Wir müssen leider draußen bleiben

Nun komme ich zu dem etwas unerfreulichen Teil der großen Meisterschaftsparty vor einer Woche. Nach Abpfiff blieben wir noch auf den Plätzen um an anshcließenden Feierlichkeiten Teil zu haben. Als die Mannschaft sich von der Ostkurve verabschiedete und in die Kabine ging, rief Fabian von Wachsmann noch einmal: „Es ist noch nicht Schluß! Die Party geht erst richtig los. Auf der Bühne mit Culcha Candela und der Mannschaft!“ und wir verließen den Block.

Wie es sich später als folgenschwer herausstellte, verabredete ich mich kurz vor dem Stadion um später wieder mit einem Freund hinein zu gehen um den Rest des Rahmenprogramms mitzunehmen. Dabei hatten wir aber nicht die Rechnung mit der Hausordnung von Hertha BSC gemacht. An mehreren Stellen des Stadions versuchten wir in das Stadion zu gelangen, aber wir wurden immer wieder von Ordnern aufgehalten die uns nicht hinein lassen wollten.

Ich bin durchaus bereit Regeln zu akzeptieren, wenn sie zumindest einigermaßen nachvollziehbar sind. Aber die Antworten, die wir bekamen waren in recht einsilbig und unbefriedigend. Auch die „Supervisor“, die bei den längeren Diskussionen hinzugezogen waren nicht in der Lage plausible Erklärungen zu geben und wurden zum Teil sogar ziemlich aggressiv. „Weils so is“, „Weil es in der Hausordnung steht“, „Ja Pech gehabt. Tschüss jetzt. Keine weitere Diskussion hier sonst gibts Hausverbot.“ Bei wirklich jedem anderen Spiel hätte ich über dieses ignorante und unverschämte Verhalten (ich bin schließlich nicht nur Fan, sondern aus Vereinssicht auch Mitglied und zahlender Kunde) hinweg gesehen und Verständnis aufgebracht. Nicht unbedingt für den Umgangston, aber für den Paragraphen in der Hausordnung. Es ist schließlich logisch, dass ein Veranstalter nach dem Event die Besucher schnellstmöglich hinaus befördern will. Aber wenn noch tausende im Stadion den Saisonabschluß feiern und hochoffiziell Rahmenprogramm läuft, dann fehlt mir wirklich jedes Verständnis. Ich weiß mittlerweile, dass in der Stadionordnung steht, dass ein Besucher nachdem er das Stadiongelände verlassen hat – und das unabhängig vom Zeitpunkt des Verlassens – nicht wieder herein darf. An diesem besonderen Tag mit diesen außergewöhnlichen Umständen hätte ich mir jedoch ein anderes Verhalten der Ordner gewünscht.

Unter Androhung von Hausverbot gaben wir schließlich auf und verbrachten noch einige Stunden in Stadionnähe. Als wir dann nach Hause gingen kamen noch hunderte aus dem Stadion.

Ich werde mich an die Mitgliederbetreuung wenden und die Reaktion ggf. dann hier veröffentlichen. Vielleicht wird die Sache zur nächsten Meisterfeier dann ja etwas anders gehandhabt. Auch wenn ich es kaum glauben mag. Denn was der Unterschied von uns zahlenden Fans zu zahlenden Kunden ist, dass wir nicht einfach die Marke wechseln können, wenn uns etwas nicht passt. In diesem Sinne bleibt nur über den verwehrten Saisonausklang mit der Mannschaft hinwegzusehen und es einfach zu akzeptieren.

Das gab es übrigens unter anderem auf der Bühne zu sehen: Daniel Rimkus ft. Lasogga live auf der Aufstiegsparty (youtube)

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  • Wer hat das geschrieben?

    Hallo, ich bin Felix und gehöre wie die meisten Herthafans in meinem Alter, zur 98er Generation, die 2010 den ersten Abstieg miterlebt hat. (→mehr)

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6 Kommentare

  1. Der Lars
    Am 23. Mai 2011 um 09:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich sehe das wie du. Problematischer sehe ich es, dass die Hilfssheriffs dir einfach mal schnell ein Hausverbot geben können und dann ist es passiert. Eskalation statt De-Eskalation.

    Ich persönlich hätte mir eine längere Feier in der Ostkurve bzw. im Stadion gewünscht.

    Aber sch… egal – Meister und Aufsteiger :-)

  2. Daniel
    Am 23. Mai 2011 um 09:14 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich bin mal gespannt, was Hertha dazu sagt. Schade, dass du dir nicht seinen Namen gemerkt hast (oder hast du?), Großkotzigkeit wird im Türsteher-Gewerbe ja gerne mal aus dem Glauben heraus hervorgeholt, man sei grundsätzlich etwas Höheres/Besseres. In diesem Fall kann ich mir höchstens vorstellen, dass von Hertha-Seite verpasst wurde, auf die gesonderte Situation aufmerksam zu machen. In diesem Fall hat der Typ da halt nur seinen Job gemacht – trotzdem ist die Stadionverbots-Tour von dem für mich ein Skandal.

  3. bd223
    Am 23. Mai 2011 um 11:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    @ Felix: Das ist in der Tat ärgerlich, aber jeder der schon mal im Ordnungs-/Sicherheitsdienst gearbeitet hat, kann die strikte Umsetzung nachvollziehen. An diesem Tag waren mehr als 77000 Zuschauer vor Ort. Die Jungs und Mädels hatten dementsprechend viel zu tun. Ist ja nun auch nicht so, dass deren Job nachdem alle im Stadion sind beendet ist. Nun ja, und wenn da nun Leute kommen und sagen sie wollen wieder rein weil sie gerade schon drin waren – was meinst du wie oft die das schon gehört haben? Auch von Leuten die evtl. gar keine Eintrittskarte haben.
    Es war ein besonderer Tag und eine Ausnahme wäre sicherlich angemessen gewesen, aber wo fängt die Ausnahme an und wo hört sie auf?
    Und jetzt mal angenommen, die lassen dich wieder rein und dann machst du irgendetwas dämliches – Massenschlägerei anzetteln oder ähnliches (sorry, für die Unterstellung). Auf wen glaubst du fällt das dann zurück als Mitverantwortlichen? Genau, das arme Würstchen das am Eingang steht und munter alle Leute rein und raus lässt wie sie lustig sind.
    Soviel ersteinmal dazu. Das es nach dem Abpfiff noch eine Party mit der Mannschaft geben würde, wurde im Vorfeld auch ausgiebig vermittelt.
    Ich kann deinen Ärger verstehen, finde aber auch, dass du zu Teilen selber schuld bist.

  4. Am 23. Mai 2011 um 22:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo bd223,
    für mich fängt die Ausnahme genau da an wo das offizelle Programm vom Verein noch nicht als beendet erklärt ist. Mit Sicherheit haben die Ordnungskräfte noch viel zu tun bis alle das Stadion verlassen haben, aber in diesem Fall hat es noch mehrere Stunden bis zu ihrem Feierabend gedauert. Selbst um 19 Uhr kamen noch Fans aus dem Stadion. Dass ich eine Eintrittskarte hatte und das Spiel besucht habe war an meinem Outfit eindeutig zu erkennen und ich hätte auf Nachfrage die Karte auch noch mal vorzeigen können. SIcher hätte ich sie mir von jemandem geben lassen können, der das Stadion bereits verlassen hat, aber das ist doch schon ein sehr an den Haaren herbei gezogenes Szenario.

    Eine Massenschlägerei würde ich natürlich unter keinen Umständen anzetteln. Ich hoffe es ist eher eine Hypothese und nicht auf mich als Person bezogen. :) Ganz abgesehen davon würde doch keiner auf die Idee kommen zu fragen, ob ich zuvor zwischenzeitlich das Stadiongelände verlassen hätte.

    Zuletzt muss ich dir aber doch noch ein mal Recht geben und das habe ich ja auch im Beitrag schon anklingen lassen. Ich bin in gewisser Weise selber Schuld daran und die Ordner haben ihre Pflicht vorschriftgemäß erfüllt.

  5. TimoBSC
    Am 24. Mai 2011 um 06:56 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Fakt ist einfach mal, dass es den Mitarbeitern von Sicherheitsfirmen in der Regel schwer fällt mal über den Rand Ihres Wasserglases zu blicken und jede Situation für sich zu betrachten um Fingerspitzengefühl zu zeigen.
    Die von Felix zitierten Aussagen der Mitarbeiter und Supervisor sind ein Zeugnis der weitverbreiteten Berufskrankheit solcher Leute. Man darf Leute abweisen, es gibt Regeln und die Ordner sind so zu sagen, die Hüter dieser Regeln. Doch das kann ich dem Gegenüber, vor allem an so einem Tag, ganz in Ruhe und feundlich und auf Deutsch erklären.

    „Und jetzt mal angenommen, die lassen dich wieder rein und dann machst du irgendetwas dämliches – Massenschlägerei anzetteln oder ähnliches (sorry, für die Unterstellung). Auf wen glaubst du fällt das dann zurück als Mitverantwortlichen?“

    Ganz ehrlich, das darf gar nicht der Grund sein. Sonst müsste Hertha wohl jedes Heimspiel vor einer Geisterkulisse spielen. Man hätte Felix erneut kontrollieren können und passieren lassen. Fertig. Stattdessen beruft man sich steif auf die Hausordnung, lässt jegliches Fingerspitzengefühl vermissen und sorgt bei anderen evtl. sogar für so großen Unmut, dass es schlimmeren Reaktionen kommt.
    Die Polizei wundert sich am ersten Mai auch jedes Jahr auf’s Neue, dass Sie mit Steine beworfen, nach dem Sie friendliche Gruppen mit Faustschlägen und Pfefferspray angreifen. ;)

  6. TimoBSC
    Am 24. Mai 2011 um 06:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    entschuldigt die Tippfehler, ist noch so früh! ;)