdings nicht zu berichten. Wie humorlos…

Ich werde morgen Abend den Sieg unserer Hertha gegen einen noch schlechteren BVB vor Ort beklatschen. Dann wird sich wohl auch langsam wieder alles fügen und seine Ordnung finden. Spätestens dann wird auch der Fuß unter der Ablage verschwunden sein. Rätsel über Rätsel…

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  • Wer hat das geschrieben?

    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

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11 Kommentare

  1. Am 30. Oktober 2009 um 00:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Selten so viel Optimismus gelesen. Da muß man schon sehr viel Fan sein.

    • herthamaxe
      Am 30. Oktober 2009 um 02:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

      ja ja der würgereiz… hab ich auch ständig, wenn in den deutschen medien über hertha schwadroniert wird.
      der 11freunde artikel ist einfach nur jämmerlich! gaaanz schlecht…

      auf nach dortmund!!!

  2. Am 30. Oktober 2009 um 15:32 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Alte Damen kommen langsam in Gang. ;)

  3. Sascha
    Am 30. Oktober 2009 um 17:45 Uhr veröffentlicht | Permalink

    soooooooo schlecht finde ich den artikel von frau baumann garnicht. steckt einiges wahres drin. natürlich oberflächlich, aber was erwartet man denn von der „11 Freunde“?

  4. Am 30. Oktober 2009 um 19:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich weiß nicht, ob das hier der richtige Ort ist, aber kann mir einer erklären, was an dem 11-Freunde-Artikel so schlecht/falsch ist, bis auf die Oberflächlichkeit? Bin neu bei der Hertha und habe selbst noch nicht so viel Ahnung von der Fanszene…

    • Honsor
      Am 3. November 2009 um 21:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Wenn nich hier wo dann?Aber an den Reaktionen im „11f“ fred seh ich das es ein echt Komplexes Thema ist.Nicht nur für mich.Vielleicht wäre das ja mal für die Häuptlinge vom hertha-blog einen eigenen Fred wert?Würde uns mal vom Tagesgeschäft ablenken!Nur mal ein paar Anmerkungen:
      „für übersprudelnde Freundlichkeit sind die Berliner ohnehin nicht gerade bekannt“.Nix was wir exklusiv haben.Wer ist schon dafür bekannt?
      Thema S´04 : Dieser Verein ist mir egal.Einer von 17 Mitbewerbern.
      Thema Ultras:Sind Teil der Kurvenkultur und reiben sich auch gerne an ihr.Aber auch da:Nichts was wir exklusiv haben.
      Trotzdem ein Thema(wie ticken wir?) was ich hier gerne mal sehen würde*zwinker*

  5. Tanja*
    Am 4. November 2009 um 13:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Der 11 Freunde Artikel hat mich in meiner negativen Meinung zu 11 Freunde nur bestärkt. Ich habe mir mal spaßeshalber noch andere Artikel angesehen per Netz und ich kann für mich sagen, ich habe die Zeitung zwar eh so gut wie nie gekauft, aber ab sofort werde ich das Blatt ganz bewusst boykotieren. Willkomme im Mainstream „11 Freunde“.

  6. Am 4. November 2009 um 17:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich mag ’11 Freunde‘. Natürlich, bin ja Abonnent. Ich halte es nicht für Mainstream, habe aber sowieso nichts gegen Mainstream.
    Der Onlineartikel mag zwar von schlechter Qualität gewesen sein, ich bin aber bei solchen Kleinigkeiten nicht nachtragend.

  7. Nele
    Am 20. April 2010 um 14:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hab den Link eben erst gefunden. Ich bin auch 11Freunde-Abonnentin und auch wenn das gleich ein schlechtes Licht wirft, sehe ich es nicht so wie ihr. Ich stimme euch zwar in dem Punkt zu, dass es recht oberflächlich ist, aber ich denke, für einen Webartikel ist es okay. Es ist ja kein großer Report, sondern eher eine Art Überblick. Und so viel Falsches sehe ich da gar nicht.

    „für übersprudelnde Freundlichkeit sind die Berliner ohnehin nicht gerade bekannt”.Nix was wir exklusiv haben.Wer ist schon dafür bekannt?“ –> Um ehrlich zu sein ist das eine recht oberflächliche Aussage, denn wir Berliner sind nun mal für unsere Arroganz bekannt.Schon Kurt Krömer beanstandet die von Berlinern erfundene Freundlichkeit. Es gibt durchaus Orte, die für mehr Freundlichkeit bekannt sind.

    Thema S´04 : Dieser Verein ist mir egal.Einer von 17 Mitbewerbern. –> Dir persönlich vielleicht, aber die „Feindschaft“ zu Schalke außen vor zu lassen beim Beschreiben der Fanszene wäre wohl sträflich und würde die Oberflächlichkeit nur noch mehr stützen.

    Thema Ultras:Sind Teil der Kurvenkultur und reiben sich auch gerne an ihr.Aber auch da:Nichts was wir exklusiv haben.–> So weit ich das mitbekommen habe, ist der Titel des Artikels auch nicht“Was hat die Hertha-Fanszene exklusiv, was andere nicht haben?“ Daher stimmt, was du sagst, ist aber in dem Fall wohl irrelevant.

    Ich bleibe dabei, ist oberflächlich, aber inhaltlich falsch ist er nicht, wenn man mal von der Dominanzzeit der Harlekins absieht.

    • Enno Enno
      Am 20. April 2010 um 14:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Mich stört daran eher die vermeintliche Insider-Sicht mit der der Artikel aufgemacht ist. Tatsächlich ist aber wenig zu lesen, was diese Innensicht auch authentisch macht. Insofern ist das halt der mittlerweile billige 11Freunde-Humor auf Kosten von durchgekauten Klischees.

      • Nele
        Am 21. April 2010 um 23:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Na ja, ich kenne Frau Baumann zwar nicht persönlich, doch wer sagt, dass Sie keine Insiderin ist? Journalistisch gesehen hat Sie beschrieben und berichtet, ohne Partei zu ergreifen, sollte Sie Insiderin sein, ist das wohl schon sehr schwer.

Ein Trackback

  • Von Temporäre sportliche Delle (sic!) | Hertha BSC Blog am 1. November 2009 um 13:40 Uhr veröffentlicht

    […] Wobei nicht nur der Zeitpunkt sondern auch die Person symptomatisch waren. Es kam Chancentod und Heuelsuse Wichniarek und blieb mit seinen drei Ballkontakten vollkommen wirkungslos. Soviel zum Thema […]