Wiedersehen mit Zecke

Andreas „Zecke“ Neuendorf war, ist und bleibt für mich eine DER „Kultfiguren“ bei Hertha BSC (ebenso wie Gabor Kiraly – die kultigste Schlabberhose aller Zeiten -, und Patrick Ebert). Umso trauriger war ich, als nach der Saison 2006/2007 sein Vertrag nicht verlängert wurde und er die Hertha in Richtung Ingolstadt verließ. Ich erinnere mich noch an das Spiel in Frankfurt damals, im Mai 2007, als er nach Abpfiff vor die Kurve der mitgereisten Hertha-Fans kam und sich dort verbeugte. Da hatte ich Tränen in den Augen. Immer habe ich in den folgenden drei Spielzeiten ein bisschen auf die „Schanzer“ geschielt, was sie so machen, und vor allem – was Zecke macht. Sogar, als der FCI in die 3. Liga abstieg, blieb er dort.

Und genau in jener 3. Liga sah ich ihn dann im vergangenen Jahr wieder, als Ingolstadt sein Gastspiel in der Wiesbadener BRITA Arena gab und den SV Wehen Wiesbaden 5-1 bezwang. Der FCI präsentierte sich da als eine der spielstärksten Mannschaften der 3. Liga und schaffte in der Relegation den Aufstieg in die 2. Bundesliga, indem sie Hansa Rostock ins Tal der Tränen schickten. Von diesem Abend in Wiesbaden habe ich, was das Spiel angeht, nur noch wenige Erinnerungen. Was zählte, war ZECKE, und dass ich ihn endlich, nach ziemlich genau drei Jahren mal wieder live sehen durfte.

Schon als der Bus mit den Ingolstädtern vorfuhr, war ich hibbelig. Gespannt stand ich am Zaun und sah runter zum Eingang der Gastmannschaft. Als Zecke den Bus verließ und die paar Meter zum Eingang lief, musste ich bereits das erste Mal grinsen. Ich weiß noch, dass ich lautstark „ZECKE!“ rief, aber wohl nicht laut genug, dass er es hören konnte. ;-) Zu meinem Leidwesen war Zecke allerdings nicht in der Anfangsformation zu finden, sondern nahm auf der Bank Platz. Als er in der 2. Halbzeit eingewechselt wurde, war’s dann vorbei. Ich glaube, ich war auf der Nordwand (dort hält sich der Anhang des SV Wehen Wiesbaden auf) die Einzige, die völlig ausrastete vor Begeisterung. Ich kriegte mich überhaupt nicht mehr ein, und einige Leute um mich herum guckten mich fragend an. Ich erklärte den Umstehenden: „Ich bin eigentlich Hertha-Fan, und bei uns in Berlin war Zecke immer sowas wie ein Publikumsliebling … Ich freu mich einfach, ihn mal wieder zu sehen!“

Nach dem Spiel tauschte ich noch einen Schal mit einem Ingolstädter Fan, so als „Erinnerung“ an diesen Abend.

Inzwischen ist Zecke wieder in Berlin, spielt dort ab und an für die U23, hatte aber auch schon einen Einsatz für die 1. Mannschaft, im Spiel gegen Aue, als er die letzten paar Minuten incl. Nachspielzeit aufs Feld durfte. Mein aktuelles Hertha-Trikot (das Auswärtstrikot) musste dann natürlich auch von Zecke sein, obwohl ich eigentlich gesagt hatte, dass ich mir diese Saison keines kaufe … ;-)

Am morgigen Freitag nun spielt Hertha BSC bei den „Schanzern“, die seit Beginn der Saison konstant gegen den Abstieg spielen. Zwar gelang ihnen in den letzten Spielen ein kleinerer Befreiungsschlag, aber „durch“ sind sie noch lange nicht. Und so eine Situation kann den vermeintlichen Außenseiter brandgefährlich werden lassen. Ob Zecke bei diesem Spiel dabeisein wird, ist fraglich. Aber dennoch ist dieses Spiel für mich etwas Besonderes. Einfach, weil es eben Erinnerungen weckt an diesen Abend Ende April in Wiesbaden.

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2 Kommentare

  1. Am 17. März 2011 um 20:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Schön zu lesen, vor allem weil er wieder gekommen ist. Selten im Profigeschäft.

  2. Blauer Montag
    Am 19. März 2011 um 13:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Maren schrieb:
    „Am morgigen Freitag nun spielt Hertha BSC bei den “Schanzern”, die seit Beginn der Saison konstant gegen den Abstieg spielen. Zwar gelang ihnen in den letzten Spielen ein kleinerer Befreiungsschlag, aber “durch” sind sie noch lange nicht. Und so eine Situation kann den vermeintlichen Außenseiter brandgefährlich werden lassen. Ob Zecke bei diesem Spiel dabeisein wird, ist fraglich.“ Inzwischen wissen wir: Zecke war nicht dabei. Ingolstadt war genauso wenig wie HERTHA in der Lage, seine chancen zu nutzen. Deswegen am Freitagabend im Audipark – Punkteteilung.