ZACK

Bielefeld abgefrühstückt, Spiel abgehakt und ZACK – ! – steht schon mir nichts dir nicht das Derby gegen Union vor der Tür. Das geht schnell. Für einige offensichtlich viel zu schnell. Zumindest für die Bielefelder Arminia ging es am Sonntag viel zu schnell. Anpfiff und ZACK – ! – steht es zweizunull für unsere Hertha. Dafür brauchte es nur sieben Minuten Offensivwirbel und das Spiel war gegessen. Und es schien dann tatsächlich so, dass Hertha zwar noch ein wenig mit der betäubten Arminia spielte und das dritte Tor zu erzielen versuchte. Kurz darauf schaltete die Mannschaft jedoch kollektiv ab und dachte wohl ans anstehende Derby gegen Union. Bielefeld durfte also auch noch ein wenig mitspielen.

Unsere Hertha zeigte die Souveränität, die wir vor allem im heimischen Olympiastadion erwarten können. Man wird abwarten müssen, ob diese Erwartungen auch gegen stärkere Gegner erfüllt werden können. Die Spielanlage ist – soviel ist nach drei Spieltagen definitiv schon zu sagen – vorhanden. Friend ist der Fixpunkt in der Offensive, die mit Raffael, Domovchiyski, Ramos und Rukavytsya äußerst spielfreudig und flexibel agiert. Agiert! ZACK! Darum geht es in Heimspielen: Das Spiel machen, Wege und Lösungen finden, die einem die gegnerische Defensive stellt. Und da ist aktuell schon viel Potential realisiert (wenngleich Arminia sich eher wie eine nachsichtige Lehrerin gab, die augenzwinkernd die richtige Lösung andeutet…). Wenn ich mir überlege, dass mit Beichler und Ebert noch zwei weitere Hochkaräter in der Rückrunde wieder zur Mannschaft stoßen, dürfte nicht nur mir, sondern hoffentlich auch den Gegnern schwindelig werden dürfte.

Was mich allerdings wirklich freudig stimmt, ist die Laufarbeit und die Bissigkeit in den Zweikämpfen. Ich hatte Bielefeld als 11-köpfige Kratzbürste erwartet, die über den Kampf das Spiel verhindern möchte (wer behauptet, dass man über den Kampf ins Spiel kommen könne, hat den Sport nicht verstanden). Ich glaube, die Arminia hatte das auch vor. Aber sie kam gar nicht dazu, weil Hertha einfach von Beginn an doppelt dagegen hielt. ZACKZACK! Kampf angenommen und dennoch agiert, das Spiel gemacht, nachdem der Ball erobert wurde. Das ist stark. ZACK! Niemeyer ging in diesem Sinne voran, aber auch die offensive Dreierreihe agierte in der Defensive. Ich glaube hierin liegt der Schlüssel für den Erfolg in der zweiten Liga: Nicht nur in der Offensive, sondern auch in der Defensive agieren, sprich: Pressing, bis der Arzt kommt. Das festigt die berechtigte Hoffnung auf eine souverän gespielte Zweitliga-Saison.

Nun also das Derby gegen Union. Hysterie hier und Hysterie dort – naja, nicht direkt Hysterie, eher Fragezeichen. Das ganze jedenfalls nur deshalb, weil Hertha immer noch nicht ordentlich haushalten kann, bzw. sich eben der Tricks bedient, deren sich eben diejenigen bedienen, die es sich leisten können. Mehr als das Verlinkte habe ich dazu eigentlich auch nicht zu sagen. Nun geht es also um den sportlichen Vergleich. Einige geben ja Wahnsinns-Summen aus, um live vor Ort sein zu können, andere wollen auch ohne Karten kommen (hoffentlich ohne ZACK – ! – ). Ich mache gerade Urlaub und habe mich – naiv wie ich manchmal bin – für Freitag verabredet. Für mich besteht die größte Herausforderung nun darin, unsere kleine Vierergruppe in eine Hamburger Kneipe zu locken, die „ganz zufällig“ zumindest die Zweitliga-Konferenz zeigt. ZACK!

This entry was posted in Hertha BSC and tagged , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink. Both comments and trackbacks are currently closed.
  • Wer hat das geschrieben?

    Mein Name ist Enno: im Jahre 1982 geborener Berliner, Exil-Herthaner in Bielefeld und Bremen. Seit 2006 schreibe ich im Internet über Hertha BSC. (→mehr)

    Ich würde mich freuen, deine Meinung zum Artikel zu erfahren. Schreib doch einen Kommentar und diskutiere mit!

    Und bleib auf dem Laufenden: Abonniere neue Beiträge des Hertha BSC Blogs (RSS-Feed / E-Mail)

3 Kommentare

  1. Am 14. September 2010 um 21:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Haha! Bielefeld in der Gestalt einer gutmütigen Lehrerin. Ein großartiger Vergleich! :)

    Jetzt gehts wirklich Schlag auf Schlag. Die nächsten drei Spiele sind wohl für jeden Herthaner etwas besonderes.

  2. Am 14. September 2010 um 22:39 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Danke für den erwünschten Spielbericht! Er widerspricht in keinster Weise dem unseres Lesers.

    Aaaaaber: Solche Worte gab es – zackzack – auch bei uns noch vor einem Jahr zu lesen, und wir haben gelernt: Man soll den Tag nicht vor dem Abend und die Saison nicht vor der Rückrunde loben ;)

  3. Joel
    Am 15. September 2010 um 14:38 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich glaube auch die nächsten drei Begegnungen sind oder werden Wegweisend sein.
    Gegen Union da es die erste Hexenkesselerfahrung sein wird, gut nun spielen die Jungs nicht erst seit gestern Fußball, dennoch etwas Eindruck wird das schon machen :-)
    Dann die Partien gegen die beiden Mannschaften die das vollbrachten was noch keine Zweitligamannschaft schaffte ein 5:5, Junge war das ein Spiel. Ich hatte mir die Partie angeschaut um einen Ausblick auf die kommenden Gegner zu erhalten und bin beeindruckt gewesen vom schnellen Umschalten und dem starken Mittelfeld insbesondere beim KSC, 2:0 hinten zu liegen zurück ins Spiel finden und dann 2:5 zu führen, ist aller Ehren wert. Nur dann auch noch sich weitere 3 Tore zu fangen, heißt für mich nach vorne können beide Mannschaften Spielen und Probleme haben sie in der Abwehr, daher bin ich sehr gespannt wie sich diese 3 Partien für die Hertha gestalten werden. Wie gewohnt bin und bleibe ich da optimistisch… Ha Ho He… :-)