Willst du Hertha an der Spitze sehen…

musst du die Tabelle drehen! Hertha BSC ist der Liga enteilt und einsamer Spitzenreiter der Bundesliga-Tabelle. Ihre Verfolger hat die alte Dame souverän abgeschüttelt und arbeitet an einem historischen Rekord, wie man beispielsweise bei Trainer Baade nachlesen kann. Unsere Hertha ist absolute Spitze!

Allerdings muss man sich für diese Perspektive auf den Kopf stellen. Ich war schon immer schlecht im Bodenturnen, sodass ich mich dazu entschieden habe, die Tabellen einfach umzudrehen. Ich drehe mir meine Welt solange zurecht, bis es mit passt. Und schon steht Hertha dort, wo sie hingehört: an der Spitze!

Die aktuelle Spielzeit läuft für Hertha grundsätzlich verkehrt herum: Alles, was letzte Saison noch klappte, geht jetzt schief. Glücklich gewonnene Spiele des vergangenen Jahres gehen jetzt unglücklich verloren. Verletzungen und Formschwächen können nicht kompensiert werden und die Außenverteidiger versuchen vergeblich ihre Inkompetenz zu kaschieren.

Für Hertha steht die Liga Kopf und woran sich die Republik im vergangenen Jahr noch das Herz erwärmte, wird nun für Spott, Hohn und Häme genutzt. Was freute sich Fußball-Deutschland über die Partys im Olympiastadion, wenn das gesamte Rund unseren Song “Hey, was geht ab!” intonierte! Gegen Frankfurt haben wir nun erfahren dürfen, wie das Pendel in die andere Richtung ausschlagen kann.

Die Frankfurter Kurve grölte mit der notwendigen Aggressivität “unseren” Song, allerdings mit deutlich verändertem Textgut: “Hey, was geht ab! Die Hertha steigt endlich ab!” YouTube Preview Image

Gerade der Kontrast zur letzten Saison macht die aktuelle Misere zu einer unglaublich bitteren Erfahrung, weil man durch einen simpel umgedichteten Song die gesamte Brutalität des sportlichen Niedergangs vor Augen geführt bekommt. Aber wir sollten deshalb nicht resignieren, sondern uns trotz der akuten Abstiegsgefahr immer wieder an die schöne und erfolgreiche Saison unter Favre erinnern. Denn solche Zeiten werden wieder kommen. Und wer zuletzt singt, singt bekanntlich am schönsten!

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    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

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5 Kommentare

  1. Behrendt-Ludwig, V.
    Erstellt am 1. Dezember 2009 um 12:04 | Permanent-Link

    Der Auftritt von Herrn Funkel im Sportplatz am Sonntag hat mich in einem Punkt stutzig gemacht und zwar in dem, dass er einen “Psychologen” ablehnt, und nun den Fehler erkannt, Druck aufbauen und abstellt. Hertha ist nicht in der Lage solche “Fehler” zu verkraften. Ein Psychologe oder Mentaltrainer wäre angebracht, nicht nur für ihn, sondern auch für die verunsicherten Spieler. Dies muss im Grunde ein Angebot des Vereins für jeden Spieler und Trainer sein. Die Verweigerungshaltung von Herrn Funkel ist nicht zu akzeptieren, jeder größere Betrieb bedient sich solcher Unterstützung. Ein weiterer Punkt ist der, dass Herr Heine zu Cesar sich dahingehend äußerte, dass dieser eine wichtiger Spieler sein kann, wenn er austrainiert ist. Überraschender Weise kommt er in den Überlegungen vom jetzigen Trainer nicht vor. Kann sich Herr Heine so irren, ich glaube nicht, oder liegt es an der Vorstellung wie die Mannschaft spielen soll ?
    Ich hoffe immer noch, auch wenn es schwer fällt.
    Grüße
    Volker B-L

  2. Erstellt am 1. Dezember 2009 um 12:05 | Permanent-Link

    Entweder ganz oben oder ganz unten: Hauptsache, außergewöhnlich.

  3. ManicD
    Erstellt am 2. Dezember 2009 um 16:28 | Permanent-Link

    Hmm… wie genau kommst du darauf, dass sich “Fußball-Deutschland” in der vergangenen Saison über die Partys im Olympiastadion gefreut habe, “wenn das gesamte Rund unseren Song “Hey, was geht ab!” intonierte”?

    Im allergrößten Teil meines bundesweiten Bekanntenkreises sah das zumindest ganz anders aus. Da hieß es immer nur, es sei hochgradig peinlich, dass ein dermaßen unsympathischer und so hässlichen Fußball spielender Verein wie Hertha so viele Spiele unverdient gewänne und so weit oben in der Tabelle stünde. Freude klingt jedenfalls anders…

    • Enno
      Erstellt am 2. Dezember 2009 um 16:55 | Permanent-Link

      Naja, solche Einschätzungen kann man sicherlich nicht ohne weiteres objektiv belegen. Aber es gab – für Herthas Verhältnisse, die du ja latent erwähntest – ziemlich viel überregionalen Zuspruch, vor allem für die tolle Stimmung im Stadion.

    • Erstellt am 2. Dezember 2009 um 22:01 | Permanent-Link

      Wenn ich das schon wieder höre… unverdienter Sieg! Sowas gibt es nicht, es sei denn Betrug (durch Schiedsrichter, Spieler, Wettmafia etc.) ist im Spiel. Gewonnen oder verloren ist meiner Meinung nach immer verdient. Vielleicht spiegelt das Ergebnis nicht den Spielverlauf wider, aber trotzdem haben die Sieger ein Tor mehr gemacht, den einen Fehler des Gegenspielers ausgenutzt etc. Das nennt man dann clever, und vielleicht auch glücklich. Aber meiner Meinung nach ist es immer verdient, oder jedenfalls nicht unverdient :-)

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