Wenn die Libero-Witze verstummen

Am Tag, an dem alle Libero-Witze gemacht waren, hatte die Mannschaft von Otto Rehhagel trainingsfrei. Erstaunlich daran war nur, dass keine der bunten Zeitungen darauf ansprang und in großen Lettern fragte, ob die Spieler das nach elf sieglosen Spielen in Folge verdient hätten. Doch sie alle waren damit beschäftigt, den „Rettungsschirm aus Griechenland“ zu begrüßen. Zudem war die Leistung vom Samstag beim unglücklichen 0:1 gegen den Deutschen Meister aus Dortmund erstens durchaus ansehnlich und zweitens wies ja der König selbst auf der Pressekonferenz darauf hin, dass das mit dem freien Montag schließlich immer so sei. Spätestens mit dieser Aussage war klar: Otto Rehhagel ist nicht nach Berlin gekommen, um alles umzukrempeln oder Buddha-Figuren aufzustellen. Er wolle helfen, dass Hertha in der Liga bleibe. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Verpflichtung von Otto Rehhagel ist – das muss man so sagen – der erste echte Coup von Manager Michael Preetz. Während es niemanden mehr zu interessieren schien, wie viele Stockfehler Patrick Ebert gegen den BVB unterlaufen waren oder warum der etwas wacklige Christoph Janker auf der rechten Seite den Vorzug vor Alfredo Morales bekommen hatte, wollte jeder plötzlich wissen: Was will König Otto in Berlin? Und wird er mit Libero spielen lassen?

Der Libero-Witz ist mittlerweile natürlich so alt, dass sich selbst Otto Rehhagel nicht mehr erinnern kann, wann er ihn zum ersten Mal gehört hat. Es muss aber zu einer Zeit gewesen sein, in der ein gewisses Fritzchen sich in deutschen Schulen umhertrieb. Wann hat zuletzt jemand einen Fritzchen-Witz erzählt?  Aber gut, damit muss der neue Hertha-Coach leben, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger Michael Skibbe wirklich eine erfolgreiche Vita vorzuweisen hat.

Preetz hat mit Otto Rehhagel einen Hasen aus dem Hut gezogen, in einem Moment, in dem viele dachten: Da ist einfach nichts mehr drin. Was wurde in Berlin, in den Blogs, in den Foren diskutiert? Viele hatten sich schon damit abgefunden, dass Hertha – längst in Fußballdeutschland zur Lachnummer degradiert – einen Trainer bekommen würde, der dazu passt: Thomas Doll zum Beispiel. Da lacht sich doch ganz Deutschland den Arsch ab.

Doch dann machte plötzlich der Name Otto Rehhagel die Runde. Und nachdem die ganz witzigen Zeitgenossen alle Libero-Witze gemacht hatten, nachdem klar war, dass Rehhagel weder dement noch anderweitig altersmüde geworden ist und nachdem er seine ersten Worte in die Mikrofone gesprochen hatte, da verstummte plötzlich der Spott. In Berlin machte sich sogar eine merkwürdige Aufbruchstimmung breit, denn schließlich liegen Verein, Fans und Mannschaft am Boden und als ihnen der Erlöser entgegen ihrer schlimmsten Befürchtungen plötzlich in Form eines Königs präsentiert wurde, da atmeten einige auf und dachten: Wenn er es nicht schafft, wer dann?

Einen nicht nur für sich selbst, sondern einen, auch für einen Großteil der für die Stimmung wichtigen Presse, unfehlbaren Trainer nach Berlin zu holen, ist ein Schachzug, der Hertha, der Berlin, der Michael Preetz nicht zugetraut worden war. Und der deshalb eigentlich nur funktionieren kann. Denn wenn Rehhagel scheitert, war die Mannschaft schlicht nicht erstligareif. Bleibt er mit Hertha in der Liga, nährt das seinen Mythos.

Rehhagel tritt nun an gegen die Luhukays, die Kurz‘ und die Sorgs der Liga. Die anderen dürfen ihm egal sein, aber wer Rehhagel da auf dem blau-weißen Podium gesehen hat, der weiß, dass er es sich auch nicht nehmen lassen will, es den Heynckes‘, Schaafs und Magaths noch einmal zu zeigen.

Am ersten Trainingstag in Berlin schickte der Wettergott Rehhagel seine Grüße herunter – und ließ es in Berlin heftig schneien. Der Trainer ließ als einziger auf dem Platz die Mütze weg und so war es die erste Krönung zum Schneekönig von Berlin. Die richtige soll dann am Ende der Saison folgen. Wenn er den Abstieg verhindert hat.

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  • Wer hat das geschrieben?

    “Hertha? Ist das dein Ernst?” Das ist der Satz, den ich mir hier in Dortmund ständig anhören muss, wenn ich erzähle, dass mein Herz für den Klub aus meiner Heimatstadt schlägt. (→mehr über Daniel)

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30 Kommentare

  1. Halblinks
    Am 21. Februar 2012 um 17:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    „Denn wenn Rehhagel scheitert, war die Mannschaft schlicht nicht erstligareif. “
    Das ist zu einfach Daniel, viel zu einfach!!
    Ich bin zudem etwas verblüfft von dir hier den gefühlt 1000. Lobhudelei-Post über diese Verpflichtung in den ganzen Foren und Blogs zu lesen. Sei dir aber natürlich freigestellt.
    Vielleicht hast du aber auch Recht. Wenn es nicht klappen sollte, dann ist diese Mannschaft von ca. 5 bis 10 Trainern (mindestens mental) kaputttrainiert worden und man kann sie nur noch verkaufen, um dann mit komplett neuen (jungen) Spielern und einem unverbrauchten Trainer ganz neu anzufangen. Dann wird das Kapitel Bundesliga aber wohl für viele Jahre zu bleiben und der Hertha der Gang durch die Insolvenz bevorstehen.

    Wollen wir die Daumen drücken, dass uns allen das erspart bleibt und der Fußballopa, ähh gott uns rettet…nich wahr.

    Also: ATTACK, ATTACK, GO!!!

    • Daniel
      Am 21. Februar 2012 um 18:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Wenn Hertha absteigt, muss Preetz (oder wer auch immer da dann sitzt) ohnehin alles verkaufen, weil der Klub sonst pleite ist.

      Und Rehhagel wird nun – aller Voraussicht nach – bis zum Ende der Saison auf dem Trainerstuhl sitzen. Natürlich kann man auch Kritikpunkte an seiner Verpflichtung finden – aber nach allem, was ich in den letzten Tagen so gehört und gelesen habe, ist das Gesamtpaket Rehhagel das Beste, was Hertha passieren konnte (wenn man davon ausgeht, dass Klopp seinen Vertrag in Dortmund erfüllen wollte). Damit müssen wir uns jetzt arrangieren – und ich finde auch einen gewissen Charme an der Sache, den ich mit diesem Artikel zum Ausdruck bringen wollte.

  2. Am 21. Februar 2012 um 18:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Was hast du gegen Libero-Witze? Sowas gehört dazu, quasi als einführender Ritus, wenn man solche Nachrichten erfährt. Immer noch besser als bei Daum, der bestimmt unweigerlich mit der jahreszeitlich typischen Art des Niederschlags in Verbindung gebracht worden wäre, und zwar auf eine andere Art als Rehhagel…

    Also angesichts der kolportierten Alternativen halte ich die Lösung gar nicht mal für so schlecht. Wenn – und das ist die Voraussetzung – das Team Rehhagel/Tretschok/Covic funktioniert und für die Spieler auch als Einheit unter der Oberherrschaft von König Otto wahrgenommen wird. Rehhagel bringt Erfahrung und Autorität mit, Tretschok und Covic genauere Kenntnisse über Spieler und Umfeld. Notfalls gibt es dann auch mal Aufgabenteilung à la „good cop, bad cop“. Das kann klappen.

    Man kann immer noch tausend Gründe finden, warum Hertha es im Abstiegskampf vielleicht doch nicht packt. Aber diese Entscheidung von Preetz stünde, wenn sie denn überhaupt mit aufzuführen wäre (was sich erst am Ende herausstellt), auf dieser Liste ganz unten. Da haben er und andere vorher schon viel dickere Böcke geschossen bzw. schießen sie jede Woche neu auf dem Platz…

    • Daniel
      Am 21. Februar 2012 um 18:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Näää, Libero-Witze kann jeder. Und deshalb find ich die unkreativ und langweilig. So.

  3. Josh
    Am 21. Februar 2012 um 19:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    sehr starker Blog Daniel.

    Trifft auch meine Ansichten voll und ganz.
    Das Ding mit Rehhagel ist ein echt Coup. Nach dem ganzen Babbel-Skibbe Schlunz haben doch wirklich nur alle auf Neururer gewartet um Hertha gänzlich zu zerreisen.

    Auf einmal ist der Popstar Rehhagel im Hertha-Mantel auf dem Platz und alles dreht sich nur noch um ihn. Wer war nochmal Skibbe? oder Lell, hat der jetzt eigentlich einen Faser oder Bündelriss?
    interessiert alles keine Sau mehr, all lights on Otto und das ist genial.
    So zieht der ganze Druck von der Mannschaft. Selbst welche Taktik er denn nun wirklich spielen lässt , scheint erst mal zweitrangig. Er ist einfach da.

    Ich sehe es schon so, dass die Spieler zwar nicht im Fokus stehen werden, doch am Ende werden sie dafür in die Pflicht genommen, denn am Trainer kann es kaum liegen. Der weiss wie es geht, das hat er schon oft genug bewiesen.

    Im Grunde genommen brauchen wir jetzt positive Ergebnisse auf der Anzeigetafel und die Geschichte eine wunderbare Dramaturgie, die Hertha BSC in wirklich allen Belangen positiv zu gute kommt.

  4. Am 21. Februar 2012 um 20:40 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Für Michael Preetz ist es die allerletzte Chance. Denn nach zwei Trainerfehlverpflichtungen und drei vorzeitigen Trainerrauswürfen hat er seine Reputation, die er sich einst als Hertha-Stürmer erarbeitet hat, aufgezehrt.

    Schafft es König Otto, so wird am Ende auch Preetz gefeiert werden. Schafft Otto es nicht, mit der Mannschaft die Bundesliga zu halten, so wird nicht Otto, sondern Michael Preetz beschädigt, und aus meiner Sicht unhaltbar sein. Otto hatte natürlich absolut Recht, als er am Sonntag sagte, dass es nur die Spieler sind, die Hertha aus der Krise herausspielen können. Otto kann ihnen dabei helfen, mehr nicht.

    Otto ist natürlich keine Zukunftslösung, abgesehen davon, dass er in seinem Alter ja auch nicht mehr mehrere Jahre den Bundesliga-Zirkus mitmachen kann. Aber sein Name steht für Kraft- und Kampffußball der 80’er Jahre, nicht jedoch für den modernen Filigrantechnik- und Spielwitzfußball der Gegenwart. Deswegen kann er (Kampf muss die Mannschaft an allererster Stelle zeigen, um da unten raus zu kommen) für das Ringen um den Klassenerhalt eine große Hilfe sein. Preetz wird sich aber, sofern Hertha oben bleibt, für die neue Saison nach einem modernen Trainer umsehen müssen.

    Hatte gestern etwas davon gehört, dass es Rangnick werden könnte …

    • Tzaduk
      Am 22. Februar 2012 um 11:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Rangnick wird sich hüten, allzu früh für Hertha zu stimmen. Wenn die die Klasse halten, ist die Ausgangssituation besser, aber solange das nicht klar ist, wird Ralle Rangnick wohl nicht unbedingt bei einem sinkenden Schiff anheuern. Schon gar nicht als Kapitän…

      Und Trainer, die bei Preetz anfangen, werden sich vorher ganz genau informieren, wie lang sie da arbeiten dürfen – selbst, WENN Preetz nicht immer schuld an Trainerausstiegen gehabt haben SOLLTE, dann ist doch zumindest klar, dass da ein Schleudersitz steht. Und jeder der sich darauf setzen will, wird sich das genau überlegt haben.

  5. Björn
    Am 22. Februar 2012 um 01:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Danke für den Text, Daniel!

    Ich war nie ein großer Freund von Rehhagel und sehe die Sache trotzdem ähnlich wie du. Psychologie spielt eine entscheidene Rolle im Fußball – R. könnte in dieser Hinsicht was reißen. Und selbst wenn es zum Schlimmsten kommen sollte: Ich gehe lieber mit Rehhagel unter als mit Skibbe. Wenn schon Abstieg, dann wenigstens mit einem gewissen Glamour.

    • dns
      Am 22. Februar 2012 um 12:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Du meinst, dann könnten wir mit „Der König ist tot, lang lebe der König“-Schlachtrufen durch die 2. Liga tingeln? Klingt nach einem guten Plan. :p

  6. Kid Stardust
    Am 23. Februar 2012 um 22:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gehts am Samstag gegen Augsburg schief, ist der gesamte Effekt verpufft. Dann gehts nicht mit Glamour in den Keller, sondern mit einer ganzen Ladung Hohn und Spott. Deswegen ist die Verpflichtung von Rehhagel in Hinblick auf die Außendarstellung ziemlich risikobehaftet.

    • Am 23. Februar 2012 um 22:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Also ob es mit irgendeiner einer anderen Alternative anders kommen würde:

      „War doch klar, dass dieser unerfahrene Bulgare das nicht packt!“
      „Wie konnte man nur diesen mehrfachen Versager Doll holen?“
      etc. pp.

      Und dann immer zum Abschluss: „So dämlich kann man nur bei der Hertha sein!“

      Vermeiden könnte man das nur, wenn man José oder Pep holt. Und für die, so habe ich gehört, wäre der Job bei Hertha ja die Erfüllung eines Lebenstraums…

      • junichi
        Am 24. Februar 2012 um 06:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Mou war sicherlich sehr beeindruckt beim Testspiel im Sommer vom Gegner als auch vom Stadion. Sollten wir die nächsten 2 Spiele verlieren, könnte man mal anfragen. Mit Trainer-aus-dem-Vertrag-kaufen kennt Preetz sich ja aus.

        • Schalker auf Abwegen
          Am 24. Februar 2012 um 10:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Dann muss er aber Özil mitbringen der kann dann übersetzten

          • dns
            Am 24. Februar 2012 um 16:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

            Oder Sahin, der muss ja nicht immer spielen und wäre nicht so aus der Puste, wenn er übersetzt.

  7. Halblinks
    Am 25. Februar 2012 um 12:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    was ist eigentlich, wenn das heute in die Buchse geht? Was, wenn die „Methoden“ des älteren Herrn mit Bundesligaexpertise aus dem letzten Jahrtausend nicht greifen?
    Wie schnell schlägt die eigenartig-befremdliche Euphorie in Panik um, wenn die Truppe heute abend Letzter ist?
    Ich will es mir nicht ausmalen…nich wahr!

    • Daniel
      Am 25. Februar 2012 um 12:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Dann geht das Leben auch weiter. Dann wird Rehhagel eben andere Maßnahmen ergreifen, als für die Mannschaft den netten Otto von früher zu spielen.

      Ich will es mir auch nicht ausmalen, ich will auch gar nicht dran denken, aber wenn es passiert, dann passiert es halt. Und dann muss der neue Trainer eben sehen, dass er radikal ändert. Und nicht nur so stückweise.

      Ich hoffe nur, dass Hertha nicht durch eine (falsche) Schiedsrichterentscheidung verliert (sondern natürlich nach fairen 90 Minuten als Sieger vom Platz geht).

  8. Halblinks
    Am 25. Februar 2012 um 12:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

    ach, eins noch.
    Der gestern bekannt gewordene Wechsel von Christopher Samba zu diesem Russenklub, der auch den Hiddink beabsichtigt mit Geld bis zum Erbrechen vollzupumpen, zeigt mir wieder überdeutlich auf, dass Hertha schon länger ein katastrophales Trainerproblem hat.
    Er ist ganz offenkundig ein Spieler, aus dem man in kurzer Zeit einen richtig Guten machen konnte. Ihm wurde bei Hertha damals aber keine Chance gegeben und viel schlimmer…ein Rückpassautomat wie Arne Friedrich vorgezogen.
    Jetzt freut man sich, dass Geld in die Kasse kommt. Aber nachher zittern wieder alle mit der hüftsteiffen Innenverteidigung mit, die von jedem Regionalligisten ausgespielt werden kann.

  9. Am 25. Februar 2012 um 15:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Bevor es nun gleich losgeht und hinterher immer gut reden ist, wollt ich kurz meinen Senf dazu abgeben. (Nun schon losgegangen…)

    Rehhagel war mal ein guter, sympathischer Trainer für mich.
    Seine erfolgreiche Karriere krönte er mit seinem „Griechenland-Urlaub“.
    Ich hoffe und wünschte mir für die Hertha, dass er auch heute noch genug Handwerkzeug im Köcher hat, um die Truppe in diesem Moment zu stabilisieren und vor dem Abstieg zu bewahren. Allein es beschleicht mich ein echt ungutes Gefühl, er könnte zu alt sein und der aktuellen Situation nicht gerecht werden. Auch erinner ich mich nicht, dass er sich als Abstiegsverhinderer ausgezeichnet hätte. Hab es jetzt auch nicht nochmal recherchiert (vielleicht wisst Ihr ja gegenteiliges zu berichten!?).
    Unterm Strich, sollte es auch nicht mit König Otto klappen – ist es nicht seine Schuld. Preetz und Gegenbauer sind extrem unhaltbar! #Preetzfail

    Weshalb finden sich bei der Hertha keine soliden und mit Sachverstand bestückten Handwerker ein. (Ihr Röbers dieser Welt, bitte kommen…) Hauptstadt Verein von Provinzlern verwaschweibert.
    Preetz konnte seiner Zeit kurios Bälle ins Tor geigeln und hat sich somit für Hertha auch verdient gemacht. Doch ein Torgeigler ist noch lange kein guter Sportdirektor. Okay – lassen wir Ihn etwas Lehrzeit, doch für mich ist seine Lehrzeit mittlerweile abgelaufen. Prüfungsresultat: NICHT BESTANDEN – Klasse wiederholen, aber nicht mehr dieser Hertha-Schule!

    Hertha ick drück Dir alle Daumen – Doch mein Gefühl, ach mein Gefühl sagt mir etwas anderes —>

    Oh weh, ohh weh.an der Spree,
    ist es erst schee,
    wenn ich ihn nicht mehr seh,
    den Pree…!!!

    Grüße von einem der noch hofft

  10. tztz
    Am 25. Februar 2012 um 18:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Preetz verpiss dich!

  11. Halblinks
    Am 25. Februar 2012 um 22:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Aber nachher zittern wieder alle mit der hüftsteiffen Innenverteidigung mit, die von jedem Regionalligisten ausgespielt werden kann.

    Ich werde nun nichtmehr mitzittern. Empfinde ich seit heute endgültig als albern.
    Jeder Hirni weiß es mittlerweile, dass mit dieser IV kein Blumentopp zu holen ist. Wenn diese Formation also in Zukunft so nochmal aufläuft, werde ich mir den Ar… ablachen. Lachen hilft.

    Übrigens ein sauschlauer Schachzug vom Trainergreis, die Startformation der Versager der letzten Wochen weiterspielen zu lassen und dann mit der Auswechslung Niemeyers so viel auf einmal zu riskieren, dass es bei einer verunsicherten Truppe nur in die Hose gehen kann. Pfiffig!

    …nich wahr.

  12. citation tip
    Am 25. Februar 2012 um 23:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ja, war definitiv ein altersweiser Schachzug heute!

    Oh weh, oh weh…

    Und der Kommentar hinterher, so in Richtung: „Abstiegskampf heißt fighten und kämpfen, das hat uns Augsburg heute vor gemacht.“ Ja wie bitte, geht’s noch – im Abstiegskampf waren wir doch schon vorher angekommen. Drum meine ketzerische Frage:“Wer hat heute eigentlich die Mannschaft eingestellt?“ Es war heute nur AUGSBURG, wie soll das bei den folgenden Gegnern enden? Sorry Otto – bitte schnell wach werden. In Berlin muss in den nächsten Wochen kein schöner Fußball gespielt werden, sondern die Null muss stehen und vorn hilft Lasoga. Jeder der sich nicht reinhaut – raus. Wir brauchen jetzt Dreckschweine die den Ernst der Lage erkannt haben.

    Noch kurz zu Preetz. Sollte das Gerücht um Babbel, Preetz und Frau Schiller stimmen, dann einmal mehr = Preetz muss seinen Hut nehmen. Wer seine Schwimmpose nicht unter Kontrolle hat und somit dazu beigetragen hat, dass wir in dieser Misere stecken ist für mich ein verantwortungslos Handelnder. Auf Arbeit kann selbstverständlich mal dies und jenes zwischen Mann und Frau passieren. Aber am Ende des Tages darf es nicht dazu führen, dass Unbeteiligte da mit hineingezogen werden bzw. das ein Verein plötzlich darunter leiden muss, weil sich Sportdirektor und Trainer wegen einer Frau nicht mehr grün sind. Ein in dieser Weise agierender Sportdirektor, dem ist das Wörtchen „Vereinswohl“ scheinbar abhanden gekommen.

    Unverantwortlich! – Herr Preetz bitte treten Sie ab, zum Wohle des Vereins!

    • Am 26. Februar 2012 um 13:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

      In Berlin muss in den nächsten Wochen kein schöner Fußball gespielt werden, sondern die Null muss stehen und vorn hilft Lasoga.

      Sorry, aber genau so „spielen“ die doch schon die ganze Zeit. Jedenfalls mit der Absicht.

      Mit hohen Bällen nach vorn, die zu 90% keinen Mitspieler erreichen und zu 10% bei oder kurz nach der Annahme verloren werden, gewinnt man vielleicht den Preis für die peinlichste Spielanlage, aber gegen den Abstieg hilft das auch nicht. Und das ist nix, was es erst seit Skibbe oder Rehhagel gibt, so geht das schon vom 1. Spieltag an, mal mehr, mal weniger.

      Ob Preetz bleibt oder gehen muss, interessiert mich momentan nicht die Bohne. Denn Einfluss auf das Geschehen hat das jetzt nicht mehr, und wir sind nicht in der Antike, wo man sich etwas davon versprechen konnte, irgendwelchen Göttern Opfer darzubringen.

      Entweder das Trainerteam findet irgendwo noch einen rettenden Schalter (manchmal reicht eine einzige Umstellung, um das Spiel total zu verändern – nur welche?), oder wir können uns schon mal auf viele Jahre Paderborn einrichten. Wenn wir Glück haben.

      • Felix Felix
        Am 26. Februar 2012 um 14:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Starker Post, Rayson. Ich sehe das Haargenauso. :)

      • Hertha Fan
        Am 26. Februar 2012 um 21:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Der Paderbornwitz kann einem ganz schnell im Hals stecken bleiben – ich sag nur Relegation…

        Und alles andere? Seit Augsburg glaube ich an gar nichts mehr, für mich ist der Abstieg beschlossen und eine längere (lange?) zweitliga Zeit ebenfalls. Diese Mannschaft ist nicht zu schlecht, ihr Charakter ist es. Kein Aufbäumen, kein Kampf kein gar nichts, das hat nichts mit Qualität sondern mit Einstellung zu tun!

        Die einzigen, die ich von dieser Kritik ausnehme sind Kraft, Niemeyer und Lasogga.

        • Am 28. Februar 2012 um 00:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

          Der Paderbornwitz kann einem ganz schnell im Hals stecken bleiben – ich sag nur Relegation…

          Ich fürchte, da hast du Recht. Wollen wir stattdessen Cottbus nehmen? Für mich als Wessi noch schlimmer…

  13. Am 27. Februar 2012 um 07:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich denke, dass sich die Probleme vor allem auf die Abwehr beziehen. Die Außenverteidiger haben eine Dynamik wie Arne Friedrich. Nur dass sie auch im Rückwärtsgang so lahm sind, wie Arne nach vorne. Die Innenverteidigung (vielleicht abgesehen von Hubnik, wenn er einen guten Tag hat) ist zu langsam und hat keinen Plan für den Spielaufbau. Das liegt aber auch daran, dass das defensive Mittelfeld nichts, wirklich gar nichts für den Spielaufbau tut. Schaut euch doch mal an, was Ottl/Niemeyer/Kobiashvilli tun, wenn Mijatovic oder Hubnik den Ball haben: Nichts! Keine Bewegung, kein Freilaufen, kein Anbieten. Dann bleibt einfach gar nichts anderes übrig als den Ball weit und lang nach vorne zu schlagen, weil auch die Außenverteidiger erst einmal durchschnaufen müssen von ihrem lahmen traben nach hinten. Das ist eine Frage der individuellen Qualität (es gibt z.B. niemanden mit der Fähigkeit der Spieleröffnung im defensiven Mittelfeld, außer vielleicht Lustenberger, der offensichtlich kein Vertrauen bei Trainer/Manager besitzt, weil er kein Lautsprecher ist.).

    Das ist Fußball aus den Achtzigern. Standfußball. Laufleistung? Vielleicht 110 km. Das ist eine Stehleistung. Höchstens. Und das wiederum hat vermutlich wenig mit individueller Motivation oder Kondition zu tun. Denn Dortmund und Gladbach z.B. laufen ja nur deshalb so viel, weil die Spieler immer in jeder Situation wissen, was sie zu tun haben. Wenn Spieler heute nicht laufen, dann ist das eine Frage der taktischen (!) Einstellung und Schulung. Und da läuft bei Hertha schon lange nichts mehr, wie mir scheint.

    Die Krönung ist ja, dass man Babbel zumindest noch anrechnen muss, dass er mit dieser Gurkentruppe den Laden meistens dicht gehalten hat und ein paar Punkte geholt hat. Offensichtlich wusste er die Lage ganz gut einzuschätzen und hat deshalb diesen ekeligen Beton-Fußball spielen lassen und war mit einem Unentschieden häufig schon sehr, sehr zufrieden…

  14. tztz
    Am 27. Februar 2012 um 20:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das ganze Kruppzeugs an Spielern hat Herr Preetz geholt, großartig ganz großartig. Dabei war die abwehr in der zweiten Liga auch schon eine einzige Katastrophe.

  15. Am 28. Februar 2012 um 00:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Bei einer großen deutschen „Zeitung“ wird der Manager kritisiert, als ob Hertha einige hundert Millionen für Verpflichtungen frei gehabt hätte.

    Muss man worklich erwähnen, wem die aktuelle finanzielle Lage zu verdanken ist?

  16. Halblinks
    Am 28. Februar 2012 um 08:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

    um nochmal auf die Grundaussage dieses Blogbeitrages zurückzukommen, was nämlich passiert, wenn die Liberowitze verstummen, will ich den grandiosen Post von Marxelinho nebenan in seinem Blog hier verlinken:
    http://herthabsc.blogspot.com/2012/02/augiasstall.html
    Er hat es sehr gut auf den Punkt gebracht, wenn man mich fragt.
    Der Liberowitz ist doch harmlos gegen die nun aus allen Richtungen lauter werdenden kritischen Nachfrager, die in Frage stellen, ob der alte Mann überhaupt in der Lage sein kann, den Bock umzustossen.
    Ich persönlich hatte von Anfang an kein gutes Gefühl bei dieser Medienverpflichtung und habe das ja auch geäußert.

    • Daniel
      Am 28. Februar 2012 um 09:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Den hab ich auch gelesen – und muss zugeben, dass ich oft genickt habe. Ich gebe allerdings die Hoffnung nicht auf (was bleibt mir/uns jetzt auch anderes übrig?), dass da noch irgendein Schalter ist, der doch noch umgelegt werden kann – und sei es der seit drei Jahren verrostete auf dem „Glück für Hertha BSC“ steht.

      Ansonsten hat die Leistung gegen Augsburg mich ratlos gemacht. Sollte wirklich noch nicht jeder verstanden haben, dass der Abstiegskampf begonnen hat, bleibt mir nichts anderes übrig, als am Verstand der Spieler zu zweifeln. Aber ich fürchte, dass die Gründe tiefer liegen und taktischer Natur sind. Und sie es einfach nicht besser können.

      Ich habe mich ja sogar schon dabei ertappt, mir zu wünschen, dass die Rot-Sperre von Andreas Ottl endlich zuende ist, damit da mal wieder mit der ordnenden Hand…